Lötzsch, Gesine

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Gesine Lötzsch (links) und Petra Pau - Die Linke

Gesine Lötzsch (geb. 7. August 1961 in Berlin-Lichtenberg) ist eine BRD-Politikerin (Die Linke). Sie war von 2002 bis 2025 Mitglied des BRD-Bundestags.

Werdegang

Gesine Lötzsch wurde am 7. August 1961 Berlin-Lichtenberg im Osten der Stadt geboren. Sie besuchte die Polytechnische Oberschule und ab 1978 die Erweiterte Oberschule (EOS), wo sie 1980 ihr Abitur ablegte. 1980-1985 studierte sie an der Humboldt-Universität (HU) Berlin und schloß als Dipl.-Lehrerin für Deutsch und Englisch ab (1985). Anschließend folgte ein Forschungsstudium an der HU mit einem Forschungssemester in Leiden, Niederlande (1987), bevor sie 1988 zum Dr. phil. promovierte. Lötzsch war danach Wissenschaftliche Assistentin an der HU (seit Januar 1991 beurlaubt).

Wirken

Während ihres Studiums trat Lötzsch 1984 der Sozialistischen Einheitspartei (SED) bei. Mit dem Ende der DDR (Fall der Mauer November 1989, deutsch-deutsche Teilvereinigung Oktober 1990) schloss sich der im Februar 1990 gebildeten SED-Nachfolgerin Partei des Demokratischen Sozialismus (PDS) an. 1989-1990 war Lötzsch Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung Lichtenberg und von Mai bis Dezember 1990 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung von Berlin. 1994 übernahm sie den Vorsitz des mitgliederstarken PDS-Bezirksverbandes Berlin-Lichtenberg, der schon zu DDR-Zeiten eine SED-Hochburg war.[1] Sie wurde 2005 stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Deutschen Bundestag.

Der Mann von Lötzsch war als Inoffizieller Mitarbeiter für die Stasi tätig. Gesine Lötzsch hatte ihren Mann, Ronald Lötzsch, immer als Opfer des SED-Regimes dargestellt.[2] Auch der Leiter ihres Bundestagsbüros, Klaus Singer, war drei Jahre lang hauptamtlicher Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS) der DDR gewesen.[3]

Am 15. Mai 2010 wurde Gesine Lötzsch neben Klaus Ernst zur Linken-Chefin gewählt. Im Januar 2011 hatte sie, in einem Artikel für die „Junge Welt“, ihre Partei dazu aufgerufen neue Wege zum Kommunismus zu suchen und auszuprobieren.

Im August 2011 verteidigt Parteichefin Gesine Lötzsch, zum 50. Jahrestag, den Bau der Berliner Mauer.[4]

Positionen

Gesine Lötzsch hält frühere Stasi-Mitarbeiter in Parlamenten und Ministerämtern durchaus für tragbar. „Wer gewählt werde, sei gewählt. Schließlich lebe man in einer Demokratie.“ Sie verwies darauf, dass die brandenburgische Fraktionschefin der Linkspartei, Kerstin Kaiser, drei Mal direkt in den Landtag gewählt worden sei. Gesine Lötzsch lehnt es ab, die DDR als Unrechtsstaat zu bezeichnen. Gleichwohl räumte sie ein, dass dort viel Unrecht geschehen sei. Ein Rechtsstaat sei das allerdings nicht gewesen, da es an der Gewaltenteilung gefehlt habe.[5]

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 06/2010
  2. Die Welt, 15. März 2010: Inoffizielle Mitarbeit - Künftige Linkspartei-Chefin hat ein Stasi-Problem
  3. jungefreiheit.de, 19. Januar 2011: Linkspartei: Stasi-Vorwürfe gegen Lötzschs Büroleiter
  4. ZDF, 21. August 2011: Nach der Verteidigung des Baus der Berliner Mauer durch Parteichefin Gesine Lötzsch kommt die Linkspartei nicht zur Ruhe. Nun sorgt ein Glückwunschschreiben der Parteispitze an den kubanischen Ex-Staatschef Fidel Castro zu dessen 85. Geburtstag für Ärger. „Mir steht es bis hier oben“, sagte der Berliner Parteichef Klaus Lederer, der sich im Wahlkampf befindet, dem „Tagesspiegel“. Lötzsch und Co-Chef Klaus Ernst hatten Castro für seine in „Lateinamerika beispiellosen sozialen Errungenschaften“ gelobt. Kuba sei „Orientierungspunkt für viele Völker“. Auf die Menschenrechtslage gingen sie nicht ein.
  5. Deutschlandradio Kultur, 6. Februar 2010: Lötzsch hält Ex-Stasimitarbeiter in Ministerämtern für tragbar