Konstantin der Große

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Konstantin der Große. Kopf einer Kolossalstatue

Konstantin I. der Große (lat. Flavius Valerius Constantinus Lebensrune.png 27. Februar zwischen 272 und 285 n. d. Z. (AD) in Naissus, Todesrune.png 22. Mai 337 bei Nikomedia) war von 306 bis 337 Kaiser des Römischen Reiches und seit 324 dessen Alleinherrscher. Er beendete das diokletianische Regierungsprinzip der Tetrarchie, schaltete seit seiner Usurpation im Jahre 306 n. d. Z. systematisch seine Mitkonkurrenten um die Macht aus und nahm allumfassende Kompetenzen in Anspruch. Nach seinem Sieg an der Milvischen Brücke 312 n. d. Z. erfuhr die christliche Religion zunehmend eine staatliche Förderung, während der von Maxentius bis dahin geförderte Mithraskult mehr und mehr verdrängt wurde. Als pontifex maximus griff Konstantin der Große auch immer wieder in innerkirchliche Fragen ein und nahm so einen Einfluß auf die Römisch-Katholische Kirche, der bis heute nachwirkt. Die Konstantinische Wende gilt als schicksalhafte Wandlung des Christentums von einer Außenseitergruppierung zur Staatsreligion. Durch seine Taufe auf dem Sterbebett gilt Konstantin zudem als erster christlicher Kaiser. Wegweisend blieb darüber hinaus die Gründung Konstantinopels als neuem Reichszentrum, das 330 n. d. Z. eingeweiht und später zur Hauptstadt von Ostrom wurde. Insofern sollte Konstantin zum Urvater des Byzantinischen Reiches werden, für das seine Maßnahmen die Fundamente legten.

Jugend und politische Anfänge

Konstantin wurde als illegitimer Sohn des Constantius Chlorus und der Helena geboren, bei der er dann auch aufwuchs. Ihr gegenüber hegte er infolgedessen sein gesamtes Leben eine außerordentliche Verehrung. Sein Vater, Constantius Chlorus, wurde 293 zum Caesar, zum untergeordneten Mitherrscher der beiden Augusti Diokletian und Maximianus Herculius ernannt. Konstantin diente unterdessen im Nahen Osten und an der unteren Donau unter Diokletian und Galerius, zudem lebte er in den letzten Regierungsjahren Diokletians an dessen Hof in Nikomedia. Im Jahre 300 n. d. Z. wurde er mit Fausta, der Tochter des Maximianus Herculius verlobt, bekam aber um 305 n. d. Z. trotzdem mit seiner Geliebten Minervina einen Sohn namens Crispus. So eingebunden in die dynastische Politik der Tetrarchie Diokletians, war es umso überraschender, daß Konstantin im Jahre bei der Neuregelung des Jahres 305 n. d. Z. nach dem Rücktritt des Diokletian und Maximians nicht berücksichtigt wurde. Zwar war sein Vater Constantius Chlorus jetzt ranghöchster Augustus, allein Konstantin blieb machtlos und zurückgesetzt. Doch der plötzliche Tod des Vaters im Jahr darauf sollte die politische Landkarte auf einen Schlag völlig verändern.

Der Weg zur Alleinherrschaft

Die Usurpation

Constantius war am 25. Juli 306 in Ebruracum in Britannien mitten in einem Feldzug gegen die Pikten gestorben, daraufhin riefen die Truppen Konstantin zum Kaiser aus. Konstantin versuchte diese Usurpation, die zutiefst gegen die Ordnung der Tetrarchie verstieß, nun zu legalisieren, indem er den Augustus Galerius um Anerkennung seiner neuerworbenen Stellung bat. Dieser ernannte ihn freilich nur zum Caesar, während Severus, dem Italien, Afrika und Spanien unterstellt waren, Augustus des Westens wurde. Nach dem Vorbild Konstantins erhob sich infolgedessen auch Maxentius, der Sohn des abgedankten Tetrarchen Maximianus Herculius, der die Zufriedenheit mit Severus für sich nutzte, der in Italien hohe Steuern erhoben hatte und die Prätorianergarde auflösen wollte. Diese rief dann Maxentius zum Kaiser aus und große Teile Italiens und Afrikas sagten sich von der Gewalt des Severus los. Dessen Vater Maximian, der noch 305 gemeinsam mit Diokletian abgedankt hatte, kehrte jetzt aus seinem Ruhestand zurück und erneuerte die Kaiserwürde. Severus mußte schließlich abdanken, so daß Maxentius und Maximianus nun als Augustus und senior Augustus zusammen regieren konnten. Beide suchten nun die Verbindung zu Konstantin, um ihre fragile Position zu festigen, der Maximian als Augustus anerkannte und dafür von diesem ebenfalls zum Augustus ernannt wurde. Ferner heiratete Konstantin endlich Fausta, die Tochter Maximians, womit das politische Bündnis auch verwandtschaftlich untermauert wurde.

Konstantin widmete sich aber zunächst nicht den inneren Streitigkeiten des Reiches, sondern wandte sich der Rheingrenze zu, wo die Franken eingefallen waren. In einem erbittert geführten Feldzug besiegte er die Franken, ließ fränkische Könige gefangennehmen und hinrichten und errichtete Kastelle am Niederrhein, ferner eine etwa 420 Meter breite Rheinbrücke. Die Siege an der Rheingrenze wurden von Konstantin auch propagandistisch ausgeschlachtet, er ließ Münzen mit der Inschrift „Alemannia et Francia – Gaudium Romanorum“ prägen. Dadurch hatte er sich nun jene charismatische Legitimation verschafft, die seinen Griff nach der Alleinherrschaft in den kommenden Jahren stützen sollte.

Derweil hatte Galerius an den ehemaligen Kaiser Diokletian, der seinen Ruhestand in seinem Palast in Salonae verbrachte, appelliert, zurückzukehren, um die Ordnung im Reich und die bedrohte Tetrarchie wiederherzustellen. Dieser jedoch lehnte es ab, die Macht erneut aufzunehmen, berief statt dessen eine Konferenz nach Carnuntum ein, die im November des Jahres 308 n. d. Z. stattfand. Diokletian bestätigte hier im wesentlichen die schon 305 festgesetzten Regelungen. Maximianus Herculius hatte als Kaiser demnach wiederum abzudanken, Galerius blieb Augustus und Maximinus Daia Caesar, im Westen wurde der Illyrer Licinius zum Augustus erhoben, Konstantin jedoch zum Caesar degradiert. Konstantin akzeptierte dies nicht und usurpierte von neuem den Rang eines Augustus. Maximian kehrte unterdessen in den Herrschaftsbereich Konstantins zurück, der ihm einen ehrenvollen Ruhestand gewährte. Im Frühjahr 310 n. d. Z. allerdings ließ Maximian sich ein weiteres Mal zum Kaiser ausrufen, Konstantin besiegte ihn jedoch rasch, der Usurpator wurde in den Tod getrieben und mit der damnatio memoriae belegt.

Die Situation war für Konstantin nun durchaus nicht unproblematisch, da Maximianus Herculius seine Stellung legitimiert hatte und seine Zugehörigkeit zu dessen Familie jetzt wertlos geworden war. Also suchte Konstantin nach neuen Ansätzen, die er in der Religion fand. Er verabschiedete sich in der Folge endgültig von der tetrarchischen Theologie. Hatte er schon von Anfang an zu Mars als seiner persönlichen Gottheit bekannt, so wurde jetzt Sol invictus in den Mittelpunkt gerückt, den Konstantin in Münzemissionen massenhaft darstellen ließ. Er konnte damit an gleich mehrere Gottheiten anknüpfen, zum einen Apollo und den Sonnengott Aurelians, zum anderen auch Mithras und den Sonnengott des Ostens. Mit der Bevorzugung dieser Gottheit meldete Konstantin infolgedessen anders als die Religionspolitik der Tetrarchie universale Ansprüche an.

