Henlein, Konrad

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Dr. jur. h. c. Konrad Henlein (1898–1945)
Unterschrift Henlein, Konrad.jpg

Konrad Ernst Eduard Henlein (Lebensrune.png 6. Mai 1898 in Maffersdorf bei Reichenberg, Böhmen; Todesrune.png Freitod 10. Mai 1945 in Pilsen) war ein sudetendeutscher Soldat, Politiker, Führer des Sudetendeutschen Freikorps, Nationalsozialist, SS-Obergruppenführer, Reichsstatthalter und Gauleiter.

Leben

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Staatsbesuch des Reichs- und Preußischen Ministers des Innern Dr. Wilhelm Frick in Süddeutschland am 23. September 1938, von links: Wilhelm Stuckart, Wilhelm Frick, Adolf von Bomhard, Konrad Henlein und Hans Krebs.
Nach dem Anschluß des Sudetenlandes, zwischen Franzensbad und Eger am 3. Oktober 1938. Von rechts: General Wilhelm Keitel, Konrad Henlein, Adolf Hitler, General Walter von Reichenau, Reichsführer-SS Himmler und General von Kluge

Jugend und Bildung

Konrad Henlein wurde am 6. Mai 1898 in Maffersdorf bei Reichenberg im östlichen Nordböhmen geboren. Schon als Junge stand er in der völkischen Turnbewegung Österreichs, die sich 1904 nach der Einführung des Arierparagraphen von der allgemeinen deutschen Turnerschaft getrennt hatte. Nach der Schulbank studierte er an der Handelsakademie.

Erster Weltkrieg

Als Kriegsfreiwilliger der kaiserlichen und königlichen Armee (Offizieranwärter beim k. u. k. Tiroler Kaiser-Jäger-Regiment Nr. 3, später beim k. u. k. Infanterie-Regiment Nr. 27) zog Konrad Henlein in den Ersten Weltkrieg, wurde an der Italienfront schwer verwundet und geriet mit dem Rest seines Regiments in italienische Kriegsgefangenschaft. In dieser Zeit studierte er das Leben und Wirken von Friedrich Ludwig Jahn und wurde ein glühender Anhänger dessen Philosophie. Aus der Gefangenschaft kehrte er 1919 zurück.

Zwischenkriegszeit

Gauleiter Konrad Henlein und GeneralleutnantPeter Hermann in Pilsen vor der St.-Bartholomäus-Kathedrale, 5. September 1943
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Nach dem Krieg wurde er Beamter. Während dieser Jahre war Konrad Henlein auch als Bezirks- und Gaudietwart im Jeschken-Isergau des Sudetendeutschen Turnverbandes tätig. 1925 berief ihn der älteste und angesehenste Turnverein Böhmens, der Turnverein in Ach, zu seinem Turnlehrer.

Konrad Henlein, der als junger Turnlehrer in der westlichen Stadt Böhmens hart an der Grenze des Reiches stand, sah seine Arbeit nicht nur von der rein turnerischen Seite her. Er nahm mit Sorge die zerrissene Lage des Sudetendeutschtums wahr und erkannte klar, daß die sudetendeutsche Schicksalsfrage zunächst eine Erziehungsfrage war. Konrad Henlein begann diese gesamtvölkische Erziehung mit der Neuformung des Turnverbandes: Die körperliche und die geistig-seelische Erziehung bildete für ihn eine untrennbare Einheit.

Er wandelt den Turnverband zum sudetendeutschen Erziehungsverband um. In der von ihm gegründeten Ascher Turnschule schuf er die turnfachliche Hochschule der sudetendeutschen Leibeserziehung. Die von ihm herangebildeten Turnführer wurden Erzieher und Menschenbildner.

Drittes Reich

Seine Persönlichkeit ließ ihn zum Führer der sudetendeutschen Turnbewegung werden. Nach dem größten Mannschaftstreffen des Sudetendeutschtums, dem Verbandsturnfest in Saaz im Jahre 1933, galt Konrad Henlein unstreitig als Führer einer aufbrechenden Gemeinschaft.

Die Prager Regierung ging daran, die DNSAP aufzulösen. Ihre Führer, die durch lange Jahre unter Einsatz ihrer Persönlichkeit für die Freiheit des Sudetenlandes gekämpft hatten, wurden verhaftet. Die anderen wurden durch unerhörte Polizeimethoden politisch mundtot gemacht. Eine tschechische Verfolgungswelle brach über das Sudetenland herein.

Am 1. Oktober 1933 erließ Henlein von der Gaststätte „Ewiges Licht“ in Eger aus seinen historischen Aufruf an die Sudetendeutschen. Trotz Haß und Terror von tschechischer und marxistischer Seite erstand in der „Sudetendeutschen Heimatfront“ eine gewaltige Volksbewegung. 1.250.000 Stimmen etwa erhielt Konrad Henlein bei den Maiwahlen 1935. Das waren mehr als zwei Drittel aller deutschen Stimmen.

