Remlinger, Heinrich (1882)

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Heinrich Remlinger (Lebensrune.png 19. März 1882 in Poppenweiler/Ludwigsburg; Todesrune.png ermordet 5. Januar 1946 in Leningrad) war ein deutscher Unteroffizier der Württembergischen Armee und des Deutschen Heeres sowie Offizier der Reichswehr und der Wehrmacht, zuletzt Generalmajor des Heeres und Stadtkommandant im Zweiten Weltkrieg. Oberst Heinrich Remlinger, Kampfkommandant von Schneidemühl, war vermutlich sein Neffe. Die beiden Offiziere Remlinger werden oft miteinander verwechselt, es existieren auch militärhistorische Abhandlungen, in welchen die beiden Lebensläufe vermischt werden.

Werdegang

Chronologie

Stadtkommandant

  • Kommandant von Pleskau ab dem 21. September 1943
    • Pleskau fiel am 23. Juli 1944 und wurde von der Roten Armee besetzt.
  • Kommandant von Budapest
    • Nach mehreren Quellen, insbesondere russischen, war Remlinger Stadtkommandant von Budapest. Militärhistorisch gesichert ist, daß SS-Obergruppenführer Karl Pfeffer-Wildenbruch ab Anfang Dezember 1944 Festungskommandant von Budapest war. Kommandant der Stadt – zuständig für ungarische Belange und Wildenbruch unterstellt – war Generaloberst Iván Hindy, Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub, Schwertern und Brillanten. Es erscheint plausibel, daß Remlinger vom Juli 1944 bis zum Eintreffen Wildenbruchs Stadt- bzw. Festungskommandant war, sich dann aber während der Schlacht um Ofen-Pest dem neuen Kommandanten General Wildenbruch unterstellen mußte.

Gerichtsfarce und Ermordung

New York Times, Generalmajor Heinrich Remlinger 2.jpg

Stalin inszenierte im Dezember 1945, also noch während der Nürnberger Prozesse, einen Schauprozeß in Leningrad gegen die angeblich Verantwortlichen für das Massaker von Katyn (nach einem KGB-Memorandum von Februar 1959 21.857 Menschen liquidiert). Um zu vertuschen, daß die Sowjets im Rahmen der Stalinschen Säuberungen massenhaft Polen abgeschlachtet haben, mußten gefangengenommene und wehrlose deutsche Offiziere und Soldaten herhalten.

New York Times, Generalmajor Heinrich Remlinger.jpg

Zwischen dem 28. Dezember 1945 und dem 4. Januar 1946 wurde in Leningrad vor dem Militärtribunal des Leningrader Militärbezirks im Gebäude des Wyborger Kulturhauses verhandelt. Jeden Tag nur wenige Stunden, von den angeblich Tausenden Protokollen und Schriftstücken wurden den Angeklagten nur einzelne vorgelegt. Erbeutete deutsche Dokumente wurden nicht übersetzt, die Militärrichter interessierten sich ohnehin nicht dafür. Die Angeklagten waren schwach, ausgemergelt und trugen die Zeichen monatelanger schlimmster Folter im Gesicht. Sie erhielten keine Uniformen oder Zivilkleidung, sondern mußten verschlissene Eisenbahnerarbeitskleidung tragen.

Die Verteidiger der Deutschen, wie dies schon der Schauprozeß von Charkow 1943 vormachte, waren reine Statisten, die kaum ein Wort mit ihren Mandanten wechselten, die Zeugen (vorwiegend Frauen und Kinder), berichteten Schauderhaftes und erkannten natürlich die Deutschen als Täter. Stellungnahmen der Angeklagten wurden nicht übersetzt, außer es handelte sich um ein Eingeständnis. Am achten Verhandlungstag hörte das Tribunal genug, die wenigen Medienvertreter waren zufrieden, alle elf Angeklagten wurden schuldig gesprochen. Remlingers und Wieses lautes „nicht schuldig“ ging unter, die anderen waren zu eingeschüchtert, um noch zu sprechen.

