Marineflieger

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Jagdflugboot Hansa-Brandenburg W.18 von Gottfried Freiherr von Banfield

Als Marineflieger oder Seeflieger bezeichnet man die zu den Seestreitkräften eines Landes gehörenden Fliegerkräfte (Marineflugwesen). Sie können mit Flugzeugen und Hubschraubern ausgerüstet sein, die von Schiffen oder Flugplätzen an Land für Marineaufgaben eingesetzt werden. Auch Luftschiffe gehörten einst zum Arsenal von Marinefliegern. Die bekanntesten Marineflieger heute sind die von Flugzeugträgern aus operierenden Kräfte.

Deutschland

Seekampfflugzeug Hansa-Brandenburg W.29

Kaiserreich

Offiziere der Osmanischen Armee als Flugschüler bei einer deutschen Seeflieger-Abteilung (ggf. des Marinekorps Flandern) erhalten Unterricht am Flugzeug.
K. u. k. Flugzeugführerabzeichen der Marineflieger: Seefliegerabzeichen 1. Typ 1915 (links) und Seeflieger-Beobachter-Abzeichen 1918

Mit dem Entschluß des Staatssekretärs im Marineamt, Admiral Alfred von Tirpitz, Flugversuche vornehmen zu lassen, wurde das deutsche Marineflugwesen am 26. Oktober 1910 begründet. Eine ausführliche Begründung zu dem Entschluß erfolgte am 3. November 1910 durch Vizeadmiral Breusing. Flugzeuge sollten zur Küstenüberwachung und Seeaufklärung verwendet werden. Es war aber auch schon vorgesehen, Flugzeuge an Bord von Schiffen einzusetzen. Tirpitz erwog, bereits außer Dienst gestellte Schiffe zu Flugzeugmutterschiffen umzubauen. Im Ansatz wurde damit auch die Trägerwaffe gedanklich angerissen.

Die Entwicklung beim Heer kam zwei Jahre später in Gang. 1912 wurde eine größere Anzahl von Offizieren des Heeres zur freiwilligen Ausbildung für die zukünftige Fliegertruppe erfaßt. Am 1. Februar 1912 wurde eine Gruppe von 60 Offizieren in der Generalinspektion des Militärverkehrswesens in Berlin versandt und anschließend in Ausbildungskommandos aufgeteilt. Am 1. März 1913 wurden die Fliegerschulen von 19 Flugzeugbauunternehmen der Militäraufsicht unterstellt. Zusätzlich zu den aktiven Offizieren konnten sich flugbegeisterte junge Männer bei den Fliegerschulen zum Militärflugzeugführer ausbilden lassen. Die Flugschüler mußten sich verpflichten, ihren Militärdienst bei der Fliegertruppe abzuleisten. Die Flugschulen erhielten für jeden Flugschüler 8.000 RM aus der „Nationalflugspende“ überwiesen.

Die Luftfahrt ab 1913 war weitgehend in militärischer Hand, die Zivilausbildung war daher nur noch sehr begrenzt möglich. Schließlich wurde auch ein Militärflugzeugführerabzeichen gestiftet.

Die ersten Marineflieger

Mit Allerhöchster Kabinettsorder (AKO) von Kaiser Wilhelm II. an Alfred von Tirpitz vom 3. Mai 1913 wurden die ersten Marinefliegerkräfte der Kaiserlichen Marine aufgestellt. Es handelte sich um eine Luftschifferabteilung in Berlin-Johannisthal und eine Gruppe von Flugzeugen in Putzig.

1913 wurde das Doppelschwimmer-Flugzeug Rumpler (Wasser-) „Taube“ als Küsten- und Seeaufklärer erprobt. Zur gleichen Zeit wurde die „Taube“ als Aufklärer bei der Heeresfliegertruppe eingesetzt. Die „Tauben“ waren auch für Ausbildung der Militärpiloten häufig verwandte Flugzeuge.

Deutsche Unterstützungsverbände, auch der Seefliegerverbände, eilen im Dezember 1943 nach Norden, um dem auf Feindfahrt befindlichen und angegriffenen Schlachtschiff „Scharnhorst“ beizustehen.

