Konopacki, Günther

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Günther Konopacki, Ritterkreuzträger mit der Nahkampfspange in Gold.jpg

Günther Konopacki (auch: Günter bzw. Günther Konopacki-Konopath; Lebensrune.png 10. Oktober 1921 in Groß Bösitz, Kreis Guben; Todesrune.png 23. Juni 1987 in Baden-Baden[1]) war ein deutscher Offizier der Wehrmacht, zuletzt Rittmeister des Heeres und Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg sowie Major der Deutschen Bundeswehr.

Werdegang

Konopacki, Günther II.jpg
Oberleutnant Günther Konopacki.jpg

Günther Konopacki wurde 1921 in Brandenburg geboren. Zu irgend einem Zeitpunkt änderte die Familie den Nachnamen von Konopacki zu Konopath. In den Militärakten wird er vorwiegend mit Konopacki, in Nachkriegsliteratur als Günther Konopacki-Konopath geführt.

Zweiter Weltkrieg

Eichenlaubträger Günther Konopacki.jpg

Konopacki trat am 1. Dezember 1939 als Fahnenjunker in das Kavallerie-Schützen-Regiment 9 ein und kam Anfang 1940 zur Aufklärungs-Abteilung 168, mit der er 1940 am Westfeldzug teilnahm.

Am 1. April 1941 zum Leutnant befördert, kämpfte er ab Juni 1941 beim Unternehmen „Barbarossa“. Am 1. März 1943 zum Oberleutnant befördert, wurde er am 21. April 1943 für Tapferkeit mit dem Deutschen Kreuz in Gold ausgezeichnet. Für eine bedeutende Kampfleistung im Oktober 1943 im Raum Kiew als 22jähriger Oberleutnant wurde er am 19. Dezember 1943 als Führer der Aufklärungs-Abteilung 168 mit dem Ritterkreuz ausgezeichnet. Er hatte mit kaum 200 Mann eine sowjetische Schützen-Brigade angegriffen und von einer Höhe vertrieben. Die Division konnte sich nun ohne die Gefahr von feindlichen Beschuß verlagern. Nun war die Aufklärungs-Abteilung allerdings von der Division abgeschnitten, konnte aber aus der erhöhten Position zehn angreifende sowjetische Panzer mit Nahkampfmitteln vernichten. Als die Hauptkampflinie sich verschob, gelang es Konopacki, seine Männer aus der Mäusefalle zurück zu den eigenen Linien zu führen.

Im November 1943 zog die 68. Infanterie-Division in den Raum Radomyschl und stand im Dezember 1943 bei Shitomir – Tarnopol. In diesem Raum wurde sie dann im Januar 1944 zerschlagen. Die Reste der Division (nur wenige Hundert Mann) wurden aus der Front gezogen und auf dem Truppenübungsplatz Demba gesammelt und als Schatten-Division aufgefrischt. Bereits im April 1944 wurde die Division wieder an die Front verlegt und im Raum Kowel eingesetzt. Zwischen Mai und Juli 1944 kämpfte die Division bei der 1. ungarischen Armee im Raum Lemberg. Ab August 1944 mußte sich die Division in schweren und verlustreichen Rückzugskämpfen über die Beskiden bis zum Weichselbrückenkopf Baranow zurückziehen.[2]

Im November 1944 wurde Konopacki zur 292. Infanterie-Division versetzt und am 9. November 1944 zum Rittmeister befördert. Zuerst Kommandeur der Aufklärungs-Abteilung der Division wurde er kurz darauf zum Kommandeur der Aufklärungs-Lehr-Abteilung (Aufklärungs-Lehr-Abteilung 1) ernannt, die er in Ostpreußen führte.

Im Januar 1945 gelang es ihm auf Befehl von Generaloberst Georg-Hans Reinhardt, Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Mitte, mit nur 800 Mann und ein paar Sturmgeschütze (als Brigade getarnt, um sowjetische Abhörexperten zu täuschen), an Konopackis 50. Nahkampftag das Stabsquartier einer russischen Panzerarmee in Mühlhausen auszuheben und zahlreiche Offiziere sowie Generäle gefangenzunehmen. Hierfür wurde ihm am 23. März 1945 das Eichenlaub verliehen.

