Einem, Karl von

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Generaloberst von Einem

Karl Wilhelm Georg August Gottfried von Einem genannt von Rothmaler (Lebensrune.png 1. Januar 1853 in Herzberg am Harz; Todesrune.png 7. April 1934 in Mülheim an der Ruhr) war ein deutscher Offizier der Preußischen sowie Kaiserlichen Armee, zuletzt Generaloberst im Ersten Weltkrieg sowie von 1903 bis 1909 Königlich Preußischer Kriegsminister.

Werdegang

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Kurzer Lebenslauf aus dem Jahre 1911

Karl von Einem wurde im Königreich Hannover als Sohn des königlich hannoverschen Rittmeisters George August von Einem (1822–1858) und dessen Frau Julie von Hedemann (1831–1883) geboren. Er war der ältere Bruder von Ernst von Einem. Er besuchte Gymnasien in Celle und Hildesheim und war Kadett in Bensberg, später auf der Kadettenanstalt in Berlin.

Von Einem trat am 3. August 1870 als Fähnrich in das 2. Hannoversche Ulanen-Regiment Nr. 14 ein, mit dem er 1870/71 am Deutsch-Französischen Krieg teilnahm. Bereits während des Krieges wurde er am 12. Dezember 1870 zum Sekondeleutnant befördert und mit dem Eisernen Kreuz II. Klasse ausgezeichnet. Von 1873 bis 1876 war er Regimentsadjutant in Verden an der Aller.

Auf seine Veranlassung hin wurde ab 1907 in Preußen eine Felduniform eingeführt, die mit Feldgrau statt Preußischblau zur Umstellung auf Tarn- als Uniformfarben Rechnung trug. Gleichfalls fällt in seine Amtszeit die Einführung des MG 08 als erstes Standardmaschinengewehr.

Sein Königlich-Preußisches VII. Armeekorps führte er zu Beginn des Ersten Weltkriegs unter anderem in der Belagerung von Lüttich. Nach der Marneschlacht löste er den erkrankten Generaloberst Max von Hausen als Oberbefehlshaber der 3. Armee ab. In dieser Position leitete er dann unter anderem die Abwehrkämpfe in der Champagne und 1918 den deutschen Angriff östlich von Reims. Am 11. November 1918 erfuhr er die Waffenstillstandsbedingungen. Er schrieb darüber:

„Damit war Deutschland verloren, seine Armee dahin und unser aller Leben zerbrochen.“

Da danach innerhalb der darauffolgenden 17 Tage die linksrheinischen Gebiete sowie die rechtsrheinischen Garnisonen Mainz, Koblenz und Köln durch französische Truppen besetzt wurden, blieb ihm als letzte Aufgabe, die ihm unterstellte Heeresgruppe „Deutscher Kronprinz“ auf das rechte Rheinufer zurückzuführen. Nach dem Kriege engagierte er sich im Bund der Aufrechten, dessen Ziel die Wiederherstellung der Monarchie war und wurde später dessen Vorsitzender.

Stellungen und Beförderungen

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Generaloberst Karl von Einem - 1916.jpg
  • 1870 Offizierspatent und Beförderung zum Sekondeleutnant
  • 1873 Regimentsadjutant in Verden (bis 1876)
  • 1876 Adjutant der 8. Kavallerie-Brigade in Erfurt (bis 1880)
  • 1893 Kommandeur des Kürassier-Regiments „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4 in Münster (bis 1895).
  • 1896 Chef des Generalstabs des VII. Armee-Korps
  • 1897 Beförderung zum Oberst
  • 1898 Abteilungschef im Kriegsministerium
  • 1900 Direktor des Allgemeinen Kriegsdepartements.
  • 1903 Beförderung zum Generalleutnant
  • 1903 Ernennung zum Kriegsminister (im Amt bis 1909)
  • 1907 Beförderung zum General der Kavallerie. Stellung à la suite des Kürassier-Regiments „von Driesen“ (Westfälisches) Nr. 4
  • 1909 Ernennung zum Kommandierenden General des VII. Armee-Korps
  • 1914 Oberbefehlshaber der 3. Armee
  • 1915 Beförderung zum Generaloberst
  • 1918 Ernennung zum Chef des Infanterie-Regiments „Freiherr von Sparr“ (3. Westfälisches) Nr. 16

