Massaker von Katyn

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Beim Massaker von Katyń ermordeten zu Beginn des Jahres 1940 Einheiten des sowjetischen Innenministeriums NKWD in einem Wald bei Katyn (Rußland) mehrere tausend polnische Offiziere und Zivilisten. Ausführend verantwortlich für den Massenmord von Katyn war Lawrentij Berija, der Oberhenker Stalins und dessen „Säuberungen“.

Luftbild der Massengräber von Katyn.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

„Bolschewistische Mordgier dokumentarisch bewiesen“: Berliner Ausgabe des „Völkischen Beobachters“ vom 25. September 1943.

Die Entdeckung der Massengräber 1943 durch die Deutsche Wehrmacht führte zum Abbruch der Beziehungen zwischen der polnischen Exilregierung in London und der Stalin-Sowjetunion. Die Führung der Sowjetunion unter Stalin leugnete lange Zeit die Verantwortung für das Verbrechen und lastete es der Wehrmacht an. Diese Version wurde in der Folge von der stalinistischen und westalliierten Propaganda gegen Deutschland instrumentalisiert.

Auch nach dem Krieg wurde die Lüge durch das Sowjetregime aufrechterhalten und der Bevölkerung im russisch besetzten Polen als einzig erlaubte geschichtliche Sichtweise aufgezwungen. Die VS-amerikanische Regierung ließ die russische Geschichtsfälschung jedoch nach dem Krieg fallen, um sich die Stimmen der Exilpolen zu sichern, nachdem die Sowjetunion vom Verbündeten zum Feind geworden war.

Nach dem Ende der kommunistischen Herrschaft in Polen konnte sich die im Volk vereinzelt noch bekannte und vormals unterdrückte Wahrheit auch offiziell durchsetzen, in Rußland galt allerdings zunächst die stalinistische Version. Erst Gorbatschow stellte 1990 klar, daß die Sowjetunion für den Massenmord in Katyń verantwortlich war. Das Verbrechen belastet bis heute das russisch-polnische Verhältnis. Die Polen verlangen hartnäckig, daß die ehemaligen sowjetischen Täter zur Verantwortung gezogen werden, sofern diese noch am Leben sind. Dazu forderten sie von der BRD die Katyń-Untersuchungsberichte sowie die dazugehörigen Fotos an, welche die nationalsozialistische Staatsführung zur Aufklärung des Verbrechens hatte anfertigen lassen.

Vorgeschichte und Massaker

„Der [polnisch-sowjetische] Krieg begann als klassischer Eroberungsfeldzug – am 8. Mai 1920 rückten polnische Truppen in Kiew ein. [...] er endete trotz einer Reihe von Siegen – die Rote Armee vertrieb die Polen schon im Juni aus Kiew und stand, zwei Monate später, vor den Toren Warschaus – mit einer verheerenden Niederlage. Verantwortlich für diese Niederlage war kein anderer als Stalin. Dieser war seit 1920 Kriegskommissar, also der politisch ranghöchste Funktionär an der Südwestfront, und verfolgte das ehrgeizige Ziel, das schon im Ersten Weltkrieg heftig umkämpfte Lemberg einzunehmen – statt, wie vom Oberkommando empfohlen, der Südflanke Tuchačevskijs vor Warschau, zu Hilfe zu kommen. Er führte, wie Trockij es später formulierte, seinen ‚Privatkrieg‘. So attackierten Budjonnijs Kosaken Lemberg noch eine Woche, nachdem Piłsudski die Rote Armee bei Warschau bereits vernichtend geschlagen hatte. Stalin wurde daraufhin seines Postens enthoben. Diese persönliche Niederlage hat er weder Trotzki noch der roten Generalität noch dem polnischen Offizierskorps verziehen. Trotzkis Entmachtung erfolgte 1927, zehn Jahre später begannen die Säuberungen auch in der Armee [...] Zwischen dem Russisch-Polnischen Krieg und den Morden von Katyn liegen nur zwanzig Jahre.“[1]

Nach der Unterzeichnung des Hitler-Stalin-Paktes und der darauffolgenden sowjetischen Besetzung der von Polen zuvor eroberten sowjetischen Gebiete (sogenanntes „Ostpolen”) im Herbst 1939 gerieten 14.700 Offiziere und Soldaten der polnischen Armee und Polizei in sowjetische Kriegsgefangenschaft.