Kampf um den Westen

Konstantin machte nun keinen Hehl daraus, daß er die gesamte Macht im Imperium für sich in Anspruch nehme. So rühmte ein Panegyriker im Jahr 310 n. d. Z. eine angebliche Abstammung von Claudius II. Gothicus (268–270) und stellte damit eine dynastische Legitimation her. Zudem verwies er auf ein Ereignis in einem gallischen Apolloheiligtum, in dem dem Kaiser Apollo und Victoria erschienen seien und ihm einen Lorbeerkranz mit der Zahl XXX gereicht hätten, Konstantin habe sich in den Zügen des Apollo-Sol als zukünftigen Weltherrscher erkannt. Der Festredner schloß daraus auf eine lange und weltumspannende Herrschaft Konstantins.

Zugleich bahnte sich in der Reichspolitik jetzt ein fundamentaler religionspolitischer Wandel an. Galerius, der seit jeher überzeugter Träger der tetrarchischen Ordnung und damit auch der Verdammung des Christentums gewesen war, verfügte schon todkrank am 30. April 311 n. d. Z. ein Toleranzedikt für die Christen, deren Glaube damit erstmals als religio licita anerkannt wurde. Anfang Mai starb Galerius dann. Damit war im Kampf um die Alleinherrschaft eine neue Situation geschaffen. Maximinus Daia besetzte infolgedessen ganz Kleinasien bis zum Bosporus, während Licinius sein Herrschaftsgebiet von Pannonien aus um die Donau- und Balkangebiete erweiterte. Der Bosporus wurde also zur Grenze der Machträume zweier Kaiser. Während Licinius alsbald eine Politik der Toleranz gegenüber den christlichen Minderheiten ausübte, praktizierte Maximinus Daia wiederum eine dezidiert antichristliche Politik. Dabei folgte er allerdings in vielen Fällen den Wünschen der Städte, die die Christen oftmals als Problem ansahen. Zugleich wurde eine antichristliche Propaganda betrieben, die die konfessionellen Gräben vertiefte.

Im Westen ließ Maxentius, ein damaliger Hauptbefürworter des Mithraskultes, seinen verstorbenen Vater Maximian derweil konsekrieren und bezeichnete sich nun als filius divi Maximiani. Eine Hungersnot konnte Maxentius dadurch beilegen, daß er 311 Afrika besetzte und damit die Getreideversorgung Roms sicherstellte. Die Stimmung in der Hauptstadt verschlechterte sich trotzdem aufgrund der hohen finanziellen Belastungen, die der Kaiser ihr auferlegte. Gegenüber der christlichen Minderheit betrieb er allerdings eine relativ tolerante Politik und unterschied sich darin nur wenig von Konstantin. Zugleich appellierte er aber auch an die altrömischen Traditionen und ließ sich als conservator urbis suae feiern.

Die Schlacht an der Milvischen Brücke. Gemälde von Pieter Lastman (1613)

Da ein Krieg mehr und mehr unausweichlich wurde, bemühten sich alle Parteien um die Sondierung von Koalitionen zur Sicherung ihrer eigenen Position. Konstantin verbündete sich so mit Licinius, Maximinus Daia wiederum mit Maxentius. Im Frühjahr 312 n. d. Z. war es Konstantin schließlich, der die Kampfhandlungen eröffnete. Wegen der sehr unsicheren Lage an der Rheinfront marschierte er mit einem zahlenmäßig deutlich unterlegenen Heer in Italien ein. Maxentius konzentrierte seine Verteidigung auf das Umland Roms, nur sein Prätorianerpräfekt Ruricius Pompeianus leistete in Oberitalien erbitterten Widerstand, der erst dann gebrochen werden konnte, als Rauricius in einem Nachtgefecht zu Tode kam.

Konstantins Heer konnte nun zügig nach Süden marschieren. Dort wartete bereits Maxentius, der sich auf eine abwartende Taktik festgelegt hatte und an dieser unbeirrt festhielt. Im Geiste dieser Maßgabe hatte er die Milvische Brücke, die wichtigste Straßenbrücke nach Norden, abbrechen lassen. Allerdings lehnte die städtische Bevölkerung Roms es ab, sich einer Belagerung auszusetzen, so daß Maxentius die Entscheidung vor den Toren der Stadt suchen mußte. Also errichtete er oberhalb der Milvischen Brücke eine Schiffsbrücke, deren Mittelteil jedoch rasch aufgelöst werden konnte, um die Verfolger bei einem eventuellen Rückzug aufzuhalten. Nach Befragung der Opferbeschauer und der sibyllinischen Bücher legte Maxentius den Termin der Schlacht auf den 28. Oktober fest. An diesem schicksalsträchtigen 28. Oktober 312 n. d. Z. versammelte sich die Armee des Maxentius in dem Gebiet zwischen Saxa Rubra und der Milvischen Brücke, um den Weg über den Tiber zu versperren. Das Gelände hätte aus ihrer Perspektive nicht ungünstiger sein können, da sie ihre zahlenmäßige Überlegenheit hier gar nicht ausspielen konnte und durch den Fluß in ihrem Rücken in ihrer Bewegungsfreiheit entscheidend beschränkt war. Konstantins Truppen hingegen waren durch den bisherigen Siegeszug in ihrer Moral gestärkt und euphorisiert. Bereits mit derem ersten Vorstoß wurden große Teile der feindlichen Armee in die Flucht geschlagen, nur die Garde leistete erbitterten Widerstand. Maxentius stürzte beim Einbruch der Schiffsbrücke in den Tiber und ertrank gemeinsam mit vielen seiner Männer. Am folgenden Tage zog Konstantin als Triumphator in Rom ein. Sein Sieg legte den Grundstein für den Durchbruch des Christentums im Reich und bedeutete zugleich den Beginn des Niedergangs des Mithraskultes. Konstantin der Große war nun alleiniger Herr des Westens.

Konstantins Bekehrung. Gemälde von Peter Paul Rubens

Die Schlacht an der Milvischen Brücke wurde im nachhinein zu einer Art Gottesurteil stilisiert, da sich Konstantin nun mehr und mehr dem Christentum hinzuwenden begann. Angeblich soll dies schon vor der Schlacht geschehen sein, da Gott ihm ein Zeichen gegeben habe. Laktanz erläutert später, daß Konstantin von Gott die Aufforderung erhalten habe, das Christusmonogramm auf die Schilde aufmalen zu lassen. Euseb von Caesarea berichtet dagegen nach einer Darstellung des Kaisers selbst, daß er zum Gott seines Vaters gebetet habe, damit er sich ihm offenbare und ihn unterstütze. Dann sei am Himmel ein Kreuz aus Lichtstrahlen erschienen mit der Schrift „In hoc signo vinces“ („In diesem Zeichen siege.“). In der darauffolgenden Nacht sei Konstantin Christus erschienen, der ihn dazu aufgerufen habe, das Kreuz zu kopieren und es gegen seine Feinde zu verwenden. Deshalb habe Konstantin in der Folge eine Standarte mit diesem Kreuz aufstellen lassen. Entscheidend blieb aber letztlich die Stilisierung, die dieses Ereignis erfuhr und die Nachwirkung, die es ausüben sollte. Denn für den Mythos der institutionalisierten Weltkirche sollte es von entscheidender Bedeutung sein.

Konstantin jedenfalls ließ nach seinem Sieg an einer zu seinen Ehren aufgestellten Statue in Rom ein Kreuz anbringen, ferner ließ er den Konstantinsbogen errichten, der 315 n. d. Z. fertiggestellt wurde. Auf diesem stand die Inschrift: „Dem Imperator Caesar Flavius Constantinus haben Senat und Volk von Rom, weil er durch Eingebung der Gottheit und durch seine Geistesgröße zusammen mit seinem Heere ebenso an dem Tyrannen wie an dessen ganzer Clique in ein und demselben Augenblick in gerechtem Kampf den Staat gerächt hat, den durch seinen Triumph ausgezeichneten Bogen geweiht.“ Diese Formulierung stieß weder die Altgläubigen vor den Kopf noch verstörte sie die Christen. Konstantin hat sich also nicht einseitig zu den Christen bekannt, sondern weiterhin heidnische Formen neben den neuen christlichen geduldet und gefördert. Erst langsam gewannen christliche Topoi größere Bedeutung in der Propaganda des Kaisers.

