Grolman, Karl Wilhelm Georg von

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Karl Wilhelm Georg von Grolman.jpg

Karl Wilhelm Georg von Grolman (Lebensrune.png 30. Juli 1777 in Berlin; Todesrune.png 15. September 1843 in der Stadt Posen) war deutscher Offizier der Preußischen Armee, zuletzt General der Infanterie und Kommandierender General eines Armee-Korps sowie preußischer Heeresreformer. Er darf nicht mit dem Juristen Prof. Dr. Karl Ludwig Wilhelm von Grolman[1][2] (1775–1829) verwechselt werden.

Leben

Das Kernwerk (Zitadelle) in Posen; Historisch gesehen, wurde die Festung Posen als Festung I. Klasse im Laufe des 19. Jahrhunderts errichtet und modernisiert. Sie bestand aus 18 Außenbefestigungen (9 Forts und 9 Zwischenwerken), 4 Innenforts und der auf einer Anhöhe liegenden, die Stadt beherrschenden Zitadelle, dem sogenannten Kernwerk, das in den Jahren 1829 bis 1869 erbaut wurde. Es war ein in Form eines angenäherten Fünfecks angelegtes Bollwerk von 3 km Umfang, mit einem fast 100 ha großen Innenhof. Initiator des Baues der Festung war Karl von Grolman, der seit 1815, nach dem Sommerfledzug des Siebten Koalitionskrieges, den Generalstab reorganisierte und von 1832 bis 1835 Kommandierender General in Posen war.
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Bereits im Alter von 14 Jahren trat er dem Militär bei und machte als Stabskapitän den Feldzug von 1806 mit. Für seinen Anteil am Gefecht bei Soldau, in dem er eine schwere Verwundung erlitt, erhielt er den Orden Pour le Mérite. Nach der Schlacht bei Jena wurde er Adjutant des Fürsten von Hohenlohe, war dann beim Generalstab des Lestocqschen Korps angestellt und wurde nach dem Gefecht bei Heilsberg im Juni 1807 zum Major befördert.

Nach dem Schmachfrieden von Tilsit nahm er unter Scharnhorst als Mitglied der Untersuchungskommission und der Militärreorganisationskommission an den Arbeiten zur Reorganisation des Heeres teil. Man kann in diesem Zusammenhang geradezu von einem völligen Neuaufbau der Armee sprechen. Zur Milderung der vom Gegner verfügten Beschränkung der preußischen Heeresstärke auf 42.000 Mann wurde im Jahre 1807 als eine der ersten Maßnahmen zur Heeresreorganisation das sogenannte Krümpersystem eingeführt, ein bis 1813 praktiziertes System der Rekrutenausbildung, wonach die ausgebildeten Soldaten nach mehreren Monaten durch andere ersetzt wurden und schließlich mehr als 42.000 Mann für den Einsatz im Ernstfall zur Verfügung standen. Eine der bedeutendsten organisatorischen Neuerungen war die Anfang 1809 erfolgte Schaffung eines Kriegsministeriums, das grundsätzlich für alle militärischen Fragen zuständig war. 1809 trat er in österreichische Dienste ein, da die Widerstände gegen die Reform auch seitens des preußischen Königs zu groß wurden.

Nachdem das Kaisertum Österreich ebenfalls von Frankreich besiegt worden war, trat er 1810 als Major und Kommandeur eines Fremdenbataillons in spanische Dienste ein, wurde im Januar 1812 bei der Eroberung von Valencia von den Franzosen gefangengenommen und nach Frankreich gebracht. Er floh aber schon im Juni in die Schweiz, reiste von da unter fremdem Namen zu seinem Schwager in Franken und studierte dann unter dem Namen von Gerlach Geschichte an der Universität Jena. Auf die Nachricht vom Rückzug der Franzosen aus dem Russischen Kaiserreich kehrte er im Januar 1813 nach Berlin zurück und wurde wieder als Major in der Preußischen Armee angestellt. Er diente in den folgenden Feldzügen als Generalstabsoffizier in verschieden Korps und nahm an den wichtigsten Schlachten der Befreiungskriege bei Großgörschen, Bautzen und an dem Gefecht bei Haynau teil. Nach dem Waffenstillstand erhielt Grolman seine Beförderung zum Oberstleutnant und einen Posten als Generalstabsoffizier beim II. Armeekorps. In der Schlacht bei Kulm unter Friedrich von Kleist wurde er schwer verwundet, war aber bis zur Schlacht bei Leipzig wieder einsatzbereit, wo er als Oberst kämpfte. Im Jahre 1814 wurde er zum Wiener Kongreß entsandt.

„An den Operationen von 1815 endlich hat Grolman, seit Ende Mai 1814 Generalmajor, als Generalstabsoffizier im Hauptquartier Blüchers teilgenommen, wo er ebenfalls mehr leistete als ein amanuensis, ein gefügiges Werkzeug der Feldherrneinheit Blücher-Gneisenau. Im Zusammenhang mit der Ernennung Boyens zum ersten preußischen Staats- und Kriegsminister im Juni 1814 hatte sich Grolman als Direktor des 2. Departements wieder dem Aufbau des Generalstabes zugewandt. Mit diesem ersten groß gedachten Versuch eines Neubaues war der Württemberger Freiherr von Massenbach an der geringen eigenen, überschätzten Kraft und dem Widerstand unbezwungener Wirklichkeiten gescheitert. Durch die bereits im Frieden beginnende Erziehung der Unterführer zur Selbständigkeit, die nach der vielseitigen Ausbildung in dem Gebrauch von Karten, der Auswertung von Nachrichten sowie in dem Entwerfen von Operationsplänen sogleich zur Truppe zurückzukehren hatten, hat Grolman den ‚Generalquartiermeisterstab‘ in den Generalstab verwandelt und damit das Problem der Heranbildung von Führergehilfen über die elementare Schulung des 18. Jahrhunderts auf eine höhere Ebene gehoben.“ — Deutsche Biographie

