Wallern im Böhmerwald

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Wallern im Böhmerwald

Staat: Deutsches Reich
Gau: Bayrische Ostmark
Landkreis: Prachatitz
Provinz: Böhmen
Einwohner (1939): 4.099
Koordinaten: 48° 55′ N, 13° 53′ O
Flucht.jpg
Wallern im Böhmerwald befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Tschechei vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.
Der Ringplatz Wallern vor 1915 (Ansichtskarte)

Wallern im Böhmerwald ist eine deutsche Stadt im Sudetenland, die am Goldenen Steig als Rastplatz für Säumer und ihre Saumpferde entstand. Urkundlich wurde Wallern 1359 erstmals erwähnt, die eigentlichen Wurzeln müssen aber doch eine geraume Zeit vorher gelegt worden sein. Das heutige Volary mit nunmehr tschechischer Bevölkerung gibt es erst seit 1946.

Geschichte

Staatliche Holz-Fachschule Haus 46
Schönbauer-Villa Wallern Haus 378
Kriegerdenkmal in Wallern

Besatzung 1945

Wallern wurde kurz vor Kriegsende am 3. Mai 1945 von der VS-Armee besetzt. Die eingekehrte Ruhe war aber nur von kurzer Dauer. Um den 10. Juni kamen bereits die ersten tschechischen Partisanen in die Stadt und etablierten ihre Schreckensherrschaft. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es dort so gut wie keinen Tschechen. In fast allen der über 500 Häuser machten sich Tschechen, sogenannte „Spravces“ bzw. Verwalter breit, beschlagnahmten die Wohnungen der Deutschen, durchsuchten die Häuser, nahmen den Leuten Haus und Hof und alles, was ihnen gefiel, ab und errichteten ihre Schreckensherrschaft.

Anordnung Vertreibung

Einfall der Tschechen 1946

Am 2. Dezember 1945 zog sich dann das VS-Militär zurück, und ab dem 8. März 1946 wurden auch aus Wallern innerhalb weniger Monate alle über 4.000 Einwohner von Tschechen vertrieben und in Viehwaggons als Bettler in die verbliebenden deutschen Staaten abgeschoben. Viele Details über Wallern und das Leben der Wallerer sind in dem Buch „Die Stadt Wallern im Böhmerwald“, zusammengestellt von Franz Karl Walter und Gustav Kindermann, nachzulesen. Dort heißt es in der Einleitung:

„Dieses Buch widmen wir den Wallerern und ihren Kindern und Kindeskindern, die – aufgrund des Nachkriegs-Vertreibungsverbrechens von Tschechen im Jahr 1946 – meist irgendwo in der BRD oder Österreich, aber auch vereinzelt in VSA, Kanada, England und anderen Staaten eine neue Heimat fanden.“

Wallern vor der Besatzung

Der Turnverein Wallern Haus 27
Die Molkerei Wallern Haus 440
Die Bürgerschule in Wallern
Musikschule Oberhofer in Wallern
Vorne Holzhaus 69 dahinter Haus 70
Der Kirchenchor Wallern
Grabstein Bürgermeister Wenzel Haselsteiner Wallern Aufnahme: Jahr 1990
Bürgermeister Wenzel Haselsteiner 1837–1915

Wallern war bis 1946 ein lebendiger Ort mit rein deutscher Bevölkerung, die vorher, bis 1918, zur Donaumonarchie Österreich-Ungarn gehörte. Damit waren alle dort Österreicher und somit Deutsche. Ab 1918 bis 1938 kam das Sudetenland gegen den Willen der überwiegend deutschen Bevölkerung zur neu gegründeten Tschechoslowakei, die sich sehr bald als Besatzerstaat erwies. Nach dem Münchener Abkommen gehörte das deutsche Sudetenland von 1938 an zum Deutschen Reich.

Durch die ungünstigen klimatischen Voraussetzungen war im Böhmerwald den Äckern kein großer Ertrag abzuringen. Dafür blühte jedoch die Vieh- und Weidewirtschaft. Als dann im Jahre 1899 die Eisenbahnstrecke nach Prachatitz, 1900 nach Winterberg, 1910 nach Haidmühle und 1912 eine provisorische bzw. nach 1924 die neu gebaute Molkerei in Betrieb genommen werden konnte, verbesserte sich auch das Leben der Wallerer und vieler Orte in der Nachbarschaft.

In den Jahren ab 1870 mußte sehr viel Holz, das durch einen verheerenden Sturm angefallen war, verkauft werden. Mit diesem Geld bauten die Wallerer eine stattliche Brauerei, die im Jahre 1879 in Betrieb genommen wurde und die teilweise auch die weite Umgebung versorgte.

In der 1873 bzw. 1894 gegründeten und später neu gebauten Staatsfachschule für Holzbearbeitung wurden tüchtige Tischler, Drechsler und Holzschnitzer ausgebildet. Der gute Ruf dieser einzigartigen Schule ging bald weit über die Grenzen hinaus und lockte aus allen Himmelsrichtungen junge Leute an. In kurzer Zeit entstanden eine große Zahl neuer holzverarbeitender Handwerksbetriebe. Daneben gab es ein größeres Sägewerk und eine Fabrik, in der Fahrradketten hergestellt wurden.

