Deinert, Ursula

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In dem „Berliner Künstlertheater“ zeigte man 1940 in einem Scherzspiel nach dem Italienischen Drehbuchautor Cesare Meano unter der Gastregie des Burgtheaterregisseurs Herbert Waniek Ursula Deinert als eine angebliche Tochter der Kleopatra im Königreich Schamanien

Ursula Deinert (geb. 17. Oktober 1910 in Berlin; gest. 21. Dezember 1988 in Ost-Berlin) war eine deutsche Tänzerin, Schauspielerin und Ballettpädagogin.

Leben

Sie wurde in Berlin geboren und hatte wie viele Kinder Lust am Tanzen. An ihrem sechsten Geburtstag waren mehrere Kinder eingeladen. Als die Mutter die Kleinen einen Augenblick allein gelassen hatte und wieder das Zimmer betrat, bietet sich ihr ein belustigendes Bild: Kaffee und Kuchenteller sind abgeräumt, und auf der Tischplatte tanzt Ursula den andern etwas vor. — Bald kam sie mit ihrer Schwester zusammen zu einem Ballettmeister in die Lehre. Was erst nur Spielerei und eine Beschäftigung war, die man viele Kinder eben so ausüben läßt, entwickelte sich langsam bei ihr zu ernster Arbeit; denn ihre überdurchschnittliche Begabung auf diesem Gebiet führte dazu, den Tanz als Beruf für die kleine Ursula zu wählen. —

Nun kam die Zeit ernsten, strengen Studiums, nach dessen Beendigung Ursula Deinert als Solotänzerin an das Essener Stadttheater verpflichtet wurde. Ein Gastspiel führte sie eines Tages nach Berlin ans Deutsche Opernhaus und an das Metropol-Theater. Hier sah Hans H. Zerlett sie im „Ball der Nationen“ tanzen, und durch ihn kam sie zum Film. In Moral, „Diener lassen bitten“ und „Du bist mein Glück“ spielte sie ihre ersten kleineren Rollen.Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 15, 14. April 1939

Doch sie war sich selbst gegenüber kritisch genug und besaß zuviel künstlerischen Ehrgeiz, um sich hiermit zu begnügen. Sie war unzufrieden mit ihren eigenen Leistungen und sagte sich: daß sich etwas Rechtes nicht so leicht erzielen läßt; schließlich ist sie ja als Tänzerin ausgebildet und nicht als Schauspielerin, und so einfach darf und kann man es sich nicht machen. Daher entschloß sie sich, richtigen Schauspielunterricht zu nehmen und sich beim Film zunächst auf rein tänzerische Mitwirkung zu beschränken. Der Lohn für diese Selbstzucht blieb nicht aus: Als sie ihr Studium vollendet hatte und nun eine erste große Rolle im Film übernahm, die der Tänzerin in dem KriminalfilmMordsache Holm“, wurde es ein schöner darstellerischer Erfolg. Auch in Kurzfilmen wirkte sie mit, so z. B. in „Andere Länder, andere Sitten“ und „Das Menuett von Boccherini“, der ihr besondere Anerkennung brachte.[1]

Wenn es in Spielfilmen galt, der Handlung durch Tänze charakteristische Lichter aufzusetzen, hatte man gerne Ursula Deinert mit dieser Aufgabe betraut.

In den 1940er Jahren folgten noch die Filme „Jud Süss“ (1940), „Bal paré“ (1940), „Die Rothschilds“ (1940) und „Stukas“, danach zog sie sich vom Filmgeschäft zurück.

Nach dem Zweiten Weltkrieg stand die ehemalige Solotänzerin des Deutschen Opernhauses Berlin vor dem Berliner Entnazifizierungsausschuß unter dem Vorwurf ‚Nutznießerin des Naziregimes gewesen zu sein‘.

Nach Anhören von Entlastungszeugen wurde der Vorwurf nicht aufrechterhalten. Der Antrag auf Wiederzulassung wurde genehmigt.[2]

Filmographie

Fußnoten