Daluege, Kurt

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Polizeigeneral Daluege bei Schießübungen mit seiner Dienstpistole „Luger“ (Pistole 08)

Kurt Max Franz Daluege (Lebensrune.png 15. September 1897 in Kreuzburg (Oberschlesien); Todesrune.png 23. Oktober 1946 in Prag) war ein deutscher Unteroffizier des Deutschen Heeres, Freikorpskämpfer, Diplom-Ingenieur, Preußischer Staatsrat, Mitglied des Reichstages, stellvertretender Reichsprotektor und SS-Oberst-Gruppenführer sowie bis 1943 Chef des Hauptamtes „Ordnungspolizei“ (OrPo) im nationalsozialistischen Deutschen Reich.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Männer des Führer-Begleit-Kommandos (von links: Julius Schaub, Sepp Dietrich und Kurt Daluege) mit Hitler
SS-Gruppenführer Kurt Daluege (mit Kragenspiegel vor 1942)
SS-Gruppenführer Kurt Daluege, August 1933
Generalmajor der Landespolizei Kurt Daluege, September 1933
Berlin, 11. Mai 1934: Der Berliner Polizeipräsident Magnus von Levetzow gratuliert dem Ministerialdirektor und Befehlshaber der preußischen Polizei Generalmajor Kurt Daluege zum einjährigem Amtsjubiläum als „Chef der Preußischen Polizei“. Seit dem 5. Mai 1933 war Daluege Leiter der Abteilung II (Polizeiabteilung) im Preußischen Ministerium des Innern und seit dem 1. November 1934 dann Leiter der Abteilung III (Polizei) im Reichs- und Preußischen Ministerium des Innern.

Jugend

Kurt Daluege (1936)

Kurt Daluege stammte aus Oberschlesien, wo er am 17. September 1897 geboren wurde. Er war der Sohn eines mittleren Beamten, Mitglied der Jugendbewegung „Wandervogel“.

Erster Weltkrieg

Nach dem Abitur trat er 1916 im Ersten Weltkrieg ins Heer ein, kam zu einem Sturmbataillon, stand mit ihr vor Verdun, an der Somme, vor Reims und an der Rigaer Front. Inzwischen zum Zugführer in einer Maschinengewehr-Kompagnie ernannt, wurde er an der Westfront im Frühjahr 1918 schwer verwundet. Zwölfmal mußte er operiert werden, viele Monate lag er todwund im Lazarett, von den Ärzten fast aufgegeben. Seine eiserne Natur und sein Lebenswille rangen sich durch.

Chronologie

  • Januar 1916 Notabitur
  • Januar 1916 bis April 1918 Kriegsfreiwilliger
    • 2. Garde-Infanterie-Regiment zu Fuß, 3. Ersatz-MG-Kompanie des Garde-Korps
    • 2. MG-Kompanie des 7. Garde-Infanterie-Regiments (Ost- und Westfront, Verdun)
  • 15. Oktober 1917 bis 14. Februar 1918 Offizierskursus in Döberitz
  • April 1918 schwer verwundet
  • April bis Oktober 1918 im Lazarett (Frankfurt/O.)
  • 1918 Beförderung zum Vizefeldwebel und Offizier-Anwärter

Weimarer Republik

Im Dezember 1918 wurde Kurt Daluege als genesen als Vizefeldwebel und Offiziersanwärter aus dem Dienst des Kaiserlichen Heeres entlassen. Von Dezember 1918 bis Oktober 1922 war er Angehöriger des Selbstschutz Oberschlesien unter Generalmajor Karl Hoefer.

Er trat 1919/1920 in eine Maschinenbauanstalt zur Absolvierung eines praktischen Jahres ein, studierte von 1921 bis 1924 an der Technischen Hochschule Charlottenburg im Fach Bauingenieurwesen und schloß sich schon als Student der NSDAP an, nachdem er vorher auch mit der Großdeutschen Arbeiterpartei und Gerhard Rossbach Verbindungen aufgenommen hatte. Er fungierte ab Oktober 1922 bis 1923 als Abteilungs-Kommandeur im Freikorps „Roßbach“. Sein Studium schloß er 1924 mit dem Staatsexamen zum Diplom-Ingenieur für Hoch-und Tiefbau ab.

Werdegang in der NSDAP

Daluege unterstützte Adolf Hitler bei dessen Marsch auf die Feldherrnhalle in München (9. November 1923) als Verbindungsmann in Berlin, was Hitler ihm zeitlebens hoch anrechnete. Nach dem gescheiterten Putschversuch und dem Verbot der NSDAP bemühte sich Daluege, in Berlin die Parteibasis zusammenzuhalten und gründete 1924 als Ersatz für die verbotene SA den Frontbann. Er war einer der ersten, die sich dem Frontbann zur Verfügung stellten und in ihm führend Dienst taten.