Ein Krankenhaus gab es in Wallern nicht. Im Ersten Weltkrieg wurde in der Fabrik ein Lazarett eingerichtet, und nach dem Kriegsende 1945 gab es ein solches in der Holzfachschule. Wallern hatte neben Volksschulen eine sogenannte Bürgerschule, die einer heutigen Realschule vergleichbar ist. Wer ein Gymnasium oder eine Handelsschule besuchen wollte, mußte in die Kreisstadt Prachatitz oder nach Bergreichenstein, Winterberg oder Budweis gehen.

Nicht vergessen werden sollen die vielen Vereine, die Chöre und die Musikalität der Wallerer, die schon als Kinder fast alle ein Instrument erlernten. Das Brauchtum in Wallern war vielfältig. Eine Tonbandkassette, erstellt von Frau Helma Simon-Robl, bietet hier einen sehr guten Einblick.

Viele Ahnenpässe von Wallerer Familien wurden gerettet und stehen mit über 4.000 Datensätzen Interessierten vom Förderverein Wallern/Böhmerwald e. V., der 1993 gegründet worden ist, zur Einsicht zur Verfügung. Bis zu seinem Tod hat Alfred Schiestl zum Teil umfangreiche Stammbäume für Wallerer Familien zusammengestellt. Die Ahnendaten dazu liegen im Böhmerwaldmuseum in Passau. In der Böhmerwäldler Ahnenkartei, zuletzt betreut von Herrn Burkon, Eichendorffstraße 1, 82140 Neu-Esting, sind ca. 40.000 Ahnen-Datensätze aus dem Böhmerwald archiviert.

In einer Wallerer PC-Adreßdatei hat Franz Kindermann (Rosch) über 6.000 Namen mit Alt- und Neuanschriften, Geburts-, Hochzeits- und Sterbedaten erfaßt. Ferner sind Häuserlisten von Wallern, sortiert nach Eigentümern, Hausnamen und Hausnummern, mit Stadtplan erstellt worden. Der Gefallenen beider Weltkriege wird in Gedenkbüchern, die Gustav Kindermann zusammenstellte, gedacht. Auch wurde eine umfangreiche Dialektdatei mit annähernd 4.000 Wörtern zusammengestellt. Seit der Vereinsgründung des FWB wurden bis Ende 2003 zur Information aller Mitglieder 31 „Wallerer Nachrichten“ mit je ca. 12 Seiten herausgegeben.

Der Schreiner mit einer Höhe von 1.264 m ist der Hausberg der Wallerer. Seine Silhouette ist den Vertriebenen immer gegenwärtig. Der Schreinerbach durchquerte Wallern und war bis 1939 in der Stadt für jeden sichtbar. Ungezählte Wäschestücke wurden darin gespült, oder wie es in der Mundart hieß „gfledert“. 1939 wurde der durch den Ort führende Schreinerbach kanalisiert und auf großer Strecke überbaut. Ab 1923 ging das Ortsnetz für die Stromversorgung in Betrieb. Den Strom lieferte das Elektrizitätswerk Mydlovar in der Nähe von Budweis.

Der Begriff „Behm“ für Böhmen galt unter Österreichern für Tschechen. Diese Tatsache darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, daß unter Böhmen alle Ethnien aus Böhmen zu verstehen waren: Deutsche, Deutschösterreicher, Tschechen, Juden, Ungarn, Ruthenen und Slowaken. All diese Ethnien wurden auf deutscher Seite in Bayern – auch heute noch, im Jahre 2003 – als „Behm“ subsumiert.

Das Verhältnis zu Tschechen kann bis 1918 im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn – und auch noch während der ersten Jahre in der CSR – als „normal“ gelten. Es war normal, daß viele Kinder von deutsch sprechenden Österreichern im Austausch in tschechischen Gastfamilien tschechisch und tschechische Kinder deutsch lernten oder auch ihre Lehrzeit dort absolvierten. Bis 1938 kamen tschechische Gemüsehändler regelmäßig nach Wallern und verkauften am Ringplatz ihr Obst und Gemüse. Bis 1938 – 20 Jahre nach Staatsgründung der CSR – und kurz vor dem Münchener Abkommen – spitzte sich die politische Lage zu, die nicht tschechische Bevölkerung wurde mehr und mehr benachteiligt und konnte sich nur „als einem Besatzerregime ausgeliefert“ fühlen. Deutsche, besser gesagt: „bis 1918 gewesene Österreicher“, wurden in ihrem Land und ihrer Heimat von dem ab 1918 neu geschaffenen Kunststaat Tschechoslowakei mit dem Ziel der Zwangsassimilierung immer mehr unter Druck gesetzt. Gegen einen solchen Besatzerstaat, der plötzlich die verschiedenen Ethnien unterschiedlich behandelte, wehrten sich die Benachteiligten deutscher Sprache. Aus dem weitgehend friedlichen Vielvölkerstaat war ein Staat geworden, in dem – im Gegensatz zu Österreich-Ungarn – Tschechen bevorzugt wurden. Böhmen wird von diesen heute fälschlicherweise als Tschechien ausgegeben und böhmisch mit tschechisch übersetzt, was beweist, wie Tschechen mit der Wahrheit umgehen.