Konrad Henleins Partei, die Sudetendeutsche Partei (SdP), wurde zur stärksten Partei des tschechischen Staates überhaupt. Am 1. September 1935 standen im nordböhmischen Haida über hunderttausend Sudetendeutsche vor Konrad Henlein: Arbeiter, Bauern, Kaufleute, Gelehrte. Und Konrad Henlein sprach:

„Wir stehen hier vor der größten Kundgebung, die unser Staat jemals gesehen hat. Hier steht nicht eine Partei, hier steht die Verkörperung eines neuen Lebenswillens und Lebensglauben, eine Volksbewegung, die bis zum letzten bereit ist, das Recht, das uns in der Verfassung und in den Minderheitenschutzverträgen verbürgt ist, zu erkämpfen. Wir sind durch unseren Kampf und durch unsere Disziplin eine europäische Angelegenheit geworden, und wir werden solange eine europäische Angelegenheit bleiben, als wir einig sind. Wir wollen aus eigener Kraft mithelfen, daß die Not wenigstens einigermaßen gelindert wird. Wir fordern aber, daß der Staat einen gleichen Opferwillen zeigt; denn ist der Staat nicht willens oder nicht fähig, die Not zu mildern, dann muß er uns die Möglichkeit geben, durch ein großes internationales Hilfswerk unsere Brüdern und Schwestern vor dem Verhungern zu bewahren.“

Das Echo dieser gewaltigen Kundgebung im tschechoslowakischen Staate aber hallte durch Europa. Es folgten Kundgebungen, die Meilensteine waren auf dem Weg zur sudetendeutschen Einheit: Reichenberg, Warnsdorf, Eger, Leitmeritz, Teplitz-Schönau,

Am 23. Februar 1936 legte Konrad Henlein im Festsaal des Deutschen Hauses in Prag ein verpflichtendes Bekenntnis zur gesamtdeutschen Kultur und Schicksalsgemeinschaft ab:

„Dem kulturellen Schaffen unserer Heimat, die wir über alles lieben und deren Dienst wir uns bis zum letzten geweiht haben, wollen wir wiederum Bahn brechen. Nur so wird sie nach einer Zeit geistiger und seelischer Zerrüttung wieder zu ihren Lebensquellen zurückfinden, zu dem innersten seelischen Erlebnis das uns Deutsche in aller Welt zu der großen und unlöslichen Kulturgemeinschaft des deutschen Volkes verbindet. Die Einheit des deutschen Geistes kann und darf nicht erschüttert werden; denn wir sind Deutsche und werden nie etwas anderes sein, welches Schicksal uns die Zukunft auch bereiten mag.“

Noch einmal umriß Konrad Henlein im Februar 1937 in seiner großen Aussiger Rede die Forderung des Sudetendeutschtums nach umfassender und ausreichender Selbstverwaltung. Im April 1937 brachten seine Abgeordneten im Prager Parlament sechs Gesetzesanträge ein, die auch in der internationalen Öffentlichkeit als Vorbild für eine befriedigende Lösung aller Volksgruppenfragen Anerkennung fanden. Im April 1938 stellte Konrad Henlein noch einmal seine acht Forderungen als Grundlage zur Neuordnung der innerstaatlichen Verhältnisse klar heraus.

Am 7. Juni wurden diese Forderungen als Memorandum der Sudetendeutschen Partei an die tschechoslowakische Regierung übermittelt. Die Tschechen hatten dieses Memorandum nie beantwortet, sondern setzten mit Terror gegen die SdP und ihren Führern ein, der in einem Steckbrief gegen Konrad Henlein gipfelte. Nachdem am 1. Oktober deutsche Truppen in die sogenannte Rest-Tschechei einmarschiert waren, fand der Leidensweg der Sudetendeutschen und das Lebenswerk Konrad Henlein seine Erfüllung.

