Specht, Karl Wilhelm

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Karl Wilhelm Specht

Karl Wilhelm Specht (zuweilen auch Karl-Wilhelm; Lebensrune.png 22. Mai 1894 in Herdecke, Westfalen; Todesrune.png 3. Dezember 1953 im Kriegsgefangenenlager Woikowo bei Moskau, Sowjetunion) war ein deutscher Offizier der Preußischen Armee, des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt General der Infanterie und Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg.

Werdegang

Karl Wilhelm Specht (rechts) im Gespräch mit Gerhard Konopka
Specht, Karl Wilhelm II.jpg
Ritterkreuzbild-Nr. 338 (1) von Tita Binz
Ritterkreuzbild-Nr. 338 (2) von Tita Binz

Militär

Karl Wilhelm Specht trat nach seiner Kadettenausbildung am 26. Januar 1914 als Leutnant (Patent mit Wirkung vom 22. Juni 1912) in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei in das Königs-Infanterie-Regiment (6. Lothringisches) Nr. 145.

Chronologie

  • 26.1.1914 Eintritt in das 6. Lothringische Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145, Metz
  • August 1914 als Zug-Führer ins Feld
  • 1914 Kompanie-Führer im 6. Lothringischen Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145
  • 3.9.1916 Bataillons-Adjutant im 6. Lothringischen Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145
  • 1.6.1917 Regiments-Adjutant im 6. Lothringischen Königs-Infanterie-Regiment Nr. 145
  • 1918 Adjutant im Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm II.“ (1. Schlesisches) Nr. 10
  • 6.1.1919 im Freiwilligen Landesjägerkorps
  • 1.10.1919 im 2. Landesjäger-Regiment (Reichswehr-Infanterie-Regiment 32) der Reichswehr-Brigade 16, Weimar, der Vorläufigen Reichswehr
  • 1.10.1920 im 12. Infanterie-Regiment, Halberstadt
  • 1.10.1921 beim 12. (Sächsischen) Reiter-Regiment, Dresden, kommandiert zur 4. Division, Dresden, zur Führergehilfen-Ausbildung
  • 1.10.1922 im 10. (Sächsischen) Infanterie-Regiment, Dresden
  • 1.4.1924 im Stab des 10. (Sächsischen) Infanterie-Regiments, Dresden
    • Mitglied im hochwohllöblichen „Corps Albingia Dresden“ im Rudolstädter Senioren-Convent (RSC)
  • 15.6.1926 Chef der 10. Kompanie des 10. (Sächsischen) Infanterie-Regiments, Freiberg/Sachsen
  • 1.3.1929 Adjutant des 10. (Sächsischen) Infanterie-Regiments, Dresden
  • 1.2.1933 Adjutant im Stab des Infanterieführers IV, Magdeburg
  • 1.4.1934 zugleich im Stab der Wehrgauleitung Magdeburg
  • 1.2.1935 im Stab der 13. Division, Magdeburg
  • 15.10.1935 Adjutant im Stab der 13. Division (Magdeburg)
  • 1.12.1935 Kommandeur des III. Bataillons des Infanterie-Regiments 36, Wetzlar
  • 6.10.1936 Kommandeur des I. Bataillons des Infanterie-Regiments 110, Mannheim
  • 1.11.1939 Kommandeur des Infanterie-Regiments 55
  • 15.11.1941 schwer verwundet
    • Führerreserve WK XIII, Nürnberg
  • 27.4.1942 Führerreserve OKH
  • 10.9.1942 Kommandeur der Infanterie-Schule Döberitz
  • 20.11.1943 Führerreserve OKH
  • 1.12.1943 Generalinspekteur der Generalinspektion des Militärerziehungs- und Bildungswesens, Berlin
  • 1.3.1944 Generalinspekteur des Führungsnachwuchses
  • 20.7.1944 traf nach 18 Stunden mit den Generalen Walter Kuntze (Chef des Ausbildungswesens) und Wilhelm Strecker (Arko 122) zur Besprechung bei Generaloberst Fromm ein und wurde mit diesen vorübergehend von Putschisten festgenommen. Gegen 20.30 h konnten sie entkommen.
  • August 1944 Mitglied im Ehrenhof des Heeres, welcher die Verwicklung von Offizieren in den Anschlag auf Hitler vom 20. Juli 1944 prüfte und die Putschisten dem Volksgerichtshof zur Aburteilung übergab.
  • 1.10.1944 Führerreserve OKH
  • 1.12.1944 Kommandierender General des Stellvertretenden Generalkommandos XX. Armee-Korps und Befehlshaber im Wehrkreis XX (mit Festung Graudenz [Stab 83.] und Ersatz-Brigade „Hermann Göring“, unter AOK 2)
  • 28.2.1945 Kommandierender General des Stellvertretenden Generalkommandos Befehlshaber Verteidigungsbereich Danzig, Stadtkommandant von Danzig
  • 16.3.1945 bis 8.5.1945 Kommandierender General des Korps Hela (unter AOK Ostpreußen mit 83., 203., 7. Pz., 4. SS und 31. Division)
  • 9.5.1945 bei Großendorf [Władysławowo/Polen] nordwestlich der Halbinsel Hela in russische Gefangenschaft; in den NKWD-Lagern Nr. 27/Krasnogorsk, 168/Minsk, 284/Brest, 48/Černcy, Ležnevo, Sonderspital 3398/Ležnevo; Gefängnis Nr. 1/Minsk, Gefängnis Nr. 1/Brest
  • 20.4.1950 durch das Militärtribunal Gebiet Brest routinemäßig zu 25 Jahren Besserungsarbeitslager verurteilt

Erster Weltkrieg

Er kämpfte mit seinem Stamm-Regiment im Ersten Weltkrieg, wurde am 18. August 1917 zum Oberleutnant befördert und 1918 Adjutant im Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm II.“ (1. Schlesisches) Nr. 10. Nach seiner Zeit in den Freikorps wurde er in die Vorläufige Reichswehr übernommen.

