Ullrich, Luise

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Luise Ullrich (1911–1985)
Luise Ullrich (1911–1985)

Luise Aloisia Elisa Ullrich (Lebensrune.png 31. Oktober 1910 in Wien; Todesrune.png 22. Januar 1985 in München) war eine deutsche Schauspielerin aus Österreich. Ihre Grabstelle befindet sich auf dem Friedhof Grünwald bei München.

Leben

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Jugend

Luise Ullrich wurde am 31. Oktober 1910 als Tochter eines Majors und einer Konzertgeigerin in Wien geboren. Schon mit 14 Jahren erhielt sie eine Schauspielausbildung an der dortigen Akademie für Musik und Darstellende Kunst. 1926 hatte sie am Wiener Volkstheater als Mariechen in Sudermanns „Heimat“ erstmals einen größeren Erfolg.

In Wien hatte Luise Ullrich sich schon einen Namen erspielt. In Berlin aber kam sie 1931 als eine völlig Unbekannte an. Nach einiger Zeit gelang es ihr auch, in Berlin Fuß zu fassen. Sie spielte unter der Regie von Karl Heinz Martin in der „Volksbühne“ in Georg Kaisers Schauspiel „Nebeneinander“. Die Kritiken waren sehr gut.

Sie hatte die Berliner Bühne erobert, und bald spielte sie neben Werner Krauß in Richard Billingers eigenartigem Bauernstück „Rauhnacht“. Dann machte sie einen Sprung ins Reich der Musik: Sie spielte in der Operette „Wiener Blut“ in der Staatlichen Oper mit Ernst Wittrisch und Vera Schwarz. Doch das war nur ein „Ausflug“, von dem sie bald in ihr eigentliches Wirkungsgebiet, die Sprechbühne, zurückkehrte. Eines Tages sah Luis Trenker sie im Theater in „Rauhnacht“. Er war gerade mit den Vorbereitungen zu seinem großen Film „Der Rebell“ beschäftigt. So eine wie diese Luise Ullrich brauchte er als Gegenspielerin, schoß es ihm durch den Kopf. Sie hatte erst einmal im zweiten Teil des Goethe-Films der UFA als Gretchen vor der Kamera gestanden. Trenker vertraute ihr die Rolle in „Der Rebell“ an, er sollte Recht behalten.

Drittes Reich

Sie etablierte sich mit ihrer ersten wirklichen Hauptrolle als Magd in „Regine“ (1934) als eine der großen weiblichen Stars im Stil der Zeit. Alle ihre Filme kamen beim Publikum gut an, auch „Ich liebe dich“ (1938) mit Viktor de Kowa, der im richtigen Leben sieben Jahre lang ihr Partner war, wurde ein Kassenschlager.[1]

1938 lehnte Luise Ullrich ein Hollywood-Angebot von MGM-Boß Louis B. Mayer ab und ging statt dessen auf Südamerikareise, wo sie den Grafen Wulf Dietrich zu Castell kennenlernte, den sie 1942 heiratete.

Ein großer Erfolg wurde „Annelie“ (1941), die Geschichte einer jungen Frau, die immer zu spät kommt; die Themen der Schnulze kreisen um Schicksal, Pflicht, Krieg und Tod und auf der Biennale in Venedig wurde die Ullrich als „Beste Schauspielerin“ mit dem „Volpi-Preis“ ausgezeichnet.

Nachkriegszeit

Nach 1945 spielte die vielseitige Künstlerin vorwiegend an Münchner Bühnen; im Film wechselte sie rechtzeitig vom zart-frischen Mädchentyp hin zu den Frauen- und Mütterrollen des Charakterfachs, so in Harald Brauns „Nachtwache“ (1949) als eine am Christentum zweifelnde Ärztin. Der Filmkritiker Gunter Groll schrieb damals

„Eine triumphale Wiederkehr nach langer Filmpause: Ihre darstellerischen Mittel scheinen gereifter und nuancierter, während sie sich gleichzeitig bewahrt hat, was sie von jeher auszeichnete – den Ton unmittelbarer Echtheit.“

Ende der fünfziger Jahre verwandelte die Ullrich sich in jene patente Frauen der Gegenwart, die auch mal einen jüngeren Mann lieben dürfen, wie in „Ein Student ging vorbei“ (1960), in der Fassbinder-Fernehserie „Acht Stunden sind kein Tag“ (1972) wirbelte sie als überdrehte Oma durch die Szene oder stand auch für Krimis der Reihe „Der Kommissar“ vor der Kamera. Letztmalig erlebte man die Schauspielerin 1984 in einer Episode der ARD–Reihe „Geschichten aus der Heimat“ auf dem Bildschirm. In der Realität widmete sich Luise Ullrich immer mehr ihren literarischen Ambitionen.

Bereits 1941 schrieb sie ein fesselndes kleines Buch über ihre Reisen durch Südamerika, das 1948 eine von ihr selbst illustrierte Neuauflage erlebte und 1976 unter dem Titel „Sehnsucht, wohin führst du mich?“ als Taschenbuch veröffentlicht wurde; 1954 erschien der Roman „Ricarda“, 1957 „Ferien im Zelt und Wohnwagen“. Außerdem schrieb sie einige Erzählungen, darunter die Novelle „Ein Augenblick ohne Theater“, die in den Sammelband „Die 56 besten Novellen der Welt“ aufgenommen wurde, und war auch zeitweilig für den „Münchner Merkur“ tätig. 1973 erschien ihr Memoirenband „Komm auf die Schaukel, Luise – Balance eines Lebens“, über eine Reise nach Australien berichtete sie 1983 in dem Buch „Unterwegs zu mir. Australische Impressionen“.

Bis zu dessen Tod im Jahre 1980 war die Schauspielerin mit Wulf Diether Graf zu Castell-Rüdenhausen verheiratet; aus der Verbindung stammen die beiden Töchter Gabriela (Lebensrune.png 1944) und Michaela (Lebensrune.png 1946).

Tod

Luise Ullrich erlag am 22. Januar 1985 im Alter von 73 Jahren in München ihrem Krebsleiden.

Auszeichnungen

Grab von Luise Ullrich
  • 1941: Coppa Volpi
  • 1963: Bambi für Verdienste um den deutschen Film
  • 1973: Bundesverdienstkreuz I. Klasse der Bundesrepublik Deutschland
  • 1979: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film

Filmographie

Grabstein von Luise Ulrich

Hörspielsprecher (Auswahl)

  • 1937: Seine Frau, die Sekretärin; Reichssender Berlin am 10. Dezember 1937[2]

Schriften

  • 1954: Ricarda
  • 1957: Ferien im Zelt und Wohnwagen
  • 1973: Komm auf die Schaukel, Luise – Balance eines Lebens
  • 1976: Sehnsucht, wohin führst du mich?
  • 1983: Unterwegs zu mir. Australische Impressionen

Verweise

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 4, 27. Januar 1935
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 49, 5. Dezember 1937