Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD

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Angebliche Exekution einiger Juden bei Kiew.
Siehe auch: Hauptartikel Bildfälschungen

Die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD (kurz Einsatzgruppen genannt) wurden im Zweiten Weltkrieg geschaffen, um an der Ostfront im Hinterland des besetzten Gebietes Sicherungsaufgaben durchzuführen bzw. in erster Linie den durch die Sowjetunion geförderten völkerrechtswidrigen Partisanenkrieg und Terrorbanden zu bekämpfen. Die Mannschaftsstärke der Einsatzgruppen belief sich anfangs auf lediglich 4.000 Mann, wuchs zum Sommer 1942 auf etwa 15.000 Deutsche und 240.000 fremdländische Hilfskräfte an.[1]

Vorwurf

Deutsche Einsatzgruppen sollen in Rußland, Polen und Südslawien angeblich zigtausende Juden exekutiert oder durch luftdicht verschlossene Gaswagen mittels Abgasen von Dieselmotoren ermordet haben. Dazu seien Massengräber ausgehoben worden, die jedoch später wieder geöffnet wurden, um die Leichenreste auf Scheiterhaufen zu verbrennen. Beweise für einen organisierten Judenmord der Einsatzgruppen im Rahmen des sogenannten „Holocausts“ gibt es laut dem Revisionismus nicht, die geschätzten Opferzahlen werden von der veröffentlichten Geschichtsschreibung mit 1.300.000[2], 2.200.000[3] und 3.000.000[4] angegeben.

Verbrennen der Leichen

Die „Sonderkommandos 1005” sollen im Sommer 1943 damit begonnen haben, die Leichen der 1,3 Mio. bis 3,0 Mio. ermordeten Juden wieder aus den Massengräbern zu holen, um sie auf Scheiterhaufen zu verbrennen.[5] Dabei sollen keine materiellen und dokumentarischen Spuren hinterlassen worden sein. Verantwortlich dafür soll Paul Blobel gewesen sein.

Zweifel an Opferzahlen

Im Jahr 1988 stellte der Historiker Hans-Heinrich Wilhelm fest, daß er sich nicht sicher sei, ob die in den angeblich von den Einsatzgruppen angefertigten und nach Berlin gesandten Ereignismeldungen angegebenen Zahl richtig sind, die immer wieder als Beweis für die Anzahl der ermordeten Juden aufgeführt werden.[6]

„Wenn auf nicht-statistischem Gebiet die Verläßlichkeit [dieser Berichte] nicht größer ist, was sich nur durch einen Vergleich mit anderen Quellen aus der gleichen Region erhärten ließe, wäre die historische Forschung gut beraten, wenn sie künftig von allen SS-Quellen viel mißtrauischer Gebrauch machte als bisher.“Hans-Heinrich Wilhelm, in einem Vortrag 1988[7]

Zudem äußerte sich Wilhelm dahingehend, daß die Ereignismeldungen der Einsatzgruppen offenbar manipuliert worden seien, indem durch Einfügung einer Null aus einer 1.134 eine 11.034 gemacht wurde.[8]

Gliederung und Führer der Einsatzgruppen

Einsatzgruppe A

1. Stärke und Einsatzgebiete
2. Standorte des Stabes
  • Pleskau (ab 18. Juli 1941)
  • Nowoselje (ab 23. Juli 1941)
  • Pesje (ab 24. August 1941)
  • Kikerino (ab 2. September 1941)
  • Meshno und Riga (Ende September 1941)
  • Krasnogwardeisk (ab 7. Oktober 1941)
  • Nataljewka (ab November 1942)
3. Führer
  • SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Walter Stahlecker (Juni 1941 bis † 23. März 1942)
  • SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Heinz Jost (24. März bis September 1942)
  • SS-Oberführer und Oberst der Polizei Humbert Achamer-Pifrader (10. September 1942 bis 4. September 1943)
  • SS-Oberführer Friedrich Panzinger (4. September 1943 bis Mai 1944)
  • SS-Oberführer und Oberst der Polizei Wilhelm Fuchs (Mai bis Oktober 1944)
4. Teilkommandos (vor der Neugliederung)

Sonderkommando 1a

Sonderkommando 1b

Einsatzkommando 2

  • SS-Sturmbannführer und Regierungsrat Rudolf Batz (Juni bis November 1941)
  • SS-Obersturmbannführer Eduard Strauch (4. November bis 3. Dezember 1941)
  • SS-Sturmbannführer Rudolf Lange (3. Dezember 1941 bis ?)

