Rabenau, Friedrich von

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Friedrich von Rabenau

Friedrich von Rabenau (Lebensrune.png 10. Oktober 1884 in Berlin; Todesrune.png im April 1945 auf dem Überstellungstransport von Schönberg bei Zwiesel zum KL Flossenbürg ) war ein deutscher Offizier, zuletzt General der Artillerie im Zweiten Weltkrieg sowie evangelischer Theologe, Militärhistoriker und Archivar, der als Mitwisser über die Pläne der Verschwörer und Putschisten vom 20. Juli 1944 am 11. August 1944 verhaftet und in das Militärgefängnis Berlin-Moabit verbracht wurde.

Werdegang

Gefechtskalender des Feld-Artillerie-Regiments Nr. 72 „Hochmeister“ im Ersten Weltkrieg
Asta von Moltke, Generalleutnant von Rabenau und Peter Yorck von Wartenburg auf der Veranda des Berghauses in Nähe des schlesischen Gutes Kreisau, 1940. Hier trafen sich die Putschisten des Kreisauer Kreises.
Friedrich von Rabenau trat im Frühjahr 1903 als Fahnenjunker in die Königlich Preußische Armee ein. Er kam dabei zum Feldartillerie-Regiment „Hochmeister“ Nr. 72 nach Marienwerder. In diesem wurde er am 18. August 1904 zum Leutnant befördert. Das Patent wurde auf den 19. August 1903 datiert. Am 1. Oktober 1911 wurde er dann für fast drei Jahre zur Kriegsakademie nach Berlin kommandiert. Im Juli 1914, kurz vor Beginn des 1. Weltkrieges, gehörte er als Oberleutnant wieder zum Feldartillerie-Regiment „Hochmeister“ Nr. 72. Im August 1914 wurde er dann zum Batterieführer in seinem Regiment ernannt. Am 28. November 1914 wurde er zum Hauptmann befördert. Als solcher wurde er dann 1915 in den Generalstab vom XVII. Armeekorps versetzt. Ab September 1916 wurde er dann als Generalstabsoffizier bei der 5. Landwehrdivision eingesetzt. 1917 wurde er dann als Generalstabsoffizier bei der 9. Infanteriedivision eingesetzt. 1918 wurde er als Ia bei der 1. Garde-Reserve-Division im Baltikum eingesetzt. Im 1. Weltkrieg wurden ihm neben dem Ritterkreuz des Königlich Preußischen Hausordens von Hohenzollern mit Schwertern und beiden Eisernen Kreuzen noch einige andere Orden verliehen. Nach Kriegsende wurde er dann als Hauptmann in das Reichsheer übernommen. Nebenher betätigte er sich auch noch als Geschäftsführer der Deutschnationalen Volkspartei in Leipzig. Im Heer wurde er beim 200.000 Mann-Übergangsheer im Frühjahr 1920 beim Befehlshaber der Artillerie bei der Reichswehr-Brigade 15 eingesetzt. Bei der Bildung des 100.000 Mann-Heeres der Reichswehr kam er dann zum Stab vom Artillerieführer III nach Berlin, wo er auch noch ein Jahr eingesetzt wurde. Ende 1921 wurde er dann in das Reichswehrministerium (RWM) ebenfalls in Berlin versetzt. Dort wurde er jetzt im Truppenamt (TA) eingesetzt. Spätestens ab dem Frühjahr 1924 gehörte er zur Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) im RWM. 1925 erschien seine erste größere Veröffentlichung mit dem Titel „Die alte Armee und die junge Generation“, auch auf Veranlassung von General der Infanterie Hans von Seeckt. 