17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“

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Die Eiserne Faust als Kennzeichen der Division

Die 17. SS-Panzergrenadier-Division „Götz von Berlichingen“ war eine Panzergrenadier-Division der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg. Sie war nach dem Reichsritter Götz von Berlichingen benannt und bestand von Oktober 1943 bis Mai 1945. Sie ging im Juni 1944 im Rahmen der Reichsverteidigung in den Abwehrkampf gegen die alliierte Invasion.

Geschichte

Sturmgeschütz IV der 17. SS-Panzergrenadier-Division
Der verwundete SS-Untersturmführer Kurt Peters ist mit seinen Kameraden an der Invasionsfront in US-amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten.

Die Division wurde am 15. November 1943 im Westen Frankreichs aufgestellt, wozu Teile der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ verwendet wurden. Im Januar 1944 wurde die Division auf dem französischen Truppenübungsplatz Thouars zwischen Samur und Pathenay zusammengezogen, um mit der Gefechtsausbildung zu beginnen. Am 10. April 1944 erhielt die Division durch Reichsführer SS Heinrich Himmler den Ehrennamen „Götz von Berlichingen“ verliehen, Ende April erfolgte die Bereitstellung als Reserve des OKW. Nach der Landung der Alliierten in der Normandie am 6. Juni 1944 wurde die Division der 7. Armee unterstellt und marschierte über Laval - Fougéres - Avranches - Villedieu - Torigny in den Raum Balleroy. Die Kämpfe waren gekennzeichnet durch die immense materielle Überlegenheit des Gegners. Trotzdem stemmte sich der junge Verband der Übermacht immer wieder entgegen, sie schlug zu und versetzte dem Feind empfindliche Verluste. Sie wurde dezimiert, zersprengt und neu aufgestellt, doch ihre verzweifelten Anstrengungen, die Heimat zu verteidigen, erlahmten bis zum Schluß nie. In den 17 Monaten ihres Bestehens kämpfte sie vorwiegend gegen Verbände der US-amerikanischen Armee, bis ihre Soldaten im Mai 1945 den bitteren Weg in die Kriegsgefangenschaft antreten mußten.

Einsatzgebiete

  • Dezember 1943: Balkan
  • Januar 1944 bis Mai 1944: Bereitstellung in Frankreich
  • Juni 1944 bis August 1944: Abwehrkampf in der Normandie und Champagne; Schlacht um Carentan, Kessel von Falaise
  • September 1944 bis Februar 1945: Saarpfalz
  • April 1945: Franken und Alpenvorland

Wehrmachtberichte (Auszug)

Der Wehrmachtbericht vom 29. Juli 1944 meldete:

„In den schwere Kämpfen im Raum St. Lo – Lassay haben sich in den letzten Wochen in Abwehr und Gegenangriff besonders ausgezeichnet: Die 17. SS-Panzergrandier-Division ‚Götz von Berlichingen‘ unter Führung ihres schwer verwundeten Kommandeurs Brigadeführer Ostendorff und seines Vertreters Standartenführer Baum, die 353. Infanterie-Division unter Führung ihres Divisionskommandeurs Generalleutnant Mahlmann, das Fallschirmjäger-Regiment 5 unter seinem Kommandeur Major Becker, das Fallschirmjäger-Regiment 9 unter seinem Kommandeur Major Stephani und das Fallschirmjäger-Regiment 15 unter seinem Kommandeur Oberstleutnant Gröschke.[1]

Gliederung

  • SS-Panzergrenadier-Regiment 37
  • SS-Panzergrenadier-Regiment 38
  • SS-Artillerie-Regiment 17
  • SS-Panzer-Abteilung 17
  • SS-Sturmgeschütz-Abteilung 17
  • SS-Flak-Abteilung 17
  • SS-Pionier-Bataillon 17
  • SS-Panzer-Aufklärungs-Abteilung 17
  • SS-Nachrichten-Abteilung 17
  • Kommandeur der SS-Divisions-Nachschubtruppen 17
  • SS-Sanitäts-Abteilung 17
  • SS-Panzer-Instandsetzungs-Abteilung 17
  • SS-Wirtschafts-Bataillon 17
  • SS-Feldpostamt 17
  • SS-Kriegsberichter-Zug 17
  • SS-Feldgendarmerie-Kompanie 17
  • SS-Feldersatz-Bataillon 17