Der Kampf gegen Licinius

Gemeinsam mit Licinius legte Konstantin im Februar 313 in Mailand eine neue Politik gegenüber dem Christentum fest, die vor allem auf dessen staatliche Tolerierung hinauslief. Ferner wurde die Schwester Konstantins, Constantia, mit Licinius verheiratet. Die Kompetenzen der beiden Kaiser wurden klar abgegrenzt, Konstantin sollte der Westen unterstehen, Licinius der Osten. Das hieß aber auch, daß der letzte Rivale im Osten, Maximinus Daia, nun endgültig ausgeschaltet werden mußte. Dieser, in die Enge gedrängt, ging Anfang 313 selbst zum Angriff über, eroberte Byzanz und gelangte bis nach Thrakien. Doch der überraschte Licinius fing sich schnell und schlug Maximinus bei Tzirallum, daraufhin zog sich dieser nach Kleinasien zurück und beging im Sommer 313 in Tarsos Suizid. Er wurde unter die damnatio memoriae gestellt, seine Frau und die Tochter Diokletians, die sich bei ihm aufgehalten hatte, wurden getötet. Die Kirche schlachtete auch diesen Sieg wieder propagandistisch aus und feierte ihn als einen Triumph der Gläubigen über die Heiden und Christengegner. Sie sah sich darin in ihrem eschatologischen Weltverständnis gestärkt.

Konstantins Aufstieg zur Macht

Nun stand nur noch die Machtfrage zwischen Konstantin und Licinius im Raum, doch sie sollte zunächst nicht entschieden werden. Während Konstantin mit den Germanen an der Rheinfront beschäftigt war, mußte Licinius die Verhältnisse in seinen neu hinzugewonnenen Ostgebieten regeln. Doch als im Jahr 316 n. d. Z. ein Komplott gegen Konstantin, in dessen Mittelpunkt ein gewisser Bassianus gestanden hatte, aufgedeckt wurde und Licinius die Auslieferung eines Mitverschworenen verweigerte, erklärte ihm Konstantin noch im Herbst des Jahres den Krieg. Die Truppen Konstantins konnten trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit nach Pannonien vorstoßen und zwangen Licinius im Oktober 316 zum Rückzug. Nachdem eine Schlacht auf dem Campus Mardiensis im Patt geendet hatte, streckten die beiden Kontrahenten noch einmal die Friedensfühler aus. Licinius trat alle Balkangebiete bis auf Thrakien ab, im Gegenzug wurden die aus Konstantins Stellung als maximus Augustus resultierenden Vorrechte teilweise eingeschränkt, die beiden Einflußbereiche auch juristisch schärfer voneinander abgegrenzt. Ferner wurde beschlossen, die Söhne Konstantins, Crispus und Konstantin II. sowie den Sohn des Licinius, Licinius II., zu Caesares zu erheben.

In den nächsten Jahren war Konstantin danach mit Kämpfen an der Donaugrenze beschäftigt, und als er 323 zur Abwehr eines Goteneinfalls in den Machtbereich des Licinius eingedrungen war und damit dessen Rechte verletzt hatte, kam es zum letzten und entscheidenden Waffengang. Mit einem riesigen Truppenaufgebot – Konstantin soll über 120.000 Fußsoldaten, 10.000 Reiter und eine Flotte von 200 Kampf- und 200 Transporteinheiten verfügt, Licinius eine noch größere Armee befehligt haben – drängten die beiden Rivalen jetzt auf die Entscheidung. Die Auseinandersetzung gewann zudem noch religiösen Charakter dadurch, daß Licinius die Christen in seiner Einflußsphäre bekämpfte und harte Vorgehensweisen gegen christliche Gemeinden billigte. Konstantin dagegen berief sich auf das Christentum, betete und zog unter christlichem Feldzeichen in die Schlacht. Schnell wendete sich das Blatt zu Konstantins Gunsten, im Juli 324 n. d. Z. gelang der Durchbruch, Licinius mußte sich zurückziehen, die thrakischen Besitzungen aufgeben, während zeitgleich die Flotte unter dem Befehl des Konstantinsohnes Crispus die Flotte des Licinius besiegen und Byzanz belagern konnte. Licinius, der sich mittlerweile nach Chalkedon eingeschifft hatte, erlitt bei Chrysopolis am 18. September 324 eine katastrophale Niederlage. Konstantin belagerte Licinius in Nikomedia, so daß dieser schließlich kapitulierte. Er wurde abgesetzt, seine Amtshandlungen wurden annulliert, doch wurde ihm das Leben gelassen und ein Alterssitz in Thessaloniki zugewiesen. Nur ein Jahr später wurde jedoch angeblich kolportiert, daß Licinius mit Barbaren verhandelt habe, um seine alte Stellung wiederzuerlangen. Infolgedessen wurde er auf Urteilsspruch des Senats hingerichtet.

Konstantin hatte einen triumphalen Sieg errungen, nach zwei Jahrzehnten der Wirren und inneren Kämpfe war er alleiniger Herr des Imperiums. Die diokletianische Reichsordnung war damit faktisch beseitigt, eine neue Form der Herrschaft hatte begonnen. Die christliche Kirche feierte den Sieg Konstantins sodann auch als den gottgewollten Anbruch eines neuen Zeitalters. So schrieb Euseb im Abschluß seiner Kirchengeschichte:

„So lag Licinius niedergeschmettert am Boden. [...] Genommen war nun von den Menschen jede Furcht vor denen, die sie einst bedrängt. In Glanz und Prunk begingen sie festliche Tage. Alles war von Licht erfüllt. Und die zuvor niedergeschlagen einander anblickten, sahen sich an mit freudelächelndem Antlitz und strahlenden Auges. In Reigen und Liedern gaben sie in Städten wie auf dem Lande vor allem Gott, dem König der Könige, die Ehre, wie sie gelehrt wurden, sodann dem frommen Kaiser und seinen gottgeliebten Söhnen. [...] Man freute sich der gegenwärtigen Güter und harrte dazu der künftigen. Und an jeglichem Orte wurden Erlasse des siegreichen Kaisers, voll von Menschenfreundlichkeit, angeschlagen und Gesetze, die da Zeugnis gaben von seiner Freigebigkeit und Gottesfurcht. Da so alle Tyrannei beseitigt war, verblieb Konstantin und seinen Söhnen allein, fest und unangefochten das Reich, das ihnen gehörte. Und diese tilgten zu allererst den Gotteshaß aus dem Leben und zeigten, eingedenk des Guten, das sie von Gott erfahren, ihre Liebe zur Tugend und zu Gott und ihre Frömmigkeit und Dankbarkeit gegen die Gottheit durch Taten, die sie offen vor den Augen aller Menschen vollbrachten.“

Die Regierung Konstantins

In der Zeit seiner Regierung als Kaiser seit 306, als Alleinherrscher über das Reich seit 324 sollte Konstantin zahlreiche Weichen stellen und entscheidende Umwälzungen und Neuordnungen vornehmen. Teilweise sollten diese bis ins Mittelalter hinein Bestand haben.