1924/25 wurde er zum Major befördert. Das Rangdienstalter wurde dabei auf den 1. November 1923 festgelegt. Als solcher wurde er am 1. Februar 1927 zum Kommandeur der II. Abteilung vom 1. (Preuß.) Artillerie-Regiment in Königsberg ernannt. In dieser Funktion wurde er am 1. April 1929 zum Oberstleutnant befördert. Während dieser Dienstzeit begann er eine Freundschaft zum Bürgermeister Dr. Carl Goerdeler. Am 31. Januar 1930 gab er sein Kommando über die Abteilung ab. Er wurde jetzt in den Stab vom Gruppenkommando 2 nach Kassel versetzt. Dort wurde er ab dem 1. März 1930 als 1. Generalstabsoffizier (Ia) eingesetzt. Als solcher wurde er am 1. März 1932 zum Oberst befördert. Als solcher wiederum wurde er am 1. Dezember 1932 zum Kommandant von Breslau ernannt. An der Breslauer Universität hielt er wehrpolitische und wehrgeschichtliche Vorlesungen, die teilweise veröffentlicht wurden. Er trat auch scharf gegen den dortigen Polizeipräsidenten und SA-Obergruppenführer Edmund Heines, wegen dessen Übergriffen, ein. Am 1. Oktober 1934 wurde er unter gleichzeitiger Beförderung zum Generalmajor zum Inspekteur der Wehrersatzinspektion Münster ernannt. Auch an der dortigen Universität hielt er wieder Vorlesungen. 1935 erhielt er dann die Ehrendoktorwürde. Am 1. Januar 1937 wurde er zum Generalleutnant befördert. Am 1. April 1937 wurde er zum Chef des Heeres-Archiv ernannt. 1938 veröffentlichte er dann den ersten Band der Biographie von Generaloberst Hans von Seeckt „Aus meinem Leben 1866-1917“. Bei der Mobilmachung wurde er dann zum Kommandeur der 73. Infanterie-Division ernannt. Er wurde dann mit seiner Division im Polenfeldzug eingesetzt. Dabei wurden ihm beide Spangen zu seinen Eisernen Kreuzen verliehen. Ende September 1939 gab er dieses Kommando bereits wieder ab, man hielt ihn wegen seiner Religiosität nicht für ein Frontkommando geeignet. Am 1. Dezember 1939 wurde er dann wieder zum Chef des Heeres-Archiv ernannt. Als solcher wurde er am 1. September 1940 zum General der Artillerie befördert. Ebenfalls im Jahr 1940 veröffentlichte er den zweiten Band der Seeckt-Biografie. Mitte 1942 gab er seinen Posten nach einem Eklat mit dem Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung, Oberst i. G. Walter Scherff, ab. Daraufhin wurde er am 1. Juli 1942 in die Führerreserve versetzt. Dabei studierte er jetzt Theologie. Er war die ganzen Jahre auch schriftstellerisch tätig gewesen und veröffentlichte mehrere Bücher, darunter welche zu Scharnhorst und zum Leben des Generaloberst von Seeckt. Am 31. August 1943 wurde er aus dem aktiven Dienst verabschiedet. Er gehörte eigentlich keiner der Gruppen des Widerstandes direkt an. Er fungierte aber als Mittelsmann zwischen Generaloberst Beck und Carl Goerdeler. Er wurde nach dem gescheiterten Attentat am 25. Juli 1944 verhaftet und inhaftiert.[1]

