Schneidemühl

Aus Metapedia
Wechseln zu: Navigation, Suche

Schneidemühl

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Pommern
Landkreis: Schneidemühl
Provinz: Pommern
Einwohner (1939): 43.836
Koordinaten: 53° 9′ N, 16° 44′ O
Flucht.jpg
Schneidemühl befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Schneidemühl ist eine große Stadt in Westpreußen an der Grenze zu Posen.

Lage

Schneidemühl liegt in waldreicher Umgebung beiderseits des Flusses Küddow, wobei der ältere und größere Teil des Stadtgebiets auf der rechten Flußseite liegt. Durch das enge Stadtgebiet verlaufen weitere kleinere Gewässer, etwa das Mühlenfließ im Norden oder das Färberfließ im Süden der Altstadt. Die Entfernung nach Posen beträgt 80 Kilometer südlich, ebenso weit liegt Bromberg östlich.

Schneidemühl liegt am Kreuzungspunkt zweier bedeutender deutscher Reichsstraßen: der Reichsstraße 104 (LübeckStettinStargard in PommernDeutsch Krone–Schneidemühl) und der Reichsstraße 160 (KolbergKöslinNeustettin–Schneidemühl–Kolmar).

Geschichte

Ältere Zeit

Die Stadt wurde 1380 gegründet und erhielt 1513 das Magdeburger Stadtrecht. Mit der ersten Teilung Polens im Jahre 1772 kam die Stadt an Preußen.

Einen bedeutenden Aufschwung erlebte die Stadt durch die Eröffnung der Preußischen Ostbahn 1851. Hier zweigte von der aus Berlin kommenden Hauptstrecke über Dirschau (bei Danzig) nach Königsberg die (ältere) Strecke nach Bromberg ab, die weiter über Thorn ins südliche Ostpreußen führte. Aufgrund der zentralen Lage im nordostdeutschen Schienennetz wurde Schneidemühl Standort eines Ausbesserungswerks der Ostbahn und später der Deutschen Reichsbahn.

Jüngere Zeit

Seit dem 1. April 1914 bildete Schneidemühl einen eigenen Stadtkreis, so daß die nun kreisfreie Stadt nicht mehr der Verwaltung des Landrats unterworfen war.

In der Zeit der Weimarer Republik übernahm Schneidemühl als Provinzhauptstadt der neuen Grenzmark Posen-Westpreußen wichtige Verwaltungsfunktionen anstelle der 1920 von Polen annektierten Großstädte Posen und Bromberg. Die neue Reichsgrenze verlief nur wenige Kilometer östlich der Stadt, durch die der Verkehr zwischen dem zur deutschen Exklave gewordenen Ostpreußen und dem restlichen Deutschland verlief. In der bis dahin eher unbedeutenden Stadt entstanden in kurzer Zeit zahlreiche repräsentative öffentliche Bauten. Trotz schwerer Kriegszerstörung sind noch einige hochwertige Architekturbeispiele der deutschen Frühmoderne der 1920er Jahre erhalten.

Schneidemühl Marktplatz.jpg

Hintergrund dieser teuren Maßnahmen war der politische Wille, die Abwanderung aus den strukturschwachen Ostprovinzen zu bremsen und nach dem Verlust wichtiger kultureller Zentren wie Danzig und Posen, Bromberg und Thorn auch im kulturellen Bereich eine neue „Grenzfestung“ des damals so genannten „Deutschtums“ zu schaffen. Die damalige Zweite polnische Republik befand sich zeitweise mit sämtlichen Nachbarstaaten im Krieg und verfolgte auch in den von Deutschland gewonnenen Gebieten eine aggressive Polonisierungspolitik.

Auf deutscher Seite sprach man von der „brennenden Grenze im Osten“. Der Begriff bezog sich sowohl auf den Trennungsschmerz bezüglich der verlorenen Gebiete auf der eigenen Seite als auch auf die zahlreichen und von den alliierten Weltkriegssiegermächten meist geduldeten Übertretungen des Versailler Vertrages von polnischer Seite. Der Ausbau Schneidemühls zu einem administrativen, kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum der Grenzregion sollte die dortigen Verhältnisse stabilisieren.