Die Inszenierung der Macht

An seinen Vorgänger Diokletian anknüpfend entwickelte Konstantin ein neues Herrschaftsverständnis, das die Person des Kaisers noch weiter stilisierte und überhohte, in einem stärkeren und umfassenderen Maße, als dies bisher überhaupt je der Fall gewesen war. So vereinigte Konstantin Elemente der orientalischen und hellenistischen wie der christlichen Geisteswelt, um diese in die Begründung seiner eigenen Stellung einfließen zu lassen. Unverkennbar spielte dabei auch sein Hang zu prachtvollen und grandiosen Auftritten eine Rolle, der ihn seine Macht demonstrativ zur Schau stellen und in aller Deutlichkeit ausüben ließ. Hatte der Kaiser noch zu Prinzipatszeiten die römische Toga getragen, trug er jetzt eine reich geschmückte Tunika, die ihn klar von den Senatoren und allen anderen Bürgern Roms abhob. Ferner trug er anstelle des noch im 3. Jahrhundert bevorzugten Panzers in der Schlacht nurmehr Prunkwaffen, einen goldenen Panzer und einen nicht weniger prächtigen Helm. Seit 326 n. d. Z. war sein Haupt zudem mit einem Diadem bekränzt, einer Binde, die früher als Symbol der tyrannis eines Königs verpönt gewesen war.

Aber auch in den Portraits wurden Person und Stellung Konstantins überhöht. Die Zahl der monumentalen Standbilder und gewaltigen Kolossalstatuen stieg sprunghaft an, auf den Münzen wurde der Kaiser mit der Strahlenkrone des sol invictus gezeigt, als rector totius urbis und victor omnium gentium gefeiert. Im allgemeinen fand sich hier wie in so vielen Bereichen des öffentlichen Lebens der Zeit heidnische neben christlicher Symbolik. So ging Konstantin, obwohl er den Kaiserkult nach wie vor bestehen ließ, durchaus auch Kompromisse zugunsten der Christen ein, verzichtete überwiegend auf Titel und Stilisierungen, die ihn zu sehr in die Nähe heidnischer Gottheiten rückten. Daneben gab es aber auch bald ein christliches Kaiserbild, das insbesondere von dem Kirchenhistoriker Euseb formuliert wurde. Hier kommt Konstantin gewissermaßen eine theologische, eschatologische Bedeutung zu. So heißt es:

„Sein [Gottes] Sprecher [gemeint ist Konstantin] ruft gleichsam als ein heiliger Sprecher von Gottes Wort das ganze Menschengeschlecht zur Erkenntnis des Besseren auf, indem er allen Ohren zuruft und mit lauter Stimme allen Menschen auf Erden die wahren Gesetze der Frömmigkeit verkündet. [...] Dieser aber reinigt aus Verlangen nach dem Besseren sein irdisches Reich von dem Schmutz gottlosen Irrtums und ruft Scharen von frommen und heiligen Männern in seinen Palast, bemüht, die ganze Schar seiner Untertanen Mann für Mann zu retten.“

Auch Konstantin selbst legitimierte sein Handeln und seine Stellung mit seiner christlichen Sendung:

„Meinen Dienst hat Gott gefordert und hat ihn für geeignet gehalten, seinen Willen durchzuführen. [...] Von göttlicher Kraft getrieben habe ich die Schrecknisse zerstreut, die auf allen lasteten, damit das Menschengeschlecht, belehrt durch meinen Dienst, zurückkehre zum Gehorsam gegen das ehrwürdige Gesetz und zugleich der Glaube unter der Leitung Gottes sich ausbreite.“

Ebenso wurden seine Familienmitglieder mit zahlreichen Ehrungen überhäuft, so seine Söhne, aber vor allem seine Mutter Helena, die 324 n. d. Z. zur Augusta erhoben wurde, ferner hatte sie Zugriff auf den Schatz des Kaisers. 326 trat sie eine Wallfahrt ins Heilige Land an, wo sie Geldspenden verteilte und Kirchen erbauen ließ. Nach ihrer Rückkehr starb sie im Jahre 327 in Rom. Wie ihr Sohn erfuhr sie später eine Verehrung als Heilige.

Justiz und Rechtsprechung

Wie in praktisch allen Bereichen des öffentlichen Lebens griff Konstantin auch im Bereich der Rechtsprechung persönlich ein und veranlaßte zahlreiche bedeutsame Neuerungen. Jedoch kann von einer Kohärenz seiner Reformpolitik keine Rede sein. Vielmehr ist sie eine Ansammlung unterschiedlichster Initiativen, die teilweise christlich motiviert waren, teilweise von äußerster Härte und Brutalität zeugten, sich dann aber zum Teil auch wieder an klassischen Normen und Rechtsbegriffen orientierten.

Auf dem Gebiet des Strafrechts wurden drastische Gesetzesverschärfungen vorgenommen, beispielweise mußte im Falle eines Ehebruchs der Schuldige zum Tode verurteilt werden, Kinder- und Viehdiebe, Vatermörder und Entführer sollten gemeinsam mit Schlangen in einen Sack genäht und ins Meer oder in einen Abgrund geworfen werden. Gleichzeitig wurde aber auch die Kreuzigung verboten, das menschliche Gesicht für unantastbar erklärt, weiterhin gegen den Gladiatorenkampf auf Leben und Tod vorgegangen. Verordnet wurde darüber hinaus, daß jeder Gefangene das Recht habe, einmal am Tag das Sonnenlicht zu sehen. In anderen Bereichen war Konstantins Justizpolitik konservativer, vor allem hinsichtlich der Sklaverei. Diese wurde beibehalten, auch die Ehe zwischen Sklaven und Freien blieb verboten, Geschlechtsverkehr einer Frau mit einem Sklaven hatte nach wie vor die Todesstrafe zur Folge. Andererseits setzte Konstantin Erleichterungen für die Sklaven durch, insbesondere bezüglich ihrer familiären Rechte wie ihrer Bestrafung.

Verwaltung

Für die konstantinische Zeit charakteristisch ist ein Ausufern der Verwaltung und der Bürokratie, deren Mitarbeiter stetig an Zahl zunahmen und in ihren Zuständigkeitsbereichen in der Kontinuität des dritten Jahrhunderts mehr und mehr Kompetenzen an sich rissen. Auch Konstantins persönliches Hofpersonal wuchs, der Kaiserhof wurde zu einem eigenen bürokratischen Zentrum des Reiches.

Neu war das Amt des magister officiorum, der zum mächtigsten Beamten im Hofpersonal des Kaisers wurde, er führte die unterschiedlichen Verwaltungsbereiche, die scholae, er stand der Palastgarde, den scholae palatinae vor, leitete ferner die agentes in rebus, die Kuriere und zugleich Geheimpolizisten für den Staat waren. Ebenfalls von Bedeutung war der quaestor sacri palatii, der für die Ausarbeitung der Gesetze und Verordnungen des Kaisers zuständig war. Insgesamt weniger verändert wurde dagegen in der Finanzverwaltung, in der sich im wesentlichen nur die Titel und Amtsbezeichnungen änderten, beispielsweise hieß der Leiter des Schatzamtes nun comes sacrarum largitionum, der comes rerum privatarum war für Privatvermögen und Krongut Konstantins zuständig.

In den Diözesen und Provinzen knüpfte Konstantin an die Politik seinens Vorgängers an, neu war hier nur die Stelle des Prätorianerpräfekten, die in den meisten Fällen Angehörigen der konstantinischen Familie zugeordnet waren. Zum Ende des 4. Jahrhunderts sollten die Prätorianerpräfekturen dann zur entscheidenden regionalen Verwaltungsebene werden.

Heer und Außenpolitik

Auch auf dem Gebiet der Heerespolitik führte Konstantin die Reformen Diokletians fort. Die Armee wurde endgültig aufgeteilt in ein Grenzheer, die limitanei, und eine mobile Eingreiftruppe, die comitatenses. Zu diesen gehörten zumeist ferner die neugeschaffenen Garderegimenter, die palatini. Darüber hinaus wurde das Oberkommando der Armee umgebildet, neu eingerichtet wurden die Stellen des magister militum, des Infanterie-, und des magister equitum, des Reitereibefehlshabers. Diese sollten im Verlaufe der Spätantike schließlich sogar zu Schaltstellen der Macht und zu den zentralen Positionen im Gefüge des Reiches werden, ihre Inhaber avancierten oftmals de facto zu den ersten Männern des Staates.