Angeklagte

Vor dem Militärtribunal standen als Sündenböcke:

London Times, Generalmajor Heinrich Remlinger.jpg
  • Generalmajor Heinrich Remlinger (Lebensrune.png 1882)
  • Hauptmann Karl Herrmann Strüffling (Lebensrune.png 1912 in Rostock), Chef der 2. Kompanie des II. Bataillons z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision (Feld-Division 21 [L])
  • Oberleutnant Franz Wiese (Lebensrune.png 1909), Chef der 1. Kompanie des II. Bataillons z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision (20 Jahre GULag)
  • Leutnant Eduard Sonnenfeld (Lebensrune.png 1911 in Hannover), Führer des Pionierzuges 322/Grenadier-Regiment 322 der 285. Sicherungs-Division bzw. 281. Infanterie-Division.[5]
  • Oberfeldwebel Fritz Engel (Lebensrune.png 1915 in Gera), Zugführer in der 2. Kompanie/II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision
  • Oberfeldwebel Ernst Böhm (Lebensrune.png 1911 in Oschersleben), Zugführer im II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision
  • Feldwebel Erich Paul Vogel, Zugführer in der 1. Kompanie/II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision (20 Jahre GULag)
  • Obergefreiter Erwin Skotki (Lebensrune.png 1919), 2. Kompanie/II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision
  • Soldat Gerhard Janicke (Lebensrune.png 1921 in Kappe), 2. Kompanie/II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision
  • Soldat Erwin Ernst Geherer (Lebensrune.png 1912), 2. Kompanie/II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision
  • Soldat Arno Diere (Lebensrune.png 1920), 1. Kompanie/II. Bataillon z. b. V. der 21. Luftwaffen-Felddivision (15 Jahre GULag)

Urteil

Das Militärtribunal erfand hanebüchene Anschuldigungen, um das schon vor der Verhandlung feststehende Urteil zu rechtfertigen. Das Urteil vom 4. Januar 1946 (aus dem Russischen übersetzt), in welchem „Frauen und Kinder“ möglichst oft wiederholt wird, würde satirisch anmuten, wenn es nicht um Leben und Tod gehen würde. Das NKWD feierte einen Sieg der Kriegspropaganda:

„Remlinger befahl 14 Vernichtungseinsätze, in deren Verlauf einige hundert Ortschaften und Dörfer im Gebiet Pleskau niedergebrannt und 8.000 Sowjetbürger, vor allem Frauen und Kinder, umgebracht wurden. In den Siedlungen Karamyschew und Pikalicha wurden jeweils über 200 Bürger in Gebäuden zusammengetrieben und danach bei lebendigem Leibe verbrannt. Strüffling erschoß im Gebiet Ostrow 25 Menschen, erteilte seinen Unterstellten den Befehl, 10 bis 13 Jahre alte Kinder zu erschießen und erschoß eigenhändig 200 Menschen. Engel brannte mit seinem Zug 7 Siedlungen nieder, erschoß 80 Menschen und verbrannte in Häusern und Scheunen etwa 100 Personen. Es ist bewiesen, daß Engel eigenhändig 11 Frauen und Kinder umbrachte. Böhm brannte mit seinem Zug insgesamt 10 Ortschaften nieder, er erschoß etwa 60 Menschen und brachte eigenhändig 6 weitere Menschen um. Janicke brachte in dem Dorf Malyje Ljuzi 88 Menschen um, indem er sie in Scheunen und anderen Gebäuden zusammentrieb, die danach von ihm in Brand gesetzt wurden. Geherer war an der Vernichtung von 23 Dörfern und an der Erschießung von 100 Menschen – zum großen Teil Frauen und Kinder – beteiligt. Skotki war an der Exekution von 150 Personen, an der Zerstörung mehrerer Dörfer und an der Brandschatzung von 200 Häusern beteiligt. Sonnenfeld brannte mit seiner Einheit mehrere Dörfer nieder und nahm persönlich an mehreren Exekutionen teil. Auf sein Konto geht der Tod von 200 Menschen.“

