Stennes, Walther

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Walther Stennes (1895-1989)

Walther Stennes (Lebensrune.png 12. April 1895 in Fürstenberg, Westfalen; Todesrune.png 18. Mai 1989) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee sowie des Deutschen Heeres, Politiker und nationalsozialistischer Führer der Sturmabteilung (SA).

Leben

Kaiserreich und Erster Weltkrieg

Walther Stennes stammet aus einer alten westfälischer Familie. Er erhielt seine Erziehung zum Berufsoffizier auf den Kadettenanstalten Flensburg und Lichterfelde und nahm dann von 1914 bis 1918 als Leutnant des Infanterie-Regiments „Freiherr von Sparr“ (3. Westfälisches) Nr. 16 am Ersten Weltkrieg teil. Während des Krieges wurde er mehrfach ausgezeichnet: Im Mai 1915 wurde er mit dem Eisernen Kreuz I. Klasse und im Juni 1917 mit dem Ritterkreuz des Hauses Hohenzollern ausgezeichnet. 1918 erhielt er das Lippische Kriegsverdienstkreuz, das Hanseatenkreuz und das Verwundetenabzeichen in Silber.

Freikorps, Weimarer Republik und SA-Führer

Nach der Demobilisierung stellte er am 1. Januar 1919 die Freiwillige Kompanie „Stennes“ auf, daraus wurde das Freikorps Hacketau (Westfalen). Mit den 500 Mann der „Hacketau“ half er mit, den Spartakismus niederzukämpfen. Daraufhin kam er zur preußischen Schutzpolizei, die ihn als Führer der 8. Hundertschaft zur besonderen Verwendung (z. b. V.) einstellte. Während des Kapp-Aufstandes im März 1920 versah die Hundertschaft z. b. V. gemeinsam mit Soldaten der Marine-Brigade „Ehrhardt“ Wachdienst in Charlottenburg, wobei sie das Abzeichen des vaterländischen „Bundes nationalgesinnter Soldaten“ trug. Stennes wurde am 12. Juni 1920 zum Polizeihauptmann befördert. Von hier führte der Weg dann Stennes weiter zur Schwarzen Reichswehr und neben dieser zur NSDAP, d. h. zur SA, wo er in raschem Aufstieg zum „OSAF-Ost“ (Oberster SA-Führer und somit regionaler Oberbefehlshaber Ostdeutschlands) aufrückte. Er war der Stellverter von Franz von Pfeffer, Oberster SA-Führer 1926–1930.

In dem Streit um die Vorrangstellung zwischen der SA und der PO (Politische Organisation) geriet Stennes genau wie der frühere Oberste SA-Führer von Pfeffer und Männer wie Otto Straßer in Gegensatz zum Kurs von Adolf Hitler. Schon im September kam es zu einem scharfen Konflikt mit dem Gauleiter von Berlin, der jedoch noch einmal beigelegt wurde. Die Abgabe seines Führerpostens in der SA und die Übernahme des braunschweigischen Innenministeriums lehnte Stennes ab.

Stennes-Revolte bzw. -Putsch

Der endgültige Bruch erfolgte im April 1931, als Hitler Stennes in die SA-Führung nach München versetzen wollte. Stennes besetzte daraufhin die Gauleitung und die Redaktion der Gauzeitung „Der Angriff“. Stennes forderte die sofortige Regierungsübernahme durch einen Staatsstreich, während Hitler auf legale Weise gewählt werden wollte. Der sogenannte „Stennesputsch“ wurde unter Einsatz der ordentlichen Polizei niedergeschlagen. Stennes und seine radikalen Anhänger wurden daraufhin aus der SA und der NSDAP ausgeschlossen.

In den folgenden Monaten versuchte Stennes, mit dem zusammen ein Teil des höheren Führerkorps aus der SA ausgetreten war, eine „Nationalsozialistische Kampfbewegung Deutschlands“ (NSKD) ins Leben zu rufen, die jedoch im Volk wenig Beachtung fand.