Einher mit dieser Entwicklung ging die zunehmende Bedeutung von ausländischen, insbesondere germanischen Truppenteilen in der römischen Armee. Konstantin hatte ihnen nicht zuletzt seine Macht zu verdanken, hatten doch germanische und britannische Soldaten einen wesentlichen Anteil daran, daß er sich 306 zum Kaiser erheben konnte und daß er 312 an der Milvischen Brücke den Sieg davontrug. Allerdings hatte der geziele Einsatz solcher Einheiten wohl eher pragmatische Gründe. Da die Reichsbevölkerung aufgrund der immer drückenderen politischen Lage stärker an ihren Wohnort gebunden war, mußte man vermehrt auf Truppen aus den Grenzregionen zurückgreifen. Diese Entwicklung sollte sich aber später noch fatal auswirken, als das römische Heer regelrecht „barbarisiert“ werden sollte und fremde Völkerschaften eine beherrschende Stellung in Staat und Armee gewannen, während die eingesessenen Römer dem hilflos gegenüberstanden.

Für das erste jedoch hatte Konstantin mit seinen Reformen das Römische Reich äußerlich konsolidiert, denn 328 n. d. Z. konnten die Alamannen, 332 die Goten an der unteren Donau abgewehrt werden. Mit letzteren wurde ein Vertrag geschlossen, so daß diese dem Reich Hilfstruppen stellten und die Donaugrenze sichern mußten. 334 n. d. Z. konnte ferner eine unmittelbare Bedrohung durch innersarmatische Streitigkeiten dank des klugen Vorgehens des Kaisers abgewendet werden. Schwieriger war die Situation an der Ostgrenze, an der die Perser unter ihrem König Schapur II. erneut durch eine aggressive Politik auffielen. Dieser ließ 334 König Tiran von Armenien, einem Reich, das seit jeher zwischen Rom und Persien umstritten war, deportieren und blenden, weswegen sich dessen Anhänger an Rom wandten und um Hilfe baten. Daraufhin wurde der Konstantinssohn Constantius mit der Leitung von militärischen Maßnahmen gegen die Perser beauftragt, Armenien wurde besetzt und Hannibalianus, ein Neffe Konstantins, zum armenischen König erhoben. Die Auseinandersetzung mit dem persischen Sassanidenreich blieb aber ein schwelender und ungeklärter Konfliktherd, der nur unzureichend und nicht wirklich auf Dauer beseitigt werden konnte.

Gesellschaftspolitik

Gegenüber dem Senat betrieb Konstantin eine zumindest äußerlich aufgeschlossene Politik, wenngleich der Senat politisch bedeutungslos blieb. Allerdings wurde die Zahl der Senatoren verdreifacht, später dann ein neuer Senat in der neugegründeten Stadt Konstantinopel ins Leben gerufen, der ganz dem Kaiser hörig war. Das höchste Amt, das ein Senator innerhalb Roms erlangen konnte, war das eines praefectus urbi, der für Verwaltung und Rechtsprechung in der Hauptstadt zuständig war. Die Patrizier wurden vom Kaiser in ihrer würdevollen Stellung anerkannt und besonders gefördert, Konstantin zog sie in seine unmittelbare Umgebung. Hieran wird wiederum deutlich, daß der Einfluß von Angehörigen der Oberschichten nicht von ihrer Standeszugehörigkeit abhing, sondern von der Gunst des Kaisers. Je nachdem, in welchem Ansehen der Einzelne bei diesem stand, konnte er zu großer Bedeutung aufsteigen, aber ebenso leicht in Ungnade fallen.

Der Ritterstand war von der gewaltigen Erweiterung des Senats schwer in Mitleidenschaft gezogen worden, ein Schlag, von dem er sich nicht mehr erholte. Denn dadurch waren die tatkräftigsten und einflußreichsten Angehörigen dieses Standes in einen höheren versetzt worden, sein innerer Zusammenhalt geschwächt. Er wurde künftig nicht mehr als Stufe des sozialen Aufstiegs benötigt. In eine katastrophale Situation geraten waren die Kurialen, die Angehörigen der Municipalaristokratie, die durch den Zwang, an ihrer jeweiligen städtischen Selbstverwaltung und dem Stadtrat teilzuhaben, finanziell überfordert wurden. Hier kam es zu zahllosen Versuchen, diesem Zwang zu entgehen, was Konstantin mit etlichen Verordnungen zu unterbinden suchte.

Schlimm sah es für die Mittelschicht aus, die wirtschaftlich ausgepreßt wurde und in weiten Teilen verelendete. Deren Wegbrechen ging einher mit einem immer stärkere Auseinanderdriften der römischen Gesellschaft in Arm und Reich, einer immer größeren sozialen Ungleichheit. Zugleich wurde das soziale System immer starrer, Aufstiegsmöglichkeiten dagegen schwanden. Das konstantinische Regime hat diese Entwicklung bewußt gefördert, da der spätantike Staat nur dann seine volle Kontrolle ausüben konnte, wenn er den sozialen und wirtschaftlichen status quo, die Zusammensetzung der Schichten unverändert hielt.

Religionspolitik

Das Feld von Konstantins Politik, das die weitere Entwicklung der Welt am nachhaltigsten geprägt hat, ist der religiöse Bereich, zugleich ist es aber auch die Thematik, die in der späteren Diskussion am kontroversesten beurteilt wurde und noch immer viele Fragen aufwirft. Fest steht nur, daß sich Konstantin im Laufe seiner Regierung mehr und mehr dem Christentum zuwandte, wann dies geschah und inwieweit er selbst christliche Ideen verinnerlichte, ist aber umstritten.

Das Verhältnis zum Christentum

Ob Konstantin wirklich im Jahre 312 n. d. Z. mit der Schlacht an der Milvischen Brücke zum Christentum bekehrt wurde, ist fraglich. Jedenfalls hat er sich in den folgenden Jahren erstmals stärker dem Christentum zugewandt, auch wenn er dem Heidentum nach wie vor verbunden blieb, zumal in seiner Stellung als pontifex maximus, als Oberpriester über alle zugelassenen Reichskulte. Dementsprechend sah er sich auch den christlichen Gemeinden übergeordnet und akzeptierte keine kirchliche Gewalt neben sich, sondern behandelte das Christentum wie jeden anderen Kult des Reiches auch, indem er hier aktiv und äußerst direkt in das Gemeindeleben eingriff. Erstmals tat er das im Donatistenstreit, bei dem es um die Auseinandersetzung zwischen der Mehrheitskirche und einer vor allem in Nordafrika verbreiteten Minderheit der Christen, den sogenannten Donatisten, die jene Gläubigen, die in den Zeiten der Verfolgungen ihr Christentum verleugnet hatten oder kollaboriert hatten, nicht in ihren Reihen akzeptieren wollten, ging. Konstantin setzte sich persönlich gegen die Lehre der Donatisten ein und forderte sie zum Widerruf ihrer Anschauungen auf. Nachdem dies sich jedoch als erfolglos erwiesen hatte und es sogar zu Ausschreitungen gekommen war, ging Konstantin in dieser Sache mit aller Entschiedenheit vor. Es kam zu Schließungen donatistischer Kirchen, Bischöfe wurden verbannt und gegen Anhänger der Donatisten wurde mit Hilfe des Militärs vorgegangen. Das Ergebnis war aber ernüchternd, denn die donatistische Gemeinde erwies sich als äußerst widerstandsfähig und wurde durch die staatlichen Verfolgungen in ihrer Lebenskraft nicht im geringsten geschwächt. So verkündete Konstantin schließlich ihre Anerkennung und Duldung, auch um unnötigen Ärger vor der entscheidenden Konfrontation mit Licinius zu vermeiden.

