Conrad von Hötzendorf, Franz

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Feldmarschall Conrad von Hötzendorf

Franz Xaver Josef Conrad von Hötzendorf, seit 1910 Freiherr Conrad von Hötzendorf, ab 1918 Graf Conrad von Hötzendorf (selbst zog er es vor Freiherr bzw. Graf von Conrad genannt zu werden; Lebensrune.png 11. November 1852 in Penzing bei Wien; Todesrune.png 25. August 1925 in Bad Mergentheim, Württemberg), war der Chef des Generalstabes für die gesamte bewaffnete Macht der kaiserlichen und königlichen Armee Österreich-Ungarns bei Ausbruch des Ersten Weltkriegs, Ritter des Ordens „Pour le Mérite“, seit 1917 Feldmarschall.

„Conrad“, wie er militärhistorisch zumeist bezeichnet wird, spielte eine wichtige Rolle in der Julikrise, die zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges führte.

Werdegang

Generalstabschef Conrad von Hötzendorf
Paul von Hindenburg und Franz Freiherr Conrad von Hötzendorf
Kaiser Wilhelm II. mit Generaloberst Franz Freiherr Conrad von Hötzendorff, 1915

Conrad von Hötzendorf (Conrad von Hötzendorf ist der Familiennamen, Conrad ist nicht der Vorname), dessen Urgroßvater 1815 in den erblichen Adelsstand erhoben wurde, dessen Großmutter (Hötzendorf) aus Bayern ,stammte und dessen Vater (1793–1878), ein späterer k. k. Oberst, an der Völkerschlacht bei Leipzig teilnahm (seine Mutter Barbara, geb. Kübler, eine Tochter des Malers Josef Kügler, war bei der Eheschließung 32 jünger als ihr Gatte; Todesrune.png 1915), war bei der Gemeinsamen Armee zu hohen Befehlsstellen aufgestiegen.

Conrad besuchte ab Herbst 1863 die Hainburger Kadettenschule, ab Herbst 1867 die Theresianische Militärakademie in Wiener Neustadt, wo er Ende August 1871 als Leutnant zum Feldjäger-Bataillon 11 ausgemustert wurde. Im Herbst 1874 bestand Conrad die Aufnahmsprüfung für die Kriegsschule und beendete seine Generalstabsausbildung im Herbst 1876. Am 1. Mai 1877 wurde er Oberleutnant und diente als Stabsoffizier bei der 6. Kavallerie-Brigade in Kaschau.

Als dann im Ersten Weltkriege die Völker des Habsburger Staates zum Einsatz gerufen wurden, versuchte er, die Armeen dem gemeinsamen Ziel entsprechend auszurichten. Aber das unorganische Heer zerfiel mit der Donaumonarchie.

Erster Weltkrieg

Generaloberst Freiherr Conrad von Hötzendorf, Ritter des Eisernen Kreuzes beider Klassen

Er war einer der Hauptunterstützer einer Präventivstrategie gegen Serbien als Reaktion auf die Ermordung von Franz Ferdinand. Nach der Kriegserklärung brachte er die österreich-ungarische Armee gegen Serbien in Stellung, mußte jedoch nach dem Eintritt des Russischen Kaiserreiches in den Krieg große Teile dieser Truppen nach Galizien verlegen, wo der russische Angriff erwartet wurde.

Hötzendorf gelang es zwar mit kräftiger Unterstützung des Deutschen Heeres, Galizien zurückzuerobern, Serbien und Montenegro sowie Rumänien zu erobern und eine stabile Front gegen Italien zu organisieren. Gegen Anfang des Krieges führten die Unterschätzung insbesondere des russischen Gegners zum beinah frühzeitigen Ausscheiden Österreich-Ungarns aus dem Krieg.

Hötzendorf führte die k. u. k. Armee bis zum 1. März 1917. Er wurde als Chef des Generalstabes von Kaiser Karl I.) durch Arthur Freiherr Arz von Straussenburg abgelöst. Gegen Ende des Krieges führte er noch einmal eine Armeegruppe an der Alpenfront gegen Italien (→ Deutsches Alpenkorps).

Nachkriegszeit

Conrad, der Kroatisch, Ungarisch, Französisch und Russisch sprach, wurde am 1. Dezember 1918 in den Ruhestand und erhielt lediglich die Pension eines Obersten. Nach einem schweren Gallenleiden auf Kur in Bad Mergentheim bedauerte er in seinen Memoiren, daß die Familie Habsburg, insbesondere Erzherzog Friedrich, dem er über zwei Jahre lang erfolgreich gedient habe, ihm nicht einmal Genesungswünsche habe zukommen lassen.

Tod

Feldmarschall Franz Conrad von Hötzendorf starb am 25. August 1925 in Bad Mergentheim an einem Rückfall. Er erhielt ein Ehrengrab am Hietzinger Friedhof in Wien. Den Begräbnisfeierlichkeiten wohnten mehr als 100.000 Trauergäste bei. Ihm bereiteten das Bundesheer der ersten österreichischen Republik und die Kameradschaftsverbände ein Begräbnis, wie es das Zeremoniell der k. u. k. Armee für die großen Heerführer und Feldherrn vorgesehen hatte: vor dem auf einer sechsspännigen Lafette gebetteten Sarg das Leibpferd, dahinter der geharnischte Ritter. 24 Kanonenschüsse begleiteten die Grablegung des Marschalls.

