Tann-Rathsamhausen, Ludwig von der

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General Ludwig von der Tann-Rathsamhausen.jpg

Ludwig Samson Heinrich Arthur Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen (Lebensrune.png 18. Juni 1815 in Darmstadt; Todesrune.png 26. April 1881 in Meran) war ein deutscher Offizier der Bayerischen Armee, Freikorpsführer in Schleswig-Holstein und einer der bedeutendsten Heerführer bei der Abwehr des französischen Überfalls auf Deutschland 1870, zuletzt General der Infanterie und Kommandierender General des I. Königlich Bayerisches Armee-Korps.

Leben

Zu seinem Leben heißt es:[1]

„General der Infanterie Ludwig Frhr. von und zu der Tann-Rathsamhausen, geb. 18. Juni 1815 zu Darmstadt als Sohn des bayer. Kämmerers Frhr. von und zu der Tann-Rathsamhausen, trat 1833 als Junker in die Artillerie, wurde im gleichen Jahre Lt., 1840 Ober-Lt. im Generalstabe, 1844 Adjutant des Kronprinzen Maximilian, 1848 Major und Flügeladjutant des Königs Max II. In seiner Begeisterung für die Freiheit der Elbherzogtümer erbat er sich die Erlaubnis, als Freiwilliger den Krieg gegen Dänemark mitmachen zu dürfen und bildete dort ein Freikorps, welches bei Altenhof und Hoptrup tapfer focht und den Namen v. d. Tann zu einem in ganz Deutschland gefeierten machte. Im Reichskriege gegen Dänemark war er als Oberstlt. Generalstabschef der kombinierten bayer.-kurhess. Division unter Prinz Eduard von Sachsen-Altenburg und leitete deren Sturm auf die Düppeler Höhen. 1850 trat er nach erhaltener Entlassung aus bayer. Diensten in die schleswig-holsteinsche Armee als Generalstabschef des Generals v. Willisen über. Die Verhältnisse daselbst ließen den für Schleswig-Holstein unglücklichen Ausgang des Feldzuges voraussehen. Vom König abberufen, trat v. d. Tann wieder in sein früheres Dienstverhältnis zurück, stieg von 1851 bis 1861 zum GLt. und General-Adjutanten des Königs auf und wurde zuerst mit dem Generalkommando Augsburg, gleich darauf aber mit dem von München betraut. 1864 erlebte er als Augenzeuge die Genugthuung, daß sein schleswig-holsteinischer Traum sich verwirklichte. Während des Feldzuges 1866 war er Generalstabschef des Feldmarschalls Prinz Karl von Bayern. Gegenüber den Angriffen einer zügellosen Presse hielt König Ludwig II. an seinem Vertrauen zu v. d. Tann fest und mit ihm die ganze Armee. 1867 ernannte ihn der König zum Inhaber des 11. Inf.-Rgts., 1869 zum General d. Inf. und kommand. General des I. A.-Kps.
Wie v. d. Tann das in ihn gesetzte Vertrauen rechtfertigte, davon sprechen die Namen Wörth, Beaumont, Remilly, Bazeilles (Sedan) und die Kämpfe bei Orleans gegenüber der Gambettaschen Loire-Armee, wo das Tannsche Korps in 18 Schlachten und Gefechten mit einem Verluste von 1/3 der Mannschaft und der Hälfte der Offiziere 12 Geschütze, 1 Adler, 6 Fahnen im Sturme nahm und 5000 Gef. machte. Dem ruhmreichen Führer wurden von Kaiser, König und Vaterland die höchsten Auszeichnungen zu teil (Großkr. des Max-Josef und des bayer. Militär-Verdienst-Ordens, preuß. Orden Pour le Mérite und Eisernes Kreuz I. Kl.). Stadt und Universität München verliehen ihm das Ehrenbürger- und Ehrendoktor-Diplom; Fort 8 bei Straßburg erhielt seinen Namen. Dem 2. schles. Inf.-Rgt. Nr. 47 wurde er Chef. Das I. bayer. Korps führte v. d. Tann bis zu seinem Tode (26. April 1881 zu Meran).
Mit ihm schied einer der glänzendsten und gefeiertsten Heerführer aus der Armee; seinen hohen Zielen blieb er treu bis ans Ende.“

Wirken

Einführung in Leben und Werk:[2]

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Tod

Ab Herbst 1880 von Atembeschwerden und Rheuma geplagt, sollte Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen sich in milderem Klima aufhalten. Er begab sich deshalb am 20. April 1881 nach Südtirol und verstarb bereits am 26. April 1881 in Meran.

Tann wurde in einem Arkadengrab des Alten Nordfriedhofs in München beigesetzt.

Auszeichnungen und Ehrungen

Ehrungen

Literatur

  • Hugo von Helvig: Ludwig Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen, Berlin 1882
  • G. A. Eduard Zernin: Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen. Eine Lebenssizze, 1884
  • Ludwig Freiherr von und zu der Tann-Rathsamhausen, Excell., General der Infanterie, Kommandirender des k. Bayer. I. Armee-Corps. Ein Gedenkblatt, 1881

Fußnoten

  1. Deutschlands Heerführer (1640–1894) verewigt in den Namen der Regimenter und Bataillone des Deutschen Heeres in Wort und Bild dargestellt, 1895, S. 189f. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  2. Hanns von Zobeltitz: Dreissig Lebensbilder deutscher Männer aus neuerer Zeit, Velhagen & Klasing, 1892, S. 344ff. (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!