Chronologie

Friedrich von Rabenau II.jpg
  • 10.4.1903 Eintritt in das Feldartillerie-Regiment Nr. 72 „Hochmeister“, Marienwerder
  • 1.10.1911 bis 21.07.1914 kommandiert zur Kriegsakademie, Berlin (zu seinen Hörsaalkameraden gehörte Regimentskamerad Hans Lieber)
  • August 1914 Batteriechef im Feldartillerie-Regiment Nr. 72 „Hochmeister“
  • 1915 im Generalstab des XVII. Armeekorps
  • September 1916 Generalstabs-Offizier bei der 5. Landwehr-Division
  • 1917 Generalstabsoffizier bei der 9. Infanterie-Division
  • 1918 bis 1919 Ia der 1. Garde-Reserve-Division, Einsatz im Baltenland und beim Grenzschutz Ost
  • 1919 Geschäftsführer der DNVP (Deutschnationale Volkspartei), Leipzig; politischer Organisator, Redner und Schriftsteller
  • 3.1.1920 mit Wirkung vom 1.10.1919 beim Stab des leichten Reichswehr-Artillerie-Regiments 15
  • 1.10.1920 im Stab des Artillerieführers III, Berlin
  • 15.12.1921 bis Januar 1927 im Truppenamt (TA) des RWM, Berlin; nahm Einfluß auf die Militärseelsorge
  • 1924 in der Heeres-Ausbildungsabteilung (T 4) im RWM
  • 1925 seine erste größere Veröffentlichung „Die alte Armee und die junge Generation“ erschien (auch auf Veranlassung des Chefs der Heeresleitung, von Seeckt)
  • 1.2.1927 bis 31.1.1930 Kommandeur der II. Abteilung des 1. (Preußischen) Artillerie-Regiments, Königsberg; Beginn der Freundschaft mit dem damaligen Königsberger Bürgermeister Dr. Carl Goerdeler
  • 1.2.1930 im Stab des Gruppenkommandos 2, Kassel
  • 1.3.1930 bis November 1932 Ia beim Gruppenkommando 2, Kassel; außerdienstliche geschichtsphilosophische Studien
  • 1.12.1932 bis September 1934 Kommandant von Breslau; hielt an der Universität Breslau wehrpolitische und wehrgeschichtliche Vorlesungen, die veröffentlicht wurden
  • 1.10.1934 bis 1936 Inspekteur der Wehrersatz-Inspektion Münster/Westfalen; hielt auch an dortiger Universität Vorlesungen; Aufnahme intensiver Kontakte auch zur katholischen Kirche, insbesondere zu Bischof Clemens August Graf von Galen
  • 1.4.1937 Chef der Heeresarchive, Potsdam
    • von Generaloberst Ludwig Beck, dem Chef des Generalstabes, mit dem Aufbau und der Leitung der Heeresarchive beauftragt.
  • 1937 Unterzeichner der „Erklärung der 96 evangelischen Kirchenführer gegen Alfred Rosenberg wegen dessen Schrift ‚Protestantische Rompilger‘“
  • 1938 Erscheinen des 1. Bandes der Seeckt-Biographie „Aus meinem Leben 1866-1917“
  • 26.8.1939 bis 28.9.1939 Kommandeur der 73. Infanterie-Division
  • 1.12.1939 wieder Chef der Heeresarchive
  • 1940 Erscheinen des 2. Bandes „Aus meinem Leben 1918-1936“
    • „Sein Fazit zum Feldzug [Anm.: Erich von Manstein] von 1940 lautete, ‚die Wehrmacht habe seit dem Ende des Ersten Weltkrieges einiges dazugelernt und sich zugleich der unwandelbaren Gesetze der Kriegskunst wieder erinnert.‘ Ein letztes Beispiel für die Betonung von Kontinuität liefert Friedrich von Rabenau, der Chef der Heeresarchive, in einem für die Zeitschrift ‚Das Reich‘ bestimmten Artikel von Anfang Juni 1940. Zwar lautete der Titel seines Textes sogar ‚Revolution der Kriegführung‘, und Rabenau schrieb auch, dass der Einsatz der neuen Technik dem Kampf ‚den Stempel einer neuen Epoche aufdrückt.‘ Doch zugleich meinte er, dass ‚all das Neue gerade die Wiederkehr des Bewegungskrieges herbeigeführt hat‘, und schloss seinen Text mit einem Urteil über die ‚klassische Strategie‘, die er als das verstand, ‚was

uns Feldmarschall Graf Schlieffen [...] übermittelt hat‘: ‚Es ist unendlich viel Neues, was dieser Krieg bringt, aber eine Überwindung der klassischen Strategie soll man ihn nicht nennen. Die im Weltkriege außer Kraft gesetzten Grundwahrheiten sind in diesem Kriege durch das Wirken eines Genies endlich wieder zu ihrem Recht gekommen.‘ Eine bestimmte Gruppe versuchte allerdings tatsächlich, sich vom Erfahrungsraum Schlieffenplan zu distanzieren, und zwar Hitler und seine Entourage. Das Oberkommando der Wehrmacht unterdrückte die Publikation von Rabenaus Artikel. Jodls Begründung, der Keitel zustimmte, lautete: ‚Die Bedenken bestehen darin, daß der Artikel mehr das hohe Lied Schlieffens und v. Seeckts singt, und das erscheint mir zur Zeit nicht zweckmäßig. Wir haben bestimmt nicht nur deswegen gesiegt, weil wir zu Schlieffen und Seeckt zurückgefunden haben.‘“[2]