Die Neuaufstellung der 28. Jäger-Division wurde am 29. März 1945 befohlen. Am 31. März 1945 wurde verfügt, daß die 10. Radfahr-Jäger-Brigade, die 102. Infanterie-Division sowie Heerestruppen zur Neuaufstellung heranzuziehen sind. Die Neuaufstellung fand auf der Frischen Nehrung unter dem VI. Armee-Korps statt. Am 9. April 1945 meldete das AOK 4:

„28. Jäger-Division = personell voll, geringe Bewaffnung, mangelnde Bekleidung.“

Bei Kriegsende wurde Konopacki zum achten Mal verwundet und von Ostpreußen mit einem Lazarettschiff nach Kopenhagen (Dänemark) evakuiert, wo der 24jährige hochdekorierte Offizier in britische Kriegsgefangenschaft geriet.[3]

Aufklärungs-Abteilung 168

Die Aufklärungs-Abteilung 168 der 68. Infanterie-Division wurde am 26. August 1939 in Fürstenwalde durch das Kavallerie-Regiment 9 aufgestellt. Am 3. Oktober 1942 wurde sie in Radfahr-Abteilung 168 umbenannt, am 20. November 1942 auf fünf Kompanien erweitert und in Ski-Bataillon 168 umbenannt. Am 16. März 1943 wurde die Abteilung wieder als Radfahr-Abteilung 168 geführt und ab dem 22. April 1943 in Aufklärungs-Abteilung 168 umbenannt.

Preußische Allgemeine Zeitung

Wolfgang Gerhardt schrieb in der „Preußischen Allgemeine Zeitung“ (Folge 03-08 vom 19. Januar 2008) einen Artikel (Ostpreußens wandernder Kessel – Rittmeister Günter Konopacki-Konopath schlug sich mit seiner Aufklärungsabteilung zu den eigenen Linien durch) über den Endkampf von Konopackis Aufklärungsabteilung, allerdings gibt Wolfgang Gerhardt Konopackis Geburtsjahr mit 1919 und sein Sterbejahr mit 1958 an, dazu schreibt er den Vornamen Günter ohne „h“. Diese Daten lassen sich durch keine andere Quelle bestätigen:

