Kanstein, Paul

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SS-Oberführer Dr. jur. Paul Kanstein

Paul Ernst Kanstein (Lebensrune.png 31. Mai 1899 in Schwarzenau (Bad Berleburg) an der Eder, Kreis Wittgenstein; Todesrune.png 7. September 1980[1] in St. Wolfgang im Salzkammergut) war ein deutscher Reserveoffizier des Deutschen Heeres, Jurist und SS-Führer, zuletzt SS-Brigadeführer im Zweiten Weltkrieg.

Kurzchronologie

SS-Obergruppenführer und Generalleutnant der Landespolizei Kurt Daluege (links) und SS-Oberführer Dr. jur. Paul Kanstein
SS-Brigadeführer Paul Kanstein (links) im Gespräch mit Legions-Sturmbannführer Knud Børge-Martinsen vom Freikorps „Danmark“
  • Besuch der Volksschule und des Gymnasiums (Abitur)
  • Teilnahme am Ersten Weltkrieg zuletzt als Vizewachtmeister der Reserve
  • 1919 (nach vereinzelten Quellen mit dem Charakter als Leutnant der Reserve) aus der Vorläufigen Reichswehr entlassen
  • Jurastudium an der Universität Königsberg
  • Verwaltungsdienst
  • 1925 Regierungsreferendar in Schneidemühl
  • 8. Oktober 1927 Zweites Juristisches Staatsexamen (nach anderen Quellen handelt es sich hierbei um das Promotionsdatum)
  • 1927/28 Kommunaldezernent beim Regierungspräsidenten in Königsberg
  • 1931 zum Regierungsassessor ernannt
  • 1. Mai 1933 Eintritt in die NSDAP (Mitgliedsnummer 2.306.733)
  • Juli 1933 Eintritt in die Allgemeine SS (SS-Nr. 189.786)
  • 1933 Staatspolizeistelle Königsberg
  • Februar 1934 zum Regierungsrat ernannt
  • Dezember 1934 Staatspolizeistelle Osnabrück
  • Juni 1935 bis 1. Oktober 1937 Leiter der Staatspolizeistelle (Stapo-Stelle) Hannover als Nachfolger von Dr. Ewald Hasstert
  • Juli 1937 zum Wachtmeister der Reserve der Luftwaffe ernannt
  • 1. Oktober 1937 in Vertretung als Leiter der Staatspolizeistelle Berlin
    • 1. Oktober 1937 bis 8. Oktober 1939 Inspekteur der Sicherheitspolizei und SD Berlin als Nachfolger von Walter Opländer
  • 31. März 1938 Leiter der Staatspolizei-Leitstelle beim Polizeipräsidium Berlin
  • Mitte August 1938 kommissarischer Polizeivizepräsident Berlin
  • 1. September 1938 zum Leutnant der Reserve der Luftwaffe ernannt
  • 23. Dezember 1939 bis Juli 1940 Polizeivizepräsident Berlin unter Wolf-Heinrich Julius Otto Bernhard Fritz Hermann Ferdinand Graf von Helldorff
  • 12. April 1940 bis 28. August 1943 Beauftragter des Auswärtigen Amts für Fragen der Inneren Verwaltung in Dänemark
    • ab Juli 1940 Präsident der Legation in Kopenhagen
    • ab August 1942 offiziell Leiter der Zentralabteilung II (Verwaltung und Innenpolitik) in der deutschen Gesandtschaft in Kopenhagen beim Bevollmächtigten des Deutschen Reiches in Dänemark (Cecil von Renthe-Fink; im November 1942 durch Werner Best abgelöst)
      • Februar 1941 bis Oktober 1942 „Beauftragter des Reichsführer SS für die innere Verwaltung für die Sicherheit der deutschen Truppen beim Wehrmachtbefehlshaber in Dänemark“
      • Oktober 1942 bis August 1943 „Beauftragter des Reichsführer SS für die innere Verwaltung für die Sicherheit der deutschen Truppen beim Generalbevollmächtigten des Großdeutschen Reiches in Dänemark“
  • August 1943 bis 8. Mai 1945 Regierungspräsident des Regierungsbezirkes Hannover als Nachfolger von Dr. Kurt Binding
    • später, als er in Italien war, von dem Regierungs-Vizepräsidenten Ministerialdirigent Dr. Adolf Bierwirth vertreten
  • Herbst 1943 als Militärverwaltungsvizechef Chef der Militärverwaltung beim Bevollmächtigten Deutschen General in Norditalien (Bergamo)
  • 6. August 1944 auf einer Dienstreise von Bergamo nach Innsbruck von einem Grenzpolizisten erfahren, er habe sich umgehend bei Ernst Kaltenbrunner in Berlin zu melden
  • 7. August 1944 mit dem Wagen in Berlin eingetroffen, im Reichssicherheitshauptamt in der Prinz-Albrecht-Straße 8 verhört (zuerst von Heinrich Müller, dann Kaltenbrunner selbst), da er dienstlich (so zum Beispiel Wilhelm Canaris), aber zum Teil auch freundschaftlich mit Angehörigen des Putschistenkreises verkehrte. Staatssekretär Wilhelm Stuckart setzte sich für ihn ein und noch während des Verhörs traf eine Weisung Heinrich Himmlers eine, SS-Brigadeführer Kanstein sofort zu entlassen. Er wurde damit umgehend rehabilitiert und wieder zu seiner Dienststelle nach Italien befohlen.
Generalleutnant Ebbe Gørtz (1886–1976) und SS-Brigadeführer Paul Kanstein in Kopenhagen

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende befand sich Kanstein mehrere Jahre in alliierter Internierung (u. a. Lager Fallingbostel), mußte 1947 bei der Verhandlung gegen Dr. Werner Best in Dänemark aussagen und wurde 1949 nach einem Spruchkammerverfahren (Bielefeld) entnazifiziert. Danach lebte er mit seiner Familie wieder in seiner Heimatstadt Schwarzenau.

Familie

Paul war der Sohn des evangelischen Pfarrers Heinrich Kanstein. Im Dezember 1929 heiratete er seine Verlobte Karin Jordan. Aus der Ehe sind vier Söhne entsprossen: Klaus (Lebensrune.png 1933), Peter (Lebensrune.png 1935), Dieter (Lebensrune.png 1941) und Bernhard (Lebensrune.png 1944).

SS-Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Schriften (Auswahl)

Fußnoten

  1. Als Todesjahr gibt Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich, Frankfurt am Main 2007, S. 299 das Jahr 1980 an, auch das Standesamt bestätigt dies, wohingegen im Biographischen Handbuch des deutschen Auswärtigen Dienstes. Band 2., G - K. Schöningh, Paderborn 2005, S. 471 als Todesjahr 1981 angegeben wird