Auch andernorts in der Stadt entstanden in dieser Zeit Schulen, Kirchen und andere öffentliche Gebäude. Schneidemühl erlebte während der Zwischenkriegszeit ein rasantes Wachstum. Vor Beginn des Ersten Weltkrieges hatte sie 26.000 Einwohner, bei der Volkszählung 1939 waren es knapp 46.000.

Heute leben in Schneidemühl noch ungefähr 1.000 Deutsche, die sich zu einem Freundeskreis (Deutsche Sozial-Kulturelle Gesellschaft in Schneidemühl) zusammengeschlossen haben.

Festung Schneidemühl 1945

Deutsche Soldaten an der Ostfront Februar 1945.jpg
Oberwachtmeister Arthur Iden, Ritterkreuzträger der Festung Schneidemühl

Die Festung Schneidemühl sollte im Vorfeld der sogenannten Pommernstellung (auch „Pommernwall“ genannt) als „Wellenbrecher“ fungieren, allerdings war diese Verteidigungskonzeption auf einen Angriff von Osten ausgerichtet, doch der Angriff auf Pommern erfolgte von Süden. Angeblich sollen die von der Organisation Todt ausgehobenen Stellungssysteme bis Januar 1945 größtenteils fertiggestellt gewesen sein.

Sowjet-bolschewistische Soldaten nach der Eroberung von Schneidemühl

Ab 12. Oktober 1944 war Oberst Gieseler (ggf. Heinrich Gieseler, Lebensrune.png 23.11.1890, Oberst seit 1.3.1941) offizieller Festungskommandant. Vorgesehen war die Festung für eine Verteidigung mit fünf Divisionen, welche jedoch zu keinem Zeitpunkt vorhanden waren. Eine Evakuierung der Zivilbevölkerung im Vorfeld der Kampfhandlungen wurde sowohl seitens der NSDAP-Funktionäre als auch des Reichsführers-SS verhindert.

Die Räumung Schneidemühls seitens der Zivilisten erfolgte dann erst ab 26. Januar, bereits unter der Wirkung von feindlichem Artilleriefeuer. Die Frauen, die nicht gleich niedergemetzelt wurden, waren Freiwild:

„Ich war 15, als ich am 26. Januar 1945 mit meiner ältesten Schwester Juliane am späten Vormittag unser Elternhaus verließ – auf der Flucht vor der Roten Armee. Nur wenige Stunden danach verlor ich Juliane, wie auch eine Tante mit ihren beiden jüngsten, drei- und siebenjährigen Söhnen. Ich sah sie nie wieder. Für mich begann eine eineinviertel Jahre währende Flucht-Odysee, an deren Anfang ich am 27. Januar 1945 – noch vollkommen kindlich und unaufgeklärt – aus meinem Kindsein brutal in die schlimmste Form des Frauseins gestoßen wurde. Einen Tag, eine Nacht, noch einen Tag und noch eine Nacht; es lastet noch heute auf mir. Weshalb erzähle ich ihnen das? Weil es mich kränkt und tief verletzt, daß die offiziellen Vertreter unseres Landes und meines ganzen Volkes, dem ich mich zugehörig fühle, sich bis heute nicht dazu durchringen können, solche Schicksale ihrer eigenen Landsleute zumindest zu achten. Schicksale, die schwere seelische Folgen hatten, mit denen die Betroffenen nicht selten drei bis vier Jahrzehnte allein gelassen wurden. Ich werde böse und zornig, immer wieder von offizieller oder medialer Seite hören zu müssen: ‚Ja, wir wissen – doch dürfen wir nicht vergessen, was die Ursache war. Weshalb das geschah‘. Diese maßlose Überheblichkeit tut weh. Ganz gewiß bedrückt mich die Ignoranz, mit der in unserem Land meinem eigenen Erleben begegnet wird, das ich mit unzähligen Frauen teile, die sich seit 60 Jahren mit dieser seelischen Last herumschleppen.“ — Gabi Köpp (Lebensrune.png 1929) im Jahre 1999 über die Flucht aus Schneidemühl (Posen-Westpreußen) im Januar 1945, den Verlust der Familie und den Schändungen durch die Vergewaltiger der Roten Armee[1]