Das Konzil von Nicaea (325) in einer mittelalterlichen Ikone

Ein weiterer, in seiner Nachwirkung noch viel bedeutsamerer Problempunkt war die Frage des Verhältnisses von Gott zu Jesus, um das ein Streit entbrannte, in dessen Mittelpunkt der Presbyter Arius mit seiner Lehre stand, die im Groben besagte, daß Vater und Sohn wesensverschieden seien, da nur der Gottvater ein unendlicher und überirdischer Gott sei, Jesus als sein Sohn dagegen zunächst Mensch gewesen sei und praktisch erst im nachhinein vergöttlicht wurde. Die Gegenposition war, daß der Vater und sein Sohn wesenseins seien, freilich der Sohn vom Vater gezeugt sei. In diesem Zusammenhang fand 325 n. d. Z. das Konzil von Nicaea statt, das eine im wesentlichen bis heute gültige Definition fand. Dort wurde formuliert, daß der Sohn „aus dem Wesen des Vaters kommend, gezeugt, nicht geschaffen und wesenseins mit dem Vater“ sei. Wesenseins ist hier eine Übersetzung des griechischen homooúsios, was zur verbindlichen Formel wurde. Die Lehre der Arianer, die diesen Kompromiß nicht akzeptieren wollten, wurde verworfen und Arius zusammen mit zwei weiteren Bischöfen exkommuniziert und verbannt. Ferner wurde auf dem Konzil die Organisation der Kirche im Gesamtreich geregelt und ein allgemeingültiger Termin des Osterfestes bestimmt. Bezeichnend ist, daß die Versammlung unter der Leitung Konstantins als Nichtchristen stattgefunden hatte und dieser selbst in Rundschreiben an die Gemeinden die Ergebnisse des Konzils verkündete.

Nur wenig später, im Jahr 327 n. d. Z., versöhnte sich Konstantin allerdings schon wieder mit Arius und verdeutlichte damit einen Wandel seiner theologischen Anschauungen. Eine neue Schärfe erhielt der Streit zwischen Arianern und den Angehörigen der orthodoxen Lehre dann allerdings durch das Auftreten des Athanasius, der 328 n. d. Z. neuer Bischof von Alexandria wurde. Dieser, ein charismatischer wie in der Sache unerbittlicher Kleriker, wurde immer wieder zum Ausgangspunkt und zur zentralen Gestalt zahlreicher Konfrontationen. Seine kompromißlose Verfechtung der Dreieinigkeit brachte ihn in Gegensatz zu den Arianern, die folglich für seine Absetzung eintraten. Schließlich befaßte sich 335 die Synode von Tyrus mit den Streitigkeiten und erklärte Athanasius für abgesetzt, wenig später wurde er von Konstantin nach Trier verbannt. Arius wurde rehabilitiert, er starb noch im selben Jahr.

Das Verhältnis zum Judentum

Aus religiösen Gründen hatte Konstantin seit seiner Annäherung an den christlichen Glauben eine antijüdische Haltung, die sich auch in seiner Politik niederschlug, so wurde das für die Juden seit den Tagen Hadrians bestehende Verbot, Jerusalem zu betreten, wieder strenger eingehalten. Sklaven, ob sie christlich oder altgläubig waren, mußten freigelassen werden, wenn sie von Juden beschnitten worden waren, ferner durften Juden keine Christen mehr als Sklaven halten, denn es wäre nicht zu vertreten, „daß die Prophetenmörder und Herrentöter die vom Erlöser Geretteten im Joch der Knechtschaft halten.“ [1] Die Ausübung der jüdischen Religion blieb freilich nach wie vor legal.

Die Gründung Konstantinopels

Neben seinem Übertritt zum Christentum ist es vor allem der Entschluß, an der Stelle der Stadt Byzanz eine zweite Hauptstadt des Reiches namens Konstantinopel zu errichten, mit dem Konstantin die Welt auf lange Zeit hinaus prägen sollte. Der Ort war strategisch günstig gewählt, direkt am Marmarameer am Übergang von Europa nach Asien gelegen, kam ihm eine politisch-militärische wie verkehrsmäßige Schlüsselstellung zu. 324 n. d. Z. wurde mit den Bauarbeiten begonnen und am 11. Mai 330 n. d. Z.. wurde die Stadt offiziell eingeweiht. Um die Stadt auch äußerlich ihrer Stellung als „zweitem Rom“ gerecht werden zu lassen, wurden aus dem ganzen Reich Statuen und Denkmäler herangeschleppt, teilweise sogar Tempel ausgeraubt. Jacob Burckhardt spricht vom „schändlichsten und massenhaftesten Kunstraub der ganzen Geschichte“.

Zahlreiche Privilegien und Ehren wie Symbolismen sollten die Stadt als zweites Reichszentrum hervorheben, Konstantinopel wurde von allen Steuern befreit und gehörte künftig weder einer Diözese noch einer Provinz an, es war wie Rom auf sieben Hügeln gebaut, hatte vierzehn Stadtbezirke und erhielt auch einen eigenen Senat, dem zunächst etwa 300 Mitglieder angehörten. Eine große Bibliothek wurde errichtet und eine Universität gegründet. Auch wurden den Einwohnern der Stadt, nach dem Vorbild der frumentationes in Rom, kostenlose Getreideverteilungen zugesichert. Damit war klar, daß Konstantinopel eine Rom in jeder Hinsicht ebenbürtige zweite Hauptstadt darstellen sollte. Und während Rom in der Spätantike und im frühen Mittelalter zunehmend verfiel, war Konstantinopel weiterhin eine Metropole von Weltrang. Als Zentrum des Byzantinischen Reiches blieb es darüber hinaus im Mittelpunkt des historischen Geschehens.

Tod und Nachfolge

Früh schon hatte sich Konstantin um eine konsequent dynastische Regelung der Erbfolge gekümmert und hatte zu diesem Zwecke seine Söhne von Anfang an in die Bahnen einer zukünftigen Stellung als Regenten des Reiches gelenkt. 317 n. d. Z. wurden Crispus (Lebensrune.png um 305) und Konstantin II. (Lebensrune.png 316) zu Caesares, das heißt zu untergeordneten Mitkaisern ernannt, Constantius II. (Lebensrune.png 317) wahrscheinlich 324 und Constans (Lebensrune.png 323) 333 n. d. Z. Konstantin II., Constantius II. und Constans waren die Söhne aus der Ehe mit Fausta, Crispus dagegen entstammte der früheren Verbindung mit Minervina. Ferner wurde Dalmatius, der Sohn von Konstantins Halbbruder, der anders als Konstantin aus der legitimen Ehe des Constantius Chlorus mit Theodora hervorging, 335 zum Caesar erhoben, dessen Bruder Hannibalianus zeitgleich zum König von Armenien.

Zu einer familiären Katastrophe kam es im Jahr 326 n. d. Z. Der erstgeborene Sohn Konstantins, Crispus, wurde – möglicherweise aufgrund einer Intrige – auf Befehl des Vaters ermordet, kurze Zeit später ließ Konstantin auch seine Ehefrau Fausta töten, da sie wohl auf ungeklärte Weise in die Tragödie des Sohnes verwickelt war. Umstritten ist auch die Rolle der Kaiserinmutter Helena, die jedenfalls wenig später eine Wallfahrt ins Heilige Land antrat.

Konstantin starb am 22. Mai 337 n. d. Z. in Nikomedia. Noch auf dem Sterbebett war er getauft worden, in weißen Taufgewändern ereilte ihn der Tod. Möglicherweise hoffte er durch diese späte Taufe alle Sünden seines Lebens vergeben zu bekommen, möglicherweise sah er sich aber auch zuvor noch an seine Würde als pontifex maximus und den damit zusammenhängenden Pflichten gegenüber den paganen Kulten verbunden. Nach seinem Tod wurde er wie die nichtchristlichen Kaiser vor ihm konsekriert, zugleich ließ er sich jedoch in einem eigens für ihn errichteten Mausoleum bei der Apostelkirche in Konstantinopel beisetzen, sein Sarg wurde inmitten von zwölf Gedenkstelen, die an die Apostel erinnern sollten, plaziert. Gewissermaßen erschien Konstantin hier also als der „dreizehnte Apostel“.