„Schon seit Dienstagabend, als die Meldung der Durchreise im Rathaus angekommen war, herrschte in der Stadt emsiges Treiben. Eilig erteilte der Erste Bürgermeister, Parteigenosse Dr. Ungethüm, die Anweisungen. Löbau mußte sich der Bedeutung dieser Stunde gewachsen zeigen, mußte demonstrieren, wie sehr man – einig mit allen Deutschen – den Führer dankbar verehrte, und das die Oberlausitzer Volksgenossen Adolf Hitler auf seinem Erfolgskurs bedingungslos folgen würden. [...] Vom Adolf-Hitler-Platz bis zum Bahnhof marschierten SS-Leute als Absperrketten auf, während dem Bahnhofsgebäude gegenüber die Kompanien des ebenfalls hier stationierten Ergänzungsbataillons, unter dem Kommando von Major Rockau, Aufstellung nahmen. Gegen 08.30 Uhr fuhr die offene Mercedeslimousine des Führers, nebst einigen anderen Fahrzeugen vor. Und endlich war es soweit: Der Führer kommt! Punktgenau 09.00 Uhr rollte der 2 Loks und 12 Wagen lange Sonderzug aus Richtung Görlitz in den Bahnhof Löbau ein. – Glockengeläut erfüllte für Minuten die wartende Stadt. Einige bereitstehende Militärs, der Befehlshaber der Heeresgruppe 3 Generaloberst von Bock, der Kommandierende General des IV. Armee-Korps General der Kavallerie von Schweller und der Befehlshaber der Luftwaffengruppe 1 General der Flieger Kesselring, stiegen in den Befehlswagen des Zuges, wo der Führer eine kurze Besprechung abhielt. Dann begab sich Hitler nach den vorderen Wagen, um sich von Sachsens Gauleiter Mutschmann begrüßen zu lassen – entstieg darauf bedeutungsvoll dem Zuge und bekam, sozusagen als Willkommen auf sächsischem Boden, einen Blumenstrauß von Frau Mutschmann überreicht.
Auf dem Bahnsteig warteten dann: SA-Obergruppenführer Schepmann und die Führer der SS, Reichskommissar Konrad Henlein, der Kreisleiter der NSDAP Reiter und der Amtshauptmann Dr. Böhme, der Arbeitsführer Freytag, der Standortälteste Major Rockau und der erste Bürgermeister der Stadt Löbau Parteigenosse Dr. Ungethüm. Sie alle entboten ebenfalls ihren Gruß und schüttelten Hitler, bevor er weiter zum vorderen Teil des Bahnsteigs ging, die Hand. Inzwischen war, 09.17 Uhr, auch der zweite Sonderzug mit Begleitkommandos aus dem Führerhauptquartier und SS eingetroffen. Jetzt, als er die Gleise zum Görlitzer Bahnsteig überschritt, erschien der geliebte Führer den Wartenden zum ersten Mal leibhaftig sichtbar. Vorbei an den Blutordens- und Ehrenzeichenträgern, die ihn mit erhobenem rechten Arm lebhaft begrüßten, erreichte er den Ostausgang des Bahnhofes. Dort trat Adolf Hitler ins Freie. [...] Weiter ging die Fahrt in immer schnellerem Tempo, entlang der Neusalzaer Straße nach Oppach, von hier ins Sudetendeutsche hinein, über Schluckenau, Rumburg, Kratzau bis nach Friedland. Dort wurde ihm, ähnlich wie in Löbau, ein bespielloser Empfang bereitet und eine Kundgebung auf dem Marktplatz beendete seine dritte Fahrt ins heimgeholte Gebiet. Die Stadt Löbau beging am 6. Oktober 1938 noch einen schönen Festtag. Die Ereignisse in der Oberlausitz und in Löbau haben sich nach Zeitungs- und Zeitzeugenberichten so zugetragen.“Adolf Hitler besucht Löbau am 6. Oktober 1938

SS und NSDAP

Adolf Hitler ernannte Konrad Henlein zum Reichskommissar für die befreiten Gebiete. Er erhielt am 9. Oktober 1938 die Befugnis, die Uniform eines SS-Gruppenführers zu tragen; er war nun SS-Ehrenführer und politisch dem „Stab RFSS“ unterstellt.

Dr. h. c. Henlein stellte am 26. Januar 1939 seinen Aufnahmeantrag für die NSDAP. Dort erhielt er nach Aufnahme die Mitgliedsnummer 6.600.001. Wenig später trat er auch der SS aktiv bei (Mitgliedsnummer: 310.307).

Mit der Errichtung des Reichsgaus Sudetenland am 15. April 1939 wurde er zum Reichsstatthalter und Gauleiter berufen.

Tod

Henlein überschritt um den 6./7. Mai 1945 in Begleitung seiner Adjutanten Uhlmann und Dr. Bayerl bei Karlsbad die amerikanischen Linien. Sie wurden gefangengenommen und vorerst ins Polizeigefängnis nach Eger verschleppt. Am 9. Mai wurden sie in das Sammellager der 3. VS-Armee in einer Pilsener Flakkaserne eingeliefert. Dort, in Rotzikau, wählte er am 10. Mai 1945 den Freitod durch Aufschneiden der Pulsadern, nachdem ihm die VS-Amerikaner mitgeteilt hatten, ihn an die Tschechen auszuliefern.[1] Er wollte dadurch einem Schauprozeß und der Hinrichtung am Galgen in Prag entgehen.

Zitate

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Siehe auch

Literatur

  • Rudolf Jahn: Konrad Henlein – Leben und Werk des Turnführers, Adam Kraft Verlag, 1938
  • Franz Katzer: Das große Ringen. Der Kampf der Sudetendeutschen unter Konrad Henlein (Klappentext)

Verweise

Audio

Fußnoten

  1. Karl Höffkes: HpG. Die Gauleiter des Dritten Reiches, Grabert-Verlag Tübingen, 2. Auflage 1997, S. 138