Kiautschou

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Karte Kiautschou.jpg

Kiautschou war ein im Jahre 1898 vom Kaiserreich China an das Deutsche Kaiserreich verpachtetes Gebiet an der chinesischen Ostküste. Die Hauptstadt war Tsingtau. Nach dem Versailler Diktat wurde dem Deutschen Reich die Kolonie entrissen.

Inhaltsverzeichnis

Grundcharakter der Kolonie

Schutztruppe „Kiautschou“: Feldbatterie der Kaiserlichen Marine auf dem Vormarsch

Am 13. November 1897 warfen auf taktischen Vorschlag von Alfred von Tirpitz und dem Diplomaten Edmund Friedrich Gustav von Heyking drei deutsche Kriegsschiffe unter Admiral von Diederichs vor der Kiautschou-Bucht Anker. Den Anlaß gab die Ermordung von zwei deutschen Missionaren.

Die sich an die Besetzung anschließenden Verhandlungen zwischen dem Deutschen Reich und China, die Staatssekretär des Äußeren Bernhard von Bülow über die Pachtung von Kiautschou mit der später schnell emporblühenden Hafenstadt Tsingtau erfolgreich eingeleitet hatte, wurden am 6. März 1898 abgeschlossen mit dem Kiautschou-Vertrag, der besagte, daß an Deutschland auf 99 Jahre ein Gebiet von etwas über 500 Quadratkilometern verpachtet wird. Statt einer regulären Schutztruppe entschied der Kaiser auf Vorschlag von Reichskanzler Fürst zu Hohenlohe-Schillingsfürst, zunächst Marineinfanterie in Kiautschou zu stationieren.

Im Gegensatz zu den übrigen deutschen Kolonien stellte Kiautschou den reinen Typus einer Handelskolonie dar, d. h. eines räumlich engbegrenzten Gebiets, dessen wirtschaftliche Hauptfunktion in der Vermittlung des Güteraustausches zwischen zwei großen Wirtschaftsgebieten lag. Neben seinem weiteren Zweck als gesicherter Reparatur- und Ausrüstungshafen für die Kaiserliche Marine und der sich hieraus bei seiner Gründung und seinem Ausbau ergebenden Aufgaben war Tsingtau, die Hafenstadt des Schutzgebiets, von vornherein gedacht als ein Stapelplatz und Umschlaghafen für die seewärts eingehenden europäischen Waren zur Versorgung des ausgedehnten chinesischen Hinterlandes einerseits, sowie als Ausfuhr- und Verteilungshafen für die zahlreichen wirtschaftlichen Produkte Schantungs und der anschließenden Provinzen andererseits.

Zur gerechten Würdigung der Bedeutung der Kolonie sowie zur objektiven Beurteilung der Maßnahmen, die zu ihrer Entwicklung getroffen oder angebahnt wurden, wird man von vornherein Kiautschou nicht als ein in sich abgeschlossenes Ganzes betrachten können, wie etwa eine der großen deutschen Siedlungskolonien in Afrika, sondern nur im Zusammenhang und in Verbindung mit jenen oben angedeuteten Gesichtspunkten, die bei seiner Besitzergreifung im Jahre 1898 maßgebend sein mußten.

Gouverneure der Kolonie

Bekannte, in Kiautschou geborene Personen

  • Fritz-Julius Lemp (1913–1941), deutscher U-Bootkommandant und Ritterkreuzträger
  • Bruno Reinhard (1908–1932), Blutzeuge der nationalsozialistischen Bewegung

Bildergalerie

Siehe auch

Literatur

  • 96-book.png PDF Ferdinand Freiherr von Richthofen: Schantung und seine Eingangspforte Kiautschou, 1898
  • 96-book.png PDF Ernst von Hesse-Wartegg: Schantung und Deutsch-China im Jahre 1898. Von Kiautschou ins heilige Land von China und vom Jangtsekiang nach Peking
  • 96-book.png PDF Friedrich Wilhelm Mohr: Handbuch für das Schutzgebiet Kiautschou, 1911
  • 96-book.png PDF Max Klamka: Die Überlassung von Kiautschou seitens Chinas an das Deutsche Reich, 1909
  • 96-book.png PDF Hans Weicker: Kiautschou, das deutsche Schutzgebiet in Ostasien, 1908 (Bestellmöglichkeit des Nachdrucks)
  • Eine Reise durch die Deutschen Kolonien: Kiautschou – Deutsche Kolonie im fernen China, Nachdruck der Originalausgabe im Melchior-Verlag.
  • Kiautschou 1914 – Erbitterter Kampf um das deutsche Pachtgebiet. In: Clausewitz – Das Magazin für Militärgeschichte. Heft 6. 2012. S. 32–37.
  • Hans Georg Prager: Tsingtau/Qingdao. Deutsches Erbe in China. 2012, ISBN 978-3-902475-93-0
  • Das Erwerben eines Stützpunktes in Ostasien (1894–1898). In: Otto-Ernst Schüddekopf: Die Stützpunktpolitik des Deutschen Reiches 1890–1914. 1941. S. 33–57.
  • C. J. Boskamp: Aus dem belagerten Tsingtau. Tagebuchblätter, 1915 (Bestellmöglichkeit des Nachdrucks)
  • Richard Wilhelm: Aus Tsingtaus schweren Tagen im Weltkrieg 1914. Tagebuch von Dr. Richard Wilhelm während der Belagerung von Tsingtau, 1916 (Netzbuch)

Verweise

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