Zenker, Karl-Adolf

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Konteradmiral Karl-Adolf Zenker

Karl-Adolf Zenker (auch: Karl Adolf; Lebensrune.png 19. Juli 1907 in Schöneberg bei Berlin; Todesrune.png 27. März 1998 in Bonn) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, der Reichsmarine sowie der Kriegsmarine und in der Nachkriegszeit der Marine der Bundeswehr, von 1961 bis 1967 als Inspekteur der Marine. Er blieb bis kurz vor seinem Tod aktiv am Geschehen in der Marine interessiert und trat regelmäßig bei Veranstaltungen der Marine auf.

Werdegang

Konteradmiral Karl-Adolf Zenker (ganz links) auf einem Generalstreffen in Stuttgart, 1961, u. a. mit Franz Josef Strauß und Albert Schnez.
Vizeadmiral der Marine der Bundeswehr Karl-Adolf Zenker in London beim britischen Verteidigungsminister Denis Winston Healey, 1965
Rückseite der Fotografie
„Karl-Adolf Zenker war Sohn und Enkel von Marineoffizieren. Sein Vater Hans Zenker war in der Seeschlacht am Skagerrak 1917 Kommandant des Schlachtkreuzers ‚Von der Tann‘ und von 1924 bis 1928 Chef der Marineleitung. Seine Loyalität zur Weimarer Republik trug ihm in konservativen Kreisen den Spitznamen ‚Roter Admiral‘ ein. Sein Großvater mütterlicherseits war Admiral Thiele [Anm.: August Carl Thiele (1852–1912)]. Z. besuchte ein Realgymnasium und trat nach dem Abitur 19jährig 1926 in die Marine als Offiziersanwärter ein und erhielt die entsprechende Ausbildung. 1930 war er Leutnant zur See auf dem Kreuzer ‚Königsberg‘. 1933 wurde er Ausbildungsoffizier auf dem Segelschulschiff ‚Gorch Fock‘, auf dem er 1938 als Erster Offizier fungierte. Vorher hatte er einige Zeit einer Minensuchflottille an der ostpreußischen Küste angehört. Im Jahre 1939 erhielt Z. eine Admiralstabsausbildung auf der Marineakademie. Im Zweiten Weltkrieg war Z. zunächst als Kapitänleutnant bis zum Herbst 1941 im Admiralstab des Marinegruppenkommandos West tätig und leitete den Einsatz der Minensuchboote.“[1]

Ab 16. Juli 1939 diente Zenker, seit dem 1. April 1936 Kapitänleutnant, als Stabsoffizier und Minenkriegsreferent im Marinegruppenkommando West in Wilhelmshaven. Dem Marinegruppenkommando West unter Admiral Alfred Saalwächter oblag zu dieser Zeit die taktische Leitung der Marineoperationen beim Unternehmen „Weserübung“. Am 11. August 1940 wurde Zenker 3. Admiralstabsoffizier im neu gebildeten Marinegruppenkommando Nord in Wilhelmshaven und Kiel unter Führung von Generaladmiral Rolf Carls, das durch Umbenennung aus dem Marinegruppenkommando Ost hervorgegangen war. Am 26. Oktober 1941 wurde Zenker Erster Offizier und am 11. August 1942 Kommandant des Zerstörers „Hans Lody“. Vom 11. März 1943 bis zum 19. Januar 1944 hielt er als Korvettenkapitän das Kommando über den Zerstörer „Z 28“, der das Schlachtschiff „Scharnhorst“ im März 1943 nach Norwegen begleitete.

Im Juli 1943 wurde sein Schiff durch Bombentreffer stark beschädigt und mußte zur Instandsetzung in eine Werft in Trondheim und ab August 1943 in eine Werft nach Deutschland beordert werden. Die Instandsetzung dauerte bis Anfang Januar 1944. Zenker diente von 20. Januar 1944 bis zum Kriegsende als Admiralstabsoffizier und Referent für Minenkriegführung in der Operations-Abteilung des Oberkommandos der Marine (OKM) im Lager Koralle in Bernau bei Berlin. Bei Kriegsende geriet Zenker in Schleswig-Holstein als Fregattenkapitän in britische Kriegsgefangenschaft. Nach einer kurzen Zeit im Kriegsgefangenlager Glücksburg leistete er Zwangsdienst im „Deutschen Minenräumdienst“ (unter anderem mit Heinz Assmann und Heinrich Gerlach) als Gruppenleiter bzw. Verbindungsoffizier in Glückstadt, Travemünde und Kiel eingesetzt. Nach der Entlassung aus der Gefangenschaft am 22. August 1946 war Zenker bis Juli 1951 als Angestellter und später Leiter der Abteilung Schiffinstandsetzung bei der Wasserstraßenverwaltung in Rheinland-Pfalz tätig und nebenbei von Juli 1950 bis Juli 1951 Binnenschifffahrtreferent des Ministeriums für Inneres und Wirtschaft Rheinland-Pfalz.