Ende März 1815 kam er als Generalquartiermeister in Blüchers Armee (hier hatte er mit von Gneisenau [Erster Generalquartiermeister bzw. Chef des Generalstabes] gemeinsam den hervorragendsten Anteil an den großen Erfolgen des Feldzuges), wo er im Sommerfeldzug von 1815 kämpfte. Nach dem Zweiten Pariser Frieden trat er wieder ins Kriegsministerium ein und reorganisierte den Generalstab, nahm aber 1819 wegen der Versuche, die Landwehr zu beschränken, zugleich mit dem Kriegsminister von Boyen seinen Abschied. Er lebte danach auf einem Gut in der Gegend von Cottbus, bis er 1825 als Generalleutnant und Kommandeur der 9. Division[3] in Glogau wieder in den aktiven Dienst trat. 1832 wurde er interimistisch und 1835 definitiv zum Kommandierenden General des in Posen stehenden V. Armee-Korps und am 30. März 1837 zum General der Infanterie ernannt.

Familie

Von Grolman war zweimal verheiratet. Seine erste Frau wurde 1804 in Berlin Sophie von Gerlach (1787–1807); sie war die Tochter des Berliner Oberbürgermeisters Carl Friedrich Leopold von Gerlach. Das Paar hatte eine Tochter:

  • Louise Agnes (Lebensrune.png 27. August 1806; Todesrune.png 9. August 1878) ∞ 15. August 1829 Felix Heinrich Anton von Stosch (Lebensrune.png 18. Juni 1795; Todesrune.png 25. Juni 1871)[4]
    • Seine zweite Frau wurde 1816 in Rentweinsdorf Hedwig von Rotenhan (1796–1864), die Tochter des Freiherrn Siegmund von Rotenhan und Antoinette von Lenthes. Das Paar hatte vier Söhne und fünf Töchter, darunter:[5][6]
  • Antonie Maria (Lebensrune.png 24. August 1818; Todesrune.png 31. Dezember 1832)
  • Bertha Hedwig (Lebensrune.png 3. Februar 1820; Todesrune.png 9. Februar 1836)
  • Sophie Karoline (Lebensrune.png 4. Dezember 1821; Todesrune.png 20. Juli 1901) ∞ Berlin 15. Mai 1848 Ulrich Karl Prätorius von Richthofen (Lebensrune.png 5. September 1814; Todesrune.png 3. November 1878) (Bruder von Karl von Richthofen)
  • Adelheid Mathilde (Lebensrune.png 20. Juni 1823; Todesrune.png 4. Juli 1823)
  • Carl Heinrich Sigismund (Lebensrune.png 23. Oktober 1824; Todesrune.png 18. Mai 1895) Landgerichtspräsident in Neiße ∞ Bonn. 7. Mai 1847 Geraldine Luise Josephine von Steinäcker
  • Adolf Wilhelm Hermann (Lebensrune.png 20. Juni 1826; Todesrune.png 23. September 1827)
  • Wilhelm Hermann August (Lebensrune.png 20. Juni 1829; Todesrune.png 24. Januar 1893), preußischer General der Infanterie ∞ Berlin 12. Juli 1864 Elisabeth von Block
  • Julius Heinrich Hermann (Lebensrune.png 5. Januar 1831; Todesrune.png 20. November 1835)
  • Julie (Lebensrune.png 5. Januar 1831; Todesrune.png 5. Februar 1831)

Beförderungen

Bataillonsfahne des Infanterie-Regiments „von Grolman“ (1. Posensches) Nr. 18

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Ehrungen

  • Ab 1889 erhielt das 1813 gestiftete und zuletzt in Osterode/Ostpreußen stationiertes Infanterie-Regiment den Ehrennamen Infanterie-Regiment „von Grolman“ (l. Posensches) Nr. 18.
  • In der Festung Posen bis 1918 gab es ein Fort, das den Namen „Grolman“ trug.

Werke

General von Grolman trug wesentlich zu zwei von Carl von Damitz veröffentlichten Werken bei:

  • Geschichte des Feldzuges von 1815 in den Niederlanden und Frankreich (2 Bde., Berlin 1837-38). Band 1, Band 2
  • Geschichte des Feldzuges von 1814 in dem östlichen und nördlichen Frankreich bis zur Einnahme von Paris (4 Bde., Berlin 1842-43) Band 1, Band 2, Band 3a Band 3b

Literatur

  • Emil von Conrady (General der Infanterie z. D.): Leben und Wirken des Generals der Infanterie und kommandierenden Generals Carl von Grolman, Ernst Siegfried Mittler und Sohn (1894)

Verweise

Fußnoten

  1. Grolman, Karl Ludwig Wilhelm von, Hessische Biografie
  2. Grolman, Carl Ludwig Wilhelm (preußischer Adel 1812), Neue Deutsche Biographie 7 (1966), S. 122-123
  3. Division (Alte Armee)
  4. http://www.geneall.net/D/per_page.php?id=1854622
  5. https://gedbas.genealogy.net/person/show/1103537275
  6. Der NDB nennt Ernst Wilhelm Karl (Lebensrune.png 26. August 1832; Todesrune.png 15. April 1904), preußischer General der Infanterie ∞ 10 Oktober 1865 Hedwig Freiin von Rotenhan (Lebensrune.png 8. Oktober 1847) ebenfalls als seinen Sohn. Nach der Biographie des Generals ist aber der Major Wilhelm Heinrich von Grolman (1781–1856) der Vater und Malwine Eimbeck die Mutter. Biographie, Stammbaum