Werner, Ilse

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Ilse Werner (1921–2005)
Ilse Werner (Aufnahme von 1939)

Ilse Werner, bürgerlich Ilse Charlotte Still (Lebensrune.png 11. Juli 1921 in Batavia, Niederländisch-Indien / heute: Jakarta, Indonesien; Todesrune.png 8. August 2005 in Lübeck), war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin, die ihre größten Erfolge mit Filmen während des Dritten Reiches hatte.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Jugend

Ilse Werner wurde am 11. Juli 1921 in Batavia (heute Jakarta), Indonesien, geboren. Ihre Mutter Lilli war Deutsche, ihr Vater O. E. Still ein reicher niederländischer Exportkaufmann, Plantagenbesitzer und Konsul. Sie wuchs in Batavia auf, der Hauptstadt der damaligen Kolonie Niederländisch-Indien, und verbrachte dort eine typische Luxuskindheit der Kolonialepoche.

1930 übersiedelte die Familie dann nach Deutschland, wo sie in Frankfurt am Main wohnte. Durch Manipulationen seines Geschäftspartners ging der Vater pleite. Familie Still mußte ihren gesamten Lebenswandel umstellen. Nach der Schulzeit in Frankfurt ging die junge Ilse nach Wien und studierte Schauspielerei am dortigen Max-Reinhardt-Seminar der dramatischen Künste und gab sich zu dieser Zeit als Künstlernamen den Mädchennamen ihrer Mutter, „Werner“.

Drittes Reich

Ilse Werner als Jenny Lind mit dem Spielleiter Dr. Brauer während der Aufnahme zu dem Terra-Film „Die schwedische Nachtigall

Sie stand 1937 am Theater in der Josefstadt erstmals in dem Stück namens „Glück“ auf der Bühne, wurde von der UFA nach Berlin eingeladen und unterzeichnete dort ihren ersten Vertrag als Filmschauspielerin.

Ihr Filmdebüt gab Ilse Werner mit 17 Jahren als Hilde in Geza von Bolvarys Jugendfilm „Die unruhigen Mädchen“ (1938) an der Seite von Theo Lingen und Hans Moser – sofort konnte sie sich mit ihrer fröhlich-frischen, ungekünstelten Art als UFA-Nachwuchsstar etablieren. Ihre große Zeit hatte sie in Filmen des Dritten Reiches, mit leichten, unterhaltsamen Rollen verkörperte sie zumeist eine heiter-unbeschwerte junge Frau.

Mit Eduard von Borsodys musikalischem Frontfilm „Wunschkonzert“ wurde Ilse Werner dann 1940 an der Seite von Carl Raddatz zu einem nationalen Star – ihr Foto hing fortan bei vielen Soldaten im Spind. Etwa zur gleichen Zeit wure die Schauspielerin von Werner Bochmann, einem bekannten Komponisten, als Sängerin und Kunstpfeiferin entdeckt und schon bald wurde sie für ihr virtuoses Pfeifen bekannt und berühmt. Der Film „Wir machen Musik“ (1942) wurde ein Kassenschlager und das gleichnamige Titellied ihr bekanntester sogenannter „Hit“ (Schlager), eine Erkennungsmelodie für Ilse Werner.

Zuvor hatte sie mit der Verkörperung der berühmten Sopranistin Jenny Lind in „Die schwedische Nachtigall“ (1941) Erfolge gefeiert, 1943 verkörperte sie neben Hans Albers die Prinzessin Isabella d’Este in „Münchhausen“ und in Käutners melancholischer Liebesgeschichte im Hamburger Hafenmilieu „Große Freiheit Nr. 7“ war sie das Mädchen Gisa – wiederum an der Seite von Albers; der Film war Ende 1944 in Prag entstanden und gelangte erst nach 1945 in Deutschland zur Uraufführung.

