Kerrl, Hanns

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Hanns Kerrl (1887-1941)
Hanns Kerrl

Hanns Kerrl (Lebensrune.png 11. Dezember 1887 in Fallersleben (jetzt Wolfsburg); Todesrune.png 12. Dezember 1941 in Berlin) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, Politiker (NSDAP), Preußischer Landtagspräsident, Reichskommissar für das preußische Justizministerium (25. März 1933 bis 1935), preußischer Justizminister (21. April 1933 bis 22. Juni 1934), Mitglied des Reichstages, Reichsminister für Kirchenangelegenheiten (Reichskirchenminister; Hermann von Detten und Hermann Muhs waren seine ständiger Vertreter) und SA-Obergruppenführer.

Seit 1935 war er auch Leiter der Reichsstelle für Raumordnung, aber auch Vizepräsident des Reichstages, Leiter des „Zweckverbandes Reichsparteitage Nürnberg“ und Präsident der Reichsplanungsgemeinschaft.

Leben

SA-Obergruppenführer Hanns Kerrl

Jugend

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Hanns Kerrl wurde als Sohn protestantischer Eltern in Fallersleben geboren. Sein Vater war dort Schulrektor. In der frühesten Jugend schon wurde er in der großdeutschen Idee erzogen und sein erstes Bewußtsein und Wissen wurde schon überschattet von dem Geiste Hoffmann von Fallerslebens, vom Geiste des Deutschlandliedes, von glühender Hingabe an das Vaterland.

Hanns Kerrl besuchte in Herford und Hammeln das Gymnasium und wurde Anwärter für die mittlere Beamtenlaufbahn und trat in den Justizdienst.

Erster Weltkrieg

Ärmelstreifen Gemeinschaftslager Hanns Kerrl

1914 meldete er sich als 26jähriger sofort freiwillig ins Feld und kam zum Braunschweigischen Infanterie-Regiment Nr. 92. Bis zum letzten Kriegstage tat er seine Pflicht als Soldat, wurde teilhaftig all der Mühen und Kämpfe und erwarb sich durch besondere Heldentaten das Eiserne Kreuz II. und I. Klasse und andere hohe Auszeichnungen. Er wurde zum Leutnant befördert und schließlich Kompanieführer im Reserve-Infanterie-Regiment 260.

Weimarer Republik

Nach dem Kriege wurde Hanns Kerrl Justizobersekretär in Peine. Dort gewann der glühende Aktivist und Nationalist, der den Sozialismus der Front vier Jahre am eigenen Leibe verspürt hat, im Jahre 1923 zum ersten Male Fühlung mit dem Nationalsozialismus und in diesem Augenblick wußte er sofort, wo er hingehörte. Er schließt sich der NSDAP an, tritt hinter die Hakenkreuzfahne und hat sie von dieser Minute an keinen Augenblick mehr verlassen.

Er gründete in Peine 1923 die Ortsgruppe der damals in Norddeutschland kaum bekannten NSDAP[1] und baute den Gau Süd-Hannover-Braunschweig mit auf, wurde einer der engsten Mitarbeiter und Mitstreiter von Karl Dincklage, dem „Rucksack-Major“, und von Bernhard Rust.

Schon 1928 war er Kreisleiter in Peine. Bei den Maiwahlen von 1928 war er unter den sechs Nationalsozialisten, die im Preußischen Landtag nun einen heldenmutigen Kampf gegen eine übermächtige Mehrheit führen. Aber von den marxistischen Präsidenten des Preußischen Landtages fand niemals einer Gelegenheit, ihm einen Ordnungsruf zu erteilen.

Hanns Kerrl war im Kampfe um Deutschland einer der Hauptredner, stand immer wieder auf dem Podium, in allen deutschen Gauen sah man ihn als Werber für Hitler. Seinen begeisterten Reden kann sich niemand entziehen, scharf und klar sind die politischen Formulierungen und gemütstief seine hier und da, eingestreuten philosophischen Betrachtungen, die außerdem ein außerordentlich großes Wissen um Wachsen und Werden Deutschland zeigten.

