Habsburg, Otto von

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Otto Habsburg-Lothringen, ihm wurde als Volksverräter 1941 die Reichsbürgerschaft entzogen, B’nai B’rith-Preisträger.

Otto von Habsburg (Lebensrune.png 20. November 1912 in der Villa Wartholz bei Reichenau an der Rax, Niederösterreich, als Se. Kais. und Kgl. Hoheit Franz Joseph Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius, Kaiserlicher Prinz, Erzherzog von Österreich, Königlicher Prinz von Ungarn, Todesrune.png 4. Juli 2011 in Pöcking/Bayern), in Österreich amtlich Otto Habsburg-Lothringen, war von 1922 bis 2006 Oberhaupt des Adelshauses Habsburg-Lothringen. Er betätigte sich als Politiker und Schriftsteller und besaß mehrere Pässe, von Kroatien, Ungarn, der BRÖ und der BRD.

Leben

Otto von Habsburg (eigentl. Habsburg-Lothringen; in Österreich wurde der Adelstitel abgeschafft) wurde am 20. November 1912 in der Villa Wartholz bei Reichenau (Niederösterreich) geboren. Er war der älteste Sohn des letzten Kaisers von Österreich und Königs von Ungarn, Karl I. (Lebensrune.png 17. August 1887; Todesrune.png 1. April 1922 in Funchal, Madeira). Seine Mutter war die Kaiserin Zita, geb. Prinzessin von Bourbon-Parma (Lebensrune.png 9. Mai 1892; Todesrune.png 14. März 1989 in Zizers/Schweiz). Nach dem Tode seines Vaters, 1922, wurde Otto Chef des nun nicht mehr regierenden Hauses Habsburg-Lothringen.[1]

Meist wurde er als „Kaiserliche Hoheit“ angesprochen, monarchistische Publikationen in Österreich erwähnten ihn gerne als „der Hohe Herr“. Sein 98 Jahre währendes Leben verbrachte der einstige Thronerbe überwiegend im Exil. Dennoch versichern alle, die ihn kannten, daß ihn dies nicht verbittert habe. Seine Mutter, Kaiserin Zita, bestand nach dem Tod Kaiser Karls I. darauf, daß Otto mit Majestät angeredet wurde. Für sie waren die Erklärung ihres Ehemannes vom 11. November 1918, auf seinen Anteil an der Ausübung der Staatsgeschäfte zu verzichten, die Vertreibung aus Österreich und die beiden gescheiterten Versuche, die Regentschaft in Ungarn wiederzuerlangen, kein Grund, auf die Thronrechte zu verzichten. Tatsächlich waren die Völker der einstigen Kronlande zu keinem Zeitpunkt befragt worden, welche Staatsform sie wollten.

Als die Eltern Ottos von Habsburg nach zwei mißglückten Restaurationsversuchen in Ungarn von den Ententemächten 1921 auf die Insel Madeira gebracht wurden, kam Otto zunächst mit seinen Geschwistern aus der Schweiz nach. Nach dem Tod des Vaters zog die Familie nach Lequeitio in Spanien, wo er auch die Schule besuchte. Ab 1929 lebte die Familie in Steenockerzeel bei Löwen (Belgien).[2]

Otto von Habsburg war ein aktiver Feind des 1938 erfolgten Beitritts Österreichs zum Reich und rief das Ausland zum „Einschreiten“ auf. „Ich war der Ansicht, man muß schießen.“[3] Dies hatte zur Folge, daß Otto am 29. März 1938 wegen Hochverrats steckbrieflich zur Fahndung ausgeschrieben wurde. Die Regierung des Großdeutschen Reiches wertete seine Haltung als gegen die Selbstbestimmung des deutschen Volkes gerichteten Volksverrat und entzog ihm die Reichsbürgerschaft.[4] Otto von Habsburg setzte sich in die Vereinigten Staaten von Amerika ab und bemühte sich dort um die Gründung einer „Österreichischen Legion“, die gegen die Deutsche Wehrmacht kämpfen sollte. Dieser Plan führte zu nichts, weil sich niemand zur Habsburg-Truppe meldete.

1944 mit den Alliierten nach Europa zurückgekehrt, wurde Otto in Österreich zunächst nicht geduldet. Er ließ sich in Bayern nieder. 1961 leistete er schließlich den von der Republik Österreich geforderten Thronverzicht, durfte einstweilen aber dennoch nicht zurückkehren. Erst 1966 wurde ihm der Grenzübertritt gestattet.

Von 1973 bis 2004 führte Otto von Habsburg als Nachfolger des 1972 verstorbenen Grafen Coudenhove-Kalergi die 1922 von diesem gegründete NWO-Organisation Paneuropa-Union;[5] seit 2004 fungierte er als ihr Ehrenpräsident. Otto von Habsburg lernte Coudenhove-Kalergi in den 1930er Jahren kennen; 1936 trat er der Organisation bei. Er wurde Mitarbeiter und Vertrauter des Mischlings,[6] zusammen warteten beide während des Zweiten Weltkrieges in den VSA die Zerstörung Deutschlands ab.

1978 beantragte und erhielt Otto einen BRD-Personalausweis, der es ihm ermöglichte, für die Blockpartei CSU im Europäischen Parlament zu sitzen. Er trat als Konservativer mit europäischer Ausrichtung auf. Auf vielen Veranstaltungen setzte sich Otto von Habsburg für die Ziele einer Neuen Weltordnung ein. Wie seinen Ahnen, lagen ihm besonders die Machtansprüche der katholischen Kirche am Herzen. Ebenso förderte er mit allen Kräften die Interessen jüdischer Einflußgruppen wie der sogenannten Anti Defamation League. Hierfür wurde er von staatlichen und überstaatlichen Institutionen vielfach geehrt.

