Moltke, Helmuth Johannes Ludwig von

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Helmuth Johannes Ludwig von Moltke.jpg

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, genannt Moltke der Jüngere (Lebensrune.png 25. Mai 1848 in Gersdorf (Rittergut Gersdorf); Todesrune.png 18. Juni 1916 in Berlin) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee und des Kaiserlichen Heeres, zuletzt Generaloberst (seit dem 27. Januar 1914) und Chef des Großen Generalstabes im Ersten Weltkrieg.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Helmuth Johannes Ludwig von Moltke, genannt Moltke der Jüngere.jpg
Helmuth Johannes Ludwig von Moltke’ Grab
Berlin, Invalidenfriedhof

Abstammung

Von Moltkes Vater war der dänische Administrator und Preußische Landrat Bernhard Adolf Erdmann Georg von Moltke (1804–1871), seine Mutter war Adolfine Doris Auguste, geb. von Krohn, sein Onkel der Generalfeldmarschall Helmuth Karl Bernhard von Moltke und seine Geschwister Wilhelm Joseph Bernhard Friedrich Adolf Graf von Moltke (1845–1905) und der preußische Staats- und Innenminister Friedrich Ludwig Elisa von Moltke (1852–1927).

Höchste militärische Herausforderungen

Von 1902 bis 1904 war von Moltke Kommandeur der 1. Division des Garde-Korps. Von 1904 bis 1906 war er Generalquartiermeister im Großen Generalstab und von 1906 (seit dem 16. Oktober 1906 General der Infanterie) bis zum 14. September 1914 als Nachfolger des Grafen von Schlieffen Chef des Generalstabes der Armee.

Er änderte den von Schlieffen aufgestellten Aufmarschplan gegen Frankreich, indem er zur Abwehr einer französischen Offensive gegen Süddeutschland zwei Armeen in Elsaß-Lothringen aufstellte. Die dadurch bewirkte Kräfteverschiebung und Schwächung des rechten Heeresflügels (von 1:7 auf 1:3) bedeutete die faktische Aufgabe des Planes.

Die Mißachtung der Quintessenz des Schlieffen-Planes („Macht mir den rechten Flügel stark“), die Schlieffen immer wieder angemahnt und die sich zu einem geflügelten Wort entwickelt hatte, führte im Ersten Weltkrieg zusammen mit dem Fehlen einer straffen Leitung der Operationen durch von Moltke den Verlust der Marneschlacht 1914 herbei. Das Scheitern dieser Gelegenheit zu einem frühen durchschlagenden Erfolg kann als ein Debakel angesehen werden, das zum Ausgang des Krieges erheblich und zu dem sich anschließenden Zweiten Dreißigjährigen Krieg gegen Deutschland beitrug.

Im August 1914 enthob er Generaloberst Maximilian von Prittwitz und Gaffron seines Oberbefehls über die 8. Armee (von Prittwitz und Gaffronin hatten im einem Telefonat mit Generaloberst Helmuth Johannes Ludwig von Moltke daran gezweifelt, die Weichsel halten zu können), die dann durch Paul von Hindenburg übernommen und später in die Tannenbergschlacht geführt wurde.

Moltke wurde am 14. September 1914 durch Erich von Falkenhayn im Amt des Chefs der Obersten Heeresleitung ersetzt (ab November wurde Generalleutnant Adolf Wild von Hohenborn Generalquartiermeister), 1915/16 war er Chef des Stellvertretenden Generalstabes in Berlin.

Beförderungen und Dienststellen

Tod

Generaloberst zur Disposition Helmuth Johannes Ludwig von Moltke starb 1916 während des Staatsaktes für Generalfeldmarschall Colmar von der Goltz an einem Schlaganfall und wurde auf dem Invalidenfriedhof in Berlin beigesetzt.

Familie

Von Moltke heiratete am 1. August 1878 seine Verlobte Eliza Gräfin von Moltke-Huitfeldt (1859–1932). Aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen:

  • Wilhelm von Moltke (1881–1949)
  • Astrid von Moltke (1882–1961)
  • Elsa von Moltke (1885–1964)
  • Adam von Moltke (1887–1963)

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Veröffentlichung

  • Eliza von Moltke: Erinnerungen, Briefe, Dokumente, 1877–1916, ein Bild vom Kriegsausbruch, erster Kriegsführung und Persönlichkeit des ersten militärischen Führers des Krieges (1922) (PDF-Datei) [Moltkes Erinnerungen, herausgegeben von seiner Witwe]
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