  • 23.9.1940 Schreiben des Düsseldorfer Gauleiters Friedrich Karl Florian an Rudolf Heß: Von Rabenaus christlicher Fundamentalismus disqualifiziere ihn als Soldat und Erzieher. Martin Bormann und Alfred Rosenberg wurden eingeschaltet. Auch Generaloberst Halder lehnte, wie in seinem Tagebuch zu lesen, die teilweise radikale Schriften von Rabenaus ab.
  • 17.5.1942 Oberst i. G. Walter Scherff wurde zum „Beauftragten des Führers für die militärische Geschichtsschreibung“ ernannt
    • am 6.6.1942 wurden ihm der Chef der Heeresarchive, der Chef der Heeresbüchereien, die Kriegsgeschichtliche Abteilung und die Schriftleitung der Militärwissenschaftlichen Rundschau zusätzlich unterstellt
  • 30.6.1942 Ausscheiden von Rabenaus als Chef der Heeresarchive, da er sich mit Scherff nicht verstand. Unmittelbarer Nachfolger Rabenaus wurde Heeresarchivdirektor Ministerialdirigent Karl Ruppert.
  • 1.7.1942 Führerreserve/OKH ; studierte als Gasthörer Theologie in Berlin
  • 31.8.1943 Verabschiedung; erst danach konnte er sich immatrikulieren. Es wurde ihm verboten, die Archivalien des Staates für seine Examensarbeit „Die Entwicklung der Grundzüge der deutschen Heeresseelsorge bis zum Jahr 1929 unter besonderer Berücksichtigung des 100.000-Mann-Heeres“ zu benutzen. Dennoch erreicht er ein „Sehr gut“.
  • 17.11.1943 erhielt das Diplom eines Licentiaten der Theologie durch die Evangelisch-Theologische Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin
  • Ende 1943 / Anfang 1944 Bewerbung um die Stelle eines Divisionspfarrers, vom evangelischen Feldbischof Franz Dohrmann abgelehnt
  • 9.3.1944 Erteilung der Kanzelerlaubnis durch das Evangelische Konsistorium der Mark Brandenburg
  • 25.7.1944 Verhaftung durch die Gestapo in seiner Berliner Privatwohnung; nach kurzer Befragung zum Verbleib Goerdelers, noch am selben Tag ins KL Nebenlager Fürstenberg/Havel verbracht
  • 4.8.1944 ins Zellengefängnis Lehrter Straße in Berlin eingeliefert
  • 11.8.1944 vorübergehend in das Militärgefängnis Berlin-Moabit gebracht
  • 13.01.1945 Verlegung ins KL Sachsenhausen, von dort einmal zum Verhör nach Berlin
  • 24.2.1945 nach Buchenwald gebracht, teilte dort seine Zelle mit Dietrich Bonhoeffer
  • 3.4.1945 Abfahrt im Transport über Haftanstalt Regensburg nach Schönberg/Bayerischer Wald

Tod

Friedrich von Rabenau wurde nach seiner Verhaftung am 11. August 1944 und seinen Aufenthalt im Militärgefängnis Berlin-Moabit am 13. Januar 1945 in das KL Sachsenhausen (von dort einmal zum Verhör nach Berlin) und anschließend in das KL nach Buchenwald verlegt. Auf dem Überstellungstransport zum KL Flossenbürg (über die Haftanstalt Regensburg und dann Schönberg bei Zwiesel) wurde die Kolonne von feindlichen Fliegern der USAAF angegriffen, von Rabenau wurde tödlich verletzt und verstarb kurz darauf. SS-Sturmbannführer Kurt Stawizki[3] am 15. April um 8.03 Uhr vom KL Flossenbürg ein letztes Telegramm an die SS-Gruppenführer Richard Glücks und Heinrich Müller auf:

