Hersing, Otto

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Kapitänleutnant Otto Hersing, „Retter der Dardanellen“, „Zerstörer der Schlachtschiffe“ und Ritter des Ordens „Pour le Mérite

Otto Hersing (Lebensrune.png 30. November 1885 in Mülhausen, Reichsland Elsaß-Lothringen; Todesrune.png 5. Juli 1960 in Angelmodde bei Münster) war ein deutscher Offizier der Kaiserlichen Marine, der Freikorps, der Reichsmarine und der Kriegsmarine. Das „As der Tiefe“ versenkte 40 Schiffe mit 113.580 BRT und beschädigte zwei weitere mit 8.918 BRT.

Bedeutung

U 21 bei der Ausfahrt; als U 36 wurde Hersing mit seinem U-Boot der k. u. k. Kriegsmarine unterstellt, um 1916 gegen die italienische Marine vorgehen zu können. Als Italien am 27. August 1916 dem deutschen reich den Krieg erklärte, wurde auch U 36 wieder U 21. Ab 1917 erfolgte auf Befehl der Seekriegsleitung der uneingeschränkten U-Boot-Krieg im Mittelmeer.

Der deutsche Kriegsheld Hersung war während des Ersten Weltkrieges Kommandant des U-Bootes SM U 21 und half u. a. mit, die Eroberung Konstantinopels zu verhindern. Er kämpfte im Auftrag der deutschen Militärmission bei der „Schlacht von Gallipoli“ im Frühjahr 1915 an der Seite des späteren türkischen Staatsgründers Mustafa Kemal Atatürk und half, alliierte Truppen an der Landung auf den Dardanellen zu hindern. Unter seiner Führung wurden 1918/19 die deutschen Truppen aus Riga zurückgebracht.

Werdegang

Otto Hersing als Ehrengast in Bad Kreuznach
Ehrende Silbermedaille

Erster Weltkrieg

HMS „Pathfinder“

Er war der erste U-Boot-Kommandant, der per Torpedoschuß ein feindliches Schiff versenkte. Am 5. September 1914 kreuzte SM U 21 unter seinem Kommando vor der Ostküste Schottlands und traf dort auf die 8. Zerstörer-Flottille der Royal Navy unter Führung des Leichten Kreuzers HMS „Pathfinder“. Der Torpedo traf die „Pathfinder“ an einer ungepanzerten Stelle im Rumpf genau bei den Munitionskammern. Sie explodierte sofort und sank in wenigen Minuten. Das Eiserne Kreuz erhielt Otto Hersing hierfür, die erste Auszeichnung in Marinekreisen überhaupt. 1915 wurde ihm die Kreuznacher Ehrenbürgerschaft verliehen.

Otto Hersing in der Zwischenkriegszeit, es ist unbekannt, ob die braune Uniform mit Hakenkreuzbinde die der SA oder ggf. einer Marine-Kameradschaft darstellt.

Kotor

Als Kapitän des U-Bootes U 21 der Kaiserlichen Marine schrieb er Geschichte mit seiner damals nicht für möglich gehaltenen Überführung seines Bootes von Wilhelmshaven nach Kotor, wo die U-Boot-Flotte und Schiffe der der k. u. k. Kriegsmarine lagen (seit 1815 war Kotor Kreisstadt im österreichischen Kronland Dalmatien).

Erfolge im Mittelmeer

Am 25. April 1915 brach SM U 21 zu seiner Fahrt ins Mittelmeer auf. Trotz widriger Umstände durchbrach Hersing mit U21 nicht nur die englischen Sperren vor der deutschen Küste, sondern brachte das Boot auch durch die schwer bewachte Meerenge von Gibraltar wohlbehalten ins Mittelmeer. Ohne Zeitverzug entschloß sich Hersing gemäß seinem Auftrag, den bedrängten Verteidigern der Halbinsel Gallipoli zu Hilfe zu kommen.

Zerstörer der Schlachtschiffe

Am 25. Mai 1915 versenkte Hersing mit Torpedoschuß das britische Schlachtschiff HMS „Triumph“, das zu dieser Zeit gerade die türkische Küste beschoß, während die türkischen Stellungen wegen Munitionsmangels das Feuer nicht mehr erwidern konnten. Das Linienschiff sank unter dem Jubel der verbündeten türkischen Streitkräfte innerhalb von nur 21 Minuten. Die Versenkung hatte eine ungeheure moralische Wirkung auf die Verteidiger.