Die Herrschaft über das Reich wurde, wie es Konstantins Maßnahmen bereits eingeleitet hatten, unter seinen Söhnen aufgeteilt. Konstantin II. (337–340) und Constans (337–350) regierten im Westen, Constantius II. (337–361) verwaltete den Osten. Bald schon brachen Bürgerkriege unter den Kaisern aus, in deren Verlauf zunächst Konstantin in Italien zu Tode kommen sollte, dann Constans dem Usurpator Magnentius zum Opfer fallen sollte. Nachdem der für seine tiefe Frömmigkeit bekannte Constantius II. diesen besiegt hatte, übernahm er die Alleinherrschaft im Reich und damit die Nachfolge Konstantins.

Nachwirkung

Konstantins Taufe durch Papst Silvester. Gemälde von Raffael

Konstantins Verflechtung mit der Kirchengeschichte, der Beendigung der Verfolgungen und dem Anfang einer Entwicklung, die das Christentum zur unbestrittenen Religion des Römischen Reiches wie des gesamten Abendlandes werden ließ, sicherte ihm eine Idealisierung und Stilisierung im christlichen Geschichtsbild der nächsten anderthalb Jahrtausende. Ungebrochene Verehrung wurde ihm in der Ostkirche zuteil, wo er als Heiliger und Isapostolos – „Apostelgleicher“ gefeiert wurde. Für den Osten des Reiches, aus dem sich schließlich das Byzantinische Reich herausbildete, wurde Konstantin der Große so etwas wie ein Urvater und Idealherrscher. Er galt dort als Vorbild aller ihm nachfolgenden Kaiser.

Im Westen dagegen wurde er zwar nie in den offiziellen Heiligenkalender der römischen Kirche aufgenommen, fand aber in einzelnen Regionen kultische Verehrung, so z. B. in England. Auch war er für das spätere Kaisertum von äußerst wichtiger Bedeutung. Beispielsweise wurde Karl der Große als „Neuer Konstantin“ bezeichnet oder sah sich Otto III. in der Nachfolge des ersten christlichen Kaisers. Für das Mittelalter schwerwiegend sollten aber darüber hinaus die Legenden der Silvestertaufe und der „Konstantinischen Schenkung“ sein, wonach Konstantin der Kirche als Dank für die Heilung vom Aussatz durch Papst Silvester I. die westliche Reichshälfte versprochen haben soll. Lange sollte diese damit ihren Weltmachtsanspruch rechtfertigen und es dauerte bis ins späte Mittelalter, ehe die „Konstantinische Schenkung“ als Fälschung entlarvt wurde.

Die Person Konstantins des Großen wurde nichtsdestoweniger über einen langen Zeitraum hinweg idealisiert. Doch seit der Aufklärung tauchten vermehrt kritischere Sichtweisen auf, vertreten insbesondere durch die Philosophen Montesquieu und Voltaire. Montesquieu kritisierte unter anderem die Gründung Konstantinopels, die er vor allem auf die Ruhmsucht Konstantins zurückführte. Des weiteren sah er in der Förderung des Christentums eine fatale Entwicklung, da die christliche Moral das Römische Reich von innen ausgehöhlt habe. Ähnlich negativ äußerte sich Voltaire in seiner Darstellung Konstantins, den er als grausamen Tyrannen beschrieb, der nur seine eigenen Machtinteressen im Blick gehabt habe. Der Kaiser habe eine absolute Herrschaft errichtet in einer Form, wie sie Rom zuvor unbekannt gewesen sei. Die Gründung Konstantinopels habe den Untergang des Reiches beschleunigt, da sich in der neuen Stadt leicht eine Sultansherrschaft nach persischem Vorbild etablieren konnte. In der alten Hauptstadt Rom sei dies nicht möglich gewesen. Die Kirche sei verweltlicht und von Machtgier befallen worden, während man über theologischen Fragen die Verteidigung des Reiches vergessen habe.[2]

Etwa zeitgleich schrieb Edward Gibbon seine „History of the decline and fall of the Roman Empire“. Wie Montesquieu und Voltaire gab er dem Christentum eine Mitschuld am Niedergang des Imperiums:

„Die Geistlichkeit verkündete mit Erfolg die Lehre der Geduld und des Kleinmutes, die Tatkraft der Gesellschaft wurde entmutigt, und die letzten Reste soldatischen Geistes wurden in den Klöstern begraben. [...] Die Kirche und selbst der Staat wurden von religiösen Parteiuungen zerrüttet, deren Streitereien zuweilen blutig und die stets unversöhnlich waren. Die Aufmerksamkeit der Kaiser wurden von den Feldlagern auf Synoden abgelenkt, auf der römischen Welt lastete eine neue Art von Tyrannei, und die verfolgten Sekten wurden zu den heimlichen Feinden ihres Landes.“[3]

Andererseits hob er auch die Leistungen Konstantins hervor, der die von Diocletian eingeleitete Stabilisierung des Reiches nach der Krise des dritten Jahrhunderts fortgeführt habe, jedoch haben einige seiner politischen Handlungsweisen wie die Aufnahme von Barbaren in das römische Heer zum Niedergang des Reiches beigetragen, auch merkte er seinen „grenzenlosen Ehrgeiz“ an, der sein ganzes Vorgehen und Streben bestimmt habe. Im Unterschied zu Voltaire unterteilte er die Herrschaft Konstantins in zwei Phasen, in der ersten habe er gute Ansätze gezeigt, in der zweiten haben sich dann aber vor allem seine negativen Charaktereigenschaften als bestimmend erwiesen und er habe die christliche Moral zu seinen Zwecken mißbraucht. Daneben wollte Gibbon ihm aber durchaus eine eigene, ehrliche Religiosität zugestehen, die Voltaire ihm noch weitgehend absprechen wollte.[4]

Noch kritischer urteilte im 19. Jahrhundert der schweizerische Historiker Jacob Burckhardt in seinem Werk „Die Zeit Constantins des Großen“, das allerdings strikt zwischen dem Politiker und dem Menschen Konstantin trennte. Politisch sei Konstantin groß, weil er die weltgeschichtliche Notwendigkeit der Durchsetzung des Christentums, dessen Dynamik, organisatorische Überlegenheit und Macht erkannt habe. Menschlich aber sei er alles andere als bewundernswert, da er ein im Kerne unreligiöser Mensch gewesen sei, der die Religion nur zur Legitimierung seines eigenen Handelns benutzt habe, er sei der „Egoist im Purpurgewand, der Alles was er tut und geschehen läßt, auf die Erhöhung seiner eigenen Macht bezieht und berechnet“. Die Christen täten nach Burckhardts Ansicht gut daran, Konstantin nicht als heilsgeschichtliches Vorbild zu nehmen:

„Die christliche Kirche hat an diesem furchtbaren, aber politisch großartigen Menschen nichts zu verlieren, so wie das Heidentum nichts an ihm zu gewinnen hätte.“