Die deutsch sprechende Bevölkerung forderte den Anschluß ihres Gebietes, des Sudetenlandes, an das Deutsche Reich. Es bestand 1938 höchste Kriegsgefahr. Beneš ließ an der Grenze zu Deutschland Bunker bauen, und es bestand die Gefahr, daß Deutsche als Soldaten der CSR im Kriegsfall auf Deutsche hätten schießen müssen. Viele deutsche Familien und auch Tschechen flüchteten aus den Krisengebieten, die einen meist Richtung Österreich oder Deutschland, die anderen in rein tschechische Gebiete. Deutsche mußten ihre Radios abgeben, Militär und Polizei führten Razzien und Hausdurchsuchungen bei Deutschen durch. Deutsche weigerten sich oft, in der CSR Kriegsdienst zu leisten und flüchteten nach Bayern und Österreich oder versteckten sich bewaffnet in den Wäldern.

Durch das Münchener Abkommen kam das Sudetenland ab 1. Oktober 1938 zu Deutschland. Kurz nach dem verlorenen Zweiten Weltkrieg wurden alle Deutschen, Ungarn und die deutsch sprechenden Juden und KL-Opfer, insgesamt etwa 3,5 Millionen Menschen, total enteignet und aus ihrer angestammten Hunderte Jahre alten Heimat vertrieben.

Wallern im Wandel der Zeit

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.

Im südlichen Böhmerwald, zwischen den hohen Bergen der Kubanigruppe und den Salnauer Gipfeln liegt das reizvolle Städtchen Wallern, das als Sommerfrische und Wanderziel beliebt war. Besondere Beachtung fanden die malerischen Holzhäuser, die an Tiroler Vorbilder erinnerten. Leider hatte ein verheerender Brand, der 1863 wütete, die meisten davon zerstört, aber im Ortsteil Am Weiger, an der Säumerstraße und auch außerhalb der Ortschaft, blieben noch zahlreiche Beispiele der älteren Bauweise erhalten.

Der frühere bauliche Zustand gab dem historischen Marktort eine romantische Prägung, die in zahlreichen älteren Bildern und auch in der Literatur ihren Niederschlag fand. Adalbert Stifter und Hans WatzIik sorgten dafür, daß die einstige Raststelle und Säumerherberge zu einer poesievollen Würdigung kam. Denn der Ort verdankt sein Entstehen dem „Goldenen Steig“, dem Handelswege zwischen Prachatitz und Passau, der im Mittelalter eine der wichtigsten Transitverbindungen war. Aus den Alpenländern kamen die Fuhrwerke, beladen mit Fässern voll Salz, nach Böhmen, und als Rückfracht nahmen sie Landesprodukte, Getreide, Wachs, Malz und Bier, später auch Glaswaren und Leinenballen, mit. (Hier irrt der Verfasser, denn es waren zunächst Säumer mit ihren Pferden.)

Anno 1359 wurde der Ort erstmalig erwähnt, wenige Jahre später wandelte sich die bisherige Kapelle St. Katharina zur Pfarrkirche um, und 1420 erhielt die Siedlung das Marktrecht mit eigener Gerichtsbarkeit. Die Zugehörigkeit zum Besitztum der Herren von Rosenberg ließ eine Blütezeit beginnen, die bis an den Anfang des 17.Jahrhunderts dauerte. Dann wirkten sich die Nöte des Großen Krieges verhängnisvoll aus, und im 18.Jahrhundert verlor der „Goldene Steig“ viel von seiner ursprünglichen Bedeutung.

Der Ortsname Wallern weist vermutlich auf eine Niederlassung der Wäldler hin, die in größerer Zahl ansässig wurden, um von dem Säumerweg zu profitieren. Eine Raststelle entstand, Herbergen wurden eingerichtet und vor allem Pferde für den Vorspann bereitgehalten. In guten Zeiten passierten wöchentlich bis zu tausend Gespanne den Ort, die Bewohner Wallerns hielten allein etwa 400 Pferde bereit zum Vorspann.

– Aus dieser Tätigkeit ergab sich die besondere Form der Häuser, sie mußten geräumig genug sein, um Herberge und Ställe zu bieten. Wie es kam, daß die Häuser im „Tiroler Stil“, nämlich mit flachen Satteldächern und Laubengängen an der Giebelseite („Pawlatschen“) errichtet wurden, läßt sich nicht eindeutig klären. In der älteren Literatur wurde erwähnt, daß Wallern als eine Niederlassung alpenländischer Bauern, aus Salzburg oder Tirol stammend, entstanden sein soll. Dafür gibt es aber keine urkundlichen Beweise.

– Daß mancher Fuhrmann oder Händler von dort her eingewandert sein mag, wäre durchaus möglich, aber als „Tiroler Siedlung“ darf Wallern nicht angesprochen werden. Wohl aber mögen die gewinnbringenden Geschäfte mit Passau und dessen Hinterland dazu veranlaßt haben, die alpenländische Bauweise anzunehmen.

– Der Bohlenbau war seit alters im Böhmerwald bodenständig, auch die Schindelverwendung gehört zum Landschaftsbilde. Lediglich die Zierformen, die kunstvoll ausgesägten Galerien, die geschnitzten Giebelleisten und die dekorativen Tür- und Fensterumrahmungen weisen auf alpenländische Vorbilder bin. Auch die Vielzahl der früher vorhandenen Hausmadonnen und Heiligenfiguren mag nach fremden Motiven entstanden sein. Die Freude am Schnitzwerk war den Wäldlern immer eigen, der Handelsverkehr erbrachte dazu viele neue Anregungen. Die Holzhäuser aber sind vor allem ein Beweis, daß dieser Ort immer nur von Deutschen bewohnt war, und diese Eigenart bis zur Heimatvertreibung im Jahre 1945 beibehielt. Wallern, 1871 zur Stadt erhoben, zählte 1939 knapp 4.000 Bewohner, sämtlich Deutsche.

