Kesselring, Albert

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Albert Kesselring (1885–1960)

Albert Kesselring (Lebensrune.png 30. November 1885 in Marktsteft, Unterfranken; Todesrune.png 16. Juli 1960 in Bad Nauheim) war ein deutscher Offizier der Bayerischen Armee, des Deutschen Heeres, der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Heeres- und Luftwaffenoffizier und seit 1940 Generalfeldmarschall.

Bedeutung

Erwin Rommel, Albert Kesselring und Ugo Cavallero
Kesselring mit Marschallstab
78. Eichenlaubträger, Wetzlarer Anzeiger (27.2.1942)
links, als Oberbefehlshaber Südwest in Italien 1944

Albert Kesselring zählte zu den großen Persönlichkeiten der Deutschen Wehrmacht. Die Schlachten insbesondere auf italienischem Gebiet tru­gen den Stempel seiner Führungskunst. Seine genialen strategischen Fähigkeiten, sein herausragendes Einfühlungsvermö­gen sowie seine beispielhafte Tapfer­keit ließen ihn zu einem besonders belieb­ten und vorbildlichen Vorgesetzten wer­den.

Leben

Kesselring wuchs als Sohn eines Lehrers und späteren Stadtschulrates in Bayreuth auf. Nach bestandenem Abitur trat er am 20. Juli 1904 in das in Metz stationierte 2. Fußartillerie-Regiment der Bayerischen Armee ein. Am 8. März 1906 erfolgte seine Ernennung zum Leutnant. Nachdem er am 29. März 1910 seine Frau Pauline geheiratet hatte, adoptierte das Paar 1913 einen Jungen (Rainer).

Im Juni 1912 absolvierte er einen Ballonbeobachter-Kurs der Feldluftschiffer in einer Luftschiffabteilung (bevor es Aufklärungsflugzeuge gab, verwendete man Fesselballons). Am 25. Oktober wurde er zum Oberleutnant ernannt.

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges diente Kesselring als Bataillonsadjutant bei der Artillerie. Am 5. Dezember 1914 wurde er zum Hauptquartier der 1. Königlich Bayerischen Fußartillerie-Brigade versetzt. 1916 zum Hauptmann befördert, war er dann als Generalstabsoffizier bei Divisions- und Korpsstäben tätig.[1]

Nach dem Zusammenbruch durch die Novemberrevolte wurde er in die Vorläufige Reichswehr übernommen. Nach dem Wahlsieg der Nationalsozialisten war er ab 1933 am Aufbau der neuen deutschen Luftwaffe beteiligt.

Zweiter Weltkrieg

Nach dem Polenfeldzug erhielt Kesselring am 30. September 1939 das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes. Nach dem Frankreichfeldzug wurde er am 19. Juli 1940 zum Generalfeldmarschall befördert, erhielt seinen Marschallstab und führte die Luftflotte 2 beim Unternehmen „Adlerangriff“ mit dem Ziel, den Südosten und London anzugreifen. 1941 kam er an die Ostfront. Dort unterstützte seine Luftflotte die Bodentruppen. Am Ende des Jahres wurde er „Oberbefehlshaber Süd“ und war für Nordafrika und den Mittelmeerraum verantwortlich.

Ab 1942 wurde sein Befehlsbereich auf alle Luftwaffenverbände in Italien und Tunesien erweitert. In der letzten Phase des Krieges gegen Deutschland erhielt Kesselring als Nachfolger Gerd von Rundstedts die Befehlsgewalt über die Westfront. Bei der Landung der Alliierten auf Sizilien leistete Kesselring mit seiner Heeresgruppe C den Angreifern erbitterten Widerstand. Mit Rücksicht auf die historische Bedeutung des Kulturdenkmals bei der Schlacht um Monte Cassino hatte der deutsche Oberbefehlshaber in Italien, Albert Kesselring, die Miteinbeziehung des Klosters in die Verteidigungsstellungen im Dezember 1943 ausdrücklich verboten. Dafür und für seinen heldenhaften Abwehrkampf (Kampf um Rom) erhielt er am 19. Juli 1944 als einer von nur 27 Empfängern das Ritterkreuz mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Kesselring wurde mehrfach im Wehrmachtbericht erwähnt.

Kesselring kam der Funktion eines modernen Befehlshabers integrierter Streitkräfte näher als irgend ein anderer Befehlshaber der Wehrmacht. Er schuf einen gemeinsamen Stab aller drei Teilstreitkräfte und einen multinationalen Stab (die Italiener einschließend), wobei einige Positionen mit Bedacht besetzt wurden, um sicherzustellen, daß er voll über die Bedürfnisse, Möglichkeiten und Grenzen aller ihm zur Verfügung stehenden Land-, See- und Luftstreitkräfte unterrichtet war.