Trotzdem kam er nicht umhin, Konstantin Bewunderung dafür zu zollen, daß er die Macht- und Kräfteverhältnisse in seiner Zeit mit klarem Blick erfaßt habe. Zugleich bestand jedoch im Bündnis mit der Kirche die Gefahr, daß die weltliche Macht eines Tages der geistlichen untertan werden könnte, was in konstantinischer Zeit aber noch keineswegs der Fall gewesen sei, vielmehr sei der „geniale Mensch“ Konstantin selbst Herr über die Kirche gewesen.[5] Mochte Jacob Burckhardt keine tiefergehende Religiosität bei Konstantin erkennen, so versuchen neuere Darstellungen dem persönlichen Glauben des Kaisers stärker gerecht zu werden. Dabei wurde darauf hingewiesen, man könne Konstantin nur aus seiner Zeit heraus verstehen, in der die Transzendenz im Leben des Einzelnen wie der Gesamtheit eine gestiegene Bedeutung einnahm, die für einen Menschen der Moderne vielleicht nur schwer nachvollziehbar sei. Auch wurde das Christentum dabei nicht mehr unbedingt als (eine) Ursache des Untergangs des Römischen Reiches angesehen. Der britische Althistoriker Peter Heather verneinte in seiner vielbeachteten Monographie „Der Untergang des Römischen Weltreichs“ letztlich negative Auswirkungen der Hinwendung Konstantins zum Christentum auf die Funktionsfähigkeit des Reiches. Das Römische Reich des 4. Jahrhunderts sei nach den Reformen Diocletians und Konstantins von ungebrochen imponierender Macht und Stärke, seine außenpolitische Stellung gefestigt gewesen. Allerdings wollte er nicht leugnen, daß der Triumphzug des Christentums zu einem kulturellen Bruch und einer weltanschaulichen Revolution in der römischen Welt geführt habe.[6]

Letzten Endes werden Konstantins Maßnahmen, sein Verhältnis zum Christentum, sein persönlicher Glaube wohl immer Gegenstand erbitterter Debatten sein. So verkündete der Panegyriker Nazarius im Jahre 321: „Vergessen wird Constantin erst, wenn die Menschen ausgestorben sind.“[7]

Die konstantinische Dynastie

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Zitate

Zitate von Konstantin dem Großen

  • „Es ist ja vollständig klar, daß niemand die Märtyrerseligkeit auf eine Weise verdienen kann, die der religiösen Wahrheit fremd und unangemessen ist. Daher werde ich diejenigen unverzüglich ihren Lohn für ihren Wahnsinn und ihre freche Halsstarrigkeit finden lassen, in denen ich Gegner des göttlichen Rechts und der Religion selbst erkenne und die ich der Schuld des Religionsfrevels überführe. Ich werde dafür sorgen, daß sie wissen, was sie zum vollständigen Glauben haben müssen, und rufe das Heil als Zeugen an, daß ich über Volk und Kleriker, die die ersten sind, genauestens die Untersuchung führen und so richten will, wie es als wahrhaftig und fromm offenbar ist, und ich werde diesen Menschen zeigen, welcher und was für ein Kult der Gottheit darzubringen ist.“[8]
  • „Allmächtiger Gott, ich rufe dich an. Sei mild und gnädig deinen Bewohnern des Ostens, verleihe durch deinen Diener Heilung den Deinen in allen Provinzen, die von langer Trübsal bedeckt waren. Nicht unbillig erbitte ich das, Herr aller Dinge, heiliger Gott, denn unter deiner Führung habe ich die heilbringenden Taten unternommen und durchgeführt. [...] Ich liebe wahrhaft deinen Namen und verehre deine Macht, die du durch viele Zeichen bewiesen und dadurch meinen Glauben gestärkt hast. So treibt es mich jetzt auch Hand ans Werk zu legen, um dir das hochheilige Haus wiederherzustellen, das jene abscheulichen und verbrecherischen Menschen durch gottlose Verwüstung geschändet haben.“[9]

Zitate über Konstantin den Großen

  • „Das Jubiläum des großen und glücklichen Ereignisses, durch das vor sechzehn Jahrhunderten der Kirche endlich Frieden gewährt wurde, erfüllt alle katholischen Völker mit höchster Freude und ladet sie ein zu Werken der Frömmigkeit, und Uns selber gemahnt sie vor allem, die Schätze der himmlischen Gnadengeschenke zu öffnen, damit aus dieser Feier auserlesene und reichliche Früchte im Herrn gewonnen werden.“ — Papst Pius X. im Jahre 1913 anläßlich des 1600. Jahrestages des Ediktes von Mailand[10]
  • „Eine hohe geschichtliche Notwendigkeit hatte das Christentum auf Erden eingeführt, als Abschluß der antiken Welt, als Bruch mit ihr, und doch zu ihrer teilweisen Rettung und Übertragung auf die neuen Völker.“ — Jacob Burckhardt: Die Zeit Constantins des Großen
  • „Eine menschlich imponierende oder charakterlich überzeugende Gestalt ist Konstantin ebensowenig gewesen wie andere römische Kaiser oder erfolgreiche moderne Politiker. Aber seine Entscheidungen wurden nicht nur für die Geschichte der Spätantike, sondern auch für diejenige des mittelalterlichen Europa und des Byzantinischen Reiches grundlegend.“ — Karl Christ: Geschichte der römischen Kaiserzeit

Literaturempfehlungen

  • Josef Jenko: Heidentum und Christentum des Kaisers Konstantin des Grossen, 1907 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Theodor Brieger: Constantin der Grosse als Religionspolitiker, Gotha 1880 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Theodor Zahn: Constantin der Grosse und die Kirche, 1876 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • F. M. Flasch: Constantin der Grosse als erster christlicher Kaiser, 1891 (PDF-Datei) Für Nicht-VSA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!

Sekundärliteratur

  • Andreas Alföldi: The Conversion of Constantine and Pagan Rome, Oxford 1969
  • Bruno Bleckmann: Konstantin der Große, Reinbek 1996
  • Jochen Bleicken: Constantin der Große und die Christen, München 1992
  • Hartwin Brandt: Geschichte der römischen Kaiserzeit von Diokletian bis zum Ende der Konstantinischen Dynastie, Berlin 1998
  • Jacob Burckhardt: Die Zeit Constantins des Großen, 1853
  • Manfred Clauss: Konstantin der Große und seine Zeit, München 1996
  • Alexander Demandt: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284–565 n. Chr., München 1989
  • Alexander Demandt / Josef Engemann (Hgg.): Konstantin der Große. Kolloquiumsband, Trier 2006
  • Edward Gibbon: The History of the Decline and the Fall of the Roman Empire, London 1776–1788
  • Peter Heather: The Fall of the Roman Empire. A New History, London 2005
  • Paul Veyne: Als unsere Welt christlich wurde (312–394). Aufstieg einer Sekte zur Weltmacht, München (C.H. Beck) 2008; frz. Original: Paris (Éditions Albin Michel) 2007
  • Joseph Vogt: Constantin der Große und sein Jahrhundert, München 1960
  • Catherine Nixey: The Darkening Age: The Christian Destruction of the Classical World. Pan, 2018, ISBN 978-1509816071 [352 S. – linkskonforme Sicht], Buchbesprechung: A. Graham: Die christliche Zerstörung der klassischen Welt

Netzverweise

Siehe auch

Fußnoten

  1. Euseb: Vita Constantini 4,27 in der Übersetzung von Joseph Vogt.
  2. Heinrich Schlange-Schöningen: Das Bild Konstantins in der Neuzeit, in: Alexander Demandt, Josef Engemann (Hrsg.): Konstantin der Große. Kolloquiumsband, Trier 2006, S. 291ff.
  3. Edward Gibbon: Verfall und Untergang des römischen Imperiums, Bd. 5, 2. Auflage München 2004, S. 321f.
  4. H. Schlange-Schöningen: Das Bild Konstantins in der Neuzeit, S. 294f.
  5. ebd., S. 286f.
  6. Peter Heather: Der Untergang des Römischen Weltreichs, Stuttgart, Zweite Auflage 2008, S. 149ff.
  7. zitiert nach: Alexander Demandt: Die Spätantike. Römische Geschichte von Diocletian bis Justinian 284–565 n. Chr., 2. Auflage München 2007, S. 103
  8. nach Optatus von Mileve: Wider den Donatisten Parmenian, Anhang 7 – Übersetzung nach H. Kraft
  9. Euseb: Vita Constantini II,55 – Übersetzung von H. Kraft
  10. Jubiläumsbüchlein zur Konstantinsfeier, hg. von einem Priester der Diözese Paderborn, Paderborn 1913


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