Am 5. März 1940 unterzeichneten die Mitglieder des Politbüros der KPdSUStalin, Molotow, Kaganowitsch, Woroschilow, Mikojan, Beria und Kalinin – den Befehl zur Exekution von „Nationalisten und konterrevolutionären Aktivisten” in den besetzten Gebieten. Diese weite Definition ermöglichte es, neben Offizieren, Soldaten und Reservisten auch ca. 10.000 polnische Intellektuelle und Polizisten zu massakrieren. Erfaßt wurden schließlich etwa 25.700 Polen, einschließlich der Kriegsgefangenen.

Vom 3. April bis zum 19. Mai 1940 ermordete der sowjetische Geheimdienst NKWD[2] 14.552 Gefangene: die größten Opfergruppen in Katyn, 6.311 aus dem Lager Ostaschkow, 4.421 Mann aus Kozielsk, 3.982 aus Starobielsk, die in Charkow massakriert wurden sowie eine Gruppe aus dem Kriegsgefangenenlager auf einer Insel im Seligersee, in der Nähe von Twer. Die Leichen der Opfer aus Kozielsk wurden ebenfalls im Wald von Katyn vergraben.

Nach dem Beginn des Rußlandfeldzuges 1941 unterzeichnete der polnische Exilpräsident Sikorski am 4. Juli mit dem sowjetischen Botschafter Iwan Majski ein Abkommen über die Bildung einer polnischen Armee im Osten (Sikorski-Majski-Abkommen). Dank diesem sollte angeblich die Sowjetregierung eine Amnestie für Polen erlassen, die zwischen 1939 und 1941 in die Sowjetunion deportiert worden waren. Dazu kam es jedoch nicht. Hierzu heißt es im Gesprächsprotokoll eines Treffens im Kreml am 3. Dezember 1941:[3]

General Władysław Sikorski: „Ich muß Ihnen mitteilen, Herr Präsident, daß Ihre Amnestieverlautbarung nicht befolgt wird. Viele unserer Leute, und zwar die wertvollsten, befinden sich heute noch in Arbeitslagern und Gefängnissen.“
Stalin (notiert): „Das ist unmöglich, die Amnestie betraf doch alle, und alle Polen wurden freigelassen.“
General Władysław Sikorski: „Ich habe hier eine Liste mit den Namen von etwa 4.000 Offizieren, die gewaltsam deportiert wurden und die sich gegenwärtig noch in Gefängnissen und Arbeitslagern befinden. [...] Diese Leute sind hier. Keiner von ihnen ist zurückgekehrt.“
Stalin: „Das ist unmöglich. Sie werden geflohen sein.“
General Władysław Anders: „Wohin hätten sie denn fliehen können?“
Stalin: „Na, vielleicht in die Mandschurei.“

Entdeckung des Massakers

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Öffnung der Massengräber bei Katyn im April 1943 in Anwesenheit polnischer Rot-Kreuz-Mitarbeiter

Im Februar 1943 entdeckten Wehrmachtssoldaten, namentlich von Gersdorff als I c in der Stabsabteilung der Heeresgruppe Mitte, im Wald von Kozy Gory bei Katyn Massengräber mit den Leichen tausender polnischer Offiziere, die nach Aussagen der einheimischen Bevölkerung im Frühjahr 1940 ermordet worden waren.

Die reichsdeutschen Rundfunkmeldungen vom 13. April 1943 über die Funde veranlaßten die Polnische Exilregierung in London, eine internationale Untersuchung durch das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) in Genf zu beantragen. Gegen dieses Vorhaben wehrte sich das Sowjet-Regime heftig und brach unter dem Vorwurf einer „Komplizenschaft mit Hitler” jeden Kontakt zu polnischen Exilanten ab, was auch die sogenannte „Anti-Hitler-Koalition” belastete. Bis dahin hatte die polnische Exilregierung nicht eine Antwort auf ca. 50 offizielle Anfragen zum Verbleib ihrer Militärgefangenen erhalten.

Untersuchungen Anfang 1943

Die Saarbrücker Zeitung vom 4. Mai 1943(!)

Den Fall Katyn nutzte die deutsche Regierung für ihre Propaganda gegen die Sowjetunion. Berlin veranstaltete direkt nach dem Fund eine öffentliche Exhumierung durch eine kompetente internationale Untersuchungskommission von 12 namhaften Gerichtsmedizinern, darunter Vertreter der polnischen Exilanten und des polnischen Roten Kreuzes. Diese Kommission aus Gerichtsmedizinern aus elf europäischen Staaten (Belgien, Bulgarien, Finnland, Frankreich, Italien, Kroatien, Niederlande, Rumänien, Schweden, Slowakei, Ungarn) begutachtete zwischen dem 28. und 30. April 1943 die bereits aufgedeckten Massengräber und grub exemplarisch weitere Leichen aus dem Boden, auch um das Todesdatum zweifelsfrei festzustellen.