„An Gruppenführer Glücks. Persönlich. Mit der Bitte um sofortige Durchgabe an RSHA Gruppenführer Müller persönlich. Rabenau auf Marsch nach hier durch amerikanische Tieffliegerangriff tödlich verletzt. Abmarsch heute Richtung Berlin. Stawitzki.“

Nachkriegsmutmaßungen zum Tod

Der Tod von Rabenaus wird in Nachkriegsliteratur vielfältig erörtert. Zuweilen wird sein Tod mit dem 4. April 1945, Wolf Keilig gibt in „Die Generale des Heeres 1939–1945“, die Gedenktafel im ehemaligen KL Flossenbürg gibt hanebüchenerweise den 9. April 1945 an. Wiederum andere Quellen geben den 13. April, den Abend des 14. April oder den frühen Morgen des 15. April 1945 an. Ohne Beweise oder Leichnam, da dieser angeblich eingeäschert worden sein sollte, sind sich die Nachkriegsquellen sicher: „Widerstandskämpfer“ von Rabenau wurde „ermordet“, entweder durch Henken oder Erschießungskommando, naturgemäß, so die Experten, auf Geheimbefehl von Heinrich Himmler, wobei in diesem Szenario das Telegramm von SS-Sturmbannführer Stawizki ein „Geheimcode“ darstellt, um die Hinrichtung zu bestätigen. Warum gerade von Rabenaus Schicksal ein Staatsgeheimnis sein sollte, während die bei der Kriegsgerichtsverhandlung vom 8. April 1945 zum Tode verurteilten Wilhelm Canaris, Hans Oster, Dr. Karl Sack, Ludwig Gehre oder Dietrich Bonhoeffer ganz offiziell hingerichtet wurden, bleibt rätselhaft.

Familie

Friedrich war der Sohn des Gynäkologen Dr. med. Friedrich von Rabenau (1847–1885) aus Hamm und dessen Gemahlin Walli, geb. Noebel (1855–1917) aus Gonsk bei Bromberg. Sein acht Jahre älterer Bruder Karl Wilhelm Friedrich von Rabenau (Lebensrune.png 24. Mai 1876 in Vienenburg/Harz; Todesrune.png 22. November 1952 in Werchow/Kreis Calau) war ein deutscher Marine-, Kolonial- sowie Armeeoffizier und Landwirt, der von 1904 bis 1905 in der Schlacht bei Kub des Hottentottenkrieges im deutschen Schutzgebiet Deutsch Südwestafrika teilnahm. Seine ältere Schwester war Elsa Mathilde Emma, verheiratete Hütterott. Sein Vetter war der evangelische Theologe Eitel-Friedrich Karl Balthasar von Rabenau (1884–1959). Sein Neffe war Reinhard Gehlen. Nach dem frühen Tod seines Vaters 1885 wuchs von Rabenau im Hause seines Großvaters und Stadtrats Ernst Noebel in Eberswalde auf. Am 11. Oktober 1909 heiratete Leutnant von Rabenau seine Verlobte Eva Kautz (1889–1969), aus der Ehe sind zwei Töchter entsprossen:

  • Eva-Dorothee (1910–1961)
    • ⚭ Karl Linnebach, Oberstintendant)
  • Dipl.-Bibliothekarin Dr. phil. Edelgarde (Lebensrune.png 1914)

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Ehrungen

  • Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät der Universität Breslau, 1935
  • Ehrenbürgerwürde der Universität Münster, 1935
  • Titel „Licentiatus theologiae“ am17. November 1943
    • Mit 59 Jahren studierte er evangelische Theologie an der Universität in Berlin und erwarb mit der Schrift „Die Entwicklung der Grundzüge der deutschen Heeresseelsorge bis zum Jahr 1929 unter besonderer Berücksichtigung des 100.000-Mann-Heeres“ das Lizentiat.

