Schlochau

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Pfeil 1 start metapedia.png Der Titel behandelt den Ort Schlochau in Pommern, für die gleichnamige Burg, siehe Schlochau (Ordensburg)

Schlochau

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Pommern
Landkreis: Schlochau
Provinz: Pommern
Einwohner (1939): 6.029
Koordinaten: 53° 39′ N, 17° 22′ O
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Schlochau befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Schlochau ist ein deutscher Ort in Pommern, Kreis Schlochau.

Lage

Schlochau liegt in waldreicher Umgebung am Schnittpunkt der Straße von Köslin nach Bromberg und der Straße von Landsberg an der Warthe nach Elbing. Im Osten reihen sich drei Seen mit dem Namen Amtssee aneinander. Als nächste Stadt ist Konitz 15 Kilometer in östlicher Richtung entfernt.

Geschichte

Ältere Geschichte

Bereits zum Anfang des 13. Jahrhunderts bestand Schlochau als pommersche Siedlung günstig am Kreuzungspunkt zweier alter Handelswege gelegen. 1312 erwarb der Deutsche Orden Schlochau von Nikolaus von Ponitz für 250 Silbermark. Der Orden errichtete auf dem östlich des Ortes gelegenen Schloßberg seine nach der Marienburg zweitgrößte Burg, die 1367 fertiggestellt war. Die gesamte Anlage umfasste drei Vorburgen und das Schloßgebäude.

Bereits ab 1323 wurde die Burg als Komturei des Ordens genutzt. Die Burgsiedlung hatte sich inzwischen so weit entwickelt, daß ihr 1348 der Hochmeister des Ordens, Heinrich Dusemer, das Kulmer Stadtrecht verleihen konnte. Nachdem der Orden den Dreizehnjährigen Krieg verloren hatte, kam Schlochau durch den Zweiten Thorner Frieden 1466 zum polnischen Teil Preußens.

Gefördert durch den polnischen Starosten Latal und bedingt durch die mehrheitlich deutsche Einwohnerschaft wurde 1550 in Schlochau die Reformation eingeführt. Im Rahmen der vom polnischen Staat zum Schutze seines Einflusses betriebenen Gegenreformation mußte 1609 die Stadtkirche den Katholiken übergeben werden. Am Ende des 16. Jahrhunderts standen in Schlochau 45 Häuser. Im Schwedisch-Polnischen Krieg (1655–1660) nahmen die Schweden die als unbezwingbar geltende Burg ein und richteten in der Stadt schwere Zerstörungen an.

Jüngere Geschichte

Als Ergebnis der Ersten Polnischen Teilung wurde Schlochau 1772 preußisch. Der Aufbau der Stadt wurde durch König Friedrich Wilhelm II. in der Weise gefördert, daß er die Verwendung von Abbruchmaterial aus der Burg erlaubte. Daraufhin blieb von der Burg nur noch der Bergfried erhalten.

Nach der 1818 erfolgten Reorganisation der preußischen Kreisverwaltung wurde Schlochau Kreisstadt des Kreises Schlochau im Regierungsbezirk Marienwerder der Provinz Westpreußen. Für die evangelische Gemeinde wurde in den Jahren 1826 bis 1828 im Bereich des alten Ordensschlosses nach einem Entwurf Karl Friedrich Schinkels ein eigenes Gotteshaus errichtet, das den alten Bergfried als Kirchturm einschloss. Von großer wirtschaftlicher Bedeutung waren 1838 die Fertigstellung des durch Schlochau führenden Abschnitts der Straße von Berlin nach Königsberg und der 1878 erfolgte Anschluß an die Bahnlinie Neustettin–Konitz.

Bei der durch den Versailler Vertrag bestimmten Okkupation der größeren Teile der preußischen Provinzen Posen und Westpreußen blieb Schlochau zwar bei Deutschland, geriet aber in das Grenzgebiet zu „Polen“. Die polnische Grenze lag nun etwa 10 Kilometer östlich der Stadt. Das fügte einerseits Wirtschaft und Handel, abgeschnitten von einem großen Teil seines Hinterlandes, schweren Schaden zu, andererseits bewirkte es einen erheblich Zugzug neuer Einwohner, die aus den Okkupationsgebieten kamen.

In den 1920er Jahren entstanden durch die Zugewanderten entlang der Ausfallstraßen neue Stadtrandsiedlungen. Die Stadt ließ ein Sportzentrum und das Kreismuseum errichten. Administrativ gehörte der Kreis Schlochau ab 1922 zur neu gebildeten Provinz Grenzmark Posen-Westpreußen und wurde nach deren Auflösung 1938 der Provinz Pommern zugeordnet. In der Stadt wurde 1938 ein für 600 Jugendliche ausgelegtes HJ-Heim gebaut. Im Herbst 1944 begannen die städtischen Behörden angesichts der immer näherrückenden Front mit der Evakuierung der Stadt. Ende Januar 1945 hatte die Rote Armee die Kreisgrenze erreicht, traf jedoch auf so großen Widerstand, daß sie erst am 17. Februar 1945 Schlochau erobern konnte. Dabei wurden 60 Prozent der Stadt zerstört.

Bekannte, in Schlochau geborene Personen