Irving, David

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David Irving

David John Cawdell Irving (Lebensrune.png 24. März 1938 in Brentwood, Grafschaft Essex, England) ist ein britischer Privatgelehrter,[1] Schriftsteller und Publizist.

Einführung

David Irving in Warschau 2007

Irving wurde zunächst durch sein Buch „Der Untergang Dresdens” (1963 erschienen) bekannt, der ersten umfassenden historischen Abhandlung über den alliierten Bombenterrorangriff auf die Zivilbevölkerung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945. Später veröffentlichte er weitere Bücher über die Zeit des Nationalsozialismus, so zum Beispiel Biographien über Adolf Hitler, Joseph Goebbels und Winston Churchill.

Seit 1988 bezweifelt er mehr oder weniger die offizielle Erzählung zum „Holocaust“, insbesondere den Einsatz von Giftgas im KZ Auschwitz-Birkenau gegen Menschen statt Läuse zur Typhusbekämpung. Er gilt daher als Geschichtsrevisionist und „Holocaustleugner”. Bundesdeutsche und österreichische Behörden, die sich gegen Meinungsfreiheit und Freiheit der Forschung stellen, sprachen Einreiseverbote gegen ihn aus. Am 11. November 2005 wurde er aufgrund eines seit 1989 gegen ihn ausgestellten Haftbefehls in Österreich festgenommen und am 20. Februar 2006 von der dortigen politischen Justiz zu drei Jahren Haft verurteilt, von denen er 13 Monate verbüßen mußte.

Leben

David John Cawdell Irving wurde am 24. März 1938 als jüngster Sohn des britischen Marineoffiziers John James Cawdell Irving und dessen Ehefrau, der Ilustratorin Beryl Irene Newington, in Hutton bei Brentwood (Grafschaft Essex) geboren. Dort wuchs er mit seinen Geschwistern John, Nicholas und Jennifer auf. Er besuchte die Public School „Sir Antony Browne's School“ in Brentwood in Essex und studierte dann Physik, Wirtschaftswissenschaften und Geschichte an der University of London (ohne Abschluß). Anschließend arbeitete Irving ein Jahr lang beim Thyssen-Konzern im Ruhrgebiet, um seine deutschen Sprachkenntnisse zu verbessern.

Wirken

Berufstätig wurde Irving als Publizist und Historiker. Er beschäftigte sich seit seinem Studienabschluß vorwiegend mit zeitgeschichtlichen Fragen und veröffentlichte zwischen 1959 und 1961 in englischen Zeitungen und Zeitschriften Beiträge über wirtschaftliche und historische Themen in Deutschland. Von Oktober 1961 bis Januar 1962 publizierte die Kölner „Neue Illustrierte“ eine Serie von Irving mit dem Titel: „Wie Deutschlands Städte starben“. Im April 1963 erschien Irvings erstes Buch „The Destruction of Dresden“ (dt. 1964) und wurde wie alle weiteren ein Verkaufsschlager. Für dieses Buch hatte Irving zuvor unbeachtete Unterlagen über die Hintergründe des englischen Luftangriffs auf Dresden ausgewertet. Seither lobte die Fachkritik an seinen Studien zum Zweiten Weltkrieg die sorgfältigen Recherchen. Nach Meinung des SPIEGEL (25. Juni 1990) gefiel sich Irving „in der Rolle des Außenseiters, der prominenten Historikern mangelnde Quellenkunde und handwerkliche Ungenauigkeiten“ vorwarf.

International bekannt wurde Irving in erster Linie durch seine beiden Hitler-Biographien „Hitlers Weg zum Krieg“ und „Hitlers Krieg“. Irving belegte, daß Hitler – bis etwa Oktober 1943 – nichts von der sogenannten „Endlösung“ gewußt habe.[2] Die BRD-Szenehistoriker Martin Broszat und Hans Mommsen kritisierten Irvings Folgerungen, kamen aber zu dem Ergebnis, daß es in der Tat keinen Hitler-Befehl zur „Endlösung“ gegeben habe. Eine gekürzte Fassung seiner Hitler-Studien mit einigen charakteristischen Änderungen publizierte Irving 1989 unter dem Titel „Führer und Reichskanzler – Adolf Hitler 1933–1945“. Das Wort „Vernichtungslager“, das Irving in den vorangegangenen Büchern noch verwendet hatte, war darin nicht mehr enthalten. Er berief sich auf den sogenannten „Leuchter-Report“, in dem Fred Leuchter feststellte, daß es in den Konzentrationslagern Auschwitz, Birkenau und Majdanek keine Exekutions-Gaskammern gegeben habe.