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hatte aufgrund der Proteste der Sowjetunion seine Mitarbeit verweigert.

In einem gemeinsamen Beschluß veröffentlichte die Kommission ihre Expertise zum Todesdatum, in der sie u. a. zum übereinstimmenden und unwidersprochenen Schluß kam, daß selbiges aufgrund der Feststellungen der Gerichtsmediziner und der bei den Leichen gefundenen Papiere und Briefe, die alle zum selben Zeitpunkt abbrachen, im Frühjahr 1940 gelegen haben muß.

Der Deutsche Verlag publizierte 1943 die Ergebnisse als amtliches Gutachten. Darin heißt es:

„Die Leichen wiesen als Todesursache ausschließlich Genickschüsse auf. Aus den Zeugenaussagen, den bei den Leichen gefundenen Briefschaften, Tagebüchern, Zeitungen usw. ergibt sich, daß die Erschießungen in den Monaten März und April 1940 stattgefunden haben. [...]”

Weil sich die Massengräber auf einem Gebiet befanden, das von Frühjahr 1940 bis Juni 1941 von der Sowjetunion besetzt war, war die Täterschaft für alle an der Untersuchung Beteiligten klar.

International wurde das Ansehen des Kriegsgegners Sowjetunion dadurch geschwächt. Im Rahmen der Besatzungspolitik in den polnischen Gebieten sollte dem lokalen Widerstand klargemacht werden, daß die Sowjetunion als Bündnispartner ausschied und es sollte der eigenen Bevölkerung die Bestialität des Bolschewismus weiter vor Augen geführt werden.

General Sikorski verlangt Untersuchung und wird ermordet

Seit General Sikorski bei einem Flugzeugabsturz am 4. Juli 1943 starb, wurde ein Attentat auf ihn wegen seiner beharrlichen Forderung nach Aufklärung des Verbrechens von Katyn vermutet.[4] Nach einer 2008 im Auftrag Polens durchgeführten gerichtsmedizinischen Untersuchung seiner exhumierten Leiche starb er an den durch den Absturz verursachten inneren Verletzungen. Der Bericht ließ offen, ob die Notlandung das Ergebnis von Sabotage gewesen oder durch den Piloten gezielt herbeigeführt worden ist.[5] Der Verdacht richtet sich sowohl gegen den sowjetischen Diktator Josef Stalin als auch gegen den damaligen britischen Premier Winston Churchill. Es lag im Interesse Großbritanniens, die britisch-sowjetische Kriegsallianz aufrechtzuerhalten und einen deutsch-sowjetischen Separatfrieden zu verhindern. Bis heute (2013) blieb die lückenlose Aufklärung der Vorgänge unmöglich, weil Akten vernichtet oder manipuliert wurden und unter Verschluß gehalten werden.[6] Laut der am 1. Juli 2011 bei Arte ausgestrahlten Produktion Churchills Verrat an Polen gebe es kaum Zweifel: der Absturz sei ein Anschlag – von Stalin initiiert und von Churchill geduldet.

Untersuchungen Ende 1943 und Sowjet-Propaganda

Burdenko (Mitte mit Brille) betrachtet in Katyn die Überreste der sowjet-bolschewistischen Mordopfer um diese Tat anschließend der deutschen Wehrmacht unterzujubeln

Ende 1943, nach der Zurückdrängung der Wehrmacht, ließ die Sowjetunion das Massaker angeblich durch die „Sonderkommission zur Feststellung und Untersuchung der Umstände der Erschießung von polnischen kriegsgefangenen Offizieren im Katyner Wald durch die deutschen faschistischen Eindringlinge” unter Vorsitz des Chefchirurgen der Roten Armee, Burdenko, untersuchen. Die Kommission, der neben dem Schriftsteller Alexej Tolstoi auch der Metropolit von Kiew und Galizien, Nikolai, der Vorsitzende des Allslawischen Komitees, Gundorow, der Vorsitzende des Exekutivkomitees des Gesellschaftverbandes des Roten Kreuzes und des Roten Halbmonds, Kolesnikow, sowie der Volkskommissar für Aufklärung der RSFSR, Potemkin, angehörten, produzierte einen Bericht, der später als Beweisdokument USSR-054 beim ersten Nürnberger Prozeß eingeführt wurde.[7]

Dieses Dokument behauptet, die „sowjetischen Experten” hätten bei den exhumierten Ermordeten verschiedene Gegenstände mit Zeitangaben wie November 1940, März 1941 oder Juni 1941 gefunden, was beweise, daß die Exekutionen von den sogenannten „Deutschfaschisten” durchgeführt wurden. Diese Behauptung wurde von der stalinistischen KPD/ML noch 1979 als ernstgemeintes Argument vorgebracht.

