Uhle-Wettler, Franz

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Generaleutnant a. D. Dr. Franz Uhle-Wettler bei einer seiner vielen akademischen Vorlesungen, 2008

Franz Uhle-Wettler (Lebensrune.png 30. Oktober 1927 in Eisleben; Todesrune.png 11. Juli 2018 in Meckenheim) war ein deutscher Generalleutnant a. D. der Bundeswehr und Militärhistoriker. Er war der ältere Bruder von Reinhard Uhle-Wettler

Leben und Werdegang

Zweiter Weltkrieg

Franz Uhle-Wettler trat 1943 als Flakhelfer in die Wehrmacht ein, war dann vor Kriegsende zunächst noch Seekadett in der Kriegsmarine und nach Kriegsende bis 1947 in Kriegsgefangenschaft.

Nachkriegszeit und akademische Ausbildung

Danach war er als Bergarbeiter tätig, bevor er in Marburg ein Studium der Neueren Geschichte und der Orientalischen Sprachen aufnahm. Zur Ergänzung seiner Studien fuhr er (eignen Angaben zufolge mit dem Fahrrad) nach Indien und setzte sein Studium dort fort. 1954 setzte er seine Reise durch einen mehrere Monate dauernden Ritt zu Pferd von Ost nach West durch Nomadengebiete Afghanistans und des östlichen Irans fort.[1] Mit der Dissertation Staatsdenken und Englandverehrung bei den frühen Göttinger Historikern (Achenwall, von Schlözer, Freiherr von Spittler, Brandes, Rehberg, Heeren) wurde er 1956 an der Philippis-Universität Marburg zum Dr. phil. promoviert. Die bedeutende, den Durchschnitt akademischer Arbeiten deutlich überragenden Dissertation[2] gehörte auf Jahre hinaus für Historiker als fachliche Orientierung für das Thema der politischen und historiographischen Englandrezeption in Deutschland und Europa.

Bundeswehr

Uhle-Wettler trat 1956 als Fahnenjunker-Unteroffizier der Panzergrenadiertruppe in die neu aufgestellte Bundeswehr ein, wurde zum Generalstabsoffizier ausgebildet und hatte verschiedene Verwendungen in Stäben und in der Truppe (unter anderem als Kommandeur einer Panzerdivision).

Zuletzt war er Kommandeur des NATO-Verteidigungsakademie in Rom. Von dort aus wurde er im Rang eines Generalleutnants in den Ruhestand verabschiedet.

Aktivitäten im Ruhestand

In den 1990er Jahren bereiste Uhle-Wettler Pakistan „längere Zeit“ mit dem Auto.[1] Ferner war er während dieser Zeit mehrfach von der Regierung Singapurs als Militärberater eingeladen.[3] Seit 1996 war er Mitglied des Kuratoriums der Carl-Schurz-Stiftung, die der Partei Die Republikaner (REP) nahe steht. Als Autor militärhistorischer Bücher, zum Teil unter dem Pseudonym Ulrich Werner, und Referent verbreitete er geschichtsrevisionitische Thesen. Dabei engagierte er sich für die Verteidigung des SS-Hauptsturmführers Erich Priebke, der 1994 in einem argentinischem Kurort aufgespürt wurde. Er veröffentlichte in rechtskonservativen Zeitschriften wie der Jungen Freiheit, Aula, Europa Vorn, Criticón und dem Ostpreußenblatt.

Uhle-Wettler verfaßte als erster deutscher Autor eine Biographie über Erich Ludendorff und schloß damit eine Lücke in der deutschen Geschichtsschreibung.[4]

Zitate

  • „Die bisher vorgelegten Beispiele der PC betreffen nur die Zeit des Kaiserreichs und damit eine Epoche, bei deren Darstellung sich ein Historiker noch nicht ins gesellschaftliche Abseits manövrieren und seine Karriere gefährden kann. Um so berechtigter ist die Frage, wie es mit der PC bei der Darstellung der Jahre 1933–1945 und der ersten Jahre der alliierten Besatzung steht.Hier wird man – wiederum nur als Beispiel unter vielen – darauf verweisen müssen, daß die deutschen Akten lange, zum Teil jahrzehntelang, im Besitz der Siegermächte gewesen sind. In einem Zivilprozeß würde in einem vergleichbaren Fall wohl jeder Amtsrichter urteilen, die benachteiligte Prozeßpartei dürfe klären lassen, ob ihre Akten von der Gegen-Partei manipuliert wurden.“[5]

Veröffentlichungen (Auswahl)

Als Franz Uhle-Wettler

  • Leichte Infanterie im Atomzeitalter – Die Gefahr der Übertechnisierung moderner Streitkräfte, Darmstadt 1966
  • Gefechtsfeld Mitteleuropa – Die Gefahr der Übertechnisierung moderner Streitkräfte, 1. bis 3. Auflage, München 1980
  • Die Gesichter des Mars – Der Krieg im Wandel der Zeiten, Erlangen 1989
  • Höhe- und Wendepunkte deutscher Militärgeschichte. Von Leuthen bis Stalingrad, Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 978-3-902475-26-8 (Erstauflage 1984)
  • Erich Ludendorff in seiner Zeit. Soldat, Stratege, Revolutionär. Eine Neubewertung, Verlagsgesellschaft Berg, Berg 1995, ISBN 3-86118-051-0
  • Alfred von Tirpitz in seiner Zeit, Mittler, Hamburg 1998, ISBN 3-8132-0552-5 (Kurzeinführung in das Buch)
  • Das Versailler Diktat (Vorwort), Arndt-Verlag, Kiel 1999, ISBN 3-88741-195-1
  • Kreta und Arnheim. Die größten Luftlandeoperationen des Zweiten Weltkriegs (gemeinsam mit Arnold D. Harvey), Leopold Stocker Verlag, Graz/Stuttgart 2004, ISBN 3-7020-1051-3
  • Rührt Euch! Weg, Leistung und Krise der Bundeswehr, Ares-Verlag, Graz 2006, ISBN 3-902475-13-7
  • Der Krieg: Gestern – heute – und wie morgen? Ares-Verlag, Graz 2014 (zuerst erschienen 2001 als Der Krieg: Gestern – Heute – Morgen?), ISBN3-8132-0767-6

Als Ulrich Werner (Pseudonym)

  • Der sowjetische Marxismus, Darmstadt 1962
  • Der sowjetische Marxismus, 2. erweiterte Auflage, Fundus Verlag, Darmstadt 1964

Als Übersetzer

  • Trevor Dupuy: Der Genius des Krieges. Das deutsche Heer und der Generalstab 1807–1945, übersetzt von Franz Uhle-Wettler, Ares-Verlag, Graz 2009

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 Franz Uhle-Wettler: Der Krieg: Gestern – heute – und wie morgen?, Ares-Verlag, S. 315
  2. Hans-Christof Kraus: Englische Verfassung und politisches Denken im Ancien Régime: 1689 bis 1789, Seite 13–14
  3. Franz Uhle-Wettler: Der Krieg: Gestern – heute – und wie morgen?, Ares-Verlag, S. 265
  4. Deutschlands größter Mann, Olaf Rose, 30. Januar 2014
  5. Franz Uhle-Wettler: Der Einfluß der „political correctness“ auf unser Geschichtsbild