SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“

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Angehörige der Waffen-SS, darunter Soldaten der Sondereinheit „Dirlewanger“ beim Warschauer Aufstand. Im Vordergrund ein Landser mit MP 40.

Die SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“, benannt nach ihrem Kommandeur, dem Offizier und promovierten Staatswissenschaftler Dr. Oskar Dirlewanger,[1] war eine Sondereinheit, die jedoch offiziell vor dem Februar 1945 nicht der Waffen-SS zugehörig war.

Entwicklung

Truppenkennzeichen der Division
Kragenspiegel der SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“ mit zwei gekreuzten Infanteriegewehren und einer Stielhandgranate
  • Wilddiebkommando „Oranienburg“
  • Ab Mai bis 15. Juni 1940 auf Betreiben Gottlob Bergers von Reichsführer-SS Heinrich Himmler aufgestellt als SS-Sondereinheit „Dirlewanger“.
  • Ab 1. September 1940 SS-Sonderkommando „Dirlewanger“.
  • Ab 11. November 1942 trug sie nach Aufstockung die Bezeichnung SS-Sonderbataillon „Dirlewanger“.
  • Ende 1943 SS-Regiment „Dirlewanger“
  • Ab 19. März 1944 wurde sie zum SS-Sonderregiment „Dirlewanger“.
  • Im Juli 1944 wurde das Regiment zur SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“.
  • Februar 1945 die endgültige Aufstockung als 36. Waffen-Grenadier-Division der SS

36. Waffen-Grenadier-Division der SS

Die 36. Waffen-Grenadier-Division der SS wurde auf Befehl Himmlers vom 14. Februar 1945 aus der SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“ und einigen Heeres-Einheiten gebildet (die Aufstockung war am 3. März 1945 vollendet). Obwohl Oskar Dirlewanger wegen seiner 12. Verwundung am 15. Februar bereits am 16. Februar als Sturmbrigadeführer von SS-Brigadeführer und Generalmajor der Waffen-SS und Polizei Fritz Schmedes abgelöst worden war, wurde auch diese Division noch oft mit dem Zusatz Dirlewanger versehen.

Geschichte

Im März 1940 wurde die Sondereinheit als Strafeinheit aus inhaftierten Wilderern gebildet, die sich im Einsatz bewähren konnten, um somit anschließend Straffreiheit zu erlangen. Ein solcher Vorgang war nicht ungewöhnlich, bestand doch ein großer Teil der sowjet-bolschewistischen Truppen, die direkt an der Hauptkampflinie (HKL) eingesetzt wurden, aus verurteilten Kriminellen. Diese kriminellen sowjet-bolschewistischen Einheiten verübten demzufolge zahlreiche Kriegsverbrechen an wehrlosen deutschen Zivilisten, die nie gesühnt wurden. Im Gegenzug auch vereinzelt vorgekommene Übergriffe der Gruppe Dirlewanger wurden jedoch vom SS-Richter Konrad Morgen verfolgt.

Aus dem Wilddiebkommando Oranienburg entstand am 1. September 1940 das SS-Sonderkommando „Dirlewanger“. Ende Dezember 1940 kämpfte das SS-Sonderkommando gegen lose Gruppen entflohener polnischer Sträflinge. Nach Bewachungsaufgaben im jüdischen Ghetto von Lublin erfolgten ein Patrouillendienst beim Bau des sogenannten Buggrabens sowie Einzelaktionen zur Bekämpfung polnischer Partisanen im Raum Lublin und gemeinsam mit der „Kaminski-Brigade“[2] des polnisch-deutschen Bürgermeisters Bronislaw Kaminski sowjetischer Partisanen in der Republik Lokot, die auch die Zivilbevölkerung terrorisierten.

Als Himmler am 29. Januar 1942 befahl, das Bataillon wie eine Freiwilligenabteilung der Waffen-SS zu behandeln, stieß seine Anordnung auf herbe Kritik. So protestierte der Chef des SS-Führungshauptamtes, SS-Gruppenführer Jüttner, persönlich bei ihm: „... die Einstufung ist für die Frontsoldaten der Waffen-SS untragbar und bestens geeignet, unter ihnen erhebliche Unruhe hervorzurufen ...“. Himmler nahm daraufhin seinen Befehl zurück und beließ den Verband weiterhin in der Aufsicht des SS-Hauptamtes. Als Folge davon erhielt die Einheit auch zukünftig ihre Befehle nicht aus Jüttners Führungshauptamt, sondern aus Himmlers eigener Feldkommandostelle (FHQ Hochwald).

