Thoma, Wilhelm von

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Wilhelm Ritter von Thoma salutiert Generalleutnant Bernard Montgomery nach seiner Gefangennahme, 4. November 1942. Montgomery war derart von Thoma angetan, daß er ihn während dessen Kriegsgefangenschaft mehrfach zum persönlichen Abendessen einlud.

Wilhelm Josef Ritter von Thoma (Lebensrune.png 11. September 1891 in Dachau, Oberbayern; Todesrune.png 30. April 1948 ebenda) war ein deutscher Offizier der bayerischen Armee, des Deutschen Heeres, der Reichswehr, der Legion Condor und der Wehrmacht, zuletzt General der Panzertruppe und herausragender deutsche Ritterkreuzträger zweier Weltkriege.

Leben

Ritter von Thoma (unten Mitte) im Kreise seiner Panzermänner der 2. Kompanie der Legion Condor
Walther von Brauchitsch und Wilhelm Ritter von Thoma ehren Kämpfer der Legion Condor
Von rechts: Generalleutnant Wilhelm Ritter von Thoma (Führer des DAK), Generalmajor Theodor von Sponeck (Kommandeur der 90. leichte Afrika-Division) und Oberst Fritz Bayerlein (Chef des Stabes des Deutschen Afrikakorps).

Erster Weltkrieg

Der Sohn des königlich bayerischen Forstbeamten Eduard Thoma (Todesrune.png 21. November 1899 in Dachau) und seiner Gattin Sabine, geb. Klein (Todesrune.png 4. Mai 1921 in München) kämpfte im Ersten Weltkrieg in den Vogesen, Lothringen, vor Nancy und Épinal, an der Somme und bei Péronne. Er nahm zudem auch an der bekannten Schlacht von Cambrai – der ersten großen Panzerschlacht der Geschichte – teil. Während des Krieges wurde er mehrfach verwundet. Er erhielt am 5. Juni 1916 das Ritterkreuz des Militär-Max-Joseph-Orden, womit die Verleihung des persönlichen Adels mit dem Titel „Ritter von“ einherging. Am 18. April 1918 wurde er zum Oberleutnant befördert. Kurz vor Kriegsende kam er in VS-amerikanische Kriegsgefangenschaft. Seine Entlassung erfolgte im September 1919.

Legion Condor

Im Spanischen Bürgerkrieg war Ritter von Thoma Kommandeur der Panzertruppen (bis zu drei Kompanien mit dem Tarnnamen „Gruppe Drohne“) der Legion Condor. Gruppe „Imker“ waren die deutschen Ausbilder der Spanier, während Gruppe „Drohne“ die Panzertruppen der Legion darstellten.

Zweiter Weltkrieg

General der Panzertruppe Ritter von Thoma geriet im Zweiten Weltkrieg als Kommandierender General des Deutschen Afrika Korps und vertretungsweise Kommandeur der deutsch-italienischen Panzerarmee „Afrika“ („Die Italiener sind gute Arbeiter, aber sie sind keine gute Kämpfer.“) am letzten Tag der zweiten Schlacht von El Alamein, dem 4. November 1942, in Afrika in britische Kriegsgefangenschaft und wurde im Kriegsgefangenenlager Trent Park einquartiert (seit 17. Juni 1944 war er hier der deutsche Lagerälteste).

Als Kurt Meyer, Kommandeur der 12. SS-Panzer-Division „Hitler-Jugend“, nach seiner Gefangennahme (→ Die Gefangennahme Kurt Meyers 1944) in Trent Park ankam, vermerkte er, daß von Thoma von den englischen Offizieren sehr geachtet wurde. 1945/46 wurde ihm in Wilton Park ein Bein amputiert und in Cardiff ein künstliches Bein (Prothese) angepaßt. Am 25. November 1947 wurde er repatriiert.