Bis Kriegsende spielte Ilse Werner in rund 35 Spielfilmen Haupt- und Nebenrollen, sie trat häufig in der beliebten Radiosendung „Wunschkonzert für die Wehrmacht“ auf und ihre Schlager wie „Die kleine Stadt will schlafen gehen“, „Sing ein Lied, wenn du mal traurig bist“, „Mein Herz hat heut Premiere“ und „So wird’s nie wieder sein“ wurden zu Schlagerklassikern und verkauften sich millionenfach.

Nachkriegszeit

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bekam die Schauspielerin vorübergehend Berufsverbot. 1948 heiratete sie den amerikanischen Journalisten John de Forest und ging mit ihm nach Amerika; bis zur Scheidung 1953 lebte sie in Los Angeles. Dann kehrte sie nach Deutschland zurück, heiratete 1954 den Leiter des Nürnberger Tanzorchesters am Bayerischen Rundfunk Josef Niessen, mit dem sie bis 1966 verheiratet war.

Wie in den vorangegangenen Jahren übernahm sie sporadisch Aufgaben für den Film, doch so ganz konnte sie an ihre alten Erfolge nicht mehr anknüpfen. Statt dessen feierte sie Triumphe auf der Theaterbühne, hier besonders 1970 mit der weiblichen Hauptrolle in dem Singspiel „Der König und ich“ und 1973 in dem Thornton-Wilders-Stück „Wir sind noch einmal davongekommen“.

Ilse Werners Grab
Potsdam OT Babelsberg, Goethefriedhof

Sie trat in zahlreichen Fernsehunterhaltungssendungen und verschiedenen populären Fernsehreihen auf, so beispielsweise 1967 mit einer Mutterrolle in der Fernsehserie „Die Bräute meiner Söhne“, als vitale Hebamme in ihrer eigenen Sendung „Eine Frau mit Pfiff“ oder 1989 in den Serien „Rivalen der Rennbahn“ und „Forstinspektor Buchholz“; daneben war sie auch sehr erfolgreich als Radiomoderatorin und Gesprächsrundenleiterin im Fernsehen, wie etwa 1982 als Nachfolgerin von Alfred Biolek im Kölner „Senftöpfchen“; bekannt wurde auch ihr buntes Programm „Ein Abend mit Pfiff“, mit dem sie durch deutsche Kurorte reiste.

1959 hatte Ilse Werner bei der neugegründeten Schallplattenfirma Ariola ihren Wiedereinstieg als Sängerin gestartet, mit Liedklassikern, Schlagern und ihrem Pfeifen machte sie weiterhin auf sich aufmerksam, etwa mit dem virtuos gepfiffenen „River Kwai Marsch“. 1960 wurde das Lied „Baciare“ ein Schlager in fast ganz Europa, ihr Album „Gepfiffen klingt’s so“, eine Sammlung von Schlagerklassikern, wurde ebenfalls ein riesiger Erfolg.

Ihre Memoiren nannte sie 1981 „So wird’s nie wieder sein ... Ein Leben mit Pfiff“; bereits 1941 hatte sie erstmals ihre Lebenserinnerungen unter dem Titel „Ich über mich“ veröffentlicht.

Zu Beginn der 1990er Jahre war Ilse Werner noch einmal in aller Munde, als sie gemeinsam mit der Gruppe „Quiet Force“ das Lied „Bon Voyage“ aufnahm. Ihre eigene Lebensgeschichte verfilmte sie 1996, die unter dem Titel „Ilse Werner – Alles zu seiner Zeit“ veröffentlicht wurde. Einen letzten Filmauftritt hatte Ilse Werner im Fernsehen mit einer kleinen Rolle in der Tatort-Folge „Bittere Mandeln“ (2000).

Am 11. Juli 2001 feierte die Schauspielerin und Sängerin ihren 80. Geburtstag. Im August erschien dann im Verlag Ursula Meyer der Bildband und die Filmbiographie des Filmstars unter dem Titel „Ilse Werner“. Anläßlich ihres 60. Filmjubiläums war die Werner bereits 1998 mit einer Ausstellung im Düsseldorfer Filmmuseum geehrt worden.

