Bürckel, Josef

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Josef Bürckel (1895–1944)

Josef Bürckel (Lebensrune.png 30. März 1895 in Lingenfeld (Pfalz); Todesrune.png 28. September 1944 in Neustadt an der Weinstraße) war ein deutscher Soldat, Lehrer, Politiker und einer der wichtigeren nationalsozialistischen Gauleiter des Dritten Reiches. Seit 1936 war Bürckel SA-Obergruppenführer, seit 1942 SS-Obergruppenführer und NSKK-Obergruppenführer. Nach dem Waffenstillstand mit Frankreich war er Chef der Zivilverwaltung Lothringens, das er in den Reichsgau Westmark einfügen wollte. Sein Titel lautete ab dem 11. März 1941 Reichsstatthalter in der Westmark. Von 1930 bis zu seinem Tod 1944 war Bürckel Mitglied des Reichstages.

Leben

Josef Bürckel in Zivil.jpg

Jugend und erster Weltkrieg

Bürckel wurde in der Südpfalz als jüngstes von vier Kindern des Bäckers Michael Bürckel und seiner Frau Magdalena geboren. Er war katholisch. 1920 heiratete Bürckel Hilda Spies aus Landau, mit der er zwei Söhne hatte.[1]

Nach der Volksschule in Lingenfeld besuchte Bürckel die Realschule in Karlsruhe und von 1909 bis 1914 die Lehrerbildungsanstalt in Speyer. Am Ersten Weltkrieg nahm er von 1914 bis 1916 als Freiwilliger zunächst im 12. und ab dem 1. Januar 1915 im 20. Bayerischen Feldartillerieregiment teil. Ende 1915 bestand er während eines Fronturlaubs das Examen für das Lehramt und war als Anwärter in Lingenfeld, Ramberg, Bellheim und Minfeld tätig. Am 15. April 1916 wurde er als nicht mehr verwendungsfähig aus dem Heer entlassen. 1918 zog er mit dem 20. Feldartillerie-Regiment nochmals in den Krieg. 1919 bestand er die praktische Lehrerprüfung und war anschließend als Volksschullehrer tätig, bis 1920 in Roxheim, anschließend in Rodalben und ab 1927 in Mußbach.

Weimarer Republik

Brief an Josef Bürckel vom Reichsführer-SS, unterschrieben von SS-Gruppenführer Walter Schmitt, 1938

Für ihn, den Grenzlanddeutschen, war aber nach dem Waffenstillstand und dem Friedensschluß naturgemäß der Erste Weltkrieg noch nicht zu Ende. Die französische Besatzung rückte in die Pfalz ein und liebäugelte mit den Separatisten, die von einer „Rheinischen Republik“ träumten, die natürlich nichts anderes als eine Kolonie Frankreichs war. Dagegen wehrte sich die Pfalz mit allen Kräften. Besonders hart wurde um Pirmasens gekämpft. Durch Verrat war es hier den Separatisten gelungen, das Bezirksamt zu besetzen. Der „Pfälzische Selbstschutz“ umzingelte das in eine kleine Festung umgewandelte Gebäude, warf Brandfackeln hinein und briet die Separatisten in ihrer eigenen Festung. Bei dieser Erstürmung spielte auch Josef Bürckel eine besondere Rolle. Mit dieser Schlacht in Pirmasens war auch die separatistische Bewegung endgültig abgeschlagen.

Josef Bürckel wendet sich jetzt mehr und mehr dem politischen Kampf zu. 1920 bestand er die Staatsprüfung für das Lehramt und war anschließend als Lehrer tätig. Er schloß sich 1921 einer nationalsozialistischen Gruppe an und wurde Ortsgruppenleiter in der NSDAP, der er schon seit 1921 angehört hatte. 1925 wurde er zum Gauleiter der Pfalz ernannt. Er gab sein Lehramt, das er seit 1920 ausgeübt hatte, auf. Aus den wenigen im Lande bestehenden Ortsgruppen und Stützpunkten baute er bald einen großen Gau auf.

Am 9. April 1925 trat er nach der Wiedergründung und Neuorganisation der NSDAP (NSDAP-Nr. 33.979) bei. Er schaffte sich 1929 mit der Zeitung „Der Eisenhammer“ ein eigenes Kampfblatt, das seinen Namen zu Recht trug. Mit diesem „Eisenhammer“ bearbeitete Josef Brückel das Pfalzerland, unermüdlich, nie erlahmend, stets von neuem angreifend. Und wenn das Blatt auch häufig verboten wurde und Josef Bürckel unzählige Strafverfahren angehängt wurden, das Blatt blieb seinem Namen treu, Bürckel sah sein zähes Ringen um die Seele des Pfälzers bald durch zählbare Erfolge bei den Wahlen belohnt. Von 1930 bis zum 28. September 1944 war er dann Herausgeber der Gau-Zeitung „NSZ-Rheinfront“ (am 1. Dezember 1940 umbenannt in „NSZ-Westmark“).

1930 wurde er in den deutschen Reichstag entsandt, und nun begann der Endkampf um die Macht. Die Deutsche Zentrumspartei machte es ihrem gefährlichen Konkurrenten Josef Brückel bestimmt nicht leicht, und die bayerische Heldregierung tat, was sie konnte, um mit kleinlichen Polizeischikanen die Propagandatätigkeit der NSDAP zu unterbinden.