Bereits am 26. Mai 1915 gelang Hersing mit seinem Boot der zweite Schlag gegen das schwer bewachte Einheitslinienschiff (seegehendes Schlachtschiff) HMS „Majestic“. Trotz der Bewachung des Linienschiffes fand Hersing eine Lücke und versenkte es mit Torpedoschuß. Hersings Erfolge trugen maßgeblich dazu bei, daß England die Versorgung Rußlands über die Dardanellen nicht durchführen konnte, was mit zum Zusammenbruch des russischen Reiches 1917 führte.

Pour le Mérite

Als zweiter U-Boot-Kommandant (Otto Weddingen war der erste, Otto Steinbrinck sollte 1916 der dritte werden) erhielt Hersing 1915 den Orden „Pour le Mérite“, die höchste preußische Kriegsauszeichnung des Ersten Weltkrieges, die gesamte 36köpfige Mannschaft des Bootes erhielt das EK I verliehen.

Nach dem Waffenstillstand

Gemäß dem Versailler Friedensdiktat mußte U 21 nach dem Krieg an die Alliierten ausgeliefert werden. Vor Ankunft versank das U-Boot am 22. Februar 1919 wie auch viele andere U-Boote auf der Überführungsfahrt nach Großbritannien in der Nordsee durch Selbstversenkung der deutschen Besatzung.

Nachkriegszeit

Otto Hersing als Korvettenkapitän der Kriegsmarine (ggf. ehrenhalber)

Nach dem Krieg war Hersing während des Kapp-Aufstandes Befehlshaber aller schwimmenden Seestreitkräfte. Die Franzosen hatten im besetzten Rheinland kurz nach Kriegsende 20.000 Mark Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt. Am 31. Juli 1924 wurde er als Korvettenkapitän aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Anschließend war er bis 1935 als Verbindungsoffizier der Reichsmarine im Wehrkreis 6 und als Landwirt tätig. Er wurde Angehöriger der SA und trug, vermutlich ehrenhalber, die Uniform der Kriegsmarine. Sein gesamter Nachlaß befindet sich im Deutschen U-Boot Museum in Altenbruch, Niedersachsen.

„Otto Hersing wurde vom – mit dem Kaiserreich verbündeten – Osmanischen Reich fortan als ‚Retter der Dardanellen‘ verehrt. Später wurde er Lehrer an der U-Boot-Schule in Eckernförde und Chef einer U-Boot-Flottille. Aus Gesundheitsgründen verabschiedete sich Otto Hersing 1924 von der Marine. 1935 zog er mit seiner Frau nach Münster. In Gremmendorf nahmen sich die beiden eine Wohnung am Vörnste Esch 29. Schnell fanden die beiden Anschluss, Hersing wurde zum Ehrenmitglied des Orts- und Schützenvereins und der Karnevalsgesellschaft Pängelanton ernannt. Und auch der Marinekameradschaft Münster gehörte er an. 1960 verstarb Hersing nach langer, schwerer Krankheit. Sein Grab befindet sich auf dem Angelmodder Friedhof. Noch lange nach seinem Tod pflegte seine Frau die Erinnerung an den Kriegshelden – in zwei Gedenkräumen voller Devotionalien am Vörnste Esch.“[1]

Familie

Otto war der Sohn von Dr. Friedrich Wilhelm (1846–1926), Professor der Augenheilkunde in Straßburg, und der Luise (1863–1927), Tochter des Kaufmannes Jacob Eicher in Speyer und der Karoline, geb. Pfisterer.

Ehe

1923 heiratete Korvettenkapitän Hersing seine Verlobte Klara Buscher (Lebensrune.png 1894), die Ehe bleib jedoch kinderlos.

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Schriften

  • U21 rettet die Dardanellen, Amalthea Verlag, Wien / Zürich 1931 und 1932 (mit Portrait)

Fußnoten

  1. In der Türkei ein Held: Münsteraner versenkte 40 Schiffe, Westfälische Nachrichten, 16. April 2015