1928 bis 1933 war Hanns Kerrl im preußischen Landtag und wurde im November 1933 Mitglied des Reichstages für Südhannover-Braunschweig. Er war auch 1933 kurzfristig preußischer Justizminister und erließ in dieser Zeit Berufsverbote für jüdische Notare und Rechtsanwälte in Preußen. 1932 wurde aus der Sechs-Männer-Fraktion mit einem Schlage die stärkste Fraktion des Preußischen Landtages. 162 Nationalsozialisten ziehen in den Preußischen Landtag ein. Hanns Kerrl wurde zum Präsidenten des Preußischen Landtages gewählt und führte als solcher nunmehr das Zepter im Preußenhause.

Drittes Reich

Nachdem Kerrl mit einigen Schwierigkeiten eine Auflösung des Landtages und Neuwahlen für den 5. März 1933 durchgesetzt hatte, damit die NSDAP eine Zweidrittelmehrheit erringen konnte, setzte er das Ermächtigungsgesetz.

Als sein Amt mit der Auflösung des Landtags am 30. Januar 1934 hinfällig geworden war, wurde er am 17. Juni Reichsminister ohne Geschäftsbereich. Am 16. Juli 1935 wurde er zum Reichsminister für die kirchlichen Angelegenheiten an die Spitze eines neuen Ministeriums gestellt. Kerrl wurde SA-Obergruppenführer und war Sympathisant der mit dem Nationalsozialismus sympathisierenden Deutschen Christen.

Gemeinschaftslager „Hanns Kerrl“

Zwischen 1933 und 1939 mußten etwa 20.000 männliche Rechtsreferendare - zunächst alle preußischen, dann alle deutschen - einen Teil ihres Vorbereitungsdienstes in einem Lager der Reichswehr im südbrandenburgischen Jüterbog absolvieren. Diese Teilnehmer erhielten den Ärmelstreifen Gemeinschaftslager Hanns Kerrl, den sie bis zum 8. Mai 1945 stolz trugen.

„Am 08. Juli 1933 wurden auf Anordnung des Preußischen Justizminister Hanns Kerrl die ersten Gerichtsreferendare zu einem Gemeinschaftsleben im Rahmen der juristischen Staatsprüfung zusammen gezogen. Zur Unterbringung wurden die vorhandenen Gebäude der Artillerieanlagen in Neues Lager genutzt. Am 10. Juli 1933 zogen schon die ersten 43 Referendare zur Ausbildung ein. Anliegen und Inhalt der Ausbildung war: Der nationalsozialistische Staat muß bei der Auslese der künftigen Richter und Staatsanwälte erhöhte Anforderungen stellen. Nicht nur eine gute fachwissenschaftliches Wissen sollte dabei vordergründig sein, sondern: der Charakter, das Zusammenleben, der Sport und Ertüchtigung, Kameradschaft und Gesundheit, sollte die Voraussetzung für einen deutschen Mann werden. Jeder Examenskandidat sollte dabei 6 Wochen das Gemeinschaftsleben im Referendarlager durchlaufen und von bestellten Beamten der preußischen Justiz geschult werden.
Am 04. Januar 1934 fand in Anwesenheit führender Persönlichkeiten der Reichswehr, der Lagerleitung, des Bürgermeisters der Stadt Jüterbog, Herrn Porsack, der Spatenstich zum Neubau des Gemeinschaftslager statt. Der Bürgermeister Porsack gab in seiner Begrüßungsrede seine Freude zum Ausdruck, daß seine Stadt nun außer eine Stadt der Wehrmacht auch eine Heimstätte der deutschen Juristen geworden ist. In kurzer Zeit entstand das neue Verwaltungsgebäude, Mannschaft- und Schulungsgebäude, Sportplatz mit Badeanstalt, großer Appleplatz. Mit dem Ausbruch des 2. Weltkrieges 1939 wurde das Gemeinschaftslager Hanns Kerrl aufgelöst. Rund 20 000 männliche Referendare absolvierten ihren Pflichtanteil ihrer juristischen Ausbildung. Mit der Übernahme des Objekts durch die Wehrmacht erfolgte ein neues Soldatenleben in Neues Lager. Das Proviantamt wurde als Heeresproviantamt ausgebaut und die Versorgung aller umliegenden Einheiten gewährleistet. Der Bahnanschluß und die Militärküche wurde vergrößert.“[2]