Politischer Rivale der NSDAP

Politisch kämpfte Stennes in der Folgezeit bis 1933 gegen die NSDAP. So bot er noch Ende 1932 dem damaligen Reichskanzler Kurt von Schleicher an, ihm seine Organisation in einem erneuten Wahlkampf zur Auseinandersetzung mit der NSDAP zur Verfügung zu stellen.

Nach dem Wahlsieg der NSDAP 1933 wurde Stennes als Verräter von der SS verhaftet. Hermann Göring verlangte jedoch die Übergabe an die preußische Staatspolizei, damit er unter anderem einen Bericht über den Putsch im Jahre 1931 und die Rolle, die Joseph Goebbels dabei gespielt hatte, abfassen sollte.

Abschiebung

Auf Verwenden alter Kameraden und infolge einer Eingabe an von Hindenburg wurde Stennes dann kurz vor dem 30. Juni 1934 (Röhm-Revolte) unter Billigung Görings über die holländische Grenze abgeschoben.

China

Von Holland aus gelangte Stennes nach China, wo er lange Jahre als Instrukteur und Kommandeur der Leibwache des Marschalls Chiang Kai-shek tätig war. Er soll im Januar 1939 Kontakt zur sowjetischen Botschaft in Shanghai aufgenommen haben und sich als Sowjet-Spion anwerben lassen und den Termin des deutschen Präventivschlags gegen die Sowjetunion verraten haben. Zu seinen Quellen gehörte auch der Korrespondent der „Frankfurter Zeitung“ in Tokio, Richard Sorge. Der sowjet-bolschewistische Geheimdienst stellte erst 1952 die Zusammenarbeit mit Stennes ein.[1]

Im Jahre 1940 trat Stennes als Deutscher mehr in den Hintergrund, war aber weiter an der Organisation des chinesischen Widerstandes gegen die Japaner beteiligt. Gegen Ende des Krieges wurde er in Shanghai verhaftet und entging nur knapp dem Tode. Nach dem Krieg verlangten die VS-Amerikaner kurzzeitig seine Auslieferung, nachdem er sich geweigert haben soll, ehemalige Nationalsozialisten in Shanghai zu denunzieren. Chiang Kai-shek bewahrte ihn vor diesem Schicksal, indem er ihn zu einem Mitglied der chinesischen Militärkommission ernannte.

Nachkriegszeit

Erst im Jahre 1949, kurz vor dem Einmarsch der Kommunisten in Shanghai, verließ Stennes China um dann im Juli über Formosa und Italien nach Rest-Deutschland heimzukehren. Nach seiner Rückkehr in die BRD im Jahr 1949 versuchte Stennes sich in der niedersächsischen Landespolitik, wo er für die Landtagswahlen im Mai 1951 die Organisation der Deutschen Sozialen Partei des Landwirtschaftsministers Günther Gereke übernahm. Danach erklärte er, sich nicht mehr politisch zu betätigen, sondern einem bürgerlichen Beruf nachzugehen. Seither war er nicht mehr ins Licht der Öffentlichkeit getreten. In seinen späteren Jahren lebte er in Brügge, einem Stadtteil von Lüdenscheid.

Familie

1930 heiratete Stennes in Berlin seine Verlobte Hildegard Borkenhagen, aus der Ehe ist eine Tochter entsprossen.

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

  • Das Infanterie-Regiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16 im Weltkriege 1914/1918 (mit Oberstleutnant (später Generalmajor) Werner Freiherr Rinck von Baldenstein, Curt Souchay und Karl von Einem), Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1927
  • Westfalen ist mehr als nur ein Regendach, in: Rainer Schepper (Hrsg.): „Westfalen unter sich über sich“, Frankfurt 1978

Fußnoten

  1. vgl.: spiegel.de Vorsicht! Umerziehungsliteratur im antideutschen Sinne!