Bei Beginn der Kämpfe übernahm Oberstleutnant (während der Kämpfe zum Oberst befördert) Heinrich Remlinger die Stellung des Kampfkommandanten, sein Ia war Major von Hase. An Truppen befanden sich in der Festung nach Angaben von Oberst d. R. Johann-Albrecht Wilhelm Bogislav von Bonin (Lebensrune.png 17. Oktober 1890; vom 19. Februar 1945 bis 15. Dezember 1949 in Kriegsgefangenschaft):

  • Grenadier-Bataillon „Belgard“ (Kdr. Hauptmann Hermann Bauer)
  • MarineBtl. Stettin (Marineinfanterie)
  • Btl. Anklam
  • AufklAbt. „Stolp“
  • UffzSchule Kolberg
  • GrenBtl 8/IX „Feldherrnhalle“ (Führer Olt. Kurt Bentin)
  • Btl. HeeresUffzSchule Eutin
  • Btl. Hannover
  • Btl. Schneidemühl
  • Btl. HeeresUffzSchule Treptow a.d. Rega
  • 3 Volkssturm-Bataillone unter den Hauptleuten Sauerzapf, Sommerfeld, Kohlhaas
  • I./ArtLhrRgt. Nr. 5 aus Groß Born unter Major Schulz
  • eine 15cm-Haubitz-Batterie unter Hptm. Peters
  • 2 Panzerhaubitze „Wespe“ unter Hptm. Schmeller
  • eine 10,cm-Kanonen-Batterie unter Hptm. Damaschke
  • 3. Batterie/Sturm-Artillerie-Lehr-Brigade 111 unter Hauptmann d. Res. Konstantin Graf zu Dohna[2] (die restlichen Batterien wurden nach Posen kommandiert)
  • eine Pak-Abteilung
  • diverse Festungs-Artillerie-Einheiten
  • ein Eisenbahnpanzerzug

Dazu kamen noch einige Versprengte von Heereseinheiten. Chef des Festungs-Pionierstabes 20 war Alfred „Anton“ Kurhaupt. Im großen und ganzen bestand die Festungsbesatzung hauptsächlich aus „Gneisenau“-[3] und Volkssturmeinheiten, insgesamt etwa 12.000 Mann, von denen bis zum 12. Februar ca. 1.000 Verwundete ausgeflogen wurden (bis zur Nacht vom 10. auf den 11. Februar 1945 gab es immerhin noch Luftversorgung für die Festung). Der Schneidemühler Volkssturm wurde nach dem ersten Einsatz nur noch zum Stellungsbau verwendet.

Die oben genannten Einheiten wurden zu vier „Festungsregimentern“ eingeteilt, geführt von Oberst von Bonin, Oberstleutnant Obermeier, Oberstleutnant Schwarzmeier und Major Sann.