Als der Säumerbetrieb um die Mitte des 18. Jahrhunderts immer geringer wurde, mußten sich die Bewohner nach einem anderen Erwerb umsehen. Zunächst wurde die Leinenweberei gewählt, in jedem Hause klapperte ein Webstuhl. Allein die Einnahmen waren gering, das Angebot aus anderen Landesteilen war zu groß, die Preise sanken immer tiefer ab. Dafür aber kam das Holzgewerbe zur Blüte. An Rohmaterial war kein Mangel, die riesigen Wälder boten Baumstämme genug, die in den Sägemühlen zu Balken und Brettern zerteilt wurden. Die Waldarbeit nahm zu, seit die Herrschaft Wallern 1719 an die Fürstenfamilie Schwarzenberg gekommen war, die allerdings später erst, zur intensiven Forstkultur überging.

Um die Mitte des vorigen Jahrhunderts setzte ein allmählich lebhafter werdender Fremdenverkehr ein, der Einnahmen erbrachte und neue Gaststätten entstehen ließ Die Regierung hatte die wirtschaftliche Bedeutung der Holzgewerbe erkannt, sie veranlaßte 1873 die Eröffnung einer Fachschule für Holzverarbeitung, die sich trefflich entwickelte.

Verbunden damit wurde später die Einrichtung einer ständigen Ausstellung, bei der vor allem ansehnliche Kunstwerke gezeigt wurden. Um 1900 bestanden in Wallern knapp 100 holzverarbeitende Betriebe, dabei 40 Tischlereien. Der Export hochwertiger Möbel spielte im zunehmenden Maße eine wichtige Rolle als Wirtschaftsfaktor.

Sehr zu bedauern ist, daß die Tschechen keinerlei Verständnis für die altertümliche Holzbauweise aufbringen. Von den malerischen Bauwerken mit den zierlichen Galerien sind einige inzwischen abgerissen worden, andere blieben dem Verfall ausgesetzt. Holz ist ein empfindlicher Baustoff, der nur bei verständnisvoller Pflege eine lange Haltbarkeit aufzuweisen hat.

Die Vernachlässigung durch die heutigen Bewohner erfolgt bewußt und ohne Gegenmaßnahmen der Behörde weil die „Tiroler Häuser“ als Zeugen des Deutschtums gelten, die den Tschechen ein Dorn im Auge sind. So geht der eigenartige Charakter Wallerns völlig verloren. Das historische Erbe der „Säumerzeit“ mit dem Kennzeichen deutscher Tatkraft weicht einer unpersönlichen Betriebsamkeit, der jede individuelle Prägung fehlt.

Quelle: Fritz Wiedemann: Wallern im Wandel der Zeiten
Mit Auszügen aus: „Der Böhmerwald“ von Josef Wenzig und Johann Krejci, erschienen 1863, Prag


Willkür und Verhaftungen nach dem Turnerfest vom 17. August 1924 in Wallern

Zum Turnerfest des Turnvereins Wallern im Jahre 1924 war die Musikkapelle Waldkirchen zu Gast. Übliche Veranstaltungen neben dem Kirchgang und einem festlichen Umzug fanden in der Turnhalle und in den umliegenden Gasthäusern, speziell am Ringplatz, statt. An diesem Sonntag, auf dem Höhepunkt der Feststimmung, wurde dann von Gästen im Gasthaus „Zur Linde“, „beim Theobald“, verlangt, das Kaiserlied „Gott erhalte, Gott beschütze, unsern Kaiser, unser Land ...“ und „Die Wacht am Rhein“ zu spielen. Daraufhin erschien die Gendarmerie und verhaftete wegen Spielens einer verbotenen Hymne den Kapellmeister Wolf-Mundl aus Waldkirchen.

Das ließen sich die Wallerer nicht gefallen, und in kurzer Zeit versammelten sie sich zu Hunderten auf dem Ringplatz vor dem Gerichtsgebäude und Gefängnis und skandierten: „Freiheit für den Kapellmeister“, „ausloussn – außer muaß a“ und die Situation spitzte sich so zu, daß sich die Gendarmerie genötigt sah, diesen freizugeben. Vorher hatten die Gendarmen sogar gedroht, in die Ansammlung von Wallerern hineinzuschießen. Tags darauf verhafteten die Tschechen die angeblichen Rädelsführer des „Aufstandes“, und zwar:

Gustav Salzer, Hans Achatz (Bouderer Houns), Wilhelm Riepl (Kirsner), Wenzel Wurm, Anna Haselsteiner, Franz Riepl und zwei Tage später noch Leopold Haselsteiner den Sparkassenleiter, Franz K. Walter, Alois Hois (Lenz-Luisl) und Otto Hois (Sternerschneider).