Nach Wiedergründung der NSDAP und der Umwandlung des Frontbanns in die SA wurde Kurt Daluege zum Gausturmführer Berlin und damit zum ersten SA-Führer Berlins ernannt. Er hatte die NSDAP-Mitgliedsnummer 31.981. Als Dr. Goebbels 1926 die Führung des Gaues Berlin übernahm, konnte Kurt Daluege ihm eine kleine, aber schlagkräftige SA zur Verfügung stellen, mit der schon etwas anzufangen war.

Die Beweise wurden bald geliefert: die berühmten Pharus-Säle im Berliner Norden, in der sich trotz einer zwanzigfachen kommunistischen Übermacht die NSDAP am Berliner Wedding den Durchbruch erkämpfte, die Schlacht mit Rotfront auf dem Bahnhof Lichterfelde-Ost, Spandau, der 1. Märkertag.

Nach mehrjähriger Tätigkeit als Bauleiter im Hoch- und Tiefbau und als Hilfsarbeiter im preußischen Landwirtschaftsministerium trat Kurt Daluege 1927 als Abteilungsleiter einer städtischen Gesellschaft in den Berliner Kommunaldienst.

Nachdem er sich als SS-Oberführer der SS angeschlossen hatte (Mitglieds-Nr. 1.119), wurde er schließlich 1931 mit der Führung der Berliner SS betraut, bald darauf zum SS-Gruppenführer befördert und zum Führer der SS-Gruppe „Ost“ ernannt, die er bis zum Sommer 1933 leitete.

Drittes Reich

Im April 1932 wurde er Mitglied des Preußischen Landtages und am 12. November 1933 in den Reichstag gewählt. Am 9. Februar 1933 berief ihn der Reichsminister Göring, Reichskommissar für das Preußische Innenministerium, als Kommissar in sein Ministerium und betraute ihn dort mit besonderen Polizeiaufgaben. Im Mai 1933 wurde Kurt Daluege zum Ministerialdirektor, Polizeigeneral und Befehlshaber der Polizei Preußens ernannt.

Bei der Neugründung der Preußischen Staatsrates berief ihn der preußische Ministerpräsident Hermann Göring auch in den Preußischen Staatsrat. Am Jahrestag seiner Ernennung, dem 11. Mai 1934, wurde er Ministerialdirektor und Leiter der Polizeiabteilung im Reichsministerium und damit Leiter der deutschen Polizei.

Als solcher erlitt er im März 1936 seinen ersten Herzinfarkt. Das verhinderte nicht seine im Juni 1936 erfolgende Ernennung zum (bis 31. August 1943 amtierenden) Stellvertreter Himmlers als „Chef der Deutschen Polizei“ im Innenministerium und gleichzeitig zum (bis Mai 1945 amtierenden) „Chef der Deutschen Ordnungspolizei“. Damit unterstand Daluege die gesamte uniformierte Polizei des Deutschen Reiches einschließlich aller Hilfskräfte und Feuerwehren („Feuerschutzpolizei“).

Zweiter Weltkrieg

SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei Daluege überreicht den Offizieren und Männern des Polizei-Bataillons „Cholm“, die im Kessel von Cholm der Kampfgruppe „Scherer“ angehörten, den vom Führer verliehenen Cholm-Schild
SS-Oberst-Gruppenführer Daluege bei einer Besprechung mit Heinrich Himmler (1943)

Gleichwohl wurde Daluege in den folgenden Jahren bis 1939 durch den Reichsführer-SS Himmler und dessen Stellvertreter Heydrich zurückgedrängt und somit weitestgehend entmachtet, blieb jedoch aufgrund guter Kontakte zu Hitler weiter im Amt.

Während der Kriegsjahre war er besonders für den persönlichen Schutz Hitlers sowie anderer hoher Parteiführer verantwortlich. Im Jahre 1942 wurde er – als einer von nur vier SS-Führern – in den höchst erreichbaren Rang der SS-Generalität, nämlich als SS-Oberst-Gruppenführer und gleichzeitig als Generaloberst der Polizei, eingestuft.

Nach dem Attentat tschechischer Partisanen auf Dalueges Konkurrenten Heydrich, der seit 1941 als stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren fungiert hatte, ernannte Hitler Daluege im Juni 1942 zu dessen Nachfolger in Prag.

Seiner Doppelrolle als Chef der Ordnungspolizei in Berlin und faktischem Reichsprotektor in Prag – der eigentliche offizielle Reichsprotektor Konstantin von Neurath war seit 1941 dauerhaft beurlaubt, auch wenn dieser erst 1943 entlassen wurde – zeigte sich Daluege nach einem Jahr aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr gewachsen. Im Juni 1943 wurde er von Hitler vom Amt des stellv. Reichsprotektors entbunden, und nachdem er im selben Monat einen zweiten Herzinfarkt erlitten hatte, beantragte er aufgrund der gesundheitlichen Vorfälle am 17. August 1943 seine Beurlaubung als Chef der Ordnungspolizei. Daluege zog sich nach der Beendigung seiner Dienstgeschäfte auf sein Gut zurück, welches er vom Führer einstmals geschenkt bekommen hatte.