Schriften

Auswahl militärisch

a) Artikel und Aufsätze

  • Wehr und Kultur. In: „Berliner Illustrirte Zeitung“, Sonderband Nr. 4685 v. 26. November 1936. Die deutsche Wehrmacht. Ullstein, Berlin 1936.
  • Zur 90. Wiederkehr des Todestages des Generalfeldmarschalls von Boyen. In: „Militärwissenschaftliche Rundschau“, 3. Jahrgang 1938, Heft 1, Verlag E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1938.
  • Zum 125. Todesjahr Scharnhorsts. In: „Monatsschrift der Deutschen Gesellschaft für Wehrpolitik und Wehrwissenschaften“, Mai 1938, Heft 4, Verlag E.S. Mittler & Sohn, Berlin 1938.

b) Bücher

  • Die alte Armee und die junge Generation. Mittler, Berlin 1925.
  • Operative Entschlüsse gegen einen an Zahl überlegenen Gegner. Mittler, Berlin 1935.
  • Seeckt. v. Hase & Koehler, Leipzig 1938.
    • Hans von Seeckt. Aus meinem Leben 1866–1917.
    • Hans von Seeckt. Aus seinem Leben 1918–1936.
  • Scharnhorst nach 1808. Seeckt nach 1918. Landesgeschichtliche Vereinigung für die Mark Brandenburg, Berlin 1939.
  • Buch und Schwert. Rede anläßlich der Herbstveranstaltungen für das deutsche Schrifttum vom 18. Oktober 1940. Bibliographisches Institut, Leipzig 1940.
  • Von Geist und Seele des Soldaten. Eher, Berlin 1940.
  • Geistige und seelische Probleme im jetzigen Krieg. Eher, Berlin 1940.
  • Vom Sinn des Soldatentums. Du Mont Schauberg, Köln 1941.

Ferner schrieb er Geleit- und Vorworte zu:

  • Erinnerungen und Dokumente von Marschall Josef Pilsudski, Band III „Militärische Vorlesungen“, Essener Verlagsanstalt, Essen 1935–36.
  • Weltrüstung von Michael Freund, Essener Verlagsanstalt, Essen 1936. aus: Liste der auszusondernden Literatur. (Berlin: Zentralverlag, 1946), Deutsche Verwaltung für Volksbildung in der sowjetischen Besatzungszone
  • Moltke. Ein Vorbild von Generaloberst v. Seeckt, 2. Aufl., Koehler & Amelang, Leipzig 1938.

Auswahl theologisch

  • Ernste Laiengedanken. (Manuskript) Berlin 1943.
  • 19 Laienpredigten. (Manuskript) Berlin 1943.
  • Die Entwicklung der Grundzüge der deutschen Heeresseelsorge bis zum Jahre 1929 unter besonderer Berücksichtigung des 100.000 Mann-Heeres. (Licentiatenschrift) Berlin 1943.

Fußnoten

  1. von Rabenau, Dr. phil. h.c. Friedrich, Lexikon der Wehrmacht
  2. Merten Kröncke: Schlieffens Schatten – Der Erfahrungsraum ‚Schlieffenplan‘ und der Westfeldzug 1940, 2019
  3. Der Kieler Kurt August Julian Stawizki (1900–1959), der 1918 an der Kriegsfront kämpfte und dann den Freikorps beitrat, nahm noch an der Schlacht um Berlin Teil und konnte sich Ende April 1945 nach Flensburg absetzen, wo er am 1. Mai 1945 von der dortigen Gestapostelle einen gefälschten Paß auf den Namen „Kurt Stein“ sowie Geldmittel erhielt. Stawizki alias Stein zog im Oktober 1945 nach Bad Godesberg und arbeitete von 1953 bis zu seinem Tod bei der Registratur der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Erst 1970 deckte die Justiz auf, daß Kurt Stein mit Kurt Stawizki identisch war.
  4. 4,0 4,1 4,2 4,3 4,4 Rangliste des Deutschen Reichsheeres. Hrsg.: Reichswehrministerium, Mittler & Sohn, Berlin 1924, S. 141.