General-Quartiermeister

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Der spätere Erster General-Quartiermeister Erich Ludendorff mit seinem Vorgesetzen Paul von Hindenburg (sitzend), der spätere Chef der Dritten Obersten Heeresleitung während der Schlacht bei Tannenberg. Gemälde von Professor Hugo Vogel

Der General-Quartiermeister (auch: Generalquartiermeister; abgekürzt Gen.Qu.) war früher ein höherer Offizier, der mit den Anordnungen zur Unterbringung der Truppen betraut war. Nach der Bildung der Generalquartiermeisterstäbe diente er als Chef seines jeweiligen Stabes, und nachdem diese Stäbe in vielen Armeen zum Generalstab erweitert worden waren, neben dem Chef des Generalstabs als Offizier mit besonderen Obliegenheiten. In den meisten Heeren gab es die Dienststelle bzw. Dienststellung des Generalquartiermeisters nur während eines Feldzuges.

Mit der Weiterentwicklung der Stäbe wurde in Deutschland in den Führungsstäben ab Armee und Heeresgruppe der Stellvertreter des Chefs des Stabes für operative Aufgaben als Generalquartiermeister bezeichnet.

Preußen und Deutsches Kaiserreich

Während der Befreiungskriege waren Gerhard von Scharnhorst (Erster General-Quartiermeister) und August Wilhelm Anton Graf Neithardt von Gneisenau (Zweiter General-Quartiermeister) in dieser Dienststellung bei der Preußischen Armee erfolgreich. Schon seit 1809 war Josef Wenzel Radetzky von Radetz General-Quartiermeister der kaiserlich-königlichen Armee und 1813 u. a. bei Völkerschlacht bei Leipzig Chef des General-Quartiermeisterstabes unter dem alliierten Oberbefehlshaber Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg. Während des Sommerfeldzugs von 1815 war Generalmajor Karl Wilhelm Georg von Grolman Gen.Qu. unter dem Generalstabschef (bzw. Erster Generalquartiermeister) von Gneisenau und dem Oberbefehlshaber Feldmarschall von Blücher.

Während des Deutschen Krieges war Theophil von Podbielski Generalquartiermeister der Armee und erhielt für seine Tätigkeit den Orden Pour le Mérite. Nach dem Friedensschluß kam er zurück in das Kriegsdepartement, wurde 1867 Generalleutnant und erwarb sich bei der Neuorganisation des Heeres im Norddeutschen Bund große Verdienste. Gleichzeitig nahm er an der Arbeit des Bundesrats und im Reichstag teil. Während des Deutsch-Französischen Krieges wurde von Podbielski erneut zum Generalquartiermeister der Armee ernannt.

Für die Friedenszeit war in Preußen von 1881 bis 1888 ein Generalquartiermeister bestellt worden, um als Stellvertreter den Chef des Generalstabs, Generalfeldmarschall Helmuth von Moltke, zu entlasten. Mit dem Rücktritt von Moltkes fiel diese Stelle wieder fort. Dafür wurden die Stellen von drei Oberquartiermeistern, seit 1894 deren vier, geschaffen, von denen seit 1896 der Rangälteste zum Generalquartiermeister ernannt wurde.

Der Generalquartiermeister war meist ein General der Infanterie oder ein General der Kavallerie und gehörte wie die Oberquartiermeister dem Generalstab der Armee an. Er fungierte gleichzeitig als Chef der Landesaufnahme.

Erster Weltkrieg

Eine besondere Dienststellung im Ersten Weltkrieg war die des Ersten Generalquartiermeisters. Sie wurde 1916 eigens für den General der Infanterie Ludendorff geschaffen, um diesen faktisch gleichberechtigt neben den Chef des Generalstabs, Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg, zu stellen. Beide Offiziere bildeten von 1916 bis 1918 gemeinsam die dritte Oberste Heeresleitung im Kaiserlichen Großen Hauptquartier und waren während dieser Zeit für die Kriegsführung verantwortlich. Da es sich hier um eine Prestige-Dienststellung handelte, verrichtete beim Kaiserlichen Heer der General-Quartiermeister II die eigentliche Aufgabe als Generalquartiermeister, deshalb fiel z. B. bei schriftlichen Verordnungen das „zweiter“ oder „II“ weg.

Erster General-Quartiermeister (I)

  • Erich Ludendorff ab dem 29. August 1916
  • Wilhelm Heye
    • Als Erich Ludendorff am 26. Oktober 1918 als Generalquartiermeister entlassen wurde, übernahm Oberst Heye trotz seines vergleichsweise niedrigen Dienstgrades vorübergehend dessen Aufgaben, bis Ludendorffs Nachfolger Groener sein Amt antreten konnte.
  • Wilhelm Groener
    • Nach der Entlassung Ludendorffs am 26. Oktober 1918 wurde Groener als neuer Erster Generalquartiermeister faktisch der Chef der OHL. Er leitete den Rückmarsch und die Demobilisierung der deutschen Truppen von der Westfront in die Heimatstandorte.

(Zweiter) General-Quartiermeister (II)

  • Generalleutnant Adolf Wild von Hohenborn
    • Ab 3. November 1914 fungierte von Hohenborn dann kurzzeitig als Chef des Generalstabs der 8. Armee. Von diesem Posten wurde er nach sieben Tagen abberufen, zur Verfügung des Chefs des Generalstabs des Feldheeres gestellt und am 27. November zum Generalquartiermeister (noch ohne den Zusatz „II“ oder „zweiter“) ernannt. Anschließend wurde er ab dem 21. Januar 1915 Kriegsminister.
  • Generalleutnant Hugo von Freytag-Loringhoven ab Januar 2015 (noch ohne den Zusatz „II“ oder „zweiter“, statt dessen nach der Einsetzung Ludendorffs „Stellvertreter“) bis 15. September 1916 („Allerhöchste Kabinettsorder“ vom 12. September 1916)
  • Generalleutnant Viktor Hahndorff
    • ab Oktober 1916 stellvertretender General-Quartiermeister, ab dem 16. November 1916 General-Quartiermeister mit Zusatz „II“ oder „zweiter“

Wehrmacht

Im Generalstab des Heeres der Wehrmacht wurde mit der Mobilmachung im August 1939 die Stelle des Generalquartiermeisters wieder geschaffen, der direkt dem Chef des Generalstabs des Heeres unterstellt war. Er unterhielt Außenstellen auf den Kriegsschauplätzen und kommunizierte mit den Oberquartiermeistern der Armeen und Heeresgruppen.

Heer

Generalquartiermeister des Heeres waren:

Luftwaffe

Generalquartiermeister der Luftwaffe waren:

Literatur

  • H. A. Eckert/Chr. Weiß: Kaiserthum Oesterreich – General Quartiermeister, Staabs-Offizier & Adjutant eines Generals