Thorn

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Thorn

Wappen von Thorn
Staat: Deutsches Reich
Gau: Westpreußen
Landkreis: Thorn
Provinz: Westpreußen
Einwohner (1910): 46.227
Koordinaten: 53° 1′ N, 18° 36′ O
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Thorn befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Thorn ist eine deutsche Stadt in Westpreußen und liegt an der Weichsel.

Lage

Thorn liegt an der Weichsel. Die Kreuzritterstadt wurde auch die „Königen der Weichsel“ und das „deutsche Tor zum Osten“ genannt.

Geschichte

Ältere Geschichte

Die Stadt Thorn ist wie wohl alle Städte in Ostdeutschland eine deutsche Gründung und die erste deutsche Siedlung östlich der Weichsel. Von ihrer Entstehung bis zum Ende des Ersten Weltkrieges - und damit auf neun Zehnteln ihres Weges bis zur Gegenwart wie Thorn eine deutsche Bevölkerungsmehrheit auf und war durch deutsche Kultur geprägt.

Thorn entstand 1231 als erste Siedlung im Kulmerland unter Verwaltung des Deutschen Ordens. Ursprünglich lag diese im Bereich des heutigen Dorfes Alt-Thorn, rund 7,5& nbsp;km westlich der heutigen Stadt, wurde jedoch aufgrund der permanenten Überschwemmungsgefahr 1236 an den heutigen Standort verlegt.

Der Deutsche Orden war vom polnischen Herzog Konrad von Masowien ins Land gerufen worden, um die in der Gegend wohnenden heidnischen baltischen Pruzzen zu christianisieren. Aktiv wurde der Orden aber erst, nachdem Kaiser Friedrich II. ihm 1226 das Herrschaftsrecht über das zu erobernde Land zugesichert hatte. Die ersten Deutschherrentruppen erhielten vier Dörfer und die Wehrburg in der Nähe von Groß Nessau am linken Weichselufer in unmittelbarer Nähe Thorns. Von da aus überquerten die Deutschherren den Fluß und ließen sich in der Gegend des noch bestehenden Dorfes Altthorn nieder. Neben ihrem wehrhaften Sitz entwickelte sich schnell eine Siedlung, die Thorn genannt wurde. Den Grundstein zu der Stadt Thorn legte 1231 der Landmeister Hermann von Balk. Einwanderer aus Westfalen bevölkerten die Stadt, die am 28. Dezember 1233 mit der Kulmer Handfeste das Stadtrecht erhielt. 1260 wurde das Stadtschloß erbaut.

Ihren Namen erhielt die Stadt angeblich nach der Festung und Baronie Toron, einem besonders privilegierten Herrschaftsgebiet des Deutschen Ordens im Heiligen Land.

Thorn in Westpreußen, Partie am Stadt Theater; Ansichtskarte aus dem Jahre 1908 von einem Angehörigen der 5. Kompanie des 9. Westpreußischen Infanterie-Regimentes Nr. 176.

Im 14. Jahrhundert trat Thorn dem Hansebund bei und wurde somit Hansestadt. 1367 trat Thorn der Kölner Konföderation von Hansestädten bei. Das Bestreben des Ordens, gleichzeitig seine Landesherrschaft auszudehnen und den Handel zu kontrollieren, führte zu kriegerischen Konflikten und einer Allianz der deutschen Handelsstädte mit dem Königreich Polen. 1411 wurde der Erste Thorner Frieden zwischen dem polnischen König Ladislaus II. Jagello und dem Deutschen Orden geschlossen. Bei neuen Auseinandersetzungen wurde 1454 die Ordensburg in Thorn vom Preußischen Bund erobert und von seinen Bürgern zerstört.

Am 19. Oktober 1466 wurde der Zweite Thorner Frieden mit dem Deutschen Orden geschlossen. Danach mußte der Ordensstaat große Gebiete rund um die untere Weichsel an die polnische Krone abtreten (Preußen königlichen Anteils, 1569 in der polnisch-litauischen Union von Lublin aufgegangen) und sich als Herrscher des verbliebenen Ordensstaates der Lehenshoheit der polnische Krone unterwerfen. Die Städte Thorn, Danzig und Elbing wurden als „Quartierstädte“ des Hansebundes polnische Reichsstädte mit Vertretung im Sejm.