Als letztere – eskortiert von der Gendarmerie und durch ein Spalier vieler am Straßenrand stehender Wallerer – zum Bahnhof abgeführt wurden, um nach Pisek ins Gefängnis zu kommen, rief Marie (Stadler-) Schilhansl (Ziwerl-Franzl), eine Schwester von Frau Wurm, den Männern zu: „Grüaßts ma a die andern Verbrecher“. Das Ganze hatte für sie dann noch ein Nachspiel. Man drohte ihr mit Verhaftung. Da bekam sie Angst und lief nach Hause. Als sie dann mittags im Stall war und die Kühe molk, erschien ein tschechischer Gendarm und durchsuchte das ganze Haus, wobei er auch in den Stall kam. Er sah zwar Frau Schilhansl, erkannte sie aber nicht und fragte, ob sie nicht wisse, wo die Marie Schilhansl sei. Sie antwortete, sie habe noch nichts gesehen, sie wäre noch nicht nach Hause gekommen. Da ging der Gendarm wieder fort. Einige Tage später bekam sie eine Anklageschrift mit Vorladung an das Kreisgericht Pisek. In der Anklageschrift war die Aussage eines tschechischen Zeugen wiedergegeben, der den Ausruf so beschrieb: „Marie Schilhansl hat bei der Verabschiedung am Bahnhof in Wallern ihre Bluse aufgerissen und gerufen: ‚Herzblut meiniges‘.“ Bei dieser Aussage blieb dieser Tscheche auch bei der Gerichtsverhandlung. Frau Schilhansl bekam einige Tage Arrest.

Der Wirt vom „Gasthaus zur Linde“, Theobald Sitter, wurde im Gericht in Wallern vernommen und gefragt, was die Waldkirchener bei ihm gespielt hätten. Er sagte: „Das Kaiserlied“. Da forderte ihn der Richter auf, den Text zu singen, und das tat der Theobald. Hier muß noch angemerkt werden: Die Melodie des Liedes entstammt dem von Joseph Haydn 1797 komponierten Streichquartett Nr. 77, das unter der Bezeichnung „Kaiser-Quartett“ in die Musikgeschichte einging. Es ist auch die Melodie für das „Lied der Deutschen“, das August Heinrich Hoffmann von Fallersleben 1841 dichtete. Das Deutschlandlied war damals in der ČSR verboten. Von einigen der Verhafteten, die alle zu sechs Wochen Haft verurteilt worden waren, gibt es Fotos, die im Gefängnis entstanden. Auch Postkarten, die ihnen ihre Verwandten schrieben, haben die Zeit überdauert.

Franz Karl Walter erzählte, daß eines Tages plötzlich auch ein großer stolzer Zigeuner mit buschigem Schnurrbart und einem Bündel über der Schulter in die Zelle gesteckt wurde. Kaum auf seiner Pritsche sitzend, richtete dieser seinen Blick verwundert auf die honorige Wallerer Gesellschaft, packte sein Bündel auf und heraus quoll ein Berg feinster Buchteln. Ohne ein Wort zu sagen, warf er als erstes jedem seiner Leidensgenossen eine solche zu.

Natürlich war die Sache mit der Verhaftung damals eine Sensation für Wallern, und es wurde viel über das „Herzblut meiniges“ gelacht.

Nachkriegszeit

Die Böhmerwäldler und Wallerer konnten in den ersten Nachkriegsjahren, zu Zeiten des Eisernen Vorhangs, ihre Heimat nicht besuchen. Sie trafen sich aber regelmäßig nahe der Grenze und schauten vom Hochstein am Dreisesselberg wehmutsvoll hinüber in ihre unvergessenen Heimatorte und auch nach Wallern. In Hessen treffen sich die Wallerer seit ihrer Vertreibung immer am letzten Sonntag im Monat in Östrich-Winkel.

Am Niederwalddenkmal in Rüdesheim entstand in den frühen 1950er Jahren ein Foto der Wallerer, auf dem 107 Personen zu sehen sind. Frau Zita Lichtnecker, ein wandelndes Wallerer Lexikon, konnte bis auf drei alle Namen aus dem Gedächtnis nennen. Zu großen Treffen kommen Vertriebene selbst aus VSA, so kam auch Louis J. Hois, der mit vier Jahren mit seinen Eltern von Wallern nach Milwaukee auswanderte, in den 1950er Jahren, um hier seine Verwandten zu treffen und im bayerischen Wald Urlaub zu machen.

Die Benesch-Enteignungs- und Vertreibungsdekrete wurden bis zum heutigen Tag nicht aufgehoben. Dies ist ein eklatanter Verstoß gegen Menschen- und Völkerrechte und mit der EU-Ordnung nicht zu vereinbaren. Wallern hatte von jeher engen Kontakt zu seinen Nachbarstädten in Niederbayern. Gegenseitige Besuche und gemeinsame Veranstaltungen wurden vor allem mit der Stadt Waldkirchen gepflegt.

Aus dieser Verbundenheit heraus übernahm im Jahr 1989 die Stadt unter Herrn Bürgermeister Hettl für die vertriebenen Wallerer die Patenschaft. Es war, wie später auch das 10. Patenschafts-Jubiläum, mit Herrn Bürgermeister Höppler, ein großartiges Fest unter Beteiligung der Blaskapellen Waldkirchen und Karlsbach. Von beiden Patenschaftsfesten gibt es je einen Kurzfilm, aufgenommen von Bruno Sitter und Friedrich Riepl. Jedes Jahr an Jakobi, am letzten Wochenende im Juli, findet in Waldkirchen das Treffen der Wallerer – meist im Bürgerhaus – statt.