Der 1919 in Groß Bösitz / Brandenburg geborene Günter Konopacki-Konopath führte Ende 1944 ein Aufklärungsbataillon, das überwiegend aus Rekruten bestand. Aufgrund des Einbruchs der Sowjets in Ostpreußen wurde sein Bataillon der neu aufgestellten 10. Radfahr-Jägerbrigade[4] als I. Abteilung unterstellt. Die Umstände brachten es mit sich, daß Fahrräder, die reichlich vorhanden waren, zur Beweglichmachung eingesetzt wurden. Es fehlte weitgehend an schweren Waffen und Gerät. Die Fahrräder ermöglichten eine nicht unerhebliche Mobilität: Das Fahrrad konnte am Lenker zwei Panzerfäuste transportieren und das gesamte schwere Gepäck eines Mannes mitführen. Die mit Fahrrädern ausgestatteten Verbände waren im übrigen beweglicher als die motorisierten Verbände, weil die Straßen mit Flüchtlingen verstopft waren. Oft genug wurde der Einsatz schwerer Verbände dadurch verhindert, was zu Rückschlägen und vermeidbaren Niederlagen führte.
Als Reserve der bis 30. Januar 1945 von General der Infanterie Hoßbach und dann von General der Infanterie Fr. W. Müller kommandierten 4. Armee wurde die Brigade von ihrem Kommandeur, Oberstleutnant Briegleb, als Sperrverband in der Seenkette zwischen Rastenburg und Johannisburg eingesetzt. Hierfür war sie geeignet, weil die wenigen Durchlässe gut zu überwachen waren und das Gelände einen Panzereinsatz der sowjetischen Angreifer verwehrte.
In der Erkenntnis, daß die Seen für einen weiteren Angriff ein zeitraubendes Hindernis sein würden, sparte die 3. Weißrussische Front unter Armeegeneral Ivan Danilowic Tschernjachowski diesen Engpaß aus und griff mit zwei Stoßkeilen nördlich und südlich in Richtung Königsberg und Heiligenbeil an. Der Angriff begann am 13. Januar 1945. Dazu gab Tschernjachowski folgenden Tagesbefehl aus: „… wir stehen vor der Höhle der faschistischen Angreifer und bleiben erst stehen, wenn wir sie ausgeräuchert haben. Gnade gibt es nicht, für niemanden … Das Land der Faschisten muß zur Wüste werden. … Die Faschisten müssen sterben.“ Ziel war es, nicht nur die Ostsee zu erreichen, sondern die 4. Armee schnell in einem Kessel zu vernichten.
Zwar waren die Vorbereitungen auf der deutschen Seite erkannt worden, doch standen ausreichende Kräfte für eine geschlossene Abwehr nicht zur Verfügung. Die knappen Reserven waren durch Munitions- und Treibstoffmangel, die Verstopfung der Straßen durch Flüchtlingstrecks und die gewaltige Luftunterstützung der Sowjets in einer verzweifelten Lage. In rascher Folge fielen Städte und Dörfer in Feindeshand.
Die Radfahrjäger blockierten weiter das Seengebiet und hatten sich mit Schwerpunkt im Raum Sensburg konzentriert. Dort hielten sie bis zum 29. Januar 1945 aus. Dann erreichte sie der Befehl, sich nach Heiligenbeil durchzuschlagen. In tagelangen schweren und verlustreichen Einzelgefechten „wanderte“ Rittmeister Konopacki hinter den russischen Divisionen her. Diese waren ihm um Tage voraus und am 24. Januar bereits in Wormditt, am 27. bei Tolkemitt und am 28. in Friedland und Korschen. Am 18. Februar 1945 stieß ein vorausfühlender Spähtrupp der Abteilung Konopacki bei Mehlsack auf den Gefechtsstand der 3. Weißrussischen Front unter deren Oberbefehlshaber Tschernjachowski.
Tschernjachowski, dem zu Ehren die Russen später Insterburg in „Tschernjachowsk“ umbenannten, galt als einer der besonders fähigen und herausragenden Offiziere. Mit seinen erst 38 Jahren schien ihm noch eine große Karriere bevorzustehen. Zu diesem Zeitpunkt fand bei den Russen eine „Siegerorgie“ statt. Konopacki griff unter Ausnutzung des Überraschungsmoments sofort an und kämpfte sich durch – einen großen Teil des Stabes machte er nieder. Der Frontbefehlshaber Tschernjachowski versuchte, mit drei Stabsoffizieren in einem deutschen oder US-Schwimmwagen zu fliehen. Eine Panzerfaust beendete diesen Fluchtversuch. In der russischen Literatur wird unterschiedlich über den Tod von Tschernjachowski berichtet. Einmal heißt es, er „fiel bei den Kämpfen in der Nähe von Mehlsack“, dann er „fuhr auf eine Mine“, aber auch er „erlag seinen bei Mehlsack erlittenen Verletzungen“. Im kürzlich erschienenen Werk des englischen Autors A. Beaver „Der Endkampf“ heißt es: „durch einen Blindgänger“.
Bedingt durch die zahlreichen hohen und höchsten Wehrmachts- und NS-Dienststellen in diesem Gebiet mit dazugehörigen Fernmeldetruppen und Behörden waren viele deutsche Nachrichtenhelferinnen im Einsatz oder auf der Flucht und von den Sowjets vereinnahmt worden. Unter Mitnahme der Nachrichtenhelferinnen gelang es der I. Abteilung der Radfahr-Jägerbrigade, die deutschen Linien vor Heiligenbeil zu erreichen, wo sie der Division Großdeutschland unterstellt wurde und mit dieser bis zum Kriegsende kämpfte.
Für diese Leistung erhielt der Abteilungskommandeur Rittmeister Konopacki als 797. Soldat der Wehrmacht durch Großadmiral Dönitz – der Zugang nach Berlin war nicht mehr frei – das Eichenlaub zum Ritterkreuz. Nach weiteren Verwundungen – insgesamt acht – wurde Konopacki von der Marine nach Schleswig-Holstein, möglicherweise Neustadt heraustransportiert.
1956 trat Konopacki als Kompaniechef der 2. Kompanie in das Panzeraufklärungslehrbataillon (Bremen) ein, nachdem er sich zuvor eine bürgerliche Existenz als Kaufmann aufgebaut hatte. Nach kurzer Zeit wurde er als Major zum deutschen militärischen Vertreter beim Nato-Hauptquartier SHAPE nach Paris versetzt. Hier tat er bis Weihnachten 1958 Dienst, als ihn ein tragischer Unfall in der Seinemetropole das Leben kostete.

Nachkriegszeit

Konopacki hatte sich nach dem Krieg und der Kriegsgefangenschaft eine bürgerliche Existenz als Kaufmann aufgebaut. 1956 trat er als Hauptmann der neu geründeten Bundeswehr bei, am 30. September 1962 wurde er aus dem aktiven Dienst als Major verabschiedet.

Major a. D. Konopacki bleib der Reiterei auch in der Nachkriegszeit treu, er war Mitglied des eingetragenen Vereins „Reitclub Baden-Baden“ und übernahm 1977 (gemeinsam mit Gilles Thevonet) den Vorsitz.