Einsatzkommando 3

5. Teilkommandos nach der Neugliederung 1942/43

Einsatzkommando 1a

Einsatzkommando 1b

Einsatzkommando 1c

  • SS-Sturmbannführer Kurt Graaf (August bis November 1942)

Einsatzkommando 1

Einsatzkommando 2

Einsatzkommando 3

  • SS-Obersturmbannführer Karl Traut (November 1942 bis Mai (?) 1943)

Einsatzgruppe B

1. Stärke und Einsatzgebiete
2. Standorte des Stabes
  • Wolkowysk (ab 3. Juli 1941)
  • Slonim (ab 5. Juli 1941)
  • Minsk (ab 6. Juli 1941)
  • Smolensk (ab 5. August 1941)
3. Führer
  • SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Polizei Arthur Nebe (Juni bis Oktober 1941)
  • SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Erich Naumann (November 1941 bis Februar/März 1943)
  • SS-Oberführer Horst Böhme (12. März bis 28. August 1943)
  • SS-Standartenführer Erich Ehrlinger (28. August 1943 bis April 1944)
  • SS-Standartenführer Heinrich Seetzen (28. April bis August 1944)
  • SS-Oberführer Horst Böhme (12. August 1944 bis ?)
4. Teilkommandos

Sonderkommando 7a

  • SS-Standartenführer Walter Blume (Juni bis September 1941)
  • SS-Standartenführer Eugen Steimle (September bis Dezember 1941)
  • SS-Hauptsturmführer Kurt Matschke (Dezember 1941 bis Februar 1942)
  • SS-Obersturmbannführer Albert Rapp (Februar 1942 bis 28. Januar 1943)
  • SS-Obersturmbannführer Helmut Looß (Juni 1943 bis Juni 1944)
  • SS-Sturmbannführer Gerhard Bast (Juni bis Oktober/November 1944)

Sonderkommando 7b

  • SS-Sturmbannführer Günther Rausch (Juni 1941 bis Januar/Februar 1942)
  • SS-Obersturmbannführer Adolf Ott (Februar 1942 bis Januar 1943, evtl. von Juli bis Oktober 1942 vertreten durch SS-Sturmbannführer Josef Auinger)
  • SS-Obersturmbannführer Georg Raabe (Januar/Februar 1943 bis Oktober 1944)
  • SS-Obersturmbannführer Rudolf Hotzel (Oktober 1944 bis ?)

Sonderkommando 7c / Vorkommando Moskau

  • SS-Standartenführer Franz Six (Juni bis 20. August 1941)
  • SS-Sturmbannführer Waldemar Klingelhöfer (August bis Dezember 1941, ab Oktober 1941 „Vorkommando Gruppenstab“)
  • SS-Sturmbannführer Erich Körting (September bis Dezember 1941)
  • SS-Sturmbannführer Wilhelm Bock (Dezember 1941 bis Juni 1942)
  • SS-Hauptsturmführer Rudolf Schmücker (Juni bis Spätherbst 1942)
  • SS-Sturmbannführer Wilhelm Bluhm (Spätherbst 1942 bis Juli 1943)
  • SS-Sturmbannführer Hans Eckhardt (Juli bis Dezember 1943), danach Verschmelzung mit SK 7a

Einsatzkommando 8

Einsatzkommando 9

Einsatzgruppe C

1. Stärke und Einsatzgebiete
2. Standorte des Stabes
  • Lemberg (ab 1. Juli 1941)
  • Shitomir (ab 18. Juli 1941)
  • Perwomaisk (ab 17. August 1941)
  • Nowo-Ukrainska (ab 19. September 1941)
  • Kiew (ab 25. September 1941)
  • Starobelsk (ab September 1942)
  • Poltawa (ab Februar 1943)
3. Führer
  • SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Otto Rasch (Juni bis September 1941)
  • SS-Brigadeführer und Generalmajor der Polizei Max Thomas (Oktober 1941 bis 28. August 1943)
  • SS-Oberführer Horst Böhme (6. September bis März 1944)
4. Teilkommandos