Am 25.1.1945 traten drei sowjetische Schützen-Divisionen, verstärkt durch Panzer- und Artillerieverbände gegen Schneidemühl an. Um die Mittagszeit am 25.1.1945 bezog Generalleutnant Freiherr von Schleinitz seinen Gefechtsstand im Rathaus Schloppe. Als Kommandeur der 402. Infanterie-Division (Division Nr. 402), die als Reserve- und Eingreiftruppe für die Pommernstellung in ihrer gesamten Länge von Zantoch bis Rügenwalde vorgesehen war, und die ursprünglich in Märkisch Friedland sammeln sollte, verfügte er über keine Truppen. Sie hatten bereits zu gefährdeten Frontabschnitten in Marsch gesetzt oder dahin umgeleitet werden müssen. Bei seinem Eintreffen waren ihm immerhin schon wieder 6 Kompanien als Grundstock für eine neue Eingreifreserve angekündigt.
In der Nacht stieß der Entlastungsangriff der Kampfgruppe des Obersten Dr. Ernst in Richtung Kolmar, aus dem Brückenkopf Usch herausgeführt, in der linken Flanke vom SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 48 „General Seyffardt“ und Heeresinfanterie aus der Festung Schneidemühl gedeckt, unglücklicherweise mitten in eine russische Bereitstellung und lief sich an den bewaldeten Höhen im Forst Podanin fest. Am frühen Morgen des 26.1.1945 hatte sich die KGr. Dr. Ernst unter schweren Verlusten auf die Ausgangsstellung im Brückenkopf Usch zurückziehen müssen, die Russen stießen aber sofort nach. Gegen Mittag mußte der Brückenkopf aufgegeben werden, die Front auf das nördliche Netze- Ufer zurückgenommen werden. (Lindenblatt, Pommern, S.61) 20 km östlich Schneidemühl; Festungskommandant Oberst Remlinger, Ia Major i. G. von Hase; mußte im Raum Wissek Oberst Woller auf die alte Reichsgrenze zurückgehen. Mit dem Absetzen des SS-Freiwilligen-Panzergrenadier-Regiment 48 in Richtung Krojanke, nordöstlich von Schneidemühl, entstand dort ein gefährliches Vakuum.
20 Fahnenjunker aus Groß Born, bei Tütz eingesetzt und am Abend des 25.1.1945 vorzeitig zu Leutnanten befördert, wurden am Morgen des 26.1.1945 zusammengerufen. Hans-Joachim Krug schrieb:
„ … Der Major eröffnete uns, das wir für einen Sondereinsatz vorgesehen sind. … Abmarsch in Richtung Schneidemühl. Mitten in der Stadt werden wir ausgeladen und müssen vorerst in einer alten Schule unterkommen. Schon sehr bald werden wir in den UFA-Palast gerufen. Auf der Bühne ein General und mehrere Stabsoffiziere, der Zuschauerraum ist voll von Leutnanten. Infanteristen, Panzerleute, ja Marine und Flieger sind da. Wo haben die bloß die vielen Offiziere her! Große Reden. Wir sind zum Panzer-Jagd-Kommando eingeteilt und sollen in kleinen Gruppen hinter den feindlichen Linien Panzer abschießen. Draußen werden wir eingeteilt. Alte Freunde stellen sich einfach zusammen. Der letzte, der zuviel war, verschwand woanders. Und so landete ich bei der 3. Kompanie Panzerjagdkommando ‚F‘. …“

Die ersten die Stadt selber erreichenden Angriffe erfolgten am 26. und 27. Januar von Süden im Bereich des Bahnhofs, wobei Schneidemühl noch nicht eingeschlossen war, d. h., nach Norden hin Richtung Deutsch-Krone war der Weg noch frei. Sechs Tage später war die Einschließung seitens der sowjetischen 47. Armee vollzogen. Hunderte von zurückgebliebenen Waggons, vor allem deren Inhalt, sorgten für einen dauerhaften Kleinkrieg um die Bahnhofsgegend. Bereits ab dem 2. Februar mußte der Festungskommandant über Funk Munitionsmangel melden, so daß örtliche Gegenstöße nicht mehr möglich waren. Bis zum 10. Februar schafften es die sowjetischen Truppen, alle außerhalb der Stadt gelegenen Verteidigungsstellungen auszuhebeln, so daß nun ein harter Häuserkampf innerhalb der Stadt folgte.

Ein Antrag auf Ausbruch von Remlinger an die Heeresgruppe „Weichsel“ wurde seitens Heinrich Himmler abgelehnt, woraufhin Remlinger am 13. Februar um 22.00 Uhr auf eigene Verantwortung den Ausbruch befahl. Oberst Remlinger scheint von Anfang an keine „Verteidigung bis zur letzten Patrone“ im Sinn gehabt zu haben, laut Oberst von Bonin wurde von Anfang an ein Ausbruch der Festungsbesatzung ins Auge gefaßt.

Von der Sturmgeschütz-Batterie zeichnete sich besonders Oberwachtmeister Arthur Iden aus, der allerdings beim Ausbruch fiel. Laut Lagebericht der 11. Armee vom 16. Februar 1945 erreichten nur knapp 1.000 Mann der Festungsbesatzung die eigene Hauptkampflinie. Eine der drei Ausbruchsgruppen führte Major Fritz Sann, der dann im April 1945 noch mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet wurde.