Am 10. Oktober 1997 konnte der Förderverein in der Patenstadt Waldkirchen unter Teilnahme des Stadtrates und des Bürgermeisters, Herrn Jarosch, die Wallerer Heimatstube eröffnen, in der über 500 Exponate und über 2.000 Fotos aus Wallern gezeigt werden. Wie so oft, waren es umsichtige und hilfsbereite Wallerer, die sich als Mitglieder des Vereins verpflichteten, über mehrere Jahre dafür Geld zur Verfügung zu stellen und das Vorhaben mit großzügigen Spenden und vielen wertvollen Exponaten, Erinnerungsstücken und Fotos in selbstloser und großartiger Weise unterstützten.

Aus Hessen reisten zur Eröffnung und zum Wallerer Treffen per Bus 50 Mitglieder an. Eine Böhmerwaldtour fand allgemein großen Anklang. Diese führte über Philippsreut ins Widratal über Obermoldau, Elendbachl, Ferchenhaid mit Besuch des Hochmoorsees, Außergefild an der Widra bis Rehberg und weiter nach Unter- und Bergreichenstein nach Schüttenhofen mit Museumsbesuch und zurück über Winterberg (Böhmerwald) nach Waldkirchen ins Hotel. Eine weitere Fahrt führte die Gruppe ins Mühlviertel nach Österreich.

An Kosten für die Heimatstube, Miete, Nebenkosten und Beaufsichtigung sind monatlich etwa 350,– Euro aufzubringen. Das haben bisher großzügige Spender ermöglicht. Zum heutigen Zeitpunkt (2003) hat der FWB 260 Mitglieder, und im Juli zum jährlichen Treffen kamen 165 in unsere Patenstadt Waldkirchen. Damit das Weiterbestehen der Heimatstube gesichert bleibt, müssen noch mehr Kinder und Kindeskinder der Erlebnisgeneration den Förderverein unterstützen – die Erlebnisgeneration wird altersbedingt von Jahr zu Jahr kleiner.

Die Beiträge in diesem Buch haben meist Wallerer nach ihrer Vertreibung 1946 zusammengestellt und auch neu geschrieben. Besonderer Dank gebührt Otto Fischer, dem früheren Gemeindesekretär von Wallern, der die Verfasser motivierte, alles aufzuschreiben und der die Beiträge drucken ließ und herausgab. Viele Aufzeichnungen und Berichte wurden vor dem Zugriff der Räuber gerettet und oft vor der Vertreibung über die nahe Grenze in Sicherheit gebracht.

Von der Erlebnisgeneration, die 1946 das harte Schicksal der Vertreibung aus der Heimat im Böhmerwald erleiden mußten, sind im Jahr 2003 nur noch wenige übriggeblieben. Auch die Wallerer wurden nach dem Krieg, im Jahre 1946, von Tschechen aus ihrem jahrhundertealten Städtchen brutal in das fast total zerstörte Restdeutschland – damals aufgeteilt in amerikanische, britische, französische und sowjetische Besatzungszonen, als Bettler, unschuldig vertrieben. Die sogenannten Antifaschisten und selbst der Kommunist Franz Böhm, Haus-Nr. 35, der Dachau überlebte, wurden in die sowjetische Besatzungszone abgeschoben. Sie hatten den vermeintlichen Vorteil, wenigstens ihren Hausrat mitnehmen zu können. Haus, Hof und der sonstige Besitz wurde ihnen ebenfalls geraubt. Einige wenige Familien in Wallern verließen 1946 unter dem herrschenden Druck freiwillig die Heimat und durften so wenigstens ihren Hausrat mitnehmen.

Die Vertriebenen im Westen hatten den Vorteil, nach und nach wieder in Arbeit zu kommen, gutes Geld zu verdienen und in Freiheit leben zu können. Bei den Vertriebenen in der späteren DDR sah dies ganz anders aus. Von Freiheit, Freizügigkeit und Verbesserung des Lebensstandards konnten diese Opfer über 40 Jahre nur träumen. Den Vertreibern in den Ostblockländern erging es nicht besser. Die meisten mußten unter armseligen Verhältnissen leben und sind damit für ihr Tun und ihren Haß durch die Ironie des Schicksals bestraft worden. Sie brachten es noch nicht einmal fertig, die Molkerei, die Brauerei, die Fabrik und das Sägewerk zu erhalten und weiterzuführen. Auch die Holzfachschule konnten sie bei ihrem Unverstand nicht erhalten.

Vielen Vertriebenen und den meisten Kindern im Westen boten sich bald meist bessere Chancen als sie diese in der Heimat gehabt hätten. Nach und nach kamen sie zu Anerkennung und Wohlstand und konnten sich ihr eigenes Haus bauen. Einige Erfolgsgeschichten sind in diesem Buch wiedergegeben. Der Wallerer Franz Kindermann (Nout) mit seiner Familie lernte im Rheingau mit den edlen Reben umzugehen, kaufte sich 1959 einen Weinberg, den er neben seinem Beruf bearbeitete und legte so den Grundstock für ein kleines Weingut.

Das härteste Los hatten die Alten nach ihrer Vertreibung zu tragen, die sich plötzlich alleine, verstreut in alle Winde, gedemütigt und geschunden, oft weit weg von ihren Verwandten, zurechtfinden mußten. Im Durchschnitt entfiel auf je zwei Tschechen das gesamte Vermögen eines Vertriebenen. Es hat und wird diesen Vertreibungsprofiteuren kein Glück bringen. Prag wird nicht als „die goldene Stadt“ in unsere Geschichte eingehen, sondern aufgrund der unmenschlichen Geschehnisse in den Jahren 1945 und 1946 als „die Hauptstadt des übelsten Nachkriegs-KZ mit Namen Tschechoslowakei“. Wer sich darüber informieren will, der sollte das Buch „Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen, ISBN 3-7612-0199-0“ lesen.

