Morell, Theodor

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Leibarzt Prof. Dr. med. Theodor Morell

Theodor „Theo“ Gilbert Morell (Lebensrune.png 22. Juli 1886 in Trais, heute Münzenberg; Todesrune.png 26. Mai 1948 in Tegernsee) war ein deutscher Urologe, Arzt, Sanitätsoffizier und von 1936 bis 1945 Leibarzt Adolf Hitlers.

Leben

Prof. Dr. med. Theodor Morell (1886-1948), Leibarzt des Führers, Ritterkreuz des KVK ohne Schwertern 24.02.1944.jpg

Theodor Morell wurde 1886 in Trais-Münzenberg als Sohn eines Volksschullehrers geboren. Morell legte sein Abitur 1906 in Gießen ab und studierte anschließend Medizin in Gießen, Heidelberg, Grenoble, Paris und München, dort promovierte er 1913 bei Albert Döderlein.

Nach abgeschlossenem Medizinstudium reiste er als Schiffsarzt auf diversen deutschen Hochseeschiffen zur See. 1914 ließ er sich als praktischer Arzt in Dietzenbach bei Offenbach nieder.

Erster Weltkrieg

Er nahm als Freiwilliger am Ersten Weltkrieg teil (nach anderen Quellen wurde er 1915 zum Militär eingezogen und als Stabsarzt eingesetzt). An der Westfront diente er als Bataillonsarzt und als Feldarzt in einem Kriegsgefangenenlager in Ohrdruf (Thüringen). Anfang 1918 wurde er wegen eines Nierenleidens als dienstuntauglich entlassen.

Zwischenkriegszeit

Nach dem Ersten Weltkrieg siedelten er und seine Frau sich mit einer Praxis in Berlin an, in der hauptsächlich reiche Geschäftsmänner und Juden verkehrten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 trat er dann der NSDAP bei. Durch Adolf Hitlers Leibfotograf Heinrich Hoffmann kam er dann in Kontakt mit dem Führer, der ihn mit offenen Armen empfang und ihn, nach einem Weihnachtsbesuch 1936, dann zu seinem Leibarzt machte. In Morells Unterlagen taucht Hitler stets als „Patient A“ auf. Morell wurde am 24. Dezember 1938 von Hitler der Titel Professor verliehen.

Zweiter Weltkrieg

Bei Hitlers Ärztestab war Morell nicht beliebt, allen voran Dr. Karl Brandt traute Dr. Morell nicht. So kam es zu Meinungsverschiedenheiten zwischen Dr. Brandt und Dr. Morell bzgl. der medikamentösen Behandlung Adolf Hitlers durch Morell. Daraufhin sprach der Führer ein Machtwort, das sich zu Gunsten Dr. Morells auswirkte. Darüber hinaus wurde Morell für Forschungszwecke ein Budget bewilligt. Für eigene Geschäfte wurde ihm freie Hand gelassen, er hatte verschiedene Drogerieprodukte im Handel.

Im Februar 1944 überreichte Adolf Hitler, im Beisein von Heinz Linge und Otto Günsche, Dr. Morell das Ritterkreuz zusätzlich zum Kriegsverdienstkreuz.

Besonders in den beiden letzten Jahren des deutschen Reiches verschlechterte sich der Zustand des Führers immer mehr. Dr. Brandt und andere Ärzte Adolf Hitlers warnten Hitler davor, daß er an einer falschen Behandlung durch Dr. Morell litt. Aber der Führer blieb seinem Leibarzt treu. Am 20. April 1945 teilte der Führer dem erkrankten Dr. Morell mit, daß er nun keine medizinische Behandlung mehr brauchen würde. Hitler hatte sich schon für den Freitod entschieden. Der SS-Arzt Werner Haase und Dr. Ludwig Stumpfegger blieben dennoch im Führerbunker, um, gemeinsam mit Heinz Linge, die Verabreichung der täglichen Medikamente zu beaufsichtigen. Auch der Zahnarzt der Reichskanzlei (und persönlicher Zahnarzt der Familie Goebbels) SS-Sturmbannführer Dr. Helmut Kunz, noch bis 21. April 1945 Adjutant des Chefarztes im Amt für Sanitätswesen der SS und danach einem Lazarett unweit der Reichskanzlei zugeteilt, blieb nun im Bunker.