Zwischenkriegszeit

Im Frühjahr 1920 gehörte er beim 200.000 Mann-Übergangsheer zum Reichswehr-Infanterie-Regiment 32. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum 12. Infanterie-Regiment. Im Frühjahr 1924 wurde er im Regimentsstab vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden eingesetzt. Er wurde mehrere Jahre bei diesem Stab eingesetzt. Dort wurde er auch am 1. April 1925 zum Hauptmann befördert. 1927 wurde er zum Chef der 10. Kompanie vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden ernannt. 1929 wurde er zum Regimentsadjutant vom 10. (Sächs.) Infanterie-Regiment in Dresden ernannt. Als solcher wurde er jetzt die nächsten Jahre, mindestens bis zum Sommer 1932 eingesetzt. Im selben Jahr (ggf. 1933) wurde er zum Major befördert.

Nach verschiedenen Kommandos wurde er am 1. Oktober 1936 zum Oberstleutnant befördert und am 6. Oktober 1936 zum Kommandeur des I. Bataillons vom Infanterie-Regiment 110 ernannt. Am 1. Juni 1939 wurde er zum Oberst befördert und am 1. November 1939 zum Kommandeur vom Infanterie-Regiment 55 ernannt.

Zweiter Weltkrieg

Dieses Regiment führte er im Westfeldzug 1940 und zu Beginn des Rußlandfeldzuges. Für die Leistungen des Regiments während des Vormarsches im August 1941 und den Kämpfen im Raum Gomel und der Schlacht um Tschernigow wurde ihm am 8. September 1941 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Für seine Leistungen beim Angriff auf Moskau wurde ihm am 16. Januar 1942 als Oberst das Eichenlaub zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes verliehen. Am 1. August 1942 wurde Specht zum Generalmajor befördert. Am 10. September 1942 wurde er dann zum Kommandeur der Infanterieschule Döberitz ernannt. Als solcher wurde er am 1. August 1943 zum Generalleutnant befördert. Am 1. Dezember 1943 wurde er dann Inspekteur des Erziehungs- und Bildungswesens des Heeres.

Am 1. März 1944 wurde er schließlich zum Generalinspekteur des Führungsnachwuchses ernannt. In dieser Stellung war er im August 1944 auch Mitglied des Ehrenhofes, welcher die Verwicklung von Offizieren in den Anschlag auf Hitler vom 20. Juli 1944 prüfte und Verdächtige dem Volksgerichtshof zur Aburteilung übergab. Dieser Ehrenhof bestand neben ihm hauptsächlich aus dem Vorsitzenden Generalfeldmarschall Gerd von Rundstedt, Generaloberst Heinz Guderian sowie der General der Infanterie Walter Schroth als aktive Mitglieder. Vertreter waren General der Infanterie Karl Kriebel und Generalleutnant Heinrich Kirchheim.

Am 1. Dezember 1944 wurde Specht zum General der Infanterie befördert. Als solcher wurde er an diesem Tag zum Kommandierenden General vom Stellvertretenden Generalkommando XX. Armeekorps ernannt. Damit wurde er auch Befehlshaber vom Wehrkreis XX. Am 16. März 1945 wurde er dann zum Kommandierenden General des Korps „Hela“ (Generalkommando Hela der Armee Ostpreußen) auf der Halbinsel Hela ernannt.

Tod

Bei Kriegsende geriet er in russische Kriegsgefangenschaft, an deren Folgen er 1953 im Kriegsgefangenenlager 5110/48 Woikowo verstarb, angeblich an einem Lungenödem (pulmonary oedema). Nicht wenige deutsche Offiziere wurden von den Sowjets zu Tode gefoltert, verhungerten oder starben am Ausbleiben notwendiger medizinischer Behandlung.

Ruhestätte

General der Infanterie Karl Wilhelm Specht wurde auf dem Generalsfriedhof auf der Kriegsgräberstätte in Tschernzy beigesetzt; Endgrablage: Reihe 2, Grab 4. Dort ruht er unter anderem mit dem General der Artillerie Max Pfeffer, dem General der Infanterie Friedrich Hochbaum, dem General der Polizei Otto Ullmann, den Generalleutnanten Hans Boeckh-Behrens, Rainer Stahel, Heinrich Deboi, Gerhard Medem, Friedrich Bayer, Paul Stoewer und den Generalmajoren Anton Eberth, Wilhelm Runge, Rudolf Noack, Gerd von Below und Louis Tronnier.

Familie

Karl war der Sohn des Sanitätsrats Dr. med. Friedrich-Karl Specht. Verheiratet war der spätere General der Infanterie mit Gertrud, geb. Krüger, die für ihren Ehemann einen Gedenkstein auf dem Bergfriedhof in Heidelberg aufstellen ließ:

„Dem Gedächtnis meines lieben Mannes Karl-Wilhelm Specht General d. Infanterie * 22.V.1894 † 3.XII.1953 1953 in Woikova-Rußland“
Beförderung zum General der Infanterie

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 1,3 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.166