Klöpfer, Eugen

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Eugen Klöpfer (1886–1950)
Veit Harlan (links) und Eugen Klöpfer (rechts), kurz vor Klöpfers Vernehmung als Entlastungszeuge im Harlan-Prozeß in Hamburg (März 1949)
Eugen Klöpfer mit Maly Delschaft

Eugen Gottlob Klöpfer (Lebensrune.png 10. März 1886 in Talheim; Todesrune.png 3. März 1950 in Wiesbaden) war ein deutscher Schauspieler.

Leben

Jugend

Der Sohn des Land- und Gastwirts Karl Klöpfer und seiner Ehefrau Karoline, geborene Hörsch, wurde am 10. März 1886 in Rauhenstich-Talheim bei Heilbronn geboren und erhielt nach privatem Schauspielunterricht und gelegentlichen kleinen Auftritten ab 1905 Engagements an zahlreichen deutschen Provinzbühnen, zunächst ohne durchschlagenden Erfolg.

Weimarer Republik

1918 holte Intendant Viktor Barnowsky Klöpfer nach Berlin, wo er an verschiedenen Bühnen auftrat, ab 1920 am Deutschen Theater, ab 1925 auch in Wien und Salzburg. Er etablierte sich als geachteter Charakterdarsteller, vor allem in klassischen Heldenrollen, und blieb sein Leben lang vorrangig Bühnenschauspieler.

Ab 1918 war Klöpfer auch im Film tätig, so spielte er große Charaktere in F. W. Murnaus „Der brennende Acker“ und „Die Austreibung“, den zwischen Mutter und Ehefrau stehenden Schankwirt in Lupu Picks Kammerspiel-Drama „Sylvester“, und für Karl Grune den Kleinbürger, dessen Welt zusammenbricht, in „Die Straße“, und den alten, tragisch endenden Seiltänzer in „Katharina Knie“.

Klöpfer verkörperte historische deutsche Helden in den Titelrollen von Hubert Moests „Götz von Berlichingen“ und Hans Kysers „Luther“.

Drittes Reich

Auch im Tonfilm spielte er zahlreiche historische Figuren, unter anderem den Dichter Christian F. D. Schubart in Herbert MaischsFriedrich Schiller“ und den Komponisten Johann Sebastian Bach in Traugott MüllersFriedemann Bach“.

1934 wurde Klöpfer zum Staatsschauspieler und Intendanten der Volksbühne Berlin ernannt und ab 1935 wurde er Vizepräsident der Reichstheaterkammer und Mitglied des UFA-Verwaltungsrats.

Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels beauftragte 1936 den Staatsschauspieler Eugen Klöpfer mit der Gesamtleitung dreier im Zuge der Neuordnung des Berliner Theaterwesens vereinigter Theater. Es waren die Volksbühne am ehemaligen Horst-Wessel-Platz, deren Führung Generalintendant Eugen Klöpfer persöhnlich übernahm, das Theater am Nollendorfplatz, in das Dr. Goebbels als Intendanten Bernhard Graf Solms einsetzte, und das Theater in der Saarlandstraße, dessen Führung Ingolf Kuntze übernahm. Der Preußische Ministerpräsident Generaloberst Göring hatte Eugen Klöpfer aus seiner Staatstheaterverpflichtung für seine neue Aufgabe freigegeben.[1]

1937 wurde Klöpfer Mitglied der NSDAP.

In der Endphase des Zweiten Weltkrieges wurde er im August 1944 von Adolf Hitler in die Gottbegnadeten-Liste der wichtigsten Künstler aufgenommen, was ihn von einem Kriegseinsatz, auch an der „Heimatfront“, befreite. Seine letzte Filmrolle spielte er neben Hans Albers im unvollendeten letzten Film des Dritten Reiches, in Hans Steinhoffs Kriminalfilm „Shiva und die Galgenblume“.

Nachkriegszeit

Eugen Klöpfers Grab
Wiesbaden, Südfriedhof

1945 wurde Klöpfer von den Alliierten mit Auftrittsverbot belegt. Ihm wurde unter anderem Mitverantwortung am Tod des Schauspielers Joachim Gottschalk vorgeworfen, der zuletzt unter seiner Intendanz gearbeitet hatte, der mit seiner Frau und Kind Suizid beging. 1948 wurde Klöpfer in einem Spruchkammerverfahren entlastet und kehrte 1949 ans Theater nach Köln zurück.

Eugen Klöpfer starb am 3. März 1950 in Wiesbaden an einer Lungenentzündung. Sein Grab befindet sich auf dem Südfriedhof in Wiesbaden. Klöpfer war mit der Schauspielerin Flockina von Platen liiert.

Filmbeiträge

V.S.-Produktion: Schauspielerleben: Eugen Klöpfer (Staffel 2 / Folge 7) (2010)

Auszeichnung

Filmographie

Theatrographie (Auswahl) 

Intendant
Darsteller

Fußnoten

  1. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 28, 12. Juli 1936
  2. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 48, 1. Dezember 1935
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 48, 1. Dezember 1935