Hitler hatte angeordnet, daß Albert Bormann, Admiral Karl-Jesko von Puttkamer, Dr. Hugo Blaschke, Johanna Wolf, Christa Schröder und zahlreiche anderen Getreuen mit der Fliegerstaffel des Führers (Flughafen Tempelhof) im Laufe der nächsten drei Tage Richtung Obersalzberg ausgeflogen werden sollten. Am 23. April 1945 wurde Morell aus Berlin ausgeflogen und in ein Krankenhaus in der Nähe von Bad Reichenhall verlegt. Zuvor soll er auf Bitten die Ampullen mit Zyankali für Eva Braun und die Geschwister Goebbels hinterlassen haben.

Gefangenschaft

Am 17. Juli 1945 wurde er dann von den US-amerikanischen Besatzern interniert, nach ausgiebigen Verhören entließ man ihn 1947 als haftunfähig.

Tod

Prof. Dr. med. Theodor Morell verstarb 1948 in einem Krankenhaus in Tegernsee, im Süden Bayerns, so kam es zu keiner Anklage und evtl. Verurteilung im sogenannten „Nürnberger Ärzteprozeß“. Seine handschriftlichen Krankenakten des Führers als „Patient A“ sind überliefert.

Familie

Dr. Morell hinterließ Gattin Johanna „Hanni“, geb. Moller (Schauspielerin), mit der er seit 1919 ggf. 1920 verheiratet war.

Rezeption

Injektionen

Morell, dem Hitler absolut vertraute, steht in dem Verdacht, seinen Patienten durch entsprechende Spritzen schrittweise gesundheitlich zu Grunde gerichtet zu haben. Dieser Vorwurf wurde von Rudolf Heß in Nürnberg sogar dahingehend erhoben, daß der Leibarzt des Führers, Morell, im Dienste der Sowjets Hitler vergiftet habe.

Gegenüber Erich Kempka wies Morell in der Nachkriegszeit diese Gerüchte zurück, als sich beide in einem Internierungslager wieder trafen und Kempka ihn darauf ansprach.[1] Später erschienen weitere Bücher zu der Thematik, u. a. von Hans-Dietrich Röhrs und Henning Fikentscher.

Unwirksames Läusepulver

Während der Kriegsjahre kaufte Morell in Hamburg und im mährischen Olmütz Fabriken, in denen er unter anderem Hormonpräparate, Vitaminkonzentrate und ein Anti-Läuse-Präparat namens „Russla“ herstellen ließ. Das Läusepulver hatte Morell selbst für die Wehrmacht entwickelt. Es zeigte bei Versuchsreihen Wirkung, wurde von den Soldaten aber abgelehnt. Es strömte einen widerlichen Geruch aus und mußte, um wirksam zu sein, in trockenem Zustand verwendet werden. Wegen der einfachen Verpackung und der Verhältnisse, unter denen die Soldaten lebten, wurde das Mittel häufig feucht und dadurch wirkungslos. „Die Läuse lebten munter weiter“, bemerkte ein Militärarzt.[2] Auf Weisung Hitlers schaffte die Wehrmacht das Mittel „Russla“ im großen Stil zur Vermeidung des durch Läuse übertragenen Fleckfiebers an. Das Anfang 1942 entwickelte Läusepulver soll sich noch im gleichen Jahr an „der Ostfront bereits hervorragend bewährt“ haben. Morell erzielte dadurch zeitweise hohe Einkünfte. Erst 1944/1945 setzte sich ein Konkurrenzprodukt durch.

Bildergalerie

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Literatur

  • Hans-Dietrich Röhrs:
    • Hitler – Die Zerstörung einer Persönlichkeit. Grundlegende Feststellungen zum Krankheitsbild, Kurt Vowinckel Verlag, Neckargemünd 1965
    • Hitlers Krankheit. Tatsachen und Legenden. Medizinische und psychische Grundlagen seines Zusammenbruchs, Kurt Vowinckel Verlag, Neckargemünd 1966
  • Henning Fikentscher: Prof. Dr. med. Theodor Morell. Ein stiller Mann in der Führungsspitze des Deutschen Reiches von 1936 bis 1945, Kurt Vowinckel Verlag, Neckargemünd 1975
  • 96-book.png PDF David Irving: Die geheimen Tagebücher des Dr. Morell – Leibarzt Adolf Hitlers, Wilhelm Goldmann Verlag, München, 1. Auflage 1983, ISBN 3-442-30009-6
  • Ernst Günther Schenck: Prof. Dr. med. Theodor Gilbert Morell. Hitlers Leibarzt und seine Medikamente, Bublies, Schnellbach 1998

Fußnoten

  1. Erich Kempka: Ich habe Adolf Hitler verbrannt, Kyrburg-Verlag, München 1950
  2. Auf Rotglut, Der Spiegel, 18/1969