„Der Kessel von Schneidemühl wurde zum Grab für viele Tausende deutsche Soldaten. Nicht mal die kleinste Einheit konnte aus der Umklammerung ausbrechen. Die aus der Stadt ausgebrochenen Abteilungen wurden in den Wäldern von den Russen eingeholt und eine nach der anderen vernichtet. Auf den Wald- und Feldwegen sah ich Tausende von Leichen deutscher Soldaten, liegen gebliebene Panzer, Selbstfahrlafetten und kaputte Automobile. In der Gefangenschaft traf ich viele Offiziere der Garnison Schneidemühl, die zusammen mit zerstreuten Gruppen von Soldaten die Waffen niedergelegt und kapituliert hatten.“ — Oberst Alfred „Anton“ Kurhaupt gegenüber einem sowjetischen Verhöroffizier, nach Protokollauszügen

Sowjetische Kriegspropaganda

Im Lagebericht von der Front berichteten die Russen am 26. Februar 1945:

„In Ostpreußen griff der Gegner nordwestlich von Königsberg wiederholt an. Hatte er an einem Abschnitt keinen Erfolg, griff er an einem anderen an. Mit mächtigem Feuer und Gegenschlägen warfen die sowjetischen Abteilungen die Hitleristen zurück. Vor unseren Stellungen blieben viele feindliche Leichen, kaputtes Gerät und Waffen des Gegners zurück. Südwestlich von Königsberg überwanden unsere Verbände den hartnäckigen Widerstand der Deutschen und nahmen mehrere Ortschaften ein. Nordwestlich von Zinthen wurde eine Kompanie des 123. deutschen Infanterie-Regiments mit ihrem Kommandeur gefangengenommen. An einem Tag wurden mehr als 2.000 Hitleristen, 33 Geschütze und 200 Maschinengewehre vernichtet.
In Breslau führten unsere Truppen Kämpfe zur Liquidierung der in der Stadt eingeschlossenen gegnerischen Gruppierung. Die Deutschen haben die Straßen mit Barrikaden und Gräben abgesperrt; viele Häuser haben sie in stark befestigte Verteidigungsknotenpunkte verwandelt. Die sowjetischen Sturmgruppen rücken beharrlich weiter vor und säubern ein Haus nach dem anderen von den Deutschen. Besonders erbitterte Kämpfe gab es um den Hindenburg-Platz. Unsere Infanteristen, Pioniere und Artilleristen griffen den Feind von drei Seiten an. Die Deutschen waren in eiserner Umklammerung. Nach harten Kämpfen wurde der Platz von unseren Truppen eingenommen. Andere Abteilungen besetzten das Straßenbahndepot. Im Laufe des Tages wurden mehr als tausend Soldaten und Offiziere des Gegners vernichtet. Es wurden sechs Panzer und andere Trophäen erbeutet. Mehr als 300 Deutsche wurden gefangengenommen.
Wie bereits berichtet wurde, haben unsere Truppen bei der Liquidierung der in Schneidemühl eingeschlossenen Gruppierung des Gegners mehr als 5.000 feindliche Soldaten und Offiziere gefangengenommen. Außerdem haben die sowjetischen Abteilungen in den Wäldern nördlich von Schneidemühl zwei deutsche Gruppierungen liquidiert und viele Gefangene gemacht. Unter den Gefangenen sind der Kommandant der Stadt Schneidemühl Oberstleutnant Heinrich Remlinger und sein Stabschef Karl-Günther von Hase, der Führer der Ingenieurs-Abteilung der Garnison Schneidemühl Oberstleutnant Alfred Kurhaupt und andere deutsche Offiziere.“

Bekannte, in Schneidemühl geborene Personen

Fußnoten

  1. Entnommen aus dem Buche „Deutsche Opfer – Alliierte Täter 1945“ von Franz W. Seidler
  2. Deutsches Kreuz in Gold am 10. Februar 1945
  3. Die Wucht der sowjetischen Winteroffensive zwang schließlich dazu, auch im Osten 155.000 Soldaten in Gneisenau-Einheiten zu mobilisieren, um die Löcher in der Front zu stopfen. Tausende nicht fertig ausgebildete Fahnenjunker, Offiziere und Reserveoffizieranwärter mußten sich als „Führernachwuchs“ einreihen.