Spanienkreuz in Gold mit Schwertern und Brillanten

Lexikon der Wehrmacht

Wilhelm Thoma trat am 23. September 1912 als Fahnenjunker in die Königlich Bayerische Armee ein. Der Sohn eines Verwalters kam dabei zum 3. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Karl von Bayern" . Am 2. August 1914 wurde er in diesem zum Leutnant befördert. Sein Patent wurde dabei auf den 1. August 1914 datiert. Mit dem 3. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Karl von Bayern" zog er dann bei Beginn des 1. Weltkrieges an die Westfront. Zuerst wurde er als selbständiger Offizier-Sperrposten am Dagsburg-Paß eingesetzt. Ende September 1914 wurde er erstmals verwundet. Am 28. September 1914 übernahm er die 3. Kompanie seines Regiments als Führer. Am 2. Oktober 1914 wurde er erneut verwundet. Am 24. Januar 1915 wurde er dann zum Regimentsadjutant vom 3. Königlich Bayerisches Infanterie-Regiment "Prinz Karl von Bayern" ernannt. Er errang sehr bald die beiden Eisernen Kreuze. Am 12. Oktober 1915 wurde er erneut verwundet, kehrte aber am 17. Dezember 1915 wieder in seine alte Funktion zum Regiment zurück. Er wurde dann am 5. Juli 1916 als Regimentsadjutant seines Regiments mit dem bayerischen Militär-Max-Joseph-Orden ausgezeichnet. Damit war der persönliche Adelsstand verbunden. Am 14. Dezember 1916 wurde sein Patent als Leutnant auf den 30. Oktober 1912 vordatiert. Ende 1917 wurde der bereits mehrmals verwundete Wilhelm Ritter von Thoma dann am 14. Dezember 1917 zum Oberleutnant befördert. Das Rangdienstalter wurde später auf den 18. April 1917 festgelegt. Ab Anfang Mai 1918 wurde er dann als Führer der 3. MG-Kompanie eingesetzt. Am 14. Mai 1918 wurde er gar mit der Führung des I. Bataillons beauftragt. Kurz vor Kriegsende geriet er Ende Juli 1918 in französische Gefangenschaft. Im Herbst 1919 wurde er aus dieser wieder entlassen. Danach wurde er dann als Oberleutnant in das Reichsheer übernommen. Dabei kam er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 zum Reichswehr-Schützen-Regiment 42. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann als Kompanieoffizier zum 19. (Bayer.) Infanterie-Regiment. Bei diesem wurde er ab dem 15. Mai 1921 als Führer der 6. Kompanie eingesetzt. Am 1. Juli 1922 wurde er als Adjutant in die 7. (Bayer.) Kraftfahr-Abteilung versetzt. Dort wurde er dann später bei der 2. Kompanie in Würzburg eingesetzt. Am 1. Februar 1925 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann auch zum Chef der 2. Kompanie der 7. (Bayer.) Kraftfahr-Abteilung in Würzburg ernannt. Diese Position übte er dann die nächsten 5 Jahre aus, bevor er am 1. Oktober 1929 zum Stab vom Gruppenkommando 2 in Kassel versetzt wurde. Nach etwas mehr als einem Jahr wurde er am 1. Februar 1931 zum Führer vom Kraftfahr-Personal der 7. (Bayer.) Sanitäts-Abteilung ernannt. Er wurde aber gleichzeitig auch zum Stab der 7. Division der Reichswehr nach München kommandiert. 1933 wurde er dann auch in den Stab der 7. Division der Reichswehr nach München versetzt. Dort wurde er am 1. April 1934 zum Major befördert. Im Sommer 1934 wurde er dann zum Kraftfahrlehrkommando Ohrdruf versetzt. Am 1. Oktober 1934 wurde er bei der Erweiterung der Reichswehr zur Wehrmacht zum Kommandeur der II. Abteilung vom Kraftfahrlehrkommando Ohrdruf ernannt. Dadurch wurde er dann bei der Enttarnung der Verbände am 15. Oktober 1935 zum Kommandeur der II. Abteilung vom Panzer-Regiment 4 ernannt. Am 1. August 1936 wurde er zum Oberstleutnant befördert. 1936 gab er sein Kommando ab und kam zur Legion Condor nach Spanien. Dort führte er die Panzer-Abteilung im spanischen Bürgerkrieg. Für seine Leistungen in dieser Funktion wurden ihm die Medalla de la Campaña de España und das Spanienkreuz in Gold mit Schwertern und Brillanten verliehen. Ihm wurde dann auch das Panzertruppenabzeichen der Legion Condor verliehen, als einziger erhielt er dieses in Gold. Am 1. April 1938 wurde er zum Oberst befördert. Im Juni 1938 wurde er dann dem General der Panzertruppen z. V. gestellt. Am 1. August 1939 wurde er nach seiner Rückkehr aus Spanien zum Kommandeur vom Panzer-Regiment 3 in Wien ernannt. Dieses führte er dann zu Beginn des 2. Weltkrieges im Polenfeldzug in den Kampf. Dabei wurden ihm bereits beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Anfang 1940 wurde er dann in das Oberkommando des Heeres (OKH) nach Berlin versetzt. Dort wurde er zum General der Schnellen Truppen ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1940 zum Generalmajor befördert. Vom 21. Juli 1941 bis zum 19. September 1941 wurde er dann mit der Führung der 17. Panzer-Division beauftragt. Am 24. Juli 1941 übernahm er die Führung. Danach wurde er dann in die Führerreserve versetzt. Mitte Oktober 1941 wurde er dann zum Kommandeur der 20. Panzer-Division ernannt. Am 31. Dezember 1941 wurde ihm für seine Führungsleistungen beim Aufbau und Halten eines neuen Abwehrriegels an der Rusa das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Im Frühjahr 1942 wechselte er dann wieder in das OKH nach Berlin. Dort wurde er jetzt zum General der schnellen Truppen ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1942 zum Generalleutnant befördert. Am 1. September 1942 wurde er dann mit der Führung vom Deutsches Afrika-Korps (DAK) beauftragt. Er traf bei diesem dann etwa 2 Wochen später ein. Am 24. Oktober 1942 übernahm er stellvertretend für zwei Tage die Führung der Deutsch-Italienische Panzerarmee. Am 1. November 1942 wurde er zum General der Panzertruppen befördert. Als solcher wurde er jetzt zum Kommandierenden General vom Deutsches Afrika-Korps ernannt. Am 4. November 1942 geriet er bei Tel el Mampsra in britische Gefangenschaft. In der Gefangenschaft wurde ihm auch ein Bein amputiert. Ende 1947 wurde er aus dieser wieder entlassen. Am 15. März 1948 hat er Maria-Elisabeth Gräfin von Kielmannsegg geheiratet. Nur wenige Wochen später ist er in seiner Heimatstadt verstorben. Nach anderen Angaben starb er in Starnberg.[1]