Verhaftung

Im Mai 1945 verhaftete die britische Militärpolizei Daluege in Lübeck. Aufgrund eines Auslieferungsersuchens der tschechoslowakischen Regierung wurde er im Mai 1946 nach Prag überstellt, vom Prager Volksgericht angeklagt und am 23. Oktober 1946 zum Tode durch den Strang verurteilt.

Tod

Das Urteil wurde noch am gleichen Tag im Gefängnis Prag-Pankrác vollstreckt, nachdem SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei Daluege zuvor noch einen Suizidversuch unternommen haben soll.

Familie

Am 16. Oktober 1926 heiratete Kurt Daluege seine Verlobte Käthe Schwarz. Aus der Ehe sind drei Kinder entsprossen.

Beförderungen und Dienststellen (Auswahl)

  • 1926: SA-Gruppenführer
    • 22.3.1926 Gründer der SA für Berlin und Norddeutschland
    • bis 1.11.1926 Führer der SA-Gruppen Berlin-Nord und Ostmark
    • 1926 Führer des Sportverbandes (Tarnorganisation der SA) von Groß-Berlin
    • 1. November 1926 offizieller Eintritt in die SA
    • 1. November 1926 bis 21. Juni 1930 Führer der SA-Gruppe Berlin-Brandenburg, zugleich SA-Gausturmführer im Gau Berlin-Brandenburg,
    • 1. November 1926 bis 1. November 1928 Stellvertretender Gauleiter des Gaus Berlin-Brandenburg
    • Jan. 1929 bis Aug. 1930 Führer der SS in Berlin und Norddeutschland
    • Juli 1929 Berufung in die Reichsführung der SA als Führer z. b. V.
    • Juli 1930 Austritt aus der SA
  • 25. Juli 1930: Eintritt in die SS (SS-Nr.: 1.119) als SS-Oberführer
    • 8. Oktober 1930 bis 1. März 1931 SS-Oberführer Ost (mit Wirkung vom 1. August 1930)
  • 1. Juli 1932: SS-Gruppenführer und Führer der SS-Gruppe Ost (Berlin)
    • 6. Februar bis 5. Mai 1933 ehrenamtlicher Kommissar z. b. V. und Leiter der „Sonderabteilung Daluege“ im Preußischen Ministerium des Innern
  • 5. Mai 1933 Ministerialdirektor und Berufung in das Beamtenverhältnis
  • 11. Mai 1933 Chef der Preußischen Polizei
  • Juni 1933 Stellvertretender Bevollmächtigter Preußens zum Reichsrat
  • 11. Juli 1933 Preußischer Staatsrat
  • 14 September 1933: Eintritt in und Generalmajor der Landespolizei; Befehlshaber der Landespolizei in Preußen
    • 1. Oktober 1933 bis 1.4.1936 SS-Führer z. b. V. des RFSS
  • 9. September 1934: SS-Obergruppenführer
  • 20. April 1935: Generalleutnant der Landespolizei
  • 17. Juni 1936: General der Polizei (gleichzusetzen mit dem General der Waffengattung des Heeres)
    • bis 31. August 1943 Vertreter (bei Abwesenheit) des Chefs der Deutschen Polizei
    • 26. Juni 1936 bis 1945 Chef der Deutschen Ordnungspolizei (ab 30.7.1943 krankheitshalber nach Herzinfarkt beurlaubt), zugleich Chef des Hauptamtes Ordnungspolizei
    • 1936 bis 1944 Mitglied des Ausschusses für Polizeirecht der Akademie für Deutsches Recht
  • 20. April 1942: SS-Oberst-Gruppenführer und Generaloberst der Polizei
    • 30. Mai 1942 „beauftragt mit der Vertretung des SS-Obergruppenführers und Generals der Polizei Heydrich in der Führung der Geschäfte des Reichsprotektors in Böhmen und Mähren, solange SS-Obergruppenführer Heydrich durch die Folgen des Attentats vom 27. Mai 1942 verhindert ist, die Geschäfte selbst zu führen.“
    • 4. Juni 1942 bis 20. August 1943 geschäftsführender Stellvertretender Reichsprotektor in Böhmen und Mähren (ab Juni 1943 nach zweitem Herzinfarkt krankheitshalber beurlaubt)
    • 31. August 1943 „im Auftrag des Führers bis zur Wiederherstellung Ihrer Gesundheit von der Führung Ihrer Amtsgeschäfte als Chef der Ordnungspolizei“ entbunden und Rückzug auf sein Gut Doberschisch
    • seit 24. Mai 1944 Besitzer des Rittergutes Ilsenau im Reichsgau Wartheland
    • Mai 1945 Gefangennahme in Lübeck, danach Internierung in Mondorf (Luxemburg) und Nürnberg

Auszeichnungen (Auszug)

Werke

  • Nationalsozialistischer Kampf gegen das Verbrechertum, 1936
  • Tag der deutschen Polizei, 1934
  • Stellung und Aufgaben der Polizei im Dritten Reich, Franz Eher Verlag, München 1935 [1.–30. Tsd.]

Verweise

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