Remlinger, Strüffling, Engel, Böhm, Janicke, Geherer, Skotki und Sonnenfeld wurden zum Tode durch den Strang verurteilt, Vogel, Wiese und Diere wurden zu 20 bzw. 15 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Ob sie alle die Tortur als deutsche Zwangsarbeiter im GULag überlebten, ist unbekannt. Nur von Diere, der bewußt von der Anklage der Nürnberger Prozesse nicht als Zeuge angefordert wurde, wird noch einmal berichtet, als er am 29. November 1954 sein Katyn-„Schuldbekenntnis“ zurücknimmt und angibt, er sei gefoltert worden und habe dann vor Gericht das ausgesagt, was die Verhöroffiziere des russischen Geheimdienstes ihm befohlen haben.

Tod

Bolschewistische Mordorgie vor der grölenden Menge

Am 5. Januar 1946 wurden die acht hehren deutschen Soldaten auf dem Kalinin-Platz in Leningrad vor dem Kinotheater „Gigant“ ermordet. Wie Vieh wurden die Männer in der eisig kalten Luft auf den Platz gefahren. Noch auf der Ladefläche der LKWs wurde ihnen der Strick angelegt, die Fahrzeuge fuhren los, und acht deutsche Soldaten rangen minutenlang mit dem qualvollen Tod. Manche Quellen geben an, daß Remlinger ggf. erst im Juli 1946 in Pleskau gehängt wurde, dies erscheint jedoch wenig plausibel.

Filmbeitrag: Das Verbrechen als Propagandafilm

Jahrmarktstimmung bei der Ermordung von acht deutschen Soldaten in Leningrad im Januar 1946

Rehabilitation

Trotz zahlreicher veröffentlichter Appelle an Helmut Schmidt, Angela Merkel und weitere aus aller Welt wurden die deutschen Opfer der Siegerjustiz und des Massakers bis heute nicht rehabilitiert.[6]

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen (unvollständig)

Fußnoten

  1. An die Stelle der vorher bestehenden Militärreitschule in Schwedt an der Oder (davor in Berlin) trat 1866 als Lehrtruppe das Militärreitinstitut in Hannover. Hinzu kamen die Equitationsanstalt in München und die Militärreitanstalt in Dresden.
  2. Regimentskommandeur Oberstleutnant Wilhelm Freiherr von Gültlingen, der während der Schlacht bei Longuyoun und am L’Othain-Abschnitt beim Gefecht bei Ethe und Gomery am 2. August 1914 schwer verwundet wurde, kam in das Feldlazarett nach Arlons, wo er jedoch infolge seiner schweren Verwundung am 23. August starb, wobei die Witwe, Freifrau von Gütlingen – ggf wegen fehlerhafter Meldung – zuerst vom 24. August 1914 als Todestag ausging. Nachfolger als Regimentskommandeur wurde Oberstleutnant Hugo Graf von Monteglas, der dann am 25. Oktober 1916 bei den Stellungskämpfen bei Steenstraate fiel.
  3. Landesarchiv Baden-Württemberg: Gültlingen, Wilhelm von, Freiherr
  4. Die Feldkommandantur 186 (FK 186) wurde am 17. Mai 1941 im Wehrkreis VI aufgestellt. Der Stab wurde nach der Aufstellung im Osten eingesetzt. Dabei wurde der Stab dem Befehlshaber Heeresgebiet Nord unterstellt. Der Stab wurde bei der 286. Sicherungs-Division in Opotschka eingesetzt. 1945 wurde der Stab unter der 16. Armee in Kurland eingesetzt. Dabei wurde der Stab als Kommandant Küste bezeichnet. Die Ersatzgestellung des Stabes wurde durch das Infanterie-Ersatz-Bataillon 474, später Grenadier-Ersatz-Bataillon 474, wahrgenommen.
  5. Mit einer Verfügung vom 11. November 1944 wurde die Division die 281. Infanterie-Division.
  6. Offener Brief an Helmut Schmidt, 2012