Dirlewanger, Oskar

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SS-Oberführer Dr. rer. pol. Dirlewanger

Oskar Paul Dirlewanger (Lebensrune.png 26. September 1895 in Würzburg; Todesrune.png vermutlich zwischen dem 5. und 7. Juni[1] 1945 in Altshausen, Württemberg) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Armee, der Freikorps, der SA, der Wehrmacht und der Waffen-SS, zuletzt SS-Oberführer der Reserve und Ritterkreuzträger des Zweiten Weltkrieges. Er führte die nach ihm benannte SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“.

Dirlewanger als Freikorpskämpfer

Leben

Ritterkreuzträger Dr. Dirlewanger

Jugend

Dirlewanger stammte aus einer Kaufmannsfamilie und legte 1913 sein Abitur ab.

Erster Weltkrieg

Er trat am 1. Oktober 1913 als Einjährig-Freiwilliger in die Maschinengewehr-Kompanie des Grenadier-Regiments 123 ein und nahm mit dieser Einheit beim Ersten Weltkrieg 1914 am Einmarsch in Belgien und Frankreich teil. Nach mehreren Verwundungen wurde er als zu 40 Prozent kriegsbeschädigt eingestuft.

Trotz seiner Behinderung meldete er sich als Leutnant an die Front zurück und übernahm dort eine Sturm- bzw. MG-Kompanie. Dirlewanger erhielt als junger Offizier beide Klassen des Eisernen Kreuzes. Zuletzt an der Ostfront eingesetzt, zog sich die 2. MG-Kompanie des Infanterie-Regiments 121 bei Kriegsende unter Dirlewangers Führung über Rumänien nach Deutschland zurück.

Zwischenkriegszeit

Freikorps

Nach Teilnahme am Ersten Weltkrieg war Oskar Dirlewanger bis 1921 mit verschiedenen Freikorps (Freikorps „Epp“, Freiwilligen-Abteilung „Haas“, Freikorps „Sprösser“ und Freikorps „Holz“ 1921 in Oberschlesien beim dritten polnischen Versuch, sich das deutsche Gebiet anzueignen) in Württemberg, im Ruhrgebiet, in Sachsen, Thüringen und gegen die Räterepublik in München unterwegs, um den kommunistischen Terror niederzuschlagen, und zuletzt im Juni 1921 in dem vor seiner Teilung zwischen Deutschland und Polen heftig umkämpften Oberschlesien eingesetzt.

Der Panzerzug IV „Dirlewanger“ (bestehend aus Studenten, den er im Rahmen der württembergischen „Verkehrswehr“ aufgestellt hatte) war u. a. maßgeblich an der Befreiung von Sangershausen beteiligt.

Studium und Anklage

1922 promovierte der Staatswissenschaftler an der Universität Frankfurt am Main zum Dr. rer. pol. und trat der NSDAP (NSDAP-Nr. 1.098.716) bei. 1934 wurde er unter dem Vorwurf, eine Minderjährige verführt zu haben, zu zwei Jahren Haft verurteilt und verlor alle militärischen Auszeichnungen, seinen Doktortitel und seine Stellung im öffentlichen Dienst. 1940 wurde ein neues Verfahren angestrengt und das ursprüngliche Urteil aufgehoben. Voraussetzung war, daß Dirlewanger sich im Kampf bewährt.

Legion Condor

Ab 1936 nahm Dirlewanger zunächst als spanischer Fremdenlegionär und dann als Angehöriger der Legion Condor drei Jahre lang am Spanischen Bürgerkrieg teil, wofür er mit dem Spanienkreuz ausgezeichnet wurde.[2]

Zweiter Weltkrieg

Bandenbekämpfung

1939 meldete er sich als Freiwilliger zur Waffen-SS (SS-Nr. 357.267) und bildete aus verurteilten Wilderern und anderen Vorbestraften eine „Spezialeinheit für besondere Aufgaben“, die sich zur SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“ erweiterte. Die Truppe wurde überwiegend zur Bekämpfung kriegsrechtswidriger Partisanenaktionen eingesetzt und ging u. a. massiv gegen Heckenschützen vor.

36. Waffen-Grenadier-Division der SS

Am 14. Februar 1945 erfolgte der Befehl, die Brigade zur 36. Waffen-Grenadier-Division der SS auszubauen. Am 15. Februar 1945 wurde Kommandeur Dirlewanger bei einem Gegenstoß zum 12. Mal als Soldat verwundet, so daß er den beabsichtigten Befehl über die Division nie übernehmen konnte. Ab dem 16. Februar übernahm SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS und Polizei Fritz Schmedes.