Drittes Reich

Grußnachricht von Gauleiter Josef Bürckel zur Weihnachtszeit, 1943.jpg
Reichskommissar Josef Bürckel.jpg

Aber nach dem 30. Januar 1933 war die Rolle dieser Herrschaften ausgespielt, und die wahre Volksstimmung kam in den Wahlergebnissen vom 5. März und 12. November 1933 zum Ausdruck, die Adolf Hitler auch in der Pfalz ein eindeutiges Vertrauensvotum aussprachen. Der politische Kampf um die Eroberung der Macht war für den Pfälzer Gauleiter Josef Brückel zu Ende. Er hatte danach die Aufgabe, die Organisation der NSDAP im Grenzland auszubauen und so zum Kern des ganzen Pfälzer Landes zu machen, daß die Pfalz für immer ein festes Grenzbollwerk bleiben und sich an Reichstreue von niemandem übertreffen lassen sollte.

Brückel war der Pionier des Nationalsozialismus in der Pfalz und eine einzigartige Verkörperung zugleich. Er wurde zum kommissarischen Leiter des Gaues Saarland ernannt. 1935 wurde der Gau Saarland mit dem Gau Rhein-Pfalz zum Gau Saarpfalz zusammengeschlossen, der 1942 um Lothringen zum Gau Westmark erweitert wurde. Sitz der Gauleitung war zunächst Neustadt an der Weinstraße, ab 1940 Saarbrücken. Bürckel war Gauleiter bis zu seinem Tod 1944. Daneben war Bürckel seit 1936 SA-Obergruppenführer und, nach Eintritt in die SS (SS-Nr. 289.230) am 9. November 1937, SS-Gruppenführer. Seit 1934 war er Saarbevollmächtigter der Reichsregierung und seit 1935 „Reichskommissar für die Rückgliederung des Saargebietes“, anschließend ab 1936 Reichskommissar für das Saarland, d. h. Regierungschef im Saargebiet.

1938 erhielt Bürckel den Auftrag, die seit 1934 in Österreich verbotene NSDAP zu reorganisieren und das Plebiszit zur Wiedervereinigung mit dem Deutschen Reich vorzubereiten. Nach der Volksabstimmung am 10. April 1938 wurde er „Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich“. Diese Tätigkeit fand im Ostmarkgesetz vom 14. April 1939, R. G. Bl. I S. 777 ihren Abschluß. Ab diesem Zeitpunkt löste er Arthur Seyß-Inquart in der Position des Reichsstatthalters in Österreich (Ostmark) ab. 1939 wurde er zum Reichsverteidigungskommissar (RVK) im Wehrkreis XVII ernannt und war ab 1940 Chef der Zivilverwaltung in Lothringen, ab 1941 dann Reichsstatthalter in der Westmark. In Lothringen organisierte er die Rücksiedlung der nach 1918 zugezogenen französischen Familien und der alteingesessenen „Franzosenfreunde“ nach Innerfrankreich.

Chronologie einer Karriere (Auswahl)

  • 1921 NSDAP
  • 9. April 1925 Wiedereintritt in die NSDAP (Nr. 33.979)
  • 1933 Gründer der „Josef-Bürckel-Stiftung“ und der „Volkssozialistischen Hilfe“ (ab April 1934 Volkssozialistische Gemeinschaft e. V.)
  • 25. September 1933 SA-Gruppenführer
  • 9. November 1936 SA-Obergruppenführer
  • 9. November 1937 Allgemeine SS (Nr. 289.230)
  • 9. November 1937 SS-Gruppenführer
  • 13. März – April 1938 Beauftragter des Führers für die Volksabstimmung in Österreich
  • 20. April 1938 NSKK-Obergruppenführer
  • 23. April 1938 – 31. März 1940 Reichskommissar für die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich
  • 8. Februar – 2. August 1940 Präsident der „Südosteuropa-Gesellschaft“ (SOEG)
  • 30. Januar 1942 SS-Obergruppenführer

Todesumstände

Bürckel, Reichsverteidigungskommissar im Reichsverteidigungsbezirk Westmark, außerdem Beauftragter des „Reichskommissars für die Festigung des deutschen Volkstums“ in der Westmark und Lothringen, starb an Kreislaufversagen in seinem Haus in Neustadt.

„Die genauen Umstände und möglichen politischen Hintergründe seines Todes sind bis heute ungeklärt. Der Bericht des Gau-Gesundheitsführers Prof. Dr. Ewig, Chefarzt der Inneren Abteilung des Städtischen Krankenhauses von Ludwigshafen, führt als Todesursache Versagen des Kreislaufs an. Der Tod tritt um 11.04 Uhr ein. In jüngster Zeit wurden mehrfach Zweifel an dieser Version angemeldet, ohne allerdings durch stichhaltige Beweise untermauert zu sein. Am 1.10.1944 findet das Staatsbegräbnis in Neustadt statt. Die Totenrede hält Dr. Alfred Rosenberg.“[2]

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

  • Volk und Kultur, Rede des Gauleiters Bürckel gehalten anläßlich der Übertragung der staatlichen Kunstverwaltung des Landes Österreich auf den Reichsgau Wien am 3. März 1940 in der Hofburg (Mit zip gepackte PDF-Datei)

Verweise

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Literatur

Fußnoten

  1. Hans Fenske: Josef Bürckel. In: Pfälzer Lebensbilder, Band 6, Speyer 2001, S. 321ff.
  2. Karl Höffkes: HpG. Die Gauleiter des Dritten Reiches, Grabert-Verlag Tübingen, 2. Auflage 1997, S. 46