Parallel erfolgte die Entwicklung von Marineluftschiffen, die als Seeaufklärungsmittel, Bombenträger und für den Kreuzerdienst zum Einsatz kommen sollten. Die Luftschiffe nach dem starren Zeppelin-System (Starrluftschiffe) setzten sich durch. Schon am 28. November 1911 wurde das Marinekabinett durch von Tirpitz angeregt, dem Luftschiff eine größere Aufmerksamkeit zuzuwenden. Mit den Luftschiffen verfügte das Deutsche Reich als erstes Land der Welt über eine „echte“ Luftwaffe. Einzelne Offiziere wurden zur Ausbildung als Luftschiffer auf Verkehrsluftschiffe kommandiert. Das Luftschiffkommando wurde gebildet.

Am 9. September 1913 stürzte das erste Marineluftschiff L 1 bei Helgoland ab, es wurde bei einem Gewitter über der Nordsee vom Sturm ins Meer gedrückt; 14 Besatzungsmitglieder ertranken. Bis zu diesem Tage hatte L 1 68 Flüge für die Marine absolviert.

Erster Weltkrieg

Kurz vor Kriegsausbruch 1914 besaß die Kaiserliche Marine nur etwa 20 brauchbare Seeflugzeuge. Am Tage der Mobilmachung konnte man weitere 15 zivile Maschinen auf einem Seeflugwettbewerb beschlagnahmen. Es gab dreißig ausgebildete Seefliegeroffiziere. Die Zentrale Flugstation der Seeflieger war schon bei Kriegsausbruch der Seefliegerhorst Kiel-Holtenau. Marineluftschiffe griffen im Ersten Weltkrieg England mit Bomben an und lieferten wichtige Luftaufklärungsergebnisse für die Marine. In der Ostsee wurden zu Flugzeugmutterschiffen umgebaute Dampfer eingesetzt, um die Baltische Küste mit Flugzeugen anzugreifen.

Die „Seeflieger des Kaisers“ wurden zum internationalen Vorbild der Marine- bzw. Seefliegerei.

K. u. k. Seeflugwesen

1910 wurden drei Marineoffiziere zur Militäraeronautischen Station Wiener Neustadt zwecks Erwerbs des Heerespilotenscheins abkommandiert, dies gilt als der Anfang der Geschichte des k. u. k. Seeflugwesens. 1911 begann man mit der Errichtung der ersten Seeflugstation auf der durch Aufschütten vergrößerten Insel Santa Catarina im Hafen von Pola. Später folgten noch fünf weitere Seeflugstationen: Triest, Kumbor, Parenzo, Puntisella und Odessa.

Bei Kriegsbeginn 1914 wurden die 25 österreichischen Flugzeugführer, die als Seeflieger dienten, zur modernen Marinefliegerausbildung nach Hamburg-Fuhlsbüttel abkommandiert. Als Hoheitszeichen zeigten die Marineflugzeuge die k. u. k. Kriegsflagge am Seitenleitwerk und das Eiserne Kreuz der Fliegertruppe des Deutschen Heeres am Rumpf.

Ende November 1915 verfügten die k. u. k. Seestreitkräfte über 65 Marineflugzeuge, darunter 40 deutsche Jagdflugboote vom Typ „Hansa-Brandenburg CC“. Linienschiffs-Leutnant Gottfried von Banfield errang am 31. Mai 1917 den ersten Luftsieg bei Nacht in der Luftkriegsgeschichte. Um 22.30 Uhr zwang er ein italienisches Seeflugboot in der Nähe von Schloß Miramare zur Landung. Zwischen 1915 und 1918 wurden 1.063 Feindflüge geflogen, darunter 463 Bombenangriffe und 157 Luftkämpfe. 510 Offiziere und Mannschaften fielen im Flugdienst.

Weimarer Republik

Der Reichsmarine der Reichswehr war jedwede militärische Fliegerei durch das Versailler Friedensdiktat verboten, dies konnte nur geringfügig von den als Reklameflieger getarnten Flugzeugführern des Deutschen Luftsportverbandes e. V. umgangen werden.

Drittes Reich

Die Seeluftstreitkräfte der Kriegsmarine im Zweiten Weltkrieg waren die Seefliegerverbände, die jedoch der Luftwaffe unterstellt waren.

Bundesrepublik Deutschland

Zuständig für den Aufbau der Marinefliegerei (1. Marinefliegergruppe/Marinefliegergeschwader 1) der Bundeswehr war Ritterkreuzträger Werner Klümper.

Siehe auch