Leiter (Auswahl)

Tod

Der seit 1936 herzkranke Kerrl starb im Alter von 54 Jahren am 14. Dezember 1941 in Paris und wurde am Tag darauf nach Berlin überführt.

Zu Ehren des verstorbenen fand auf Befehl des Führers im Marmorsaal der Reichskanzlei ein Staatsakt statt. Zahlreiche führende Männer, Reichsminister, Reichsleiter, Gauleiter, höchste Offiziere der drei Wehrmachtteile, Diplomaten der befreundeten Mächte, Mitarbeiter, Mitkämpfer und Freunde erwiesen dem Reichsminister die letzte Ehre.

Auf Stufen erhöht war der Sarg aufgestellt. Die Farben des Reiches deckten ihn. Darauf lag die SA-Mütze. Staatsminister Meißner führte die Angehörigen in den Saal. Kurz danach erschien der Reichsmarschall mit Staatssekretär Dr. Muhs. Reichsminister Rust erinnert in seiner Gedenkrede an die gemeinsame Kampfzeit mit Kerrl. Der Minister schilderte, wie er zunächst als Kriegsleiter in Peine, als Abgeordneter im preußischen Landtag und später als Landespräsident den Boden für den Führer erkämpfte. Als Leiter des neu gegründeten Reichsministeriums für die kirchlichen Angelegenheiten habe er sein Amt jener verantwortungsfreudigkeit geführt, die den echten Nationalsozialisten kennzeichnete daran schlossen sich herzliche und sehr persönliche gehaltene Worte des Staatssekretärs Muhs.

Nun erhebte sich der Reichsmarschall der bei diesem Staatsakt den Führer vertritt. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legt er zu Füßen des Saales den Kranz des Führers nieder.

Der Reichsmarschall trat zu den Hinterbliebenen. Er reichte der Witwe und den ihren Angehörigen die Hand. Unter den Klängen des Trauermarsches von Beethoven wurden die Kränze des Führers und des Reichsmarschall, sodann der Sarg mit den sterblichen Resten des Reichsministers Kerrl aus dem Raum getragen. Im Ehrenhof war seine Kompanie der Leibstandarte-SS „Adolf Hitler“ zur Trauerparade angetreten. Über die Wilhelmstraße durch das Brandenburger Tor und die Ost-West-Achse entlang, durch Charlottenburg nach Dahlem führte der Weg zum Waldfriedhof wo Reichsminister Kerrl seine letzte Ruhe fand.[3]

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

  • Die deutsche Gemeindeordnung vom 30. Januar 1935, Berlin 1935
  • Reichstagung in Nürnberg 1936, Berlin 1937
  • Planzeichen für Raumordnung und Flächennutzung, Berlin 1937
  • Reichsplanung und Raumordnung, Berlin 1938

Literatur

  • Folker Schmerbach: Das „Gemeinschaftslager Hanns Kerrl“ für Referendare in Jüterbog 1933-1939, ISBN 978-3-16-149585-4

Verweise

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Fußnoten

  1. Münchner Neuste Nachrichten, 16. Dezember 1941
  2. Wie Neues Lager – Neues Lager wurde
  3. Münchner Neuste Nachrichten, 17. Dezember 1941