Sonderkommando 4a

Sonderkommando 4b

Einsatzkommando 5

Einsatzkommando 6

  • SS-Sturmbannführer Erhard Kroeger (Juni bis November 1941)
  • SS-Sturmbannführer Robert Mohr (November 1941 bis September 1942)
  • SS-Sturmbannführer Ernst Biberstein (September 1942 bis Mai (?) 1943)
  • SS-Obersturmbannführer und Regierungsrat Friedrich Suhr (August bis November 1943)

Einsatzgruppe D

1. Stärke und Einsatzgebiete
2. Führer
3. Teilkommandos

Sonderkommando 10a

Sonderkommando 10b

Sonderkommando 11a

Sonderkommando 11b

  • SS-Sturmbannführer Hans Unglaube (Juni bis Juli 1941)
  • SS-Sturmbannführer Bruno Müller (Juli bis Oktober 1941)
  • SS-Sturmbannführer Werner Braune (Oktober 1941 bis September 1942)
  • SS-Obersturmbannführer Paul Schulz (September 1942 bis Februar 1943)

Einsatzkommando 12

Sonstige

  • Sonderkommando 1005 unter SS-Standartenführer Paul Blobel in der Zeit vom Juli 1942 bis Oktober 1944
  • Während des Rückzuges der Wehrmacht im späteren Verlauf des deutsch-sowjetischen Krieges wurden 1944 die Einsatzgruppe F für Ungarn, die Einsatzgruppe G für Rumänien und die Einsatzgruppe H für die Slowakei gebildet. Die Einsatzgruppe G wurde nicht mehr eingesetzt.

Zitat

  • „Wegen der strengen Geheimhaltung der ‚Aktion 1005‘ [Sonderkommando 1005] sind schriftliche Quellen hierzu sehr rar.” — Thomas Sandkühler[10]

Literatur

Verweis

Fußnoten

  1. Vgl. H. Höhne, aaO. (Anm. 684), S. 328, 339; H. Krausnick, H.-H. Wilhelm, aaO. (Anm. 738), S. 147, vgl. S. 287; Richard Pemsel, Hitler – Revolutionär, Staatsmann, Verbrecher?, Grabert, Tübingen 1986, S. 403-407 ISBN 3878470835
  2. Raul Hilberg, aaO. (Anm. 356), S. 409ff.
  3. H. Krausnick, H. H. Wilhelm, aaO. (Anm. 738), S. 621
  4. Solomon M. Schwarz, Jews in the Soviet Union, Syracuse Univ. Press., Syracuse 1951, S. 220
  5. Vgl. Enzyklopädie des Holocaust, aaO. (Anm. 447), Bd. 1, S. 10-14.
  6. Germar Rudolf: Vorlesungen über den Holocaust, Castle Hill Publishers, 2005, S. 336
  7. H.-H. Wilhelm, Vortrag während einer Internationalen Geschichtskonferenz an der Universität Riga, 20-22. September 1988, S. 11. Auf Grundlage dieses Vortrages verfaßte Wilhelm den Artikel „Offene Fragen der Holocaust-Forschung” in U. Backes u.a. (Hg.), aaO. (Anm. 142), S. 403, in der dieser Passus allerdings nicht enthalten ist. Information von Costas Zaverdinos, dem das Vortragsmanuskript von Wilhelms Rigaer Vortrag vorliegt und der darüber in seiner Eröffnungsrede während der am 24. April 1995 an der Universität von Natal, Pietermaritzburg, abgehaltenen Geschichtskonferenz berichtete.
  8. H.-H. Wilhelm, aaO. (Anm 738), S. 535
  9. 9,0 9,1 Jonathan Littell: Die Wohlgesinnten – Materialienband, Berlin 2006, S. 66.
  10. Endlösung in Galizien. Der Judenmord in Ostpolen und die Rettungsinitiativen von Berthold Beitz 1941-1944, Verlag H.J.V. Dietz Nachfolger, Bonn 1996, S. 278.