Irving unternahm während des Europawahlkampfes 1984 im Auftrag der „Deutschen Volksunion“ eine Vortragsreise durch die BRD. In der Folge sprach der Publizist auch vor der Bundeswehr und Einheiten der amerikanischen Streitkräfte in Stuttgart und Frankfurt am Main sowie im Audimax vieler deutscher Universitäten. Wegen des „Verdachts der Propaganda und Betätigung für den Nationalsozialismus“ ließ das Innenministerium der Republik Österreich Irving im Juni 1984 festnehmen und in die Bundesrepublik Deutschland abschieben. Irving prozessierte dagegen in Wien, und eigenem Bekunden zufolge erklärten die Gerichte die Abschiebung für gesetzeswidrig. Im November 1989 wurde er erneut aus der Republik Österreich abgeschoben. Im Januar 1993 verurteilte das Landgericht München Irving wegen „Beleidigung und Verunglimpfung des Ansehens Verstorbener“ zu einer Geldstrafe in Höhe von 30.000 DM. Er hatte am 21. April 1990 im Münchner Löwenbräu-Keller u. a. gesagt, man wisse „inzwischen, daß die den Touristen in Auschwitz gezeigte Gaskammer eine Attrappe ist, die nach dem Kriegsende von den Polen erbaut wurde“. Im November 1993 wurde Irving nach einer Verfügung der Münchner Ausländerbehörde aus der BRD ausgewiesen. Im März 1996 bestätigte das Verwaltungsgericht München die unbefristete Ausweisung. Wegen der rechtskräftigen deutschen Gerichtsurteile wurde Irving anschließend auch aus Kanada abgeschoben. Einreiseverbote sprachen ihm zionistisch unterwanderte Staaten (→ ZOG) wie Australien, Südafrika und Neuseeland aus.

1990 lag in deutscher Übertragung der erste Teil einer Churchill-Biographie von Irving vor („Churchill. Kampf um die Macht“), in der er laut „Neuer Zürcher Zeitung“ (26. Juni 1991) die These vertrat, „Churchill sei durch sein bedingungsloses Festhalten am totalen Krieg gegen Nazideutschland, sein kompromissloses Ablehnen aller deutscher Friedensvorstöße zum Zerstörer des englischen Empire geworden“. Ein zweiter Band der Churchill-Biographie wurde angekündigt.

Im Auftrag der „Sunday Times“ reiste David Irving im Juni 1992 nach Moskau, um dort die Tagebücher des einstigen Reichspropagandaministers Joseph Goebbels zu sichten, die Mitarbeiter des Münchner Instituts für Zeitgeschichte entdeckt hatten. Das Vorhaben der „Sunday Times“, Auszüge der bisher unbekannten Teile der Tagebücher abzudrucken, führte in der britischen Öffentlichkeit vor allem deshalb zu heftigen Auseinandersetzungen, weil die Texte von Irving in die heutige Schrift umgeschrieben und übersetzt wurden. Im April 1996 stoppte der US-Verlag St. Martin's nach scharfen Protesten in letzter Minute den Druck einer Goebbels-Biographie von Irving. In England war dieses Buch ab dem 14. April 1996 unter dem Titel „Mastermind of the Third Reich“ in den Handel gebracht worden.

Für internationale Schlagzeilen sorgte der „Holocaust-Leugner“ Irving im Frühjahr 2000 mit seinem Rechtsstreit gegen die jüdische Shoaistin Deborah Lipstadt („Denying the Holocaust“) und Penguin-Books. Nach einem mehrwöchigen Prozeß verlor Irving am 11. April 2000 vor dem Obersten Gericht in London die Verleumdungsklage. Richter Charles Gray stellte fest, daß Irving ein aktiver Holocaust-Leugner, Antisemit und Rassist sei, der mit rechtsgerichteten Extremisten zusammenarbeite und argumentierte weiter, er habe aus ideologischen Gründen absichtlich historisches Material manipuliert und verfälscht wiedergegeben. Die internationalen Reaktionen auf den Prozeßausgang waren positiv. „Der Verstand triumphiert“, lästerte „DIE ZEIT“ (19. April 2000).

Irving darf nach einem Urteil der Berufungskammer des Obersten Gerichtes in London (20. Juli 2001) weiterhin als „Holocaust-Leugner“ bezeichnet werden. Er mußte die Kosten der Verteidigung in Höhe von umgerechnet über sechs Millionen DM tragen.