Kommandeure

  • SS-Standartenführer Otto Binge (Oktober 1943 – Januar 1944)
  • SS-Gruppenführer Werner Ostendorff (Januar 1944 – 15. Juni 1944)
  • SS-Standartenführer Otto Binge (16. Juni 1944 – 18. Juni 1944)
  • SS-Brigadeführer Otto Baum (18. Juni 1944 – 1. August 1944)
  • SS-Standartenführer Otto Binge (1. August 1944 – 29. August 1944)
  • SS-Oberführer Dr. Eduard Deisenhofer (30. August 1944 – September 1944)
  • SS-Standartenführer Thomas Müller (September 1944 – September 1944)
  • SS-Standartenführer Gustav Mertsch (September 1944 – Oktober 1944)
  • SS-Gruppenführer Werner Ostendorff (21. Oktober 1944 – 15. November 1944)
  • SS-Standartenführer Hans Lingner (15. November 1944 – 9. Januar 1945) (gefangengenommen)
  • Oberst Gerhard Lindner (9. Januar 1945 – 21. Januar 1945)
  • SS-Standartenführer Fritz Klingenberg (21. Januar 1945 – 22. März 1945) (Todesrune.png gefallen)
  • SS-Obersturmbannführer Vinzenz Kaiser (22. März 1945 – 24. März 1945)
  • SS-Standartenführer Jakob Fick (24. März 1945 – 27. März 1945)
  • SS-Oberführer Georg Bochmann (27. März 1945 – 8. Mai 1945)

Das Kriegstagebuch

Wehrgeschichtlich interessant ist das Kriegstagebuch (KTB) der Division. Das bis zum 16. März 1945, in den Anlagen bis zum 4. Mai geführte KTB, wurde kurz darauf vergraben. Die Stahlblechkiste wurde 1988 vermutlich in einer Kiesgrube wiederentdeckt. Die Dokumente gingen über die Truppenkameradschaft der Götz von Berlichingen an das Bundesarchiv Militärarchiv, das die geforderte Summe nicht bezahlen wollte. Bis auf die angerosteten Klammern waren alle 8.000 Blatt sowie 200 Karten und Skizzen in gutem Zustand, sie wurden vor der Verstaatlichung kopiert. Es gab also keine Möglichkeit für korrigierende Eingriffe durch bestimmte Personengruppen nach 1945.[2]

Gedenken

Ein aus Püttlingen stammender Mann wurde 2020 von einem französischen Gericht in Saargemünd wegen „Rechtfertigens von Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ zu einer 18-monatigen Freiheitsstrafe verurteilt, dem Verurteilten wurden davon neun Monate als Bewährungsstrafe angerechnet. Das Gericht sah es als erwiesen an, daß er im Januar 2018 eine Gedenkstele zur Erinnerung und zum Gedenken an die 17. SS-Panzergrenadier-Division aufgestellt hatte. Das Denkmal wurde auf dem Grundstück des Püttlingers in der lothringischen 800-Seelen-Gemeinde Volmunster-Eschviller entdeckt und umgehend von der Gendarmerie entfernt.[3]

Literatur

  • Kriegstagebuch der 17.SS-Panzer-Grenadier-Division „Götz von Berlichingen“, Verlag: Vdm Heinz Nickel, ISBN 978-3880141063
  • Helmut Günther: Das Auge der Division, Die Aufklärungsabteilung der 17. SS-Panzer-Grenadier-Division „Götz von Berlichingen“
  • Hans Stöber: Die Eiserne Faust. Chronik der 17. SS-Panzergrenadierdivision „Götz von Berlichingen“, ISBN 978-3-942145-19-0 (Bestellmöglichkeit)

Verweise

Fußnoten

  1. Die Wehrmachtberichte 1939–1945, Band 3, 1. Januar 1944 bis 9. Mai 1945, Deutscher Taschenbuch Verlag GmbH & Co. KG, München 1985, S. 181, ISBN 3-423-05944-3
  2. Wallwey: 1945 vergraben – 1988 ausgegraben. In: Zeitschrift für Heereskunde: Heft 355. 1991. S. 88f.
  3. Artikel von france3