Zerlett, Hans Heinz

Aus Metapedia
(Weitergeleitet von Hans H. Zerlett)
Wechseln zu: Navigation, Suche
Hans H. Zerlett (Aufnahme: 1936)
Der Produktionsleiter Helmut Schreiber (rechts) mit dem Regisseur und Drehbuchautor Hans H. Zerlett (links)

Hans Heinz Zerlett (Lebensrune.png 17. Oktober 1892 in Wiesbaden; Todesrune.png 6. Juli 1949 im Speziallager Nr. 2 Buchenwald) war ein deutscher Drehbuchautor und Regisseur.

Leben

Hans H. Zerlett war der Sohn eines Musikdirektors und ein Bruder des Drehbuchautors Walter Zerlett-Olfenius. Er brach das Gymnasium vorzeitig ab und „brannte durch“ (Zerlett), um als Schauspieler Karriere zu machen.

Hans H. Zerlett war zunächst als Theaterschauspieler an diversen Provinzbühnen tätig und meldete sich schließlich 1915 im Ersten Weltkrieg als Kriegsfreiwilliger. Er wurde aber wegen einer Erkrankung vorzeitig aus dem Militärdienst entlassen.

Er kam als künstlerischer Leiter einer Gastspiel-Tournee des Kriegsstücks „Der Hias“ zu erster Bekanntheit. Vielbeschäftigt war Zerlett zu diesem Zeitpunkt ohnehin schon: Eine Repertoire-Liste von 1916 nannte bereits 254 gespielte Rollen. 1917 wurde Zerlett Spielleiter am Berliner Friedrichstadt-Theater.

Nach dem Krieg wechselte er allmählich von der Darstellung über eine Tätigkeit als Dramaturg in das Fach des Autors und schrieb Revuen, Schlagertexte und fürs Kabarett.

Der Einstieg ins Filmgeschäft gelang Zerlett 1927 mit dem Drehbuch zu der Komödie „Höhere Töchter“. Er wurde Chefdramaturg der Hom-Filmgesellschaft, wo er sich auf leichte Unterhaltungsstoffe spezialisierte – mit Ausnahme des Films „Vererbte Triebe“, der die Sterilisierung „erblich belasteter“ Verbrecher propagiert. Während des Dritten Reiches war er Regisseur von 25 Filmen.

Mit dem Karl Valentin/Liesl Karlstadt-Kurzfilm „Im Schallplattenladen“ gab Zerlett 1934 sein Debüt als Filmregisseur. Im gleichen Jahr inszenierte er seinen ersten Langfilm, die Komödie „Da stimmt was nicht“ mit Adele Sandrock und Viktor de Kowa – der Beginn einer erfolgreichen Regiekarriere. Der Kritik galt Zerlett, der die Drehbücher zu seinen Filmen stets selbst verfaßte, als handwerklich versierter Regisseur publikumsträchtiger Unterhaltungsware.

Zerletts größte Erfolge waren 1936 das Mediziner-Drama „Arzt aus Leidenschaft“, 1938 der Revuefilm „Es leuchten die Sterne“ (mit La Jana), der Musikfilm „Robert und Bertram“ und der gegen die Entartete Kunst gerichtete Film „Venus vor Gericht“ (1941).

Ende der 1930er Jahre pflegte Hans Zerlett freundschaftliche Kontakte zu prominenten Sportlern wie Gustav Jaenecke, Gottfried von Cramm, Rudolf Caracciola, Max Schmeling, dem Schauspieler Hans Albers und dem Sänger Michael Bohnen, mit denen er sich regelmäßig zu einem Berliner Stammtisch in der „Roxy-Sportbar“ in der Joachimstaler Straße traf.

Kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ließ sich der UFA-Regisseur in Bad Saarow bei Berlin nieder und kaufte dort die Villa seines Freundes Max Schmeling[1]. Mit Schmeling und dessen Frau Anny Ondra hatte er 1935 den Spielfilm „Knockout – Ein junges Mädchen, ein junger Mann“ gedreht. 1936 war Zerlett auch Regisseur des KulturfilmsMax Schmelings Sieg – Ein deutscher Sieg“.

Ab 1942 drehte Zerlett, der seit 1937 Produktionschef der Tobis Filmkunst war, nur noch Unterhaltungsfilme – abermals mit großem Erfolg.

Am 23. Januar 1946 wurde er durch den sowjetischen Geheimdienst in Bad Saarow aufgespürt und in ein sowjet-bolschewistisches KZ deportiert. Er starb 1949 an Tuberkulose im Konzentrationslager Buchenwald, welches von den Kommunisten geführt wurde. Im Rahmen eines posthumen Entnazifizierungsverfahrens wurde er 1950 als „nicht belastet“ eingestuft.

Filmographie

Drehbuch
Regie
Dialogregie
Darsteller
Künstlerische Oberleitung

Theatrographie (Auswahl)

  • 1921: Meine Frau, das Fräulein
  • 1922: Das Liebesverbot
  • 1922: Die erste Nacht
  • 1924: Meine Braut ... Deine Braut
  • 1924: Das Radiomädel
  • 1924: Der Skandal mit Molly
  • 1926: Die leichte Isabell
  • 1926: Die tanzenden Fräuleins
  • 1927: Pit Pit

Fußnoten

  1. vgl. Flammen vernichten Schmeling-Villa. In: Berliner Zeitung, 15. August 2001, Lokales