Familie

Der Ritterkreuzträger mit der Nahkampfspange in Gold Günther Konopacki war verheiratet und Vater eines Sohnes.

In militärhistorischen Foren des Weltnetzes wird vermutet, daß Günther Konopacki eng mit Ministerialrat Hanno Konopath (eigentlich Friedrich Kurt Konopacki; 1882–1962) verwandt ist. Hanno Konopath war preußischer Gerichtsassessor, Mitglied der DNVP, Mitglied der NSDAP, ab 1933 Staatsfinanzrat in der Reichsschuldenverwaltung, Gründer des Nordischen Ringes[5] (existent 1926–1957), eng befreundet mit Hans F. K. Günther, Wilhelm Frick und Richard Walther Darré sowie dritter Ehemann von Marie Adelheid Mathilde Karoline Elise Alexe Auguste Albertine Prinzessin Reuß zur Lippe-Biesterfeld (1895–1993). Prinzessin Reuß zur Lippe-Biesterfeld war 1965 gemeinsam mit Prof. Dr. h. c. Hermann Oberth, Dr. Frank Schepke und Dr. med. Holle Grimm aktiv im Wahlkampf der NPD.

Günther Konopacki soll ebenfalls zwei gefallene Brüder gehabt haben: Claus (Lebensrune.png 10. Oktober 1921; Todesrune.png gefallen Oktober 1944) und Hans-Jürgen (Lebensrune.png 13. Oktober 1916; Todesrune.png vermißt 1. bzw. 21. Januar 1943 im Raum Stalingrad). Ob es sich tatsächlich um Gebrüder oder ggf. anderweitige Verwandte handelt, ließ sich nicht recherchieren.

Bildergalerie

Auszeichnungen (Auszug)

Konopacki, Günther III.jpg

Fußnoten

  1. Florian Berger schreibt in seinem Buch Ritterkreuzträger mit Nahkampfspange in Gold, Major a. D. Konopacki wäre in Hamburg verstorben, allerdings am Ende des Textes schreibt er dann Baden-Baden.
  2. Von hier aus mußte sich die Division nach Oberschlesien, dann nach Mähren zurückziehen. Bei Kriegsende kam sie im Raum Jägerndorf in russische Gefangenschaft.
  3. In Dänemark befanden sich bei Kriegsende etwa 250.000 deutsche Flüchtlinge und Vertriebene, ein Drittel davon Kinder unter 15 Jahren. Ab dem 5. Mai 1945 wurden die deutschen Flüchtlinge von der Umwelt abgeschlossen, ihre Lager wurden mit Stacheldraht umgeben. Sie dürften die Lager nicht mehr verlassen, auch nicht um Lebensmittel einzukaufen, sondern wurden abhängig von unzureichenden Essensrationen, die ihnen staatlich zugeteilt wurden. Allein im Frühsommer 1945 starben in den Lagern über 11.000 deutsche Flüchtlinge an Unterernährung und Krankheiten. Die dänische Ärztevereinigung verweigert den Deutschen jede medizinische Hilfe. Im August 1945 wurden die letzten Soldaten aus deutschen Lazaretten in Dänemark entlassen und in die Kriegsgefangenschaft oder die Heimat geschickt. Das medizinische Personal aber mußte - gegen seinen Willen - in Dänemark bleiben und als Sanitätspersonal in den Lagern arbeiten, ohne Lohn und interniert wie die Vertriebene selber.
  4. Die Radfahr-Jäger-Brigade 10 oder 10. Radfahr-Jäger-Brigade wurde im Januar 1945 aufgestellt. Die Brigade wurde mit 3 Bataillonen zu je 5 Kompanien aufgestellt. Der Stab der Brigade entstand aus dem Stab Panzer-Grenadier-Brigade 18. Das I. Bataillon entstand aus der Aufklärungs-Lehr-Abteilung 1. Nach der Aufstellung wurde die Brigade ab Februar 1945 im Raum Braunsberg, im Wehrkreis I, eingesetzt. Dabei unterstand die Brigade dem VI. Armeekorps unter der 4. Armee bei der Heeresgruppe Nord. Ab dem 2. April 1945 war die Brigade als Reserve der Armee Ostpreußen im Einsatz.
  5. Hanno Konopath war Schriftleiter der Monatszeitschrift für nordische Weltanschauung und Lebensgestaltung „Die Sonne“. Im Juli 1933 nahm er für die „Nordische Glaubensgemeinschaft“ an der Eisenacher Gründung der „Arbeitsgemeinschaft Deutsche Glaubensbewegung“ teil.