Dirlewanger als Kriegsgefangener

SS-Gerichtsverfahren

Obwohl dieser Bruch des Kriegsrechts von seiten der Bolschewisten begonnen und im Laufe des Krieges ausgeweitet worden war, mußte sich Dirlewanger 1942 als Kommandant in einem Verfahren der SS verantworten, welches allerdings nicht abgeschlossen wurde.

Tod

Nach Kriegsende schlug sich Dirlewanger nach Westen durch, wo er sich zur Behandlung seines nicht ausgeheilten Brustschusses vom Februar in einem Reserve-Lazarett bzw. in einem Krankenhaus befand. Hier geriet er am 1. Juni in französische Kriegsgefangenschaft, wurde von polnischen Hilfswilligen auf Befehl der Franzosen mit Gewalt in das Gefängnis des Ortes (Ortsarrest) verschleppt und soll von polnischen Wärtern mehrere Tage gefoltert und erschlagen (mehrfacher Schädelbruch) worden sein.

Er starb vermutlich – je nach Quelle – in der Nacht zum 5. oder 6. Juni 1945. Die Sterbeurkunde wurde am 7. Juni 1945 ausgestellt. Das Sterberegister der Gemeinde Altshausen nennt den 19. Juni 1945 als Datum der raschen und formlosen Bestattung Dirlewangers.

„Von ihren verlustreichen Kämpfen zeugen noch heute etliche Soldaten-Friedhöfe in der Umgebung Gubens. In dem etwa zehn Kilometer entfernten Dorf Horno – das zwischen 1990 und 2006 erneut umkämpft war – diesmal, weil der Braunkohlekonzern Laubag (Vattenfall), den sorbischen Ort mit Großbaggern platt machen wollte – findet sich auf der Kriegsgräberstätte ein Kreuz mit der Aufschrift ‚Soldat Dirlewanger, gest. am 22.4.45‘ [...] Der Ortsarrest befand sich bereits in französischer Hand, die Wachmannschaft bestand aus Polen. ‚In der Nacht vom 4.6. auf den 5.6.45 wurde Dirlewanger…dreimal aus der Zelle geholt‘ – und von den Wachen tot geschlagen. Im Protokoll heißt es wenig später, er sei ‚eines natürlichen Todes‘ gestorben [...] Die Leiche von Dirlewanger wurde 1960 exhuminiert und identifiziert. Desungeachtet behauptet Ales Adamowitsch in seinem Buch ‚Henkersknechte‘ noch 1982: ‚Schon in unseren Tagen wurden die sterblichen Reste des Oskar Paul Dirlewanger, der in Lateinamerika friedlich verstorben war, sorgsam in die BRD übergeführt und in Würzburger Erde bestattet‘. [...] Beim Soldatengrab in Horno kann man nur vermuten, daß seine Truppe ihrem verwundeten Führer damit einen letzten Dienst erweisen wollte, indem sie einfach einen unbekannten Soldaten unter dem Namen Dirlewanger bestattete – um ihm das Untertauchen ins Nachkriegs-Zivilleben zu erleichtern. Der Kriegsforscher Paul Grünitz hält eine solche ‚Verschleierung‘ für durchaus möglich. Als ehemaliger Landser und Partisanenbekämpfer (in Finnland) weiß er aus eigener Erfahrung, wie leicht dies mit den Erkennungsmarken und Soldbüchern der Soldaten möglich war. Die in und um Guben herumliegenden Leichen ließ damals die Rote Armee beseitigen, wobei sie auf die ortsansässige Bevölkerung zurückgriff: ‚Das war fast so wie heute – eine erste Form von ABM: für die Bestattungsarbeit bekamen wir was zu essen‘, erinnert sich ein alter sorbischer Bauer.“taz, 14. Juni 2008

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Beförderungen

Siehe auch

Literatur

Fußnoten

  1. Todesrune.png wahrscheinlich 5. Juni 1945, nach dem Protokoll der Obduktion vom 24. Oktober 1960 am 7. Juni, spätestens aber am 19. Juni in Altshausen
  2. Das Spanienkreuz wurde am 14. April 1939 per Verordnung von Adolf Hitler gestiftet und war für Soldaten der deutschen Wehrmacht bestimmt, die im Spanischen Bürgerkrieg auf seiten der Falangisten General Francos in der Legion Condor gedient hatten. Die Eingangsworte der Verordnung lauteten: Zum sichtbaren Ausdruck meiner Anerkennung und meines Dankes für die Verdienste deutscher Freiwilliger an der Niederwerfung des Bolschewismus im spanischen Freiheitskampfe stifte ich das Spanien-Kreuz in 3 Klassen.
  3. Korrekte Verleihungsdaten sind nach Biblio-Ritterkreuzträger Infanterie, Band 4 (1998) 1914 und 1916, manche Quellen im Weltnetz geben 5. Mai 1915 für II. Klasse und 13. Juli 1918 für I. Klasse an.