In der Steiermark in Österreich wurde Irving am 11. November 2005 aufgrund eines Haftbefehls des Landgerichts Wien vom 8. November 1989 wegen des „Verdachts des Verstoßes gegen das Verbot der NS-Wiederbetätigung“ verhaftet. Er war unterwegs zum Stiftungsfest der Wiener Studentenverbindung „Olympia“.

Das Wiener Straflandesgericht verurteilte Irving am 20. Februar 2006 gemäß § 3g des sogenannten „Verbotsgesetzes“ zu drei Jahren Haft ohne Bewährung. Eine englische Zeitung kommentierte diesen Akt mit der Feststellung: „Das ist keine Bekämpfung des Faschismus, das ist Faschismus.“ Einem Historiker das Recht abzusprechen, historische Ereignisse anders zu sehen als es den derzeitigen Machthabern paßt, wurde von Kritikern als Schande für einen Staat bezeichnet, der sich selbst gern als Rechtsstaat tituliert. Die Methode, ihm dabei eine politische Absicht zu unterstellen, erinnere an die Zeiten der Inquisition, als jeder, der den Tatbestand der Hexerei bestritt, automatisch selbst zum Helfer des Teufels erklärt wurde. Das Oberlandesgericht Wien setzte am 20. Dezember 2006 im Berufungsverfahren die verbleibenden zwei Jahre Haft für Irving zur Bewährung aus. Irving war damit frei und konnte den Herrschaftsbereich des österreichischen Regimes verlassen. Irvings Strafverteidiger war Herbert Schaller.

Irving verlegte seinem Wohnsitz nach Florida. In einem Interview mit der spanischen Tageszeitung „El Mundo“ (5. September 2009) erklärte er den „Holocaust“-Begriff zu einem kommerziellen Werbeslogan, den Juden seit den 1970er Jahren erfunden und mit derselben Propagandatechnik wie Goebbels (→ Nazi-Vergleich) zu einer Mode gemacht hätten. Im Februar 2009 erklärte er sich bereit, dem aus Argentinien ausgewiesenen britischen Geistlichen und „Holocaust“-Zweifler Richard Williamson zu helfen, wie er seine Ansichten vertreten könne, ohne sich juristisch strafbar zu machen[3]. Im September 2010 unternahm Irving eine neuntägige Reise durch Polen, bei der er eine Reisegruppe zu Schauplätzen des Zweiten Weltkrieges führte, u. a. zum damaligen Führerhauptquartier „Wolfsschanze“ und nach Treblinka.

Anläßlich des 70. Jahrestages der Bombardierung Dresdens sprach Irving vor 500 Personen in Dresden.[4] Gegen Irving bestand ein von den BRD-Behörden erlassenes 20jähriges Einreiseverbot, das ursprünglich 2012 auslaufen sollte und von Irving schließlich auf gerichtlichem Wege zu Fall gebracht wurde, nachdem die BRD-Vertreter ihm weiter die Einreise durch eine Verlängerung des Einreiseverbots bis 2022 hatten verweigern wollen.[5][6]

Kritik

Irving ist in seiner Argumentation und seinen Darstellungen nicht immer konsequent bzw. stringent. Seine Bücher enthalten durchaus auch Hitler-Zitate, deren Echtheit angezweifelt werden kann.

Familie

David Irving war von 1959 bis 1982 in erster Ehe mit einer Spanierin verheiratet und hat mit dieser vier Töchter. Eine zweite Ehe schloß Irving mit der Dänin Benté, geb. Høgh, mit der er eine weitere Tochter hat. Die Familie lebt in Windsor bei London, Madrid und München sowie in Florida.

Zitate über Irving

  • Irving ist ein fabelhafter Pionier der Zeitgeschichte, der großartige Bücher geschrieben hat. Ganz zweifellos ein Historiker von der Größe eines Joachim Fest.“ — Rolf Hochhuth
  • Tatsache ist, daß Irving mehr über den Nationalsozialismus weiß, als die meisten professionellen Gelehrten auf diesem Gebiet. Sein Buch über Hitler bleibt die beste Studie, die wir über die deutsche Seite des 2. Weltkriegs besitzen.“ — Gordon A. Craig in „Los Angeles Times“ vom 7. Januar 2000, S. 1

Werke (Auswahl)