Nachkriegszeit

Generalfeldmarschall a. D. Albert Kesselring beim Stahlhelm Bund; am 11. und 12. Juli 1953 verkündete er dort seine „Gießener Botschaft“, es war sein erster öffentlicher Auftritt nach seiner Entlassung aus der Haftanstalt der Besatzer in Werl. Trotz „Befehl“ (Uniformverbot) des Bundeshauptmannes Girgensohn, erschienen die meisten Teilnehmer stolz und auflehnend in Uniform. Von Marineblau bis zur Tropenuniform des Afrika Korps, über Gebirgsjägermützen bis hin zu umfunktionierten SA- und HJ-Uniformen (der Jugendverbände) war alles dabei.

Nach Kriegsende erfolgte seine Gefangennahme. 1947 wurde er von einem britischen „Militärgericht“ zum Tode verurteilt – angeblich wegen „Verbrechen“ gegen die italienischen Partisanen. Die Todesstrafe wurde dann in lebenslange Haft umgeändert und später noch auf 20 Jahre Haft verkürzt. Im Oktober 1952 wurde er aufgrund seines schlechten Gesundheitszustandes auf Parole entlassen. Danach wurde er Führer des Stahlhelmbundes in der Rest-BRD. Er veröffentlicht daraufhin in einem zweiteiligen Werk seine Memoiren. Bis zuletzt ein aufrechter Deutscher geblieben, erfolgte in den Publikationen keinerlei Distanzierung gegenüber seinem Kampf im Zweiten Weltkrieg und seiner völligen Loyalität gegenüber dem Führer Adolf Hitler.

In seinen Erinnerungen schrieb er zur Unvermeidbarkeit des Rußlandfeldzuges:

Feierliche Beisetzung des Feldmarschalls Kesselring
„Mußte man Rußland angreifen? Hitler erklärte schon früher und auch in seiner Schlußansprache an die Generale am 14. Juni 1941, daß der Ostfeldzug unvermeidlich sei, daß jetzt angegriffen werden müsse, wenn man sich einem russischen Angriff zur Unzeit entziehen wolle. Dabei wurden nochmals die Punkte in Erinnerung gebracht, die eine Freundschaft zwischen Rußland und Deutschland auf die Dauer unwahrscheinlich erscheinen ließen, die nicht wegzuleugnenden ideologischen Gegensätze, die auf beiden Seiten beiseitegeschoben, aber nicht beseitigt waren, die mobilmachungsartigen Maßnahmen an der Ostseeküste und der russischen Westgrenze, zunehmendes aggressives Verhalten russischer Soldaten gegen die Bevölkerung in den Randgebieten, Kräfteverschiebungen in den grenznahen Raum, verstärkter und beschleunigter Aufbau der russischen Rüstungsindustrie usw. [...] Die These Hitlers, daß der Russe uns im ersten, ihm günstig scheinenden Augenblick angreifen würde, hielt ich für indiskutabel richtig.“[2]

Tod

Am 16. Juli 1960 starb Generalfeldmarschall a. D. Albert Kesselring in einem Sanatorium in Bad Nauheim an einem Herzinfarkt und wurde auf dem Bergfriedhof in Bad Wiessee wenige Schritte von den letzten Ruhestätten des Generalfeldmarschalls Werner von Blomberg und General der Infanterie Franz Beyer entfernt beigesetzt. Die Grabrede hielt der damalige Inspekteur der BRD-Luftwaffe und frühere General der Flieger Josef Kammhuber.[3] Die Bundeswehr bezeugte die militärischen Ehren, ebenfalls anwesend waren u. a. SS-Oberstgruppenführer Sepp Dietrich, Reichskanzler a. D. Franz von Papen, Generalfeldmarschall der Gebirgstruppe Ferdinand Schörner, Großadmiral und Reichspräsident Karl Dönitz, SS-Standartenführer Joachim Peiper und Generalmajor Otto Ernst Remer.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Werke

Literatur

  • Franz Kurowski: Generalfeldmarschall Albert Kesselring, Oberbefehlshaber an allen Fronten, Kurt Vowinckel-Verlag, 1985

Verweise

Fußnoten

  1. Näheres siehe Pier Paolo Battistelli: Albert Kesselring Osprey Publishing 2012, ISBN 978-1849087353
  2. Albert Kesselring. Soldat bis zum letzten Tag: Der Feldzug gegen Rußland bis Ende November 1941
  3. Spiegel.png  Umerziehungsliteratur: ArtikelIN MEMORIAM: ALBERT KESSELRING, Der Spiegel, 31/1960/,
  4. 4,0 4,1 4,2 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn, Berlin, S. 118
  5. Jörg Nimmergut: Deutsche Orden und Ehrenzeichen bis 1945, Band 4. Württemberg II – Deutsches Reich, Zentralstelle für wissenschaftliche Ordenskunde, München 2001, S. 2441, ISBN 3-00-00-1396-2
  6. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis, Jena 2007, S. 438, ISBN 978-3-938845-17-2