Angriff der Alliierten auf Goirle 1944

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Der Alte Bahndamm westlich von Goirle

Der Angriff der Alliierten auf Goirle, insbesondere auf die dortigen Truppen der Wehrmacht, fand vom 6. bis 27. Oktober 1944 statt. Goirle liegt südlich von Tilburg in den heutigen Niederlanden.

Die damaligen Vorgänge

Die Einwohner Goirles waren während dieser drei Wochen ständigem Beschuß ausgesetzt. Wie viele Bürger dabei starben, ist nicht bekannt geworden. Ebenso wurden im Herbst 1944 während alliierter Angriffe auf deutsche Militärposten östlich der Maas viele Zivilisten der angrenzenden Dörfer durch die Einschläge getötet. Auch bei dem von angloamerikanischer Seite unternommenen Luft-Boden-Angriff „Market Garden“ hatten die Einwohner Arnheims und Nimwegens viel zu ertragen. In Elst, zwischen Nimwegen und Arnheim, wurden von alliierten Soldaten Plünderungen privater Wohnhäuser vorgenommen, die in den Kriegswirren von ihren Eigentümern verlassen worden waren. Die Angriffe der Alliierten dienten aus ihrer Sicht der Befreiung der Niederlande.

Wieviele Einwohner Goirle im Oktober 1944 überhaupt hatte ist, schwer feststellbar, waren doch viele Flüchtlinge im Ort. So die Familie Kilsdonk aus Alphen, einem südwestlich von Goirle gelegenen Dorf,[1] deren Bauernhof in September unter alliierten Beschuß gekommen und danach in Schutt und Asche gelegt worden war. Sie wohnten seitdem auf dem Bauernhof der Großeltern Kilsdonk in der Sankt-Jakobs-Bahn in Goirle. Daß sie nicht nach Süden gezogen waren um vorübergehend ins befreite Belgien zu gehen und bei der Familie im von reichsdeutschen Truppen besetzten Gebiet geblieben sind unterstreicht, daß sich die meisten Niederländer damals nicht so schnell in den Süden absetzten, wie es in den niederländischen Geschichtsbüchern behauptet wird.

Die Truppensituation

Die in Goirle einquartierten Wehrmachtssoldaten waren aus unterschiedlichen Einheiten zusammengezogen und örtlichen operativen Kampfgruppen zugeteilt worden. Obendrein gilt die Annahme, daß deutsches Führungspersonal stark ausgedünnt worden war. Die neue Lage wurde diszipliniert bewältigt, so war man in der Lage, dem anrückenden Feind während dieser Zeit Widerstand zu leisten. Diesen Gruppen wurden, so ist aus dem Vorgang Karl-Heinz Rosch zu schließen, Schüler aus Sachsen zugeführt. So kamen Karl-Heinz aus Dresden und sein Kampfgefährte Rudi Meinel wahrscheinlich aus dem sächsischen Vogtland. Sie waren damals etwa 17 Jahre alt. Im Verlauf der Kampfhandlungen wurden sie erschossen. Trotzdem fertigten ihre Kameraden danach diszipliniert eine genaue Skizze ihrer vorläufigen Gräber für ihre Angehörigen an. Dies kennzeichnet die vorherige intensive sechswöchige militärische Grundausbildung und auch die Erziehung der bereits zuvor durchlaufenen Hitlerjugend.

Die Bahnlinie von Mönchengladbach nach Endhofen war im September 1944 wegen der Kriegshandlungen ab Venlo für den Truppentransport von deutscher Seite gesperrt. Die Boxteler Bahn war ab Gennep gesperrt. Als Ausweichlinien dienten die Bahnlinien von Emmerich am Rhein nach Arnheim und von Hannover nach Hengelo.

Spurensuche zum Angriff der Alliierten

Angeblich sollen sich die Alliierten Goirle aus südlicher Richtung, von Hilvarenbach, Neukirch (Brabant) und dem belgischen Ort Poppel aus, angenähert haben. Merkwürdig erscheint dabei das Aufstellen eines Geschützes auf dem Bauernhof der Familie Kilsdonk an der Westseite des Ortes. Auch der Tod von Karl-Heinz Rosch am ersten Tag des Beschusses war ungewöhnlich, während andere Wehrmachtsangehörige an der Straße von Poppel nach Goirle erst viele Tage später getötet wurden. Anzunehmen ist, daß der alliierte Gegner den Ort bereits teilweise umgangen hatte und so unbemerkt aus dem Westen kam. Topographische Karten der Nachkriegszeit zeigen, wie man aus Riel kommend immer noch auf den Alten Bahndamm von Tilburg nach Goirle stößt. Auf Niederländisch wird dieser mittlerweile zu einem vorwiegend von Fahrradfahrern benutzten Feldweg umgewandelte Damm Oude Spoorbaan genannt. Dieser führt nach Goirle in das zu Beginn des 21. Jahrhunderts gebaute Viertel De Hellen. Der dortige Teil des Bahndamms heißt kurz Spoorbaan. Der südlich des Alten Bahndamms gelegene Feldweg heißt bezeichnenderweise in Hochdeutsch Der Laufgraben. Vom Alten Bahndamm hätten eventuelle alliierte Angreifer freie Sicht in nördlicher Richtung bis auf die von dort ungefähr 800 Meter entfernten Bauernhöfe Kilsdonk und Vermeer.

Aufgrund des vorhandenen Materials lassen sich keine weiteren Einzelvorgänge des Kampfes um Goirle rekapitulieren. Insgesamt starben 70 reichsdeutsche Wehrmachtsangehörige, von denen 18 nicht identifiziert werden konnten. Gustav Höllerich aus Hof erfuhr erst im Oktober 1951, daß sein Bruder gefallen sei. Freunde seines Bruders hatten von Augenzeugen gehört, daß Heinrich Höller mit 22 Jahren am 8. Oktober 1944 in der Nähe von Goirle getötet und am 11. Oktober in der Nähe des Wohnhauses eines Försters begraben worden war. Auf seinem Grab war ein hölzernes Kreuz angebracht worden, auf dem geschrieben war: Heinrich Höllerich, gef. 8. Oktober 1944 Sanitätsunteroffizier. Seitens des Bürgermeisters von Ginnekens wurde diese Mitteilung bestätigt.[2] Das Einmannfeldgrab eines Soldaten namens Arthur Petrusch, gefallen am 7. Oktober 1944, wurde erst im Jahr 1968 auf einem Gut am Weg nach Poppel gefunden.

Alle Soldaten wurden in den Nachkriegsjahren nach Ysselsteyn, auf den dortigen großen Deutschen Soldatenfriedhof umgebettet.

Totenlisten

Liste der Gefallenen auf reichsdeutscher Seite

Liste der ums Leben gekommenen Einwohner

Bildergalerie

Kartenverzeichnis

  • ANWB/VVV Topografische Fietskaart „Noord-Brabant midden“, ISBN 90-18-02122-9

Verweise

Fußnoten

  1. Bitte beachte: Es handelt sich hier um Alphen (Brabant). Der am Fluß Alter Rhein befindliche Ort Alphen in der Provinz Südholland wird als Alphen am Rhein (ndl: Alphen aan den Rijn) bezeichnet.
  2. So der Bericht auf der Seite des Regionalen Archives Tilburg, im zweiten Abschnitt.