Tod

Ilse Werner lebte zuletzt zurückgezogen und verarmt in einem Lübecker Seniorenheim; dort verstarb sie am 8. August 2005 im Alter von 84 Jahren an den Spätfolgen einer Lungenentzündung, wie ihre langjährige Freundin Edeltraut Langhals-Declair der Presse mitteilte. Auf eigenen Wunsch wurde der ehemalige UFA-Star in Potsdam in der Nähe der Babelsberger Studios, in denen sie ihre größten Filmerfolge gefeiert hatte, beerdigt. Nach einer Trauerfeier in der Friedrichskirche fand die Beisetzung am 24. August 2005 auf dem Friedhof an der Goethestraße in Potsdam-Babelsberg statt.

Bereits Ende 2004 hatte die Künstlerin dem Potsdamer Filmmuseum viele Erinnerungen aus ihren großen Zeiten überlassen, Babelsberg sei ihre „Heimat“, äußerte sie in einem Interview.

Filmbeiträge

Der Film zeigt neben Hermann Graf seltene Privataufnahmen der Schauspielerin Ilse Werner
Ilse Werner – Wer pfeift was (1943)
Die Sendung „Wir senden Frohsinn – wir spenden Freude“ war eine Varieté-Show, welche ab März 1941 jeden Freitag live ausgestrahlt und von Ilse Werner moderiert wurde. Die Sendung wurde im Juni 1944 eingestellt.

Auszeichnungen

  • 1981: Bundesverdienstkreuz 1. Klasse
  • 1986: Filmband in Gold für langjähriges und hervorragendes Wirken im deutschen Film
  • 1991: Filmband in Gold für die Komödie „Die Hallo-Sisters“

Filmographie

Fernsehrollen

  • 1942: Wir spenden Freude (Fernsehsender Paul Nipkow, bis 1944, Unterhaltungssendung)
  • 1965: Die Bräute meiner Söhne (Serie)
  • 1967: Eine Frau mit Pfiff (Serie)
  • 1989: Rivalen der Rennbahn (Serie)
  • 1989: Forstinspektor Buchholz (Serie)
  • 1996: Neues vom Süderhof (Gastauftritt)
  • 2000: Tatort: Bittere Mandeln

Theatrographie (Auswahl)

  • 1935: Glück (Theater in der Josefstadt in Wien))
  • 1970: Der König und ich (Musical)
  • 1973: Wir sind noch einmal davongekommen (Theaterstück)

Diskographie

Schallplatten

A/B-Seite veröffentlicht Plattenfirma
Die kleine Stadt will schlafen geh’n / Wenn du einmal ein Mädel magst 11/1940 Odeon
Ja, das ist meine Melodie / Keiner singt wie Eduard 1/1941 Odeon
Großstadt-Melodie / Siebenmal 4/1957 PHILIPS
Ein Liebe ohne Ende /Baciare 1/1959 ARIOLA
Nur aus Verseh’n / Ein glückliches Mädchen 11/1959 ARIOLA
Nick Nack Song / Liebe (Love Is All We Need) 12/1959 ARIOLA
Capito / Ein bißchen Seligkeit 2/1960 ARIOLA
Das kann sich alles noch ändern / Cowboy, nimm deinen Hut 10/1960 ARIOLA
Kleiner Fink / Karussell d’amour 6/1961 ARIOLA
Wir machen Musik / Ich hab’ dich 10/1961 ODEON
O Polly Ticca / Die piekfeine Lady 2/1962 ARIOLA
Tino, das liegt am Vino / Tango-Taverne 8/1962 ARIOLA
Ich möchte auch mal nach Paris / Herzeli 9/1963 TELEFUNKEN
Was sind schon 50 Jahre / So war es 11/1964 ARIOLA
Das Leben kann viel schöner sein (mit Bert Beel) 2003 Maxi-CD von RUBIN RECORDS
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