Familie

Seine Frau Marie Amalie Auguste (Lebensrune.png 1. November 1858 in Glogau oder in Erfurt; Todesrune.png 13. Januar 1928 Münster/Westfalen), Tochter des späteren Generals der Infanterie Louis von Rothmaler (1814–1884) und dessen zweiter Ehefrau Charlotte von Ladiges (1824–1876),[1] lernte er in Erfurt kennen. Das Paar heiratete dort am 26. September 1877. Da diese Familie im Mannesstamm erlosch, erhielt von Einem die Erlaubnis, den Zunamen von Rothmaler zu führen. Sie hatten drei Söhne, unter anderem den Sohn Günther von Einem.

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Ehrungen

  • In seiner Geburtsstadt Herzberg am Harz erinnert die Von-Einem-Straße an ihn.
  • Auch in Münster, der Stadt, die für ihn Heimat wurde.
  • Die Stadt Essen hatte sich dazu entschlossen, sich von den Straßennamen Von-Seeckt- und Von-Einem-Straße zu trennen und sie in Irmgard- bzw. Ortrudstraße umzubenennen. Anwohner und Bürger protestierten jedoch gegen den Umbenennungsbeschluß und stimmten im Bürgerbegehren am 3. Februar 2013 mit fast 80 % für die Beibehaltung der bisherigen Straßennamen.
  • In Berlin war die Einemstraße nach ihm benannt. Am 17. Dezember 2013 wurden im Bereich Schöneberg (südlicher Teil bis zur Kurfürstenstraße) die neuen Straßenschilder enthüllt; der nördliche Teil in Tiergarten behielt den Namen. Der im Bezirk Tempelhof-Schöneberg liegende Teil in Karl-Heinrich-Ulrichs-Straße umbenannt. Gruppen wie der Orden der Patrioten protestierten dagegen. Auch der Berliner Schriftsteller Christian Schwochert sprach sich in einigen Artikeln gegen die Umbenennung aus und ließ aus Protest dagegen in seinem Kaiserfront-Extra Buch "Kampf um Afrika-Siegeszug nach Kapstadt" den deutschen Kaiser Karl von Einem zum König von Ägypten ernennen, wobei erwähnt wurde, daß von Einem es verdient hat, wenn Straßen nach ihm benannt sind.
  • In Verden trug der „Anita-Augspurg-Platz“ von 1933 bis 1990 den Namen „Von-Einem-Platz“. Einem hatte 1873/76 als Leutnant am damaligen „Paradeplatz“ gewohnt. Die Ehrung von Einems als Namenspatron für den Platz wurde nach einer sehr emotionalen Debatte im Stadtrat 1990 mit knapper Mehrheit wieder entzogen.

Werke

  • * Das Infanterie-Regiment Freiherr von Sparr (3. Westfälisches) Nr. 16 im Weltkriege 1914/1918 (mit Oberstleutnant (später Generalmajor) Werner Freiherr Rinck von Baldenstein, Walther Stennes und Curt Souchay), Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1927
  • 300 Jahre Armee der Freiheit, Berlin (Brunnen-Verlag) 1931
  • Erinnerungen eines Soldaten 1853–1933, Leipzig (F.W. Koehler) 1933. (Autobiographie)
  • Aufruf! in: „Der Aufrechte(monarchistische Zeitschrift der Weimarer Zeit) Heft Nr. 12/1933 (Juni 1933): Leitartikel (Seite 89 [=Titelseite] f.)

Verweise

Fußnoten

  1. Kurt von Priesdorff: Soldatisches Führertum. Band 8. Hanseatische Verlagsanstalt Hamburg, o. J., S. 88.