Am 30. Dezember 1945 berichtete die sowjetische Nachrichtenagentur TASS und Anfang 1946 die von der britischen Militärbehörde herausgegebene Zeitung „Nordwest-Nachrichten”, daß zehn deutsche Kriegsgefangene von der sowjetischen Justiz für die Massaker bei Katyn verurteilt wurden. Sieben wurden mit dem Tode „bestraft” und drei zu 20 Jahren Zwangsarbeit verurteilt.

Burdenko und Nikolai, die der vorgeblichen „Untersuchungskommission“ angehörten bzw. vorsaßen und das erwiesenermaßen erlogene „Beweisdokument“ 054-USSR unterschrieben, waren außerdem Mitglieder der „Außerordentlichen Kommission“, die das Konzentrationslager Auschwitz untersuchte und einen Bericht produzierte, der als Beweisdokument USSR-008 vor dem Nürnberger Prozeß eingeführt wurde und der in der Folge von vielen Geschichtsschreibern, wie bspw. Raul Hilberg,[8] William L. Shirer oder Jean-Claude Pressac, benutzt wurde, um das vorherrschende Bild über das Lager Auschwitz zu zeichnen.[9]

Katyn im Nürnberger Siegertribunal ab 1946

Im Winter 1945/46 fand im damaligen Leningrad ein Prozeß gegen mehrere deutsche Offiziere statt, denen man das Massaker in Katyn im April/Mai anhängte. Bei dieser Prozeß-Farce wurden folgende Offiziere der Wehrmacht zum Tode durch den Strang verurteilt: Karl Hermann Strüffling, Heinrich Remmlinger, Ernst Böhm, Eduard Sonnenfeld, Herbard Janike, Erwin Skotki, Ernst Gehrer. 20 bzw. 15 Jahre Zwangsarbeit erhielten in diesem „Prozeß“: Erich Paul Vogel, Franz Wiese, Arno Diere.

Auch vor dem Nürnberger Tribunal warfen die Sowjets ihre Verbrechen den reichsdeutschen Angeklagten vor.[10] Dabei trug sich folgender Dialog zwischen Otto Strahmer, dem Verteidiger Görings, und Boris Bazilevsky, der gerade als Zeuge der Anklage die Deutschen belastet hatte, zu:[11]

Dr. Stahmer: „Herr Zeuge! Sie haben Ihre Aussagen vor der Pause vorgelesen, wenn ich recht beobachtet habe. Ist das richtig?“
Bazilevsky: „Ich habe nichts vorgelesen. Ich habe nur einen Plan dieses Gerichtsraumes in der Hand.“
Dr. Stahmer: „Es sah so aus, als ob Sie die Antworten vorgelesen haben. Wie erklären Sie denn, daß der Dolmetscher schon Ihre Antwort in Händen hatte?“
Bazilevsky: „Ich weiß nicht, wieso die Dolmetscher meine Antworten im voraus in Händen haben konnten. Meine Aussagen vor der Untersuchungskommission, das heißt die beim Vorverhör abgegebenen, sind jedoch bekannt.“

Die sowjetischen Ankläger stellten vor dem Nürnberger Tribunal zweifelsfrei fest, daß die „deutsche Wehrmacht die polnischen Offiziere im Wald von Katyn ermordet hatte”:[12]

„Die Schlußfolgerungen, die aus den Zeugenaussagen und aus dem gerichtsmedizinischen Gutachten über die Erschießungen der kriegsgefangenen Polen durch die Deutschen im Herbst 1941 gezogen wurden, werden durch die in den Gräbern von Katyn aufgefundenen Beweisstücke und Dokumente in vollem Umfange bestätigt. [...] Indem die deutsch-faschistischen Eindringlinge die polnischen Kriegsgefangenen im Wald von Katyn erschossen, führten sie folgerichtig ihre Politik der physischen Ausrottung der slawischen Völker durch.“

1947 wurde der deutsche SS-Obersturmbannführer Günter Hundt in Düsseldorf als „Katyn-Henker entlarvt”, so die Lizenzzeitung „Abendblatt”.[13]

Die osteuropäischen Wissenschaftler, die an der Erstuntersuchung der Leichen beteiligt gewesen waren, und deren Heimatländer nach dem Krieg unter sowjetische Herrschaft gerieten, sahen sich bald Drohungen und Nötigungen der roten Machthaber ausgesetzt und wurden gezwungen, ihre Gutachten als „von den Deutschen erpreßt“ hinzustellen und zu widerrufen.