Das Schicksal der Vertriebenen und ihr Leid werden von deutschen und ausländischen Medien meist tabuisiert oder in unzulässiger Weise als die Folge vorausgegangener nationalsozialistischer Verbrechen dargestellt. Wer sich dieser These anschließt, versündigt sich am Menschen- und Völkerrecht. Gründe, die eine Vertreibung Unschuldiger rechtfertigen würden, gibt es nicht und wird es nie geben. Artikel 25 des Grundgesetzes sagt zum Vorrang des Völkerrechts:

„Die allgemeinen Regeln des Völkerrechts sind Bestandteil des Bundesrechtes. Sie gehen den Gesetzen vor und erzeugen Rechte und Pflichten unmittelbar für die Bewohner des Bundesgebietes.“

Mancher Politiker scheint hier Verständnisprobleme zu haben, und das Grundgesetz wurde in diesem Punkt bestimmt wiederholt gebrochen. Auch viele Wallerer wurden von den Vertreibern an Leib und Leben bedroht, Unschuldige sind als Zwangsarbeiter mehr als 10 Jahre eingekerkert und in Konzentrationslagern unter menschenunwürdigen Verhältnissen zur Arbeit gezwungen worden.

Wallern heute

Wallern ist heute kaum noch zu erkennen. Unter Vandalismus und dem Größenwahn von Raubgesindel wurde es total verändert. Über 100 der uralten Holzhäuser im Oberort, wertvolles Kulturgut, wurden abgerissen und dienten den ersten Räubern als Brennholz. Aus heutiger Sicht ist dieser Frevel insofern bestraft worden, als diese Häuser heute als Museumsdorf, ähnlich wie in Tittling im Bayerischen Wald, eine Attraktion wären und viele Besucher und Touristen sich dafür interessieren würden. Zu einem frühen Zeitpunkt, als viele Häuser den Planierraupen der Tschechen noch nicht zum Opfer gefallen waren, hat Franz Mauritz die Häuser straßenweise in einem Film festgehalten. Unter den Kommunisten wurden erbärmliche Plattenbauten erstellt, die nicht mehr wert sind als früher oder später gesprengt zu werden. Betonplatten und Betonhirne gehören zusammen. Noch heute (2003) sind 80 % der Tschechen der Meinung, die Vertreibung sei zu Recht erfolgt.

Im Sudetenland wurden über 500 entvölkerte Orte von Tschechen gesprengt und dem Erdboden gleichgemacht, Hunderte Kirchen, Denkmäler, Friedhöfe, Kapellen und Marterln wurden vernichtet. In Wallern bot der Kalvarienberg noch im Jahre 1992 ein Bild der Verwüstung. Die Kapelle und das heilige Grab waren geplündert und zerstört. Alle Einschichthöfe und Hunderte Heustadeln haben die Vertreiber dem Erdboden gleichgemacht. Welche Mühe es unsere Ahnen kostete, das Land urbar zu machen, war an den vielen, vielen Steinabgrenzungen zwischen den Wiesen abzulesen.

All diese Steine mußten in mühevoller Arbeit aus dem Boden geholt und an den Feldrändern aufgeschichtet werden. Sie waren Zeugnis, was unsere Vorfahren geleistet haben. Alles was an Deutsche erinnerte, wurde nach 1946 beseitigt, so auch diese Steinmauern, die vielen uralten Holzhäuser, das Kriegerdenkmal und sogar 12 große Häuser am Ringplatz, der heute nicht mehr zu erkennen ist. Am Kalvarienberg wurden alle Stationen des Kreuzweges ausgeraubt und das Heilige Grab, die Kapelle und die Heiligenfiguren verwüstet. Bruchstücke davon haben zwei umsichtige Wallerer gerettet und für die Heimatstube zur Verfügung gestellt. Wir und unsere Kinder werden nichts vergessen und die Hypothek unverbesserlicher Vertreiber wird Europa auf sehr lange Zeit belasten.

Personen

Bekannte, in Wallern geborene Personen

Ehrenbürger von Wallern im Böhmerwald

Zum 130. Geburtstag schrieb Otto Veith im Böhmerwäldler Heimatbrief 9/1991:

Direktor Wenzel Draxler, Heimatkundler und Eisenbahnpionier, (Lebensrune.png am 21. September 1861 in Schreinetschlag, Todesrune.png am 1. Juli 1942 in Wallern).

