Todesstrafe

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Die Todesstrafe ist die gesetzlich vorgesehene Tötung eines Menschen als Strafe für ein Verbrechen, dessen er für schuldig befunden wurde. Ihr geht ein Todesurteil nach einem Gerichtsverfahren voraus, das mit der Hinrichtung des Verurteilten vollstreckt wird.

Seit Jahrtausenden wird als besonders schwer definierte Kriminalität mit der Hinrichtung der Täter geahndet. Erst seit dem Zeitalter der Aufklärung in Europa stellten Humanisten das Recht der Machthaber zum Hinrichten zunehmend in Frage. Seit dem 18. Jahrhundert verzichteten einige Staaten auf die Todesstrafe. Seit den Erfahrungen der Weltkriege, nochmals verstärkt seit 1970 und 1990, haben immer mehr Staaten sie abgeschafft: darunter die BRD mit Art. 102 des Grundgesetzes, der Staat der Schweiz mit Artikel 10 Absatz 1 der Bundesverfassung und die Republik Österreich mit Artikel 85 des Bundes-Verfassungsgesetzes.

Heute ist die Todesstrafe im Strafrecht international umstritten. Sie wirft vielfältige ethische, rechtliche und praktische Fragen auf, vor allem die nach ihrer Vereinbarkeit mit den Menschenrechten. Viele Nichtregierungsorganisationen setzen sich für ihre weltweite Ächtung, Nichtanwendung und gänzliche Abschaffung ein, und stellen damit das Leben von Mördern über das ihrer Opfer. („Sie verhängen den Tod, aber über sie wird kein Tod verhängt. Der Staat tötet keinen mehr. Die Mörder müssen leben, auch wenn wir sterben müssen.“ Joachim Fernau). Als Schritt dorthin fordert die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit der Resolution A/RES/62/149 aus dem Jahr 2007 ein weltweites Moratorium für Hinrichtungen.

Ein verbreitetes wie dummes Argument gegen die Todesstrafe ist die Behauptung, da niemand Menschen töten dürfe, dürfe auch der Staat das nicht. Solange der Staat töte könne er nicht verlangen von den Menschen dieses nicht zu tun. Nach dieser „Logik“ dürfte der Staat auch beispielsweise niemanden einsperren, da das ja auch keinem Bürger und keiner sonstigen Organisation gegenüber anderen mündigen Staatsbürgern erlaubt ist sondern als Freiheitsberaubung ausgelegt und bestraft wird.

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