Noch 1976 gelang es der Sowjetunion durch scharfen Protest, die Teilnahme britischer Regierungsmitglieder an der Einweihung eines Katyn-Denkmals auf dem Londoner Friedhof Gunnersbury zu verhindern. Wie bereits zuvor in Kriegszeiten gehorchte in England ein verantwortungsloser politischer Opportunismus den Vertuschungsbemühungen der Täter. Obwohl der Regierung bereits seit 1943 die Untersuchungsergebnisse einer kompetenten internationalen Kommission vorlagen, hieß es in einer offiziellen Stellungsnahme:

„Es konnte niemals zur Zufriedenheit der Regierung Ihrer Majestät bewiesen werden, wer dafür verantwortlich war.”[14]

Bis 1989 war das sowjetische Bestreben, dieses eigene Kriegsverbrechen den Deutschen anzulasten, erfolgreich. Dies wurde zudem von linksgerichteten Politikern und Medien auch in Deutschland unterstützt, wobei, wie in der Sowjetunion üblich, jede Wahrheitsklärung als „Neonazismus” und „Revisionismus” diffamiert wurde. Von den deutschen Berufsbüßern wurden noch bis ins Jahr 1990 Bußwallfahrten nach Katyn organisiert, um gerade diesem „grauenhaften Verbrechen der deutschen Wehrmacht ein ewiges Schuldbekenntnis entgegenzustellen”.[15]

Im „Geschichts“unterricht der DDR wurde das Massaker der Wehrmacht angelastet. Einwände wurden als „faschistische Hetze” verfolgt.

Anerkennung der Schuld am Massaker durch die Sowjetunion und Rußland

Nach einem halben Jahrhundert der Lüge gestand Gorbatschow schließlich am 13. April 1990 die sowjetische Alleinschuld an Katyn offiziell ein. Dem polnischen Präsidenten Jaruzelski übergab er Kartons mit Dokumenten, die, so Gorbatschow, „indirekt, aber in überzeugender Weise“ bewiesen, daß der sowjetische Geheimdienst im Herbst 1940 tausende polnische Offiziere im Wald von Katyn tötete. Damit hatte die Sowjetregierung erstmals offiziell und öffentlich die Verantwortung für dieses lange geleugnete Massaker übernommen.[16] Dennoch veröffentlichte das „Wojenno-Istoritscheski Schurnal” 1990/91 eine Artikelserie, welche erneut die Version verbreitete, die Deutschen seien die Täter gewesen.

Was Präsident Gorbatschow noch unterlassen hatte, holte der russische Präsident Jelzin im Oktober 1992 nach: Er überließ Polen die Akte von 1940, mit der Kaganowitsch, Stalin, Beria und andere die Morde von Katyn am 5. März 1940 angeordnet hatten.[17]



Bisher weigert sich die russische Regierung um Präsident Putin jedoch, die Opfer des Massakers von Katyn offiziell als Opfer des stalinistischen Terrors anzuerkennen. Langjährige Ermittlungen der obersten russischen Militärstaatsanwaltschaft wurden 2004 unter dem Vorwand der Verjährung eingestellt.

Nach sowjetischen Dokumenten fanden dabei 21.857 Menschen den Tod, nach Angaben Polens waren es ca. 30.000 Personen, laut Brockhaus rund 25.000. Für das Verbrechen verantwortlich war die gesamte damalige bolschewistische Staats- und Parteiführung der Sowjetunion.

„Die Historikerin und Mitarbeiterin des Instituts für allgemeine Geschichte der Akademie der Wissenschaften der UdSSR, Natalja Lebedjewa, hatte im Sonderarchiv der Hauptarchivverwaltung der UdSSR und im Zentralen Staatlichen Archiv der Sowjetarmee die entsprechenden Dokumente entdeckt. Datiert mit März 1941 sind die Dokumente unterschrieben vom berüchtigten Lawrentij Berija, Volkskommissar für innere Angelegenheiten der UdSSR.“[18]

Ende Juli 2006 wurde vom polnischen Archäologen Andrzej Koła im Wald von Bykownia bei Kiew ein weiteres Massengrab mit polnischen Opfern des NKWD entdeckt, in dem 3.435 bislang vermißte Opfer des Massakers vermutet werden. Genauere Untersuchungen dauern an. Am gleichen Ort sind in über hundert Massengräbern eine große Anzahl Leichen kommunistischer Mordtaten beigesetzt.

