John, Karl

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Karl John
Unterschrift- Karl John.jpg
Karl John Grasb
Berlin, Charlottenburg-Wilmersdorf, Friedhof Heerstr.

Karl John, manchmal auch Carl John (Lebensrune.png 24. März 1905 in Köln; Todesrune.png 22. Dezember 1977 in Gütersloh) war ein deutscher Bühnen- und Filmschauspieler.

Leben

Karl John, auch Carl John, wurde am 24. März 1905 in Köln geboren, wuchs jedoch in Zoppot bei Danzig (heute Sopot, Polen) auf und besuchte dort auch das Gymnasium. Bereits als Gymnasiast war er vom Theater begeistert, übernahm etliche Rollen bei Schüleraufführungen. Auf Wunsch seiner Eltern begann er nach dem Abitur zunächst ein Architekturstudium an den Technischen Hochschulen in Danzig und Berlin, wechselte aber schon nach wenigen Semestern zur „Staatlichen Schauspielschule“ in Berlin, wo unter anderem Leopold Jessner sein Lehrer wurde. Johns Theaterlaufbahn begann 1932 und führte ihn über Bunzlau (heute Bolesławiec1), Polen), Dessau und Kassel ins preußische Königsberg, wo ihn 1938 Heinz Hilpert entdeckte und den jungen Schauspieler an das „Deutsche Theater“) nach Berlin verpflichtete.

Zum Film kam John Anfang der 1930er Jahre, sporadisch sah man ihn anfangs mit kleineren, aber eindrucksvollen Nebenrollen in Streifen wie dem Hans Albers-Abenteuer „Der weiße Dämon“ (1932), das Lustspiel „Kind, ich freu’ mich auf Dein Kommen“ (1933) oder der Literaturadaption „Wenn der Hahn kräht“ (1936).

Populär wurde John vor allem durch seine Rolle des jungen Fliegerfeldwebels Bernd Birkhoff in dem Lustspiel „Zwei in einer großen Stadt“ (1942) als Partner von Monika Burg.

Im Folgejahr später trat er unter der Regie Wolfgang Liebeneiners in dessen Melodram „Großstadtmelodie“ (1943) letztmalig in einer Kriegsproduktion auf.

Für den deutschen Nachkriegsfilm stand der Schauspieler ab Ende der 1940er Jahre wieder regelmäßig vor der Kamera, so sah man ihn unter anderem 1947 als Peter Keyser in einer Episode von Helmut Käutners Episodenfilm „In jenen Tagen“.

Seinen schauspielerischen Schwerpunkt verlegte Karl John seit Kriegsende jedoch vornehmlich auf die Theaterbühne, insbesondere in Hamburg am „Deutschen Schauspielhaus“" und am „Thalia Theater“. Zu seinen bekanntesten Bühnenrollen gehörten der Friedrich Wetter Graf vom Strahl in Kleists Ritterschauspiel Das Käthchen von Heilbronn" und der Kleist’sche „Prinz von Homburg“ sowie der Mackie Messer in BrechtsDie Dreigroschenoper“.

Neben seiner Arbeit für das Theater, Film und Fernsehen machte sich Karl John auch einen Namen als Sänger vor allem mit Seemannsliedern, die er meist selbst vertonte. So trat er beispielsweise auch in Münchens berühmtem Nachkriegskabarett „Die Schaubude“ auf. Er schrieb zudem den Text zu dem Hans-Albers-Song „Einmal noch nach Bombay“ aus dem Film „Auf der Reeperbahn nachts um halb eins“ (1954).

Auch in einer ganzen Reihe von Hörspielen war John als Sprecher im Einsatz. Zu seinen bekanntesten Rollen zählt 1959 der Rolle des Londoner Schriftstellers und Privatdetektivs Paul Temple in der achtteiligen Durbridge-Produktion „Paul Temple und der Conrad-Fall“, bei der Willy Purucker Regie führte.

Hatte John in seinen frühen Jahren vor allem als jugendlicher Held geglänzt, etablierte er sich später fest im Charakterfach. Man sah Karl John – vielfach auf Tourneen. Besonders profilierte sich John bei den „Bad Hersfelder Festspielen“, wo er unter anderem 1968 mit der Rolle des Jean Paul Marat in dem Schauspiel „Marat/Sade“ von Peter Weiss gefeiert wurde.

Die Fernsehzuschauer erlebten Karl John neben verschiedenen Theateraufzeichnungen sowie Auftritten in so beliebten Krimi-Reihen wie „Die fünfte Kolonne“, „Der Kommissar“, „Derrick“ oder „Das Kriminalmuseum“ beispielsweise als Bill Drews in dem Fernseh-Spiel „Die Flucht nach Holland“ über die Flucht Wilhelm II. (1967, gespielt von Hans Caninenberg) 1918 in die Niederlande oder als angeblich ertrunkener Hohmann in dem spannenden Mehrteiler „Babeck“ (1968). Eine seiner letzten Rollen vor der Fernseh-Kamera war die des Binnenschiffers Burmann in der TatortFolge „Finderlohn“ (1977).

Karl John starb während einer Tournee am 22. Dezember 1977 im Alter von 72 Jahren im Gütersloher „Städtischen Krankenhaus“ an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung. Zwei Tage zuvor war er kurz vor der Vorstellung des Stückes „Mond über dem Fluss“ von Pavel Kohout im „Theater Gütersloh“ zusammengebrochen.

Die letzte Ruhe fand er auf dem Friedhof Heerstraße im Berliner Stadtteil Charlottenburg. Hier wurde auch Johns Ehefrau Dolores John (geb. Lafaire, verwitwete Neuhaus) beigesetzt, die am 28. Februar 2007 im Alter von 88 Jahren in Berlin starb. Aus deren Beziehung mit dem deutschen Olympiateilnehmer (1928, Amsterdam), dem Springreiter und späteren Major Richard Sahla, Sohn des 1942 in Rußland gefallenen, berühmten österreichischen Violinvirtuosen, Dirigenten und Komponisten Richard Sahla, stammt der Fernsehredakteur und Buchautor Peter Sahla. Nach Informationen des Sohnes von Friedrich Neuhaus war Mutter Dolores nie mit Major Richard Sahla verheiratet, nach der Heirat mit Friedrich Neuhaus, adoptierte dieser Sohn Peter, der dann nach seiner Rückkehr aus den Vereinigten Staaten die Adoption rückgängig machte und den Namen seines leiblichen Vaters annahm.

Filmographie

,Regie

  • 1965: Die Heirat