Nach dem Tod von Gina Conrad von Hötzendorf wurde sie ebenfalls im Ehrengrab ihres Ehemannes Franz Graf Conrad von Hötzendorf beigesetzt, das 2012 zu einem Historischen Grab umgewidmet wurde.

Familie

Ehrengrab auf dem Hietzinger Friedhof in Wien

Conrad von Hötzendorf heiratete am 10. April 1886 in Lemberg seine Verlobte Wilhelmine von Le Beau (Lebensrune.png 27. Dezember 1860 in Sebenico). Aus der Ehe sind vier Söhne entsprossen (zwei sind im Krieg gefallen), darunter

  • Erwin Graf Conrad von Hötzendorf, Lebensrune.png 23 Januar 1888, Wien
  • Egon Graf Conrad von Hötzendorf, Lebensrune.png 20. März 1896, Troppau
  • Carl Graf Conrad von Hötzendorf am 14. März 1915

Wilhelmine starb früh am 29. April 1905 in Innsbruck. Danach führte Conrad von Hötzendorf eine lange Beziehung mit der noch mit Johann „Hans“ Edler von Reininghaus verheirateten sechsfachen Mutter Virginia „Gina“ Laura Antonia von Reinighaus (geb. Agujari, adoptierte Karasz; Lebensrune.png 27. Februar 1879 in Triest; Todesrune.png 1961), die er am 19. Oktober 1915 nach einer Heiratsbewilligung vom Kaiser von Österreich schließlich heiratete. Während des Krieges stand Gina Benefizveranstaltungen für Kriegsversehrte vor; sie war Vorsitzende der „Conrad-von-Hötzendorf-Stiftung für Kriegsblinde“. In dieser Funktion wurde ihr 1917 auch eine Walzerkomposition gewidmet

Zitate über Franz Conrad von Hötzendorf

  • „Der geistreichste der Heerführer des Weltkriegs war doch vielleicht Conrad von Hötzendorf. Er hat klar die politischen und militärischen Notwendigkeiten erkannt; gefehlt hat ihm nur das rechte Instrument.“Adolf Hitler[1]

Beförderungen

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Ehrungen

  • Wirklicher Geheimer Rat, 1907
  • Freiherr, 1910
  • Graf, 1918
  • Lebenslängliches Mitglied des österreichischen Herrenhauses
  • Fünffacher Ehrendoktor
  • Ehrenbürger zahlreicher Gemeinden
  • In vielen Städten Österreichs sind Straßen nach Conrad von Hötzendorf benannt

Werke

  • Aus meiner Dienstzeit 1906-1918. Rikola-Verlag, Wien u.a. 1921 bis 1925:
    • Band 1: Die Zeit der Annexionskrise 1906-1909. (PDF-Datei)
    • Band 2: 1910-1912. Die Zeit des libyschen Krieges und des Balkankrieges bis Ende 1912. (PDF-Datei)
    • Band 3: 1913 und das erste Halbjahr 1914. Der Ausgang des Balkankrieges und die Zeit bis zum Fürstenmord in Sarajevo. (PDF-Datei)
    • Band 4: 24. Juni 1914 bis 30. September 1914. Die politischen und militärischen Vorgänge vom Fürstenmord in Sarajevo bis zum Abschluß der ersten und bis zum Beginn der zweiten Offensive gegen Serbien und Rußland.
    • Band 5: Oktober-November-Dezember 1914. Die Kriegsereignisse und die politischen Vorgänge in dieser Zeit.
  • Kurt Peball (Hrsg.): Private Aufzeichnungen. Erste Veröffentlichungen aus den Papieren des k.u.k. Generalstabs-Chefs. Verlag Amalthea, Wien 1977, ISBN 3-85002-073-8.

Literatur

  • Karl Friedrich Nowak: Der Weg zur Katastrophe (1919) (PDF-Datei)
  • Friedrich von Cochenhausen / Alfred Boehm-Tettelbach: Conrad von Hoetzendorf – Eine Studie über seine Persönlichkeit, Junker und Dünnhaupt, Berlin 1934
  • Gina Gräfin Conrad von Hötzendorf: Mein Leben mit Conrad von Hötzendorf – sein geistiges Vermächtnis, Leipzi und Wien 1935 (im Ständestaat verboten)
  • Edmund Glaise von Horstenau: Conrad von Hötzendorf, in: Willy Andreas / Wilhelm von Scholz (Hg.): Die Großen Deutschen. Neue Deutsche Biographie. Propyläen Verlag, Berlin, 4 Bde. 1935–1937, 1 Ergänzungsbd. 1943; Fünfter Band, S. 504–521

Fußnoten

  1. In: Monologe im Führerhauptquartier - die Aufzeichnungen Heinrich Heims, herausgegeben von Werner Jochmann, Wilhelm Heyne Verlag, München 1980, ISBN 3-453-01600-9 (Aufzeichnung vom 9./10.10.1941, Seite 77)