  • True Himmler, 2020 [über 700 S., mit Illustrationen], Buchvorstellung und Bezugsnachweis – 20 Jahre Ermittlungen und Vorarbeiten für das Buch, auch zu Himmlers angeblichem Selbstmord
  • Mord aus Staatsräson. Churchill und Sikorski – Eine tragische Allianz [Media:Gedenktafel an General Sikorski]
  • The Destruction of Dresden (1963; dt. 1964, Der Untergang Dresdens, Feuersturm 1945) (PDF-Datei, Klappentext und Bestellmöglichkeit)
  • The Mare’s Nest (1964; dt. 1966)
  • The Virus House (1967; dt. Der Traum von der deutschen Atombombe)
  • The Destruction of Convoy PQ 17 (1967; dt. 1983, Schlacht im Eismeer. Der Untergang des Geleitzugs PQ 17)
  • Accident. The Death of General Sikorski (1968) (PDF-Datei (englisch))
  • Der überflüssige Soldat (1969)
  • Die Tragödie der Deutschen Luftwaffe. Aus den Akten u. Erinnerungen von Feldmarschall Erhard Milch (1971)
  • Hitler und seine Feldherren (1975)
  • Hitler’s War (1977; dt. 1979, Hitlers Weg zum Krieg)
  • The Trail of the Fox (1978; dt. 1978, Rommel. Eine Biographie)
  • Der Nürnberger Prozeß – Die letzte Schlacht (2003)
  • Aufstand in Ungarn – Die Tragödie eines Volkes (2004)
  • Hitlers Krieg. Die Siege 1939–1942 (1983)
  • The Secret Diaries of Hitler’s Doctor
  • Von Guernica bis Vietnam. Das Leiden der Zivilbevölkerung im modernen Krieg (dt. 1983)
  • The War Between the Generals (1981; dt. 1983, Krieg zwischen den Generälen. Das Alliierte Oberkommando und die Invasion 1944)
  • Hitlers Krieg. Götterdämmerung 1942–1945 (dt. 1986)
  • Göring (dt. 1987)
  • Hess – The Missing Years (1987; dt. Rudolf Heß – ein gescheiterter Friedensbote?)
  • Rommel – Eine Biographie. Verlag Hoffmann und Campe, 1988. ISBN 978-3455089127
  • Führer und Reichskanzler. Adolf Hitler 1933–1945 (PDF-Datei)
  • Das Reich hört mit – Görings Forschungsamt (2004)
  • Churchill’s War (1987; dt. 1990, Churchill. Kampf um die Macht; Bd. 1) Churchill. Kampf um die Macht
  • Goebbels – Mastermind of the Third Reich (1996; dt. 1997, Goebbels. Macht und Magie)
  • Nuremberg, the Last Battle (1997)
  • Churchill’s War Vol. II: Triumph in Adversity (1997)
  • Die Geheimwaffen des Dritten Reiches (2000)
  • Der unbekannte Dr. Goebbels – Die geheimgehaltenen Tagebücher des Jahres 1938 (2000, 36 S., Text).pdf
  • Schlacht um Europa (2004)
  • Der Morgenthau-Plan 1944–1945 (2004)
  • Meine Gefängnisse. Erlebnisse u. Gedanken in österr. Kerkern (2007) FZ-Verlag München ISBN 978-3-924309-83-1
  • Schlachtführer gegen das Reich. Churchills Krieg 1941–1942 (2007) Arndt-Verlag Kiel ISBN 978-3-88741-082-7

Siehe auch

Verweise

Englischsprachig
  • Forty Years of Propaganda Lies – Peter Rushton opens the files, Netzpräsenz Heritage and Destiny, Dezember 2021 [Erstveröffentlichung als Zeitschriftendrucke 96 und 97, 2020]
  • John Wear: ‘Lying About Hitler’ By Richard J. Evans – A Refutation Of David Irving’s Dresden Firestorm Chapter, Netzpräsenz Renegade Tribune, 18. November 2018

Tonräger

englischsprachig

Fußnoten

  1. Das Internationale Biographische Archiv (31/2000) stellt ihn als Wissenschaftshistoriker vor.
  2. Kecke Revision, Der Spiegel, 4. Juli 1977 Vorsicht! Umerziehungsliteratur im antideutschen Sinne!
  3. vgl. SZ, 26. Februar 2009
  4. National-Zeitung, 20. Februar 2015, S. 6
  5. Junge Freiheit (jungefreiheit.de vom 15. November 2012): David Irving kündigt Deutschlandreise an
  6. Junge Freiheit (jungefreiheit.de vom 12. April 2012): Einreiseverbot für David Irving bleibt bestehen