Deutsche Nationaltracht

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Der Patriot und Burschenschafter Hoffmann von Fallersleben 1819 in Altdeutscher Tracht

Deutsche Nationaltracht (auch: Alt- oder Alldeutsche Tracht) nannte man einen ca. 1790 aufgekommenen Kleiderstil der „edlen Zurückhaltung“, der sich dann während der Befreiungskriege rasch als Ausdruck deutschen Nationalgefühls und deutscher Sehnsucht nach Freiheit im Widerstand gegen die Tyrannei Napoleons entwickelte und als Symbol des Widerstandes gegen den Einfluß der „Franzosenzeit“ galt.

Inhaltsverzeichnis

Name und Optik

Bezeichnung

Der Wanderer über dem Nebelmeer von Caspar David Friedrich; „Die Figur trägt einen Gehrock, es handelt sich dabei um die altdeutsche Tracht, die Anfang des 19. Jahrhundert von deutschen Patrioten getragen wurde, als Zeichen des Widerstands gegen Napoleon.“ (Jeanne Desto, 2010)

Die „Tracht“, ein Gewand aus feinstem Tuch, war unter verschiedenen Bezeichnungen bekannt:

  • Altdeutsche Tracht • Waffenrock
  • Altteutsche Tracht • Feierkleid
  • Nationaltracht • Landwehrkleidung
  • Teutsche Nationaltracht • Volkstracht
  • Teutsche National-Frauentracht • National-Kostüm
  • Deutsche Nationaltracht • Turnertracht

Aussehen

Die neue Mode baute auf den Elementen des herrschenden Kleidungsstiles auf und ergänzte sie durch Reminiszenzen an das 15. und 16. Jahrhundert (Wams, Halshemd, Barett, geschlitzte Ärmel, schwarzer Samt), das Zeitalter der Reformation und Martin Luthers, das als typisch deutsch empfunden wurde.

Zu den hinzugefügten Elementen gehörten geschlitzte und gepuffte Ärmel sowie für die Damen Halskrausen. Wichtigstes Kleidungsstück bei den Herren war ein langer, eng anliegender (Geh-)Rock, der vielfach mit weit geöffnetem Kragen getragen wurde. Dazu kamen weit geschnittenen Hosen und oft ein großes, samtenes Barett.

Vorherrschende Farbe war Schwarz, die Farbe der Uniformen vieler Freikorps während der Befreiungskriege, insbesondere die der „Schwarzen Jäger“.

Geschichte

Karl Ludwig Sand in Deutscher Nationaltracht

Die Kleidung fand bei Frauen und Männern verschiedener Gesellschaftsschichten großen Anklang. Diese neue vaterländische Mode setzte sich gegen den noch vorherrschenden imperialen Stil der Französischen Revolution durch, der als „französische Modetorheit“ bezeichnet wurde.

„Es kann dem Auge eines echtdenkenden Mannes nicht entgehen, wie auffallend sich mehrere junge Herren dieser Universität zur Schande der biedern deutschen Nation nach dem Muster des letzten Auswurfs der französischen schlechtesten Menschenklasse im Anzuge, sittlichem Betragen, Gebärden und im öffentlichen Anstande signalisieren.“ — Albert Graf von Sztarray, römisch-deutscher Offizier der Reichsarmee im Jahre 1800 in Heidelberg

Burschenschaft

Nach Gründung der Urburschenschaft in Jena im Jahre 1815 wurde sie zum Erkennungszeichen der Mitglieder von studentischen Burschenschaften, die sich für ein vereinigtes Deutschland gegen die Kleinstaaterei des Deutschen Bundes einsetzten.

Bedeutung

Die Nationaltracht galt als Bestandteil des „Arndt-Jahnschen Deutschtums“, dazu kamen eine romantische Vorliebe für das Mittelalter, etwas längere Haare und die bewußte Vermeidung von Fremdwörtern und Ausländerei. Sie wurde fester Bestandteil historisierender Kostümfeste und fand ihren Niederschlag in der zeitgenössischen Portrait- und Historienmalerei.

Kunst

Caspar David Friedrich war einer der vielen Künstler seiner Zeit, der mit Vorliebe Persönlichkeiten in der Altdeutschen Tracht malte. Prominentester Träger dieser Mode war der bayerische Kronprinz Ludwig, der spätere König Ludwig I.

Verbot

1819 wurde die Tracht der Alldeutschen mit den Karlsbader Beschlüssen und der Demagogenverfolgung als „provokativ und aufrührerisch“ verboten.

Siehe auch

Verweise

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