Feldjäger

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Uniform eines Kettenhundes der Waffen-SS. Hier u. a. mit Ringkragen, Blutorden und zwei Ärmelstreifen.

Die Feldjäger sind einerseits eine historische Truppengattung deutscher Armeen und gleichzeitig auch eine aktuelle Truppengattung der Bundeswehr. In letzterem Sinne sind sie seit 1955 mit der Funktion der Militärpolizei und des Personenschutzes (einschließlich Präzisionsschützen) in der Bundeswehr betraut.

Begriff

Der Begriff „Feldjäger“ hatte ursprünglich nichts mit militärischen Polizeiaufgaben zu tun, sondern bezeichnete zunächst die ab 1631 zuerst in Landgrafschaft Hessen-Kassel, später auch in anderen Territorien aufgestellte Jägertruppe (so auch in Preußen und in Kurhannover). Diese meist aus erfahrenen Forstleuten und Jägern rekrutierten Verbände Leichter Infanterie operierten in der Regel selbständig und außerhalb der regulären Schlachtordnung, häufig als Kundschafter, Spähtrupp, Kuriere, Plänkler,[1] und Scharfschützen. Sie waren mit ihren überlegenen, gezogenen Büchsen, aus Privatbesitz, ausgerüstet. Der früheste militärkundliche Beitrag zum PartisanenkriegAbhandlung über den kleinen Krieg (Kassel 1785) – stammt vom hessischen Feldjägerhauptmann Johann von Ewald und verarbeitet dessen Erfahrungen aus dem amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

Im Freiheitskampf gegen die Invasoren Napoleons waren die Guerilla-Taktiken der Feldjäger Vorbild für die Freikorps und Totenkopfhusaren.

In der Zeit nach den Napoleonischen Kriegen bis zum Ende des Dritten Reiches war die Bezeichnung „Feldgendarmerie“ für die Ordnungs- bzw. Polizeiverbände im Militärdienst üblich. Bei der Bundeswehr wählte man wieder den ursprünglichen Begriff „Feldjäger“ für die Militärpolizei.

Reitendes Feldjäger-Korps

Offizier (Oberjäger) des Reitenden Feldjäger-Korps

Das Reitende Feldjäger-Korps (nicht zu verwechseln mit den Jägern zu Pferde) war ein Kavallerie-Verband mit besonderen Aufgaben in der preußischen Armee. Es bestand von 1740 an aus gelernten Jägern und später vor allem auch aus Forstakademikern. Bereits am 6. Februar 1741 verlieh Friedrich II. dem Reitenden Feldjägercorps für besondere Verdienste den Gardestern. Seit 1798 hatten sämtliche Mitglieder Offiziersrang. Ab 1808 wurde das Korps fest dem Garde-Korps (1. Garde-Division) zugeteilt. 1918/19 wurde es nach der Demobilisierung nach dem Ersten Weltkrieg aufgelöst.

Seine Aufgabe als Stabskavallerie waren Erkundungs- und Kurierdienste, im 19. Jahrhundert ausschließlich letztere. In der unmittelbaren Nähe des Königs befanden sich stets mehrere Feldjäger, die seine Briefe und sonstigen Nachrichten entgegennahmen und sofort zu befördern hatten. Der Kurierdienst umfaßte ebenso die Bewältigung des diplomatischen Schriftverkehrs vom Auswärtigen Amt, speziell der chiffrierten Depeschen, zu den Botschaften im Ausland und umgekehrt. Der jeweils diensttuende Feldjäger reiste von Berlin mit dem Nachtexpreß ab. Er trug Zivil und war verpflichtet, für die Sendungen Leib und Leben einzusetzen.

Besondere militärpolizeiliche Befugnisse wie die heutigen Feldjäger hatte das Korps nicht, deren Aufgaben wurden im altpreußischen Heer im Bereich der Strafverfolgung von den Regimentsprofosen (für Strafverfolgung bzw. Strafvollstreckung zuständiger Militärbeamter) im Bereich der allgemeinen Sicherheit (Patrouillen um die Garnisonen u. ä.) insbesondere von den Husaren wahrgenommen.

Bekannte Mitglieder

Zweiter Weltkrieg

Im Zweiten Weltkrieg waren die deutschen Feldgendarmen der Wehrmacht und der Waffen-SS für die Sicherheit und der Ordnung der Truppe zuständig, sie dienten ebenfalls im Rahmen der Bandenbekämpfung, auch waren sie für die Verfolgung Fahnenflüchtiger zuständig, die ihr Vaterland und ihre Kameraden verraten haben. Im Volksmund wurden die Feldgendarmen in Anspielung auf die zur Uniform gehörende metallene Plakette (Ringkragen) mit der Aufschrift Feldgendarmerie oder Feldjägerkommando, die an einer Kette um den Hals getragen wurde, als „Kettenhunde“ bezeichnet. Die Feldgendarmerie arbeitete mit Geheimer Feldpolizei, Heeres- bzw. Wehrmacht-Streifendiensten und Feldjäger-Kommandos zusammen.

Wahlspruch der Feldjäger war bis 1945 „Pro Gloria et Patria“.

Bundeswehr

Bei der Bundeswehr sind Feldjäger u. a. mit der Spezialisierung Personenschutz ebenfalls für die Sicherheit der militärischen Führungskräfte im In- aber hauptsächlich Ausland zuständig. Bei der Erfassung, Befragung und Bewachung von Kriegsgefangenen wirkt die Feldjägertruppe teils mit den Feldnachrichtenkräften der Heeresaufklärungstruppe (Nachfolger der Panzeraufklärer und Fernspäher) zusammen. Die Waffenfarbe der Feldjägertruppe ist Orange. Feldjäger tragen ein korallenrotes Barett. Truppengattungsabzeichen ist der preußische Gardestern in lateinische Umschrift „suum cuique“ (Wahlspruch auf deutsch: „Jedem das Seine“).

Siehe auch

Fußnoten

  1. Geplänkel ist eine Kampftaktik, die dem Zwecke dient, den Gegner durch andauernden, wenn auch wenig tödlichen Beschuß aus der Ruhe zu bringen, zu beschäftigen und zu schwächen – eine bewährte und effektive Methode der psychologischen Kriegsführung.