Zeitweilige Versuche des Hochmeisters Albrecht von Brandenburg-Ansbach, die königlich-polnischen Gebiete Preußens für den Deutschen Orden zurückzuerobern, endeten erfolglos mit dem Waffenstillstand zu Thorn am 5. April 1521. 1557 nahmen Rat und Bürgerschaft die Reformation an. Die Marienschule wurde 1558 zu einem Gymnasium erhoben. Auf Veranlassung des polnischen Königs Ladislaus& nbsp;IV. Wasa wurde 1645 unter dem Vorsitz des polnischen Kanzlers Jerzy Ossolinski das Thorner Religionsgespräch (Colloquium charitativum) zur Verständigung von Katholiken und Protestanten veranstaltet. Daran nahmen u. a. auch Georg Calixt und Michael Behm teil.

Im späten 17. Jahrhundert war der aus Lyck stammende Christoph Hartknoch Direktor des 1568 gegründeten Thorner Gymnasiums, ein bedeutender Historiker der Geschichte des Ordensstaates und Polen-Litauens.

Bei der Belagerung von Thorn durch den Schwedenkönig Karl XII. brannte das Rathaus am 14. September 1703 nieder, und ein Großteil der darin aufbewahrten Dokumente wurde ein Raub der Flammen. So verbrannten die Acta consularia, die seit 1345 geführt worden waren; ferner die Bürgerbücher, das Kürbuch und viele andere für die Geschichte der Stadt und der Biographie des Copernicus wichtige Dokumente.

Bei der Fronleichnams-Prozession am 16. Juli 1724 kam es zu Streitigkeiten zwischen den Jesuitenzöglingen und den Schülern des protestantischLink-Texten Gymnasiums. Aus diesem Tumult heraus wurde das Jesuitenkloster gestürmt und verwüstet. Die polnische Regierung führte daraufhin ein ungesetzliches Verfahren gegen die Stadt, ließ den Bürgermeister Rössner und neun weitere Bürger am 7. Dezember& nbsp;1724 enthaupten (Thorner Blutgericht) und bestimmte, daß der Magistrat künftig zur Hälfte aus Katholiken bestehen müsse und die Marienkirche den Katholiken zu übergeben sei. König von Polen war damals Kurfürst August der Starke von Sachsen, 1697 vom Luthertum zum Katholizismus konvertiert.

Jüngere Geschichte

Blick auf die mittelalterliche deutsche Altstadt von Thorn vom gegenüberliegenden Weichselufer

Ebenso wie Danzig fiel Thorn erst mit der Zweiten Polnischen Teilung 1793 an das Königreich Preußen. Durch den Frieden von Tilsit kam Thorn 1807 zum vorübergehend als Großherzogtum Warschau wiederhergestellten Polen. Am 16. April 1813 kapitulierte die Besatzung Thorns unter dem französischen General Pointcoin nach mehrtägiger Belagerung. 100 französische, 400 polnische und 3.500 bayrische Soldaten legten vor den russischen und preußischen Truppen die Waffen nieder; die Stadt hatte unter dem vom 10. bis zum 16.& nbsp;April andauerndem Bombardement der Belagerer sehr gelitten. Durch die Wiener Kongreßakte von 1815 kam es wiederum an Preußen, das es ab 1818 zur Festung ausbaute. Am 21. Juni 1815 hatte die preußische Regierung Thorn dem westpreußischen Regierungspräsidenten in Marienwerder unterstellt.

Zum Ende des 19. Jahrhunderts erlebte Thorn nach dem Bau der Ostbahn einen wirtschaftlichen Aufschwung. Eine sehr beliebte Spezialität waren die Thorner Kathrinchen (Pfefferkuchen). Im Jahr 1885 hatte Thorn mit der Garnison 23.906 – überwiegend evangelische – Einwohner. Die Einwohnerzahl wuchs bis zur Volkszählung von 1910 auf 46.000, davon 66& nbsp;Prozent Deutsche und 34 Prozent Polen.

Nach Ende des Ersten Weltkrieges wurde Thorn mit dem größten Teil der Provinz Westpreußen von Polen okkupiert. Der Anteil der Deutschen in der Stadt sank drastisch auf 4 Prozent im Jahre 1939 herab. Im Jahre 1934 wurde die Pilsudski-Brücke über die Weichsel errichtet, aus Stahlfachwerkbögen der 1929 demontierten Münsterwalder Weichselbrücke.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Thorn 1939 von deutschen Truppen besetzt und an das Deutsche Reich angegliedert und kam zum Reichsgau Danzig-Westpreußen. In diesem Zusammenhang wurde 1940 die Ingenieurschule für Luftfahrttechnik (IfL) nach Thorn verlegt.

Bekannte, in Thorn geborene Personen

Stadtwappen Thorns im Königreich Preußen

In Thorn geborene Nichtdeutsche

Siehe auch