Schepmann, Wilhelm

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Wilhelm Schepmann (1894–1970)

Wilhelm Schepmann (Lebensrune.png 17. Juni 1894 in Baak, heute ein Ortsteil von Hattingen, Todesrune.png 26. Juli 1970 in Gifhorn) war ein deutscher Offizier, Politiker sowie von 1943 bis 1945 Chef des Stabes der SA.

Leben

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Jugend

Wilhelm Schepmann wurde am 17. Juni 1894 geboren, besuchte ein Seminar und wurde schließlich Lehrer.

Erster Weltkrieg

1914 ging er mit dem Westfälischen Jäger-Bataillon Nr. 7, den berühmten Bückeburger Jägern des Deutschen Heeres, ins Feld. 1916 wurde er für besondere Tapferkeit zum Leutnant der Reserve befördert und schließlich zum Kompanieführer, Bataillonsadjutant und Gerichtsoffizier. Er machte mit seinem Bataillon den ganzen Feldzug an der Ost- und Westfront mit, dreimal wurde er verwundet, davon zweimal schwer. Aber nach jeder Verwundung versuchte er, so schnell wie möglich wieder zur Truppe zu kommen.

Weimarer Republik

Nach dem Ersten Weltkrieg ging Schepmann nach Hattingen zurück, wo er als Lehrer wirkte.

Schon 1922 schloß er sich der NSDAP an (NSDAP-Mitgliedsnummer 26.762). Er organisierte zusammen mit Viktor Lutze den Aufbau der SA im Ruhrgebiet und nahm am Ruhrabwehrkampf mit seinen Hattinger Freunden und Kameraden ganz besonders aktiv teil. Mehrfache Verhaftungen und fast unbeschreibliche Mißhandlungen in französischen Gefängnissen waren die Folgen seiner Tätigkeit. Nach Abzug der Franzosen im Jahre 1925 war Hattingen sehr schnell wieder einer der Hauptstützpunkte der NSDAP im Gau Westfalen, und Wilhelm Schepmann war sofort wieder einer der Aktivisten. Wegen seiner Betätigung für die NSDAP wurde er schließlich ohne Pension aus dem Staatsdienst entlassen.

Wilhelm Schepmann war inzwischen SA-Führer geworden und einige Zeit später Gausturmführer im Gau Essen. 1929 wurde er Fraktionsführer der NSDAP in der Stadtverordnetenversammlung in Hattingen und gleichzeitig Gauorganisationsleiter im Gau Westfalen-Süd, ferner wurde er Gaupropagandaleiter, Gaufachberater für Kommunalpolitik und Gauredner, einer der beliebtesten und meistreißendsten Redner des gesamten Industriegebietes.

1932 zog er in den Preußischen Landtag ein. Schon 1931 war er, unter Beförderung zum SA-Oberführer, Führer der Untergruppe Westfalen-Nord der SA gewesen, bis er 1932 zum Führer der SA-Gruppe Westfalen ernannt wurde, die Westfalen-Nord, Westfalen-Süd, Lippe und Schaumburg-Lippe umfaßte. In diesem Gebiet hatte er aus westfälischen Bauernsöhnen und Industriearbeitern eine SA aufgezogen.

Drittes Reich

Ab Februar 1933 übernahm er die Führung der SA-Gruppe Westfalen und war gleichzeitig Polizeipräsident von Dortmund.

Auf der Beerdigung von Heinrich Habenicht sprach Schepmann den letzten Gruß.

Ab November 1933 war er Mitglied des Reichstages. Am 1. April 1934 erfolgte seine Ernennung zum Führer der SA-Gruppe X (Niederrhein und Westfalen). In der Folge der sogenannten Röhm-Revolte übernahm Schepmann ab November 1934 die Führung der SA-Gruppe in Sachsen.

1936 wurde er zum Regierungspräsidenten in Dresden und Bautzen ernannt. Schepmann meldete sich im Zweiten Weltkrieg freiwillig an der Front, wo er als Kompanieführer und Ordonanzoffizier in einem Infanterieregiment Dienst tat. Hier erwarb er sich die Spange zum EK 2 und das EK 1 von 1939. Schepmann ist Träger des Goldenen Ehrenzeichens und der Dienstauszeichnung der NSDAP in Gold.[1]

Nach dem Unfalltod von Viktor Lutze am 2. Mai 1943 übernahm Schepmann dessen Posten als Stabschef der SA (zuerst mit der Wahrnehmung der Geschäfte beauftragt, ab dem 9. November offiziell ernannt), diese Funktion hatte er bis zum Kriegsende inne.

Der letzte Stabschef der SA hatte so ziemlich alle Ämter der NSDAP bekleidet, die es gab. Er war Stützpunktleiter, Ortsgruppenleiter, Amtsleiter bei der Gauleitung, Redner, SA-Mann, Sturmführer, Standartenführer, Führer einer Untergruppe und schließlich Gruppenführer und Obergruppenführer. Er war Propagandaleiter der Partei, Gaufachberater für Kommunalpolitik, Kreistagsabgeordneter, Landtagsabgeordneter, Mitglied des Reichstages usw.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende lebte Schepmann unter falschem Namen in Gifhorn und arbeitete als Materialverwalter im dortigen Kreiskrankenhaus. Im April 1949 wurde er vom britischen Secret Intelligence Service verhaftet und Ende Juni 1950 vor einem Dortmunder Schwurgericht angeklagt, die Redaktion der Tageszeitung Der Generalanzeiger genötigt zu haben, ihr anti-nationalsozialistisches Werk einzustellen. Er wurde zu neun Monaten Gefängnis verurteilt, ging in Berufung und bekam 1954 Recht, so daß er freigesprochen wurde. Das Entnazifizierungsverfahren gegen ihn wurde im April 1952 eingestellt.

Schepmann wollte seiner gelernten Arbeit als Lehrer wieder nachgehen, dies verweigerte jedoch das niedersächsische Kultusministerium. Dennoch konnte Schepmann 1952 über die BHE-Liste im Landkreis Gifhorn in den Kreistag und in die Gemeindevertretung gewählt werden. 1956 wurde er stellvertretender Bürgermeister von Gifhorn. Seine Wiederwahl 1961 erregte jedoch öffentlichen Anstoß, woraufhin Schepmann von seinem Amt zurücktrat.

Auszeichnungen (Auszug)

Stabschef der SA Wilhelm Schepmann.jpg

Fußnoten

  1. Münchner Neuste Nachrichten, 9. August 1943