Im Frühjahr 1949 wurde Zenker von den VS-amerikanischen Besatzern in das „Naval Historical Team“ mit Sitz in Bremerhaven berufen, das die deutsche Marinegeschichte des Zweiten Weltkriegs aufarbeiten sollte, zugleich aber bereits an Leitlinien für eine neue Marine arbeitete. Im Juli 1951 wurde Zenker im „Amt Blank" Marine-Referent bzw. Kommissarischer Leiter der Marineabteilung. Die sowjetische Gefahr im Ostseeraum erkennend, schrieb Fregattenkapitän a. D. Zenker bereits im Jahre 1954:

„Ist auch die Ostsee ein Randmeer, so führt sie doch weit in den Raum eines möglichen Gegners hinein und bildet für ihn eine offene Flanke, an der er verletzlich bleibt.“

Im November 1955 entstand aus dem Amt Blank das Bundesministerium der Verteidigung, und Zenker wurde die kommissarische Leitung der Abteilung VII (Marine) übertragen, die er bis zum Dienstantritt Vizeadmiral Friedrich Ruges im März 1956 ausübte.

Ehrenerklärung für Raeder und Dönitz

Im Januar 1956 sprach der spätere Inspekteur der Marine Kapitän zur See Karl-Adolf Zenker von der über 200jährigen ungebrochenen Marinetradition von der Reichsflotte 1848 bis zur Deutschen Marine der Bundeswehr 1956 und über die uneingeschränkte Ehrenhaftigkeit von Erich Raeder und Karl Dönitz und sagte vor neuen Marineangehörigen:

„Jeder von uns alten Marineleuten, die unter der Führung der beiden Großadmirale Dienst getan haben, weiß, daß … kein Makel an der Person unserer ehemaligen Oberbefehlshaber ist. … Es hat sich für mich und alle meine Mitarbeiter in Bonn zuerst und ausschließlich die Frage erhoben, ob wir unsere Arbeit aufnehmen dürfen, solange unsere ehemaligen Oberbefehlshaber in Haft gehalten werden. Nur unter dem deutschen Gesichtspunkt der lebensnotwendigen Aufgabe der Verteidigung der gemeinsamen Freiheit kann man vertreten, daß wir uns über das Schicksal unserer alten Kameraden hinweggesetzt haben … In der Kenntnis des Charakters unserer alten Oberbefehlshaber, die immer die Pflichterfüllung und die Aufgabe vor die Person gestellt haben, war ich mir sicher, daß auch sie diese Haltung billigen würden. Ich habe die Freude gehabt, daß Großadmiral Raeder mir diese Einstellung nach seiner Freilassung bestätigt hat.“[2]

Familie

Zenker war ein Sohn des vormaligen Chefs der Reichsmarine, Admiral Hans Zenker, und seiner Frau Mathilde, geb. Thiele. Mathildes Vater war der Konteradmiral August Carl Thiele (1852–1912), ihr Bruder war der Eichenlaubträger der Kriegsmarine Vizeadmiral August Thiele. Zenker war mit Else, geb. Schultz verheiratet, aus der Ehe sind drei Kinder entsprossen.

Beförderungen (Bundeswehr)

  • 21. Dezember 1955 Kapitän zur See
  • 26. April 1957 Flottillenadmiral befördert
    • Juli 1960 bis August 1961 Kommandeur des Kommandos der Marineausbildung
  • 15. Oktober 1960 Konteradmiral
  • 29. Januar 1962 Vizeadmiral
    • September 1967 in den Ruhestand verabschiedet

Auszeichnungen (Auszug)

Verweise

Fußnoten

  1. Karl-Adolf Zenker, Munzinger Online/Personen – Internationales Biographisches Archiv
  2. „Leinen los“, Nr. 2, Bremen, Februar 1956, S. 228