Nachkriegszeit

Nach dem Krieg lebte von Thoma in seiner Heimatstadt Dachau.

Tod

Kurz vor seinem Tod durch Herzinfarkt im April 1948 heiratete Wilhelm Ritter von Thoma Maria-Elisabeth Gräfin von Kielmansegg. Der Grabstein des verdienten Generals der Panzertruppe a. D. auf dem Stadtfriedhof Dachau wurde 2002 entfernt.

Familie

Am 15. März 1948 heiratete Wilhelm Ritter von Thoma Marie Elisabeth Charlotte Gabriele Davide Thekla Margaretha Jeanette Gräfin von Kielmansegg (1918–1967), die Witwe des Amtsgerichtsrates und Rittmeisters Hermann Caspar Friedrich Heinrich Otto Christian von Buchwaldt auf Schierensee (Lebensrune.png 11. Oktober 1910 in Berlin), der am 31. Januar 1943 an der Ostfront gefallen war (das Paar hatte ein Kind). Nach dem Tode Ritter von Thomas heiratete die zweifache Witwe ein drittes und letztes Mal: Generalleutnant a. D. Gerd von Massow.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Erster Weltkrieg

Drittes Reich

Siehe auch

Fußnoten

  1. Ritter von Thoma, Wilhelm Josef, Lexikon der Wehrmacht
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn, Berlin, S. 140
  3. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945. Band 4. Württemberg II – Deutsches Reich, Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde, München 2001, ISBN 3-00-00-1396-2, S. 2092
  4. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis, Jena 2007, S. 743, ISBN 978-3-938845-17-2