In einer Fernsehsendung gab Otto auf die Frage des ARD-Korrespondenten in Wien, Thomas Morawski, ob er denn Republikaner oder Monarchist sei, die Antwort, er sei Legitimist und unterstütze jede legitime Regierung. „Ein Monarch zu sein, ist kein großer Spaß“, bemerkte er laut Tagesspiegel an seinem 95. Geburtstag. „Ich hätte es getan, weil es meine Aufgabe gewesen wäre.“

Trauerfeierlichkeiten

Bei den Trauerfeierlichkeiten für den katholisch getauften Otto zeigten sich Besonderheiten: Zunächst gab es einen Abschied in der BRD, da Otto in Pöcking (Bayern) gewohnt hatte. Eine Station der Trauergesellschaft war München, wo der ehemalige Oberrabbiner der Israelitischen Kultusgemeinde für München und Oberbayern, Steven Langnas, auf dem Odeonsplatz zu Ehren des Verstorbenen ein öffentlich übertragenes Totengebet für Juden (sog. Kaddisch) sprach.[7]

Aus Wien wurde berichtet:

„Während der Trauer-Zeremonien in Österreich, wurde auf eine Bitte von Karl von Habsburg [Ottos ältester Sohn] hin, der damit das genuine Anliegen seines Vaters, des verstorbenen Otto von Habsburg, zum Ausdruck gebracht hatte, eine Einladung des Oberrabbiners Paul Chaim Eisenberg in die Wiener Synagoge, genannt ‚Stadttempel’, ausgesprochen. Am Freitag, dem 15. Juli 2011, fand dort am Abend vor dem Schabbat-Gebet ein besonderer Empfang für die Habsburger statt. Im Anschluß an den Empfang nahm die Familie Habsburg am ‚echten’ Schabbat teil. […] Bei dem Empfang in der Synagoge war auch Seine Exzellenz Weihbischof Dr. Andreas Laun anwesend.“[8]

Die Erklärung für die jüdischen Zeremonien könnte eine Anhänglichkeit des Habsburgers aufgrund entsprechender genetischer Tatsachen sein. Nach einem Besuch Ottos in Jerusalem hatte die jüdische Zeitung „Aufbau“ am 20. Juli 1990 geschrieben:

„In seiner Rede bemerkte er, daß ‚als Angehöriger des Hauses Habsburg meine Verbindungen mit dem jüdischen Volk sehr tief verwurzelt sind‘. Er sagte auch, daß er mütterlicherseits jüdische Vorfahren aus Spanien habe.“[9]

Im Requiem am 16. Juli 2011 brachte Ottos Nachfolger als Chef des Hauses Habsburg-Lothringen, sein Sohn Karl Habsburg-Lothringen (Lebensrune.png 1961)[10], als Lesungstext, der nicht Bestandteil der Tagesliturgie war, das heißt ohne Anlaß, eine biblische Huldigung an das Volk Israel zu Gehör.[11]

Netzwerke und Mitgliedschaften

Jüdische Netzwerke

Mitgliedschaften / Ämter

Auszeichnungen

Zitate

  • „Die größte Belastung für die Arbeit als Europapolitiker sind die allzu zahlreichen deutschen Politiker, die tief gebeugt durch die Gegend schleichen und die Welt ununterbrochen um Verzeihung bitten, daß sie überhaupt leben!“
  • „Vor Gott zählt nicht, ob wir Erfolg gehabt haben. Vor ihm zählt, ob wir uns mit all unseren Kräften für das Gute eingesetzt haben.“

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 38/2010
  2. Munzinger-Archiv GmbH, 2010
  3. Schuschnigg war nicht bereit, sich gegen den bevorstehenden Einmarsch der Deutschen zu wehren. Ich war der Ansicht, man muß schießen ...“ (Quelle: Stern spezial Biographie, Nr. 2, 2002, S. 68). Er gab dabei jedoch zu, daß diese Idee ein „Selbstmordkommando“ gewesen wäre, denn „der Kampf wäre in acht Stunden vorbeigewesen. Mein Irrtum war, zu glauben, ein symbolischer Widerstand sei Vorbedingung, Österreich nach dem Krieg wiedererstehen zu lassen.“ Ottos Ansicht teilte damals eine winzige Minderheit. → Beitritt Österreichs zum Reich.
  4. Der Neue Brockhaus. Allbuch in vier Bänden, 2. Auflage, 1941, Stichwort: Habsburger
  5. Ehrenpräsident des 1. Kongresses 1926: Edvard Beneš, Netzpräsenz Konrad-Adenauer-Stiftung [1]
  6. Lebenslauf Coudenhove-Kalergi Netzpräsenz Konrad-Adenauer-Stiftung
  7. Jüdisches Totengebet von Oberrabiner Langnas für Otto von Habsburg 11. Juli 2012; abgerufen am 20. Februar 2013
  8. Das Haus Habsburg in der Wiener Synagoge 29. Juli 2011, abgerufen am 19. Februar 2013
  9. Zitiert in David Korn: Das Netz. Israels Lobby in Deutschland. München 2003, ISBN 3924309663, Seite 8
  10. Seit 1986 Präsident der Paneuropa-Bewegung Österreich und seit 1994 Mitglied des Präsidiums der Internationalen Paneuropa-Union
  11. Lesung von Karl Habsburg-Lothringen beim Requiem für seinen Vater Otto von Habsburg am 16. Juli 2011
  12. 33-cabinet.png Abgerufen am 4. Juni 2012. Archiviert bei WebCite®.Das Pentagon ist heute eine jüdische InstitutionDer Standard, 20. November 2002