Französischer Staat

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Französischer Staat
Basisdaten
Flagge Frankreich.jpg
Flagge
État Francais Wappen.png
Wappen
Staatsform: autoritäre Republik
Hauptstadt: de jure Paris, de facto Vichy
Bestehen: 19401944, de jure April 1945
Wahlspruch: Travail, Famille, Patrie
(Arbeit, Familie, Vaterland)
Politik
Staatsoberhaupt:
Regierungschef:

Als État Français (dt. Französischer Staat, auch Vichy-Staat, Vichy-Regime, Vichy-Frankreich) wurde der französische Staat von 1940 bis 1944 bezeichnet. Dieser konstituierte sich unter der Leitung des noch während der Kampfhandlungen ernannten Regierungschefs Philippe Pétain nach der französischen Niederlage gegen das Deutsche Reich.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Mit der Errichtung des „Französischen Staates“ endete die III. französische Republik (seit 1870), die während des Deutsch-Französischen Krieges entstanden war.

Geschichte

Milice française
Jacques Doriot mit Monseigneur Jean de Mayol de Lupé (1873–1955; LVF-Geistlicher), LVF-Kongreß 1944

Obwohl der Norden und Westen Frankreichs gemäß dem Waffenstillstand von Compiègne vom 22. Juni 1940 unter deutscher Besatzung stand, konnte der État Français formalrechtlich die volle Regierungsgewalt über ganz Frankreich mit Ausnahme des unter deutscher Verwaltung stehenden Elsaß-Lothringens und eines kleineren italienisch besetzten Landesteils im Südosten (u. a. Nizza und Monaco umfassend) beanspruchen.

De facto besaß der Staat beschränkte Autonomie. Juristisch war Paris die Hauptstadt des État Français, faktisch war es Vichy. Im Jahr 1940 stand die französische Flotte und die meisten Überseegebiete auf seiten der Vichy-Regierung; dagegen das „Freie Frankreich“ (Libe France) unter de Gaulles mit seiner Exilregierung in England. Die meisten Länder der Welt unterhielten diplomatische Beziehungen zum État Français und erkannten ihn als französischen Staat an, darunter die Vereinigten Staaten.

Afrikafeldzug

Nach der alliierten Landung in Marokko und Algerien und dem Verrat des dortigen französischen Waffenbruders wurde das bislang unbesetzte Frankreich im November 1942 von der Wehrmacht und italienischen Truppen besetzt. Mit der Invasion in der Normandie und dem Rückzug der Deutschen brach auch der État Français zusammen. Allerdings wurde der Regierungssitz des Staates auf Führerbefehl von Paris nach Schloß Sigmaringen in Deutschland verlegt, wo dieser zumindest nominell bis zum 21. April 1945 fortbestand.

Nach der Invasion

Am 29. August 1944 wurde eine provisorische Regierung unter Charles de Gaulle errichtet, mit teilweise pogromartigen Übergriffen sowie Selbstjustiz gegenüber Franzosen, die der „Kollaboration“ beschuldigt wurden. De Gaulle bemächtigte sich dabei auch der Dienste der kriminellen Banden der sogenannten „Résistance“.

Militär

Der Französische Staat verfügte – abgesehen vom unbesetzten Staatsgebiet – anfangs noch über alle Kolonien sowie über ein 100.000 Mann starkes Heer und die französische Kriegsmarine. Seit Herbst 1940 existierte zusätzlich die Légion française des combattants, die Kriegsveteranenorganisation, aus der Joseph Darnand gemeinsam mit hohen Offizieren im Spätsommer 1941 Kämpfer rekrutierte, die im Département Alpes-Maritimes eine geheime Militärorganisation unter der Bezeichnung Service d’ordre légionnaire (SOL) gründeten, die bei einer weiteren italienischen Aggression gegen französisches Territorium zum Einsatz kommen sollte.

Bis zum Ende 1941 entwickelte sie sich zu einer ernstzunehmenden Streitmacht, die als zusätzlicher Schutz Frankreichs vor externer und interner Aggression im Januar 1942 den offiziellen Segen der französischen Regierung erhielt. Gegen Ende des Sommers 1942 rekrutierte Darnand daraus Freiwillige für die 1941 auf Initiative von Jacques Doriot aufgestellten Légion volontaires français (LVF), die Légion anti-bolchévique bzw. La Légion tricolore, bei denen französische Freiwillige in der Wehrmacht und später in der Waffen-SS als Freiheitskämpfer gegen die Bolschewisierung Europas aus dem Osten kämpften.

Milice française

Die französische Miliz wurde im Januar 1943 von Aimé-Joseph Darnand aufgestellt, sie entstand aus der umstrukturierten SOL. Die Milice wurde der Sipo unterstellt, und ab Januar 1944 durfte sie in Nordfrankreich operieren. Sie diente der Waffen-SS als nützliche Nebenstreitkraft vornehmlich im Kampf gegen den Terror der Résistance. Zusätzlich stellte Darnand die Groupes mobiles de réserve (GMR) auf und schlug die Gründung einer Groupe franc de la garde, einer Garde unter seinem direkten Befehl zur Zerschlagung der „Maquis der Glières“, vor.

Diese nach deutschem Vorbild ausgerüsteten mobilen, paramilitärischen Einheiten setzten sich meist aus sehr jungen europäischen Idealisten zusammen, die mit Herzblut die Bandenbekämpfung im eigenen lande betrieben. Stärker als die übrigen Kollaborationsgruppen bekannte sich die Milice zur christlichen Gesellschaft und respektierte katholische Traditionen. Nach der Invasion in der Normandie und der Eroberung des Französischen Staates durch den alliierten Feind wurde die Milice am 9. August 1944 durch die provisorische Regierung aufgelöst.

Die vaterländische Miliz mit gut 45.000 Freiwilligen, die mit einem hohen Blutzoll versuchte, dem bolschewistischen Terror im eigenen Lande Einhalt zu gebieten, erwartete jedoch keinen Dank. Viele Anführer und Mitglieder der Milice française wurden auf offener Straße erschossen oder zu Tode gefoltert, andere wurden vor Kriegsgerichte gestellt und zu langjähriger Haft in Straflagern und nicht selten zum Tode verurteilt.

Siehe auch

Verweis

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