Ab Mai 1943 erfolgte aufgrund freiwilliger Meldungen aus allen Konzentrationslagern die erste planmäßige Ausmusterung von KL-Häftlingen und deren Zusammenlegung im KL Sachsenhausen (von diesen Männern gingen ca. 350 über Minsk nach Ossipowitschi) - gleichzeitig trafen etwa 150 neuerfaßte Wildschützen ein. Der Verband bestand nun aus annähernd 720 Mann (Formation: 1 deutsche Kompanie, 1 deutscher Kradschützenzug, 3 russische Kompanien, 1 ukrainischer Zug). Ab Ende 1943 wurden auch verurteilte SS-Angehörige zur Bewährung dort eingegliedert. Die Einheit hatte zuerst Bataillonsstärke, dann Regimentsstärke. Im Sommer 1944 wurde das Kontingent zur Brigade erweitert und als Freiwilligen-Abteilung der Waffen-SS geführt. Im Laufe der Zeit schlossen sich lettische, ukrainische und russische Hilfswillige der Einheit an, so daß diese letztlich aus ca. 250 Deutschen und 500 Fremdvölkischen bestand. Ab Ende 1944 wurden auch weitere Straffällige eingegliedert, so daß von einer Gesamtstärke von bis zu 2.000 Mann gesprochen wird, mit bis zu 80 % Ausländer (→ Ausländische Freiwillige der Waffen-SS).

Die Brigade wurde insbesondere in der Partisanen- und Bandenbekämpfung eingesetzt und kämpfte dann vom 14. bis 29. Dezember 1944 an der Kriegsfront in Ungarn, zuletzt zur Unterstützung der Schlacht um Ofen-Pest.

Division

Die Division verließ Schlesien im März 1945, als die Kämpfe dort abflachten, und wurde der Oderfront zugeteilt.

Endkampf

Nach dem Durchbruch der Sowjet-Bolschewisten durch die Oderlinie im April 1945 wurde die Einheit in die Kämpfe südöstlich Berlins verwickelt und zersprengt. Die Reste der Division wurden am 27. April bei Halbe eingekesselt und gerieten fast vollständig am 29. April in sowjet-bolschewistische Kriegsgefangenschaft.

Nachkriegszeit

Als gesichert scheint zu gelten, daß einige Unterführer des SS-Sonderkommandos nach dem Krieg beim CIA-Sender „Radio Liberty“ unterkamen und von den einfachen Dienstgraden etliche später bei der Aufstellung der ersten Vietkongbekämpfungseinheiten „Green Berets“ Verwendung fanden. Im Mai 1962 berichtete „Der Spiegel“ über eine neue Sondereinheit des VS-amerikanischen Militärs, die im Vietnamkrieg eingesetzt wurde. Das Nachrichtenmagazin nannte sie „Kennedys Partisanen“. Noch 2008 forderte das polnische „Institut für Nationales Gedenken“, daß deutsche Staatsanwälte die noch lebenden Mitglieder der Brigade „Dirlewanger“ verfolgen.

Gliederung (20. Februar 1945)

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  • Waffen-Grenadier-Regiment der SS 72 unter SS-Obersturmbannführer Erich Buchmann
  • Waffen-Grenadier-Regiment der SS 73 unter SS-Sturmbannführer Ewald Ehlers
    • SS-Artillerie-Abteilung 36
      • SS-Füsilier-Kompanie 36
      • SS-Nachrichten-Kompanie 36

(Heerestruppen)

  • Pionier-Brigade 687
  • Grenadier-Regiment 1244
    • Schwere Panzerjäger-Abteilung 681
    • Panzer-Abteilung Stahnsdorf I

Siehe auch

Literatur

  • Will Berthold: Brigade Dirlewanger, Goldmann Wilhelm (1995), ISBN 978-3442035182
  • Rolf Michaelis: Die SS-Sturmbrigade „Dirlewanger“ - Vom Warschauer Aufstand bis zum Kessel von Halbe, Winkelried-Verlag, ISBN 978-3938392218
  • Rolf Michaelis: Die Brigade Kaminski. Partisanenbekämpfung in Rußland - Weißrußland - Warschau, Verlag R. Michaelis, Berlin 1999, ISBN 3-930849-24-0
  • Franz Taut: Brigade der Verdammten. Dirlewanger z. b. V., Heyne Verlag, 1984, ISBN 978-3453014923

Verweise

Fußnoten

  1. Seine Sonderrolle verdankte er seiner in den Ersten Weltkrieg zurückreichenden Freundschaft mit Gottlob Berger, über den er mit der SS-Führung verbunden war.
  2. Die Brigade von Bronislaw Kaminski (russische Selbstschutzmilizen und Antikommunisten) sollte in eine Division der Waffen-SS umgewandelt werden, wogegen ranghohe Befehlshaber der Waffen-SS protestierten, aufgrund ihres Entsetzens über die während der Niederschlagung des Warschauer Aufstands verübten Greueltaten, die von den meist russischen und weißrussischen Kämpfern aus Lokot begangen worden waren.