Collande, Volker von

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Volker von Collande (1913–1990)
Familiengrab von Volker von Collande, seine Schwester Gisela von Collande und ihren Mann Josef Dahmen
Hamburg, Ohlsdorfer Friedhof

Volker von Collande, eigentlich Volker Hubertus Valentin Maria von Mitschke-Collande (Lebensrune.png 21. November 1913 in Dresden; Todesrune.png 29. Oktober 1990 in Hannover), war ein deutscher Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur.

Familie

Er entstammte einer schlesischen Adelsfamilie und war der Sohn des Bühnenbildners Constantin von Mitschke-Collande (1884–1956) und dessen ersten Ehefrau Hilde Wiecke (1892–1984), deren Vater Paul Wiecke Schauspieler und Theaterdirektor in Dresden war und dessen Frau Albine Wiecke eine große Ibsen-Darstellerin am Berliner Shhiller-Theater war.[1]

Collande heiratete in erster Ehe am 29. Oktober 1936 in Berlin-Wilmersdorf die Schauspielerin Ingeborg Hertel (Lebensrune.png 25. Juni 1917 in Berlin), die Tochter des Ingenieurs Paul Hertel und der Hedwig NN. Die Ehe wurde am 30. Juli 1938 in Berlin geschieden.

In zweiter Ehe heiratete er am 13. April 1939 in Berlin-Dahlem die Tanzpädagogin Gisela Hartwig genannt von Naso (Lebensrune.png 20. Dezember 1917 in Berlin, Todesrune.png 6. Februar 2008 in Frankfurt-Main), die Tochter des Schriftstellers Dr. jur. Eckart Hartwig genannt von Naso (1888–1976), Chefdramaturg der Württembergischen Staatstheater in Stuttgart und der Ursula von Witzendorff (1895–1945). Diese Ehe wurde am 29. November 1942 ebenfalls in Berlin geschieden.

In dritter Ehe heiratete Collande am 28. Juni 1944 in Berlin-Charlottenburg die verwitwete Ballettmeisterin Isabella Vernici (Lebensrune.png 28. Juni 1915 in Poltawa, Ukraine; Todesrune.png 26. Juli 1986 in München), die uneheliche Tochter des Künstlers Iwan Grigorjewitsch Miassojadow und der Malwine Vernici.

Schließlich heiratete er in vierter Ehe am 16. Dezember 1950 die Sprecherzieherin und Stimmtherapeutin Irene Nathusius (Lebensrune.png 29. März 1928 in Hamburg), die Tochter des Kaufmanns Walter Berthold Nathusius und der Gerda Maria Schurig. Die gemeinsame Tochter Nora von Collande ist wie ihr Vater ebenfalls Schauspielerin und Autorin.

Auch seine Schwester Gisela von Collande (1915–1960) war eine bekannte Schauspielerin. Gemeinsam sah man die Geschwister in dem Film „Ziel in den Wolken“, auch hier spielten sie ein Geschwisterpaar.

Volker von Collande wurde auf dem Friedhof Ohlsdorf beigesetzt.

Leben

Mit 17 Jahren gründete Volker auf der Schule eine Bühnengemeinschaft, bei der alles selber machte. Einer seiner größten Aufführungen war „Sommernachtstraum“, die ihn allerdings zwang ein Schuljahr nachzuholen. Neben der Theaterleidenschaft gab es auch noch ein großes Interesse für Architektur. Collande machte zunächst eine Maurerlehre und besuchte die Staatsbauschule in Dresden, die er mit einem Staatsexamen in Architektur absolvierte.

Erst danach nahm er Schauspielunterricht und debütierte 1933 im Deutschen Theater in Berlin als Valentin in „Faust“. Im selben Jahr begann er als Regieassistent und Radiosprecher in Stuttgart. In der Zeit des Nationalsozialismus war Collande Mitglied der NSDAP.

Sein erster Film war 1933 „Rivalen der Luft“ mit Wolfgang Liebeneiner, mit dem er seither in aufrichtiger Freundschaft verbunden war. Mit Liebeneiner spielte er auch in seinem ersten Bühnendebüt „Am Himmel Europas“, dann kamen Privatbühnen, ein Jahr Deutsches Theater und schließlich das Staatstheater. Auch hier traf er wieder mit Liebeneiner zusammen, da dieser die Regie der beiden Lustspiele „Jan und die Schwindlerin“ und „Lauter Lügen“ inne hatte. Andere Rollen waren der Leutnant Arnegg im „Kleinen Hofkonzert“, in Hans Sonnenstößers „Höllenfahrt“, im „Siebenjährigen Krieg“ und in „Sonne für Renate“, um nur einige zu nennen. Der Film vernachlässigte den jungen Künstler keineswegs.

In seiner Freizeit beschäftigte sich Volker v. Collande, der schon immer zeichnete, bastelte und schrieb, mit der Abfassung von Drehbüchern von avantgardistischen Format. Das erste Ergebnis war der in eigener Produktion herausgebrachte Kurzfilm „Heidenovelle“ von 1937, der großes Interesse hervorrief und Collande veranlaßte, zahlreiche Vorträge über die Vorteile eines billig in eigener Produktion herzustellenden Spielfilms zu halten, der, ohne das Niveau zu verletzten, im Bemühen, es zu heben, dem Publikumsgeschmack entsprach. Wie in den Schultagen, hatte auch hier Collande alles selbst gemacht.[1]

In den Folgejahren arbeitete er als Theaterschauspieler in Berlin und ab 1947 in Saarbrücken sowie in den fünfziger Jahren am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg.

Daneben wirkte er seit 1933 in über 30 Spielfilmen als Darsteller, als Drehbuchautor sowie als Regisseur von Filmen und Hörspielen. Besonders populär wurde der von ihm gedrehte Spielfilm „Hochzeit auf Immenhof“ (1956). Später arbeitete er als Theaterintendant in Freiburg, Regensburg und Wolfsburg und war als Kulturberater der Volkswagen AG tätig.

Filmographie

Darsteller
Regie
  • 1942: Das Bad auf der Tenne
  • 1942: Fritze Bollmann wollte angeln
  • 1942: Zwei in einer großen Stadt
  • 1943 Wer zuletzt lacht...!
  • 1943: Eine kleine Sommermelodie
  • 1950: Insel ohne Moral
  • 1950: Kaspers Reise um die Welt
  • 1951: Hätt’ste, hätt’ste (Kurzdokumentarfilm)
  • 1952: Ich warte auf Dich
  • 1954: Ein Mann vergißt die Liebe
  • 1955: Die letzte Nacht der Titanic (Fernsehen)
  • 1955: Der Glücksbringer (Industriefilm)
  • 1956: Die Tochter
  • 1956: Oberst Chabert
  • 1956: Hochzeit auf Immenhof
  • 1957: Der Meisterdieb
  • 1959: Gesucht wird Mörder X
  • 1959: Professor Schellfisch
  • 1961: Staatsaffairen (Fernsehen)
  • 1965: Afrika tanzt (Dokumentarfilm, Koregie)
Drehbuch
  • 1937: Heidenovelle (Kurzfilm)
  • 1942: Zwei in einer großen Stadt
  • 1942: Das Bad auf der Tenne
  • 1950: Insel ohne Moral
  • 1952: Ich warte auf Dich
Herstellungsleitung
  • 1943: Fritze Bollmann wollte angeln
Dialog-Regie
  • 1954: Duell der Herzen. (Der Liebesrebell)

Hörspielsprecher (Auswahl)

Fußnoten