„Keinem Manne verdankt Wallern so viel wie ihm. Und wer kannte ihn nicht, den großen Mann mit dem gepflegten Vollbart und den klug dreinschauenden Augen? Allein sein Äußeres war bezwingend! In der Stadt und im Umkreis von Wallern war Draxler eine markante Persönlichkeit, geachtet als Schulmann, Stadtrat und Vereinsvorstand, geschätzt als aufrechter, heimatverbundener Mensch. Dem gebürtigen Schreinetschläger wurde Wallern zur Heimat, mit der er sich eng verbunden fühlte. Seine ganze Schaffenskraft stellte er in den Dienst dieser Stadt. In Oberhaid besuchte er die Volksschule dann das Untergymnasium in Prachatitz und die Lehrerbildungsanstalt in Budweis. Vier Jahre wirkte er als Lehrer in Schüttenhofen und ab 1885 bis zu seiner Pensionierung (1923) in Wallern, zuerst als Unterlehrer, dann Lehrer, ab 1900 Leiter und 1905 Direktor der Mädchenschule, von 1920 bis 1922 Bezirksschulinspektor. Unschätzbare Verdienste erwarb sich der Musikliebhaber Draxler beim Männergesangverein Wallern, dessen Seele er war. 1924 berief man ihn zum Obmann des Sängergaues 9 – Böhmerwald –. Auch in dem von ihm gegründeten Deutschen Turnverein Wallern war sein rühriger Geist zu spüren, ebenso im Genossenschaftswesen. Unschätzbar sind seine Aufzeichnungen über die Geschichte der Stadt Wallern. Seine größte Tat war wohl die Errichtung der Böhmerwald-Lokalbahn. Jahrzehntelang zähe Arbeit gegen alle Widerstände krönten sein Werk, als am 15. Oktober 1899 die erste Bahnlinie Wallern – Prachatitz und ein Jahr später, am 18. Juli 1900, die Strecke Wallern–Winterberg feierlich eröffnet werden konnten. Sein Ziel, die Böhmerwald-Lokalbahn mit Passau zu verbinden, erreichte er mit der Anschlußlinie Wallern-Haidmühle. Damals erhielt er von seinen Zeitgenossen den Titel ‚Eisenbahnminister von Wallern‘. Die Stadt Wallern verlieh ihm die Ehrenbürgerrechte in Anerkennung seiner einmaligen Verdienste.“

Filmbeiträge

Die Stadt Wallern im Böhmerwald – Vertreibung aus der Heimat:
(Der Einwohner Franz Karl Walter im Gespräch) / Über das Wappen von Wallern im Böhmerwald


Gruppenfotos aus Wallern im Böhmerwald / Der Ringplatz in Wallern im Böhmerwald


Erinnerungstafel des Fördervereins Wallern/Böhmerwald e. V. am Dreisessel

Der Beschluß der Mitglieder des Fördervereins Wallern/Böhmerwald e. V. von 2009, am Dreisessel eine Erinnerungstafel zu installieren, ist umgesetzt. Am Donnerstag, dem 21. Juli 2011 wurde das „Denkmal“ – drei große, geschichtete Steine mit zwei Bronzetafeln, Stifter-Portrait und Schrifttafel – am Ende des Dreisesselparkplatzes, direkt an der Auffahrt zum Berggasthof von dem Bildhauer Leopold Wenzel Hafner jun. nach seinem Entwurf und der Steinmetzfirma Berlinger aufgestellt. Das von Leopold Hafner sen. geschaffene Stifter-Portrait ist von ihm ein Gruß an alle Wallerer. Die Einweihung erfolgte ein Jahr später am 29. Juli 2012 durch Herrn Pfarrer Hoheisel aus Neureichenau unter Teilnahme des stellvertretenden Landrates von Freyung-Grafenau, Helmut Behringer und des 3. Bürgermeisters von Waldkirchen, Werner Eigenschenk:

Bildergalerie (Heimweh)

Siehe auch

Literatur

Die Stadt Wallern im Böhmerwald.jpg
  • Franz K. Walter / Gustav Kindermann: Die Stadt Wallern im Böhmerwald. Dorfmeister, Tittling 2004, ISBN 3-00-013740-8
  • Dokumente zur Austreibung der Sudetendeutschen, (über 100 Erlebnisberichte, bearbeitet von Wilhelm Turnwald, 589 S.), München 1951, ISBN 3-7612-0199-0
  • Rudolf Kubitschek / Valentin Schmidt: Wallern und die Wallerer, Verlagsanst. Moldavia, Budweis 1921, 116 S. (ger/dt.) Reihe: Böhmerwäldler Dorfbücher
  • Paul Praxl: Wallern und die Wallerer von Rudolf Kubitschek und Valentin Schmidt, Neubearbeitung, Verlag Heimatkreis Prachatitz / Böhmerwäldler Heimatbrief, Schwabenverlag, Aalen 1972
  • Bruno Sitter: Wallern: Tirol im Böhmerwald. Morsak, Grafenau 1991, ISBN 3-87553-383-6
  • Roman Kozák: Zmizelé Čechy – Volarsko, 2006 ISBN 80-7185-748-3
  • Josef Wenzig / Jan Krejčí: Der Böhmerwald: Natur und Mensch, Kapitel VII, Wallern, S. 237 ff., Prag 1860 (PDF-Datei)
  • Böhmerwäldler Heimatbrief, Herausgeber Böhmerwaldheimatkreis Prachatitz e. V.

Verweise

Quelle

Dieser Artikel wurde verfaßt von Franz Karl WALTER, Mitherausgeber des Buches „Die Stadt Wallern im Böhmerwald“, geboren in Wallern im Böhmerwald und dort lebend im Haus Nr. 23 seiner Großmutter bis zu ihrer Vertreibung im Jahre 1946. --Fkwalter 12:05, 23. Feb. 2009 (CET) Den Förderverein Wallern/Böhmerwald e. V. erreichen Sie unter [email protected] und unter Telefon 0611 1899276