Zu den vielen polnischen Intellektuellen, die das NKWD im Zuge des Massakers liquidiert hatte, gehörten auch die beiden bekannten Mathematiker Marcinkiewicz und Kaczmarz. Auch der Vater des polnischen Filmregisseurs Wajda wurde im Katyn-Massaker ermordet, was zu dem Film Katyn führte, der 2007 erschien.

Geschichtliche Einordnung

Die Zeitschrift „Der Spiegel“ schrieb bereits im Januar 1952 (!) die Wahrheit unter der Überschrift: Katyn - Ein Verbrechen der Sowjets.[19] Dennoch stellten, trotz erdrückender Indizien für die sowjetische Täterschaft, selbst westliche Geschichtsschreiber bis in die 1980er Jahre hinein die Moskauer Version gleichberechtigt neben der tatsächlichen dar.

Bereits am 26. Juli 1956 erging ein Brief von sechs VS-amerikanischen Kongreßabgeordneten an Chruschtschow. In diesem bis dahin in der Geschichte des VS-amerikanischen Kongresses beispiellosen Vorgang wandten sich die Abgeordneten an den Machthaber eines fremden Staates, um ihn aufzufordern, die Schuld seines Regimes an dem Verbrechen des Katyner Massenmordes endlich zuzugeben.[20] Der Brief beginnt mit den Worten:

„Die unterzeichneten ehemaligen Mitglieder des amerikanischen Kongreß-Ausschusses zur Untersuchung des Katyner Massenmordes erlauben sich hiermit, Sie zu fragen, warum Sie Stalins und Berijas Schuld an dem Katyner Massenmord von 4243 [es waren tatsächlich etwa 25.000 Mordopfer] polnischen Offizieren im Frühjahr 1940, dem Massenmord, der das größte militärische Verbrechen der Neuzeit darstellt, noch nicht zugegeben haben.“

Noch im Jahr 1985 ließ die polnische Regierung unter Jaruzelski ein Kreuz mit der Aufschrift „Den polnischen Soldaten, Opfern des Hitler-Faschismus, die in der Erde von Katyn ruhen“ aufstellen.

All dies hielt die antideutschen Vasallenregime der BRD und der DDR jedoch nicht davon ab, die Lüge weiterhin zu publizieren und dem bislang (2013) letzten souveränen deutschen Staat anzulasten.

Und noch 1996 nahm ein gewisser Markus Tiedemann, Geschichtsschreiber und „Philosoph“ mit Veröffentlichungen wie Ethische Orientierung für Jugendliche, Katyn in ein Pamphlet namens In Auschwitz wurde niemand vergast. 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt auf.[21] In diesem versucht er mit verschrobensten Argumenten die Tatsache eines sowjetischen Kriegsverbrechens und die versuchte Verantwortlichmachung Unschuldiger als „rechtsradikale Propagandalüge” hinzustellen. Er gibt die Fakten dabei sogar zu (!), erklärt aber mit antifaschistischer Unlogik und verbogener Pseudo-Moral, weil die Nationalsozialisten es so verbreitet haben, kann oder darf es einfach nicht wahr sein, und weil die Deutschen andere Massaker im Sinne der Umerziehung angeblich tatsächlich begangen haben sollen, sei es heutigen Deutschen verboten, das Verbrechen von Katyn zu verurteilen.

Wieviele andere Ereignisse, die von den Alliierten und in einseitigen Geschichtsbüchern als deutsche Verbrechen angeprangert wurden und werden, ebenso in Wirklichkeit völlig anders stattgefunden haben, kann man nur erahnen; sie werden sich wohl nie derart eindeutig richtigstellen lassen wie im Fall Katyn. Allerdings wurde auch keines der unzähligen behaupteten deutschen Kriegsverbrechen jemals auch nur ansatzweise wissenschaftlich bewiesen.

Im August 2012 wurden von den VSA neue Dokumente über das sowjet-bolschewistische Verbrechen an Polen übergeben. Nach Meinung des polnischen Geschichtswissenschaftlers Wojciech Materski können die freigegebenen Archivmaterialien die Version bestätigen, wonach VS-Präsident Franklin Roosevelt von der Unschuld der deutschen Wehrmacht an der Massenerschießung von Polen gewußt, jedoch öffentlich das Gegenteil behauptet hatte. Roosevelt hatte offensichtlich Angst, daß Stalin die antideutsche Koalition verlassen würde, wenn die Wahrheit bekannt würde.[22][23]

Weitere Massengräber sowjet-bolschewistischer Verbrechen finden sich in Bykownia und Kuropaty mit mindestens einer halben Million verscharrter Leichen.

Gefälschte Bildunterschriften

Mit der Verbreitung Wikipedias nehmen geschichtsfälschende Darstellungen per Bildunterschrift oder Bildbeschreibung auf Wikimedia Commons (Wikipedias Medienplattform) zu. Dort werden die Bildbeschreibungen gezielt verwendet, um linke Haßpropaganda und geschichtsverfälschende Lügen in Umlauf setzen zu können. Als Beispiel sei hier die vom Bundesarchiv übernommene falsche Beschreibung eines Bildes zum bolschewistischen Massenmord in Katyn erwähnt:[24]

„Im April 1943 starten die deutschen Faschisten die antisowjetische Propaganda über den Massenmord im Katyner Wald, 15 klm nw. von Smolensk, wo sie Massengräber mit ca. 11.000 ermordeten kriegsgefangenen Polen als Greueltaten der Sowjets erklärten. (Die Außerordentliche Staatliche Kommission unter Leitung des Akademikers Burdenko stellte in ihrem Untersuchungsbericht vom 24.01.1944 fest, daß die Ermordungen nicht wie die Faschisten behauptet hatten, im Frühjahr 1940 sondern erst im Herbst 1941, also von den Faschisten selbst, stattgefunden haben.) U.B.z: eine Delegation des polnischen Roten Kreuzes nimmt Einsicht in die bei den Ermordeten gefundenen Papiere, mit denen die deutschen Faschisten den Sowjets die Greueltaten zuschoben. April 1943“

Drei Tage nach Entfernung dieser Bildbeschreibung wurde sie erneut hinzugefügt.[25]

Bildbeschreibungen wie diese sollen dazu führen, das antideutsche Geschichtsbild im Sinne der Umerziehung zu festigen.

Siehe auch

Literatur

  • 96-book.png HTML Auswärtiges Amt (Hg.): Amtliches Material zum Massenmord von Katyn, Deutscher Verlag, Berlin 1943
  • Der Massenmord im Walde von Katyn – Ein Tatsachenbericht auf Grund amtlicher Unterlagen
  • Fritz Becker: Stalins Blutspur durch Europa, Partner des Westens 1933–45 (Klappentext)
  • Thymian Bussemer: Das internationale Rote Kreuz und die NS-Kriegspropaganda: der Fall Katyn. In: Vorgänge. Jg. 39/2000, H. 3, S. 81–89
  • John P. Fox: Der Fall Katyn und die Propaganda des NS-Regimes. In: Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte. (30) 1982, S. 462–499
  • Gerd Kaiser: Katyn. Das Staatsverbrechen – das Staatsgeheimnis. Aufbau Taschenbuchverlag, Berlin 2002, ISBN 3746680786. – Fortführung der Arbeit Madajczyks unter Einbeziehung weiterer Quellen aus russischen Archiven (Klappentext)
  • Josef Mackiewicz: Katyn – ungesühntes Verbrechen. Zürich 1949 / Frankfurt a. M. 1983
  • Czeslaw Madajczyk: Die Okkupationspolitik Nazideutschlands in Polen 1939–1945. Köln 1988
  • Czeslaw Madajczyk: Das Drama von Katyn. Dietz Verlag 1991, ISBN 3320016687. – Die erste wissenschaftliche Arbeit über Katyn durch den bedeutenden polnischen Historiker
  • George Sanford: The Katyn Massacre and Polish-Soviet Relations, 1941–43. In: Journal of Contemporary History 41/2006, S. 95–111
  • Manfred Vasold: Katyn. In: Wolfgang Benz: Legenden, Lügen, Vorurteile. München, dtv 1995, S. 115ff.
  • Victor Zaslavsky: Klassensäuberung. Das Massaker von Katyn. Aus dem Italienischen von Rita Seuss; Wagenbach Verlag, 2007
  • Franz Kadell: Die Katyn-Lüge, Geschichte einer Manipulation, Fakten, Dokumente und Zeugen (Klappentext)
  • Mark Weber, Goebbels and World War II Propaganda

Verarbeitung

Das Massaker von Katyn ist Thema mehrerer Filme:

  • 1943 entstand die deutsche Kurzdokumentation „Im Wald von Katyn“. (NSL-Archiv)
  • 1992 erschien der Dokumentarfilm „Katyn – Der Massenmord und die Propagandalüge“ von Barbara Dyrschka und Marek Grzona, eine deutsch-polnisch-russische Koproduktion, die 1994 mit dem Filmpreis St. Petersburg ausgezeichnet wurde.
  • Der Film „Enigma – Das Geheimnis“ mit Dougray Scott und Kate Winslet behandelt die Ereignisse von Katyn und deren damalige Geheimhaltung durch die Westalliierten.
  • Der Film „Katyń“ des polnischen Regisseurs Andrzej Wajda, der seinen Vater in Katyn verlor, feierte am 17. September 2007 Premiere und wurde im Januar 2008 für den Oscar als bester nicht-englischsprachiger Film nominiert.

Verweise

Fußnoten

  1. vgl.: Belletristik-Rezensionen: Budjonnys Greuel im Russisch-Polnischen Krieg
  2. Polen gedenkt der Opfer des Katyn-Massakers – „Die 1940 in Katyn vom sowjetischen Geheimdienst NKWD ermordet wurden“, Deutschlandradio Kultur, 10. November 2007
  3. vgl.: katyncrime.pl
  4. George Sanford: Katyn and the Soviet massacre of 1940: truth, justice and memory. 2005, S. 193; Cienciala, Lebedewa, Materski: Katyn: A Crime Without Punishment. 2008, S. 495.
  5. Rainer Blasius (FAZ, 2. September 2011): Doch ein Mord aus Staatsräson? Rolf Hochhuth soll polnischer Staatsanwältin helfen, den Tod von General Sikorski aufzuklären.
  6. Churchills Verrat an Polen, arte, 1. Juli 2011
  7. Eine deutsche Übersetzung von USSR-054 ist abgedruckt in: Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band 39, Nürenberg 1949, S. 290-332 (PDF)
  8. 96-book.png Google-BücherRaul Hilberg: The Destruction of the European Jews, Yale University Press, 3. Auflage, 2003, S. 1049, ISBN 0300095929
  9. Trial Of The Major War Criminals Before The International Military Tribunal', Band 39, Nürenberg 1949, S. 261 (PDF)
  10. Nürnberger Tribunal: 168. Tag, 1. Juli 1946 & 169. Tag, 2. Juli 1946:
    en: Nuremberg Trial Proceedings, 1947, Vol. 17, S. 274-383
    de: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 17, S. 301-421
  11. Nürnberger Tribunal: 168. Tag, 1. Juli 1946, Vormittagssitzung:
    en: Nuremberg Trial Proceedings, 1947, Vol. 17, S. 327-328
    de: Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 17, S. 358-359
  12. Nürnberger Tribunal: 59. Tag. Donnerstag, 14. Februar 1946, Nachmittagssitzung:
    Der Prozeß gegen die Hauptkriegsverbrecher vor dem Internationalen Gerichtshof Nürnberg. Nürnberg 1947, Bd. 7, S. 472
  13. Liz. Nr. 117, am 5. Juni 1947
  14. Frankfurter Allgemeine Zeitung 18. September 1976, S. 1.:
    „It has never been proved to Her Majesty´s Government´s satisfaction who was responsible.“
  15. in: National Journalo. Die Katyn-Lüge. BRD-Exportschlager: Vergangenheitsbewältigung
  16. The New York Times, 14. April 1990: Upheaval in the East; Gorbachev Hands Over Katyn Papers
  17. Der Brockhaus in fünf Bänden, 8. Auflage, 1993, ISBN 3765316385, Stichwort Katyn
  18. vgl.: Joachim Nolywaika: Die Sieger im Schatten ihrer Schuld. Recht auf Wahrheit und Gerechtigkeit für Deutschland, XII. „Katyn" und andere Massenmorde
  19. Spiegel.png  Umerziehungsliteratur: ArtikelKatyn - Ein Verbrechen der Sowjets, Der Spiegel, 1/1952, 2. Januar 1952, S. 17
  20. Der Brief an Chruschtschow, in: Zeit online, 27.09.1956
  21. Markus Tiedemann: „In Auschwitz wurde niemand vergast.“ − 60 rechtsradikale Lügen und wie man sie widerlegt, Mülheim/Rh. 1996, Artikel Nr. 18, S. 61. (Zuerst im „Verlag an der Ruhr”, zuletzt 2000 im Goldmann-Verlag
  22. rian.ru: Katyn-Massaker 1940: USA übergeben Archivdokumente an Polen, (24.8.2012)
  23. WWII massacre: Memos show US cover-up of Stalin’s Katyn slaughter Bericht von Russia Today vom 10. September 2012, abgerufen am 12. September 2012
  24. geschichtsverfälschende Bildbeschreibungen in der Wikimedia
  25. wiederholte Einfügung